Leukozyten (Weiße Blutkörperchen)

Weiße Blutkörperchen, Leukozyten
Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) schützen den Körper vor Krankheitserreger und Infektionen. (Rost-9D / iStockphoto)

Hauptaufgabe der weißen Blutkörperchen, auch Leukozyten genannt, ist die Abwehr von Krankheitserregern. Die Leukozyten sind daher ein ganz wesentlicher Bestandteil unseres Immunsystems, das uns vor Krankheitserregern schützt.

Weiße Blutkörperchen machen Krankheitserreger unschädlich und schützen so den Körper vor Infektionen. Sie spielen eine wesentliche Rolle bei Entzündungen, bakteriellen Infektionen und Wurminfektionen sowie bei allergischen Reaktionen und Autoimmunkrankheiten, bei denen der Körper fälschlicherweise eigene Zellen und Gewebe angreift. Gleichzeitig entfernen sie auch abgestorbene und überalterte Zellen aus dem Körper und legen so den Grundstein für Prozesse wie Wundheilung oder Regeneration.

Die weißen Blutkörperchen werden unterteilt in:

Die neutrophilen Granulozyten stellen die größte Gruppe der weißen Blutkörperchen dar. Sie haben ihren Namen von den vielen färbbaren Körnchen in ihrem Zellplasma, den "Granula", welche Substanzen enthalten, die Bakterien und schädliche Zellen auflösen können.

Wie werden die weißen Blutkörperchen bestimmt?

Um die absolute und die relative Zahl der Leukozyten feststellen zu können, wird im Labor ein Differenzialblutbild angefertigt.

Normalerweise gliedert sich die Gesamtleukozytenzahl wie folgt:

Diese einzelnen Untergruppen unterscheiden sich im Aufbau und ihren Aufgaben:

  • Neutrophile Granulozyten sind wichtig bei der Abwehr von schädlichen Bakterien oder Einzellern. Ein Anstieg der neutrophilen Granulozyten kann daher ein Hinweis auf eine bakterielle Infektion sein.
  • Monozyten sind hocheffiziente Fresszellen, die schädliche Zellen fressen und verdauen. Gleichzeitig unterstützen sie die Lymphozyten bei der Produktion von Antikörpern.
  • Lymphozyten erkennen Viren und andere Krankheitserreger und produzieren Antikörper dagegen. Manche Lymphozyten können auch direkt erkrankte Zellen erkennen und abtöten, andere wiederum spielen eine Rolle bei der Steuerung des Immunsystems. Ein Anstieg der Lymphozyten kann ein Hinweis auf eine Virusinfektion sein.
  • Eosinophile Granulozyten und basophile Granulozyten spielen vor allem eine Rolle bei der Abwehr von Parasiten und Wurminfektionen. Sie sind aber auch beispielsweise bei Allergien erhöht.

In welchen Fällen wird die Leukozytenkonzentration bestimmt?

Findet ein krankhafter Prozess im Körper statt, kann der Arzt dies am Verhalten der Leukozyten feststellen: Zuerst kommt es vor allem bei bakteriellen Infektionen zu einer Erhöhung der neutrophilen Granulozyten in der sogenannten "neutrophilen Kampfphase".

Dem Gipfelpunkt einer Infektion folgt dann eine Erhöhung der Monozyten: die "monozytäre Überwindungsphase". Der Prozess schließt mit einer "lymphozytär-eosinophilen Heilphase" ab.

Referenz- / Normalwerte

Erwachsene 4-10 Tausend/µl alte Einheit 4-10 *10 9/l SI-Einheit
Schulkinder 5-15 Tausend/µl alte Einheit 5-15 *10 9/l SI-Einheit
Kleinkinder 6-17,5 Tausend/µl alte Einheit 6-17,5 *10 9/l SI-Einheit
Neugeborene 9-30 Tausend/µl alte Einheit 9-30 *10 9/l SI-Einheit

++ Mehr zum Thema: Was sind Normalwerte, was ist der Referenzbereich? ++

In welchen Fällen sind die Leukozytenwerte zu niedrig? (Leukopenie)

  • Bei Knochenmarkerkrankungen
  • Viele Medikamente (v.a. Zytostatika, also Krebsmedikamente) können die Leukozytenzahlen vermindern.
  • Bei einigen Viruserkrankungen
  • Selten bei akuten schweren Entzündungen (Sepsis)

In welchen Fällen sind die Leukozytenwerte zu hoch? (Leukozytose)

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Autoren:

Medizinisches Review:
Univ. Prof. Dr. Georg Endler
Redaktionelle Bearbeitung:
Oliver Maric, Marita Vollborn, Mag. Julia Wild

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Florian Lang & Philipp Lang: Basiswissen Physiologie. Springer, Heidelberg 2007.

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