Warzen

Von , Medizinredakteurin und Biologin
Aktualisiert am
Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

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Warzen (Verrucae) sind gutartige Wucherungen der Haut, deren Auslöser meist Viren sind. Es gibt verschiedene Arten von Warzen. Besonders Kinder haben oft eine oder mehrere Warzen am Finger oder an der Hand, auch Warzen im Gesicht und an den Füssen kommen häufig vor. Lesen Sie hier mehr zum Thema Warzen.

Warzen

Kurzübersicht

  • Behandlung: Vereisen (Kryotherapie), Säurebehandlung, "Verbrennen" mit Strom (Elektrokoagulation), Laserbehandlung, chirurgisches Abtragen (mit Kürette, scharfem Löffel, Skalpell)
  • Symptome: Je nach Ort und Ursache unterschiedliche Warzenarten — gewöhnliche Warzen, Pinselwarzen, Dornwarzen, Flachwarzen, "unechte" Warzen (Dellwarzen, Alterswarzen, Stielwarzen)
  • Ursachen und Risikofaktoren: Echte Warzen: humane Papillom-Viren (HPV); für Dellwarzen Molluscum-contagiosum-Virus; bei Alters- und Stielwarzen unbekannt; Risiken unter anderem Hautwunden, geschwächtes Immunsystem, Stress
  • Diagnose: Sichtdiagnose, eventuell Gewebeprobe, selten Erregernachweis
  • Prognose: Meist harmlos, verschwinden häufig von allein (manchmal nach Monaten oder Jahren); Rückfallquote ist hoch — mit und ohne Behandlung
  • Vorbeugen: Nicht barfusslaufen in Schwimmbädern und ähnlichem, keine gemeinsame Handtuch- oder Rasiererbenutzung, Warzen abkleben, nicht kratzen, geschützter Geschlechtsverkehr

Was sind Warzen?

Warzen (Verrucae) sind kleine, scharf begrenzte Wucherungen (Tumoren) der Oberhaut. Auslöser sind meist Viren, in den allermeisten Fällen humane Papillom-Viren (HPV). Besonders oft treten Warzen bei Kindern und Jugendlichen auf. Prinzipiell sind Verrucae aber in jedem Lebensalter möglich.

So entstehen die meisten Warzen
Warze
Humane Papillomviren infizieren Zellen der oberen Hautschicht und vermehren sich in deren Zellkernen. Die abgestorbenen Zellen verhornen.

Es gibt unterschiedliche Typen von HPV. Je nachdem, welcher Virustyp für die Infektion verantwortlich ist und wo er sich ansiedelt, entwickeln sich morphologisch unterschiedliche Warzenarten. Ausserdem gibt es einige Hautveränderungen, die wie Warzen aussehen, aber anderen Ursprungs sind.

Man unterscheidet gewöhnliche Warzen, Pinselwarzen, Dornwarzen und Flachwarzen, Feigwarzen sowie "unechte" Warzen (Dellwarzen, Alterswarzen, Stielwarzen).

Wie lassen sich Warzen entfernen?

Die meisten Warzen bereiten keine Beschwerden und verschwinden früher oder später von allein wieder. Es besteht dann kein medizinischer Grund, die die Warzen zu entfernen.

Wenn Sie die kleinen Hautwucherungen als kosmetisch störend empfinden, besprechen Sie mit einem Arzt, wie sich Ihre Warzen entfernen lassen. Das Gleiche gilt bei Warzen, die Beschwerden verursachen, wie zum Beispiel Dornwarzen an der Fusssohle, die das Gehen sehr schmerzhaft machen.

Was hilft gegen Warzen?

Mit dieser Frage wenden sich viele Betroffene an ihren Apotheker oder Arzt. Die Antwort lautet: Es gibt verschiedene Methoden und Mittel gegen Warzen. Welche Strategie im Einzelfall am sinnvollsten ist, hängt zum Beispiel von der Art und Anzahl der Warzen und  ihrer Lage ab.

Auflösen der Hornschicht

Verschiedene Säuren entfernen Warzen, indem sie ihre Hornschicht auflösen. Meist verwendet man dazu Salizylsäure, manchmal auch eine andere Säure wie Milchsäure. Will man flache Warzen im Gesicht entfernen, kommt meist Vitamin-A-Säure zum Einsatz. Die Säuren sind als Lösung, Creme oder Pflaster in der Apotheke erhältlich – meist ohne Rezept.

Lesen Sie sich vor der ersten Anwendung die Packungsbeilage durch. Dort steht genau, wie das betreffende Produkt anzuwenden ist. Im Allgemeinen muss eine Lösung oder Creme mehrere Wochen lang mehrmals täglich auf die Warzen aufgetragen werden. Ein Pflaster wird einige Tage lang getragen (eventuell mit Wiederholung).

Unter der Säure-Einwirkung lösen sich die verhornten Hautschichten auf. Sie müssen sie regelmässig vorsichtig entfernen, etwa mit einer Feile oder einem Hornhauthobel. Achten Sie dabei sorgfältig darauf, dass sie umliegende Hautpartien nicht verletzen und so Warzenviren dorthin übertragen. Sonst entstehen an diesen Verletzungen neue Warzen.

Warzen vereisen (Kryotherapie)

Der Arzt vereist Warzen, indem er vorsichtig flüssigen Stickstoff aufträgt. Bei dessen Verdunstung entsteht eine extreme Kälte, welche die oberste Hautschicht zerstört. Nur mit mehrfachem Wiederholen der Vereisung lassen sich Warzen endgültig entfernen. Zwischen den einzelnen Sitzungen wartet man mindestens eine Woche.

Das Auftragen des flüssigen Stickstoffs löst mitunter einen kurzen, stechenden Kälteschmerz aus. In der Folge rötet sich die Haut meist und schwillt etwas an. Es bildet sich in manchen Fällen eine Hautblase. Es dauert mehrere Tage, bis die Warzen mit Krustenbildung abheilen. Führt man die Kryotherapie mit Vorsicht durch, bleibt keine Narbe zurück.

Das Warzen-Entfernen mittels Vereisung ist nicht in allen Fällen erlaubt. Die Methode eignet sich beispielsweise nicht für Menschen mit einem diabetischen Fuss oder mit der "Schaufensterkrankheit" (periphere arterielle Verschlusskrankheit, pAVK). Das Vereisen von Warzen am Fuss stört unter Umständen bei ihnen die ohnehin schlechte Durchblutung zusätzlich, was Nerven schädigt und schlecht heilende Wunden verursacht. Auch beim Raynaud-Syndrom (krankheitsbedingte Minderdurchblutung von Fingern und Zehen) ist die Kryotherapie ungeeignet, um eine Warze zu entfernen.

Es ist nicht zwingend erforderlich, zum Arzt zu gehen, um mithilfe von Kälte Warzen zu entfernen. Mittlerweile bieten Apotheken rezeptfreie Vereisungs-Stifte für die Selbstbehandlung zu Hause an. Diese sind aber weniger kalt als der flüssige Stickstoff, den der Arzt aufträgt. Studienergebnisse, die die Wirksamkeit solcher Vereisungs-Stifte zeigen, fehlen bislang grösstenteils.

Weitere Methoden

Es gibt noch weitere Mittel gegen Warzen. Wissenschaftlich gut untersucht ist bislang aber hauptsächlich die Wirkung der Salicylsäure. Für viele andere Methoden fehlt zum Teil noch der wissenschaftliche Beleg, dass sie wirken, beziehungsweise besser wirken als Säuren oder Vereisen.

Spezielle Salben und Lösungen mit Wirkstoffen, die das Zellwachstum (5-Fluorouracil) oder die Viren hemmen (Aciclovir), setzt man in manchen Fällen ein, um Warzen zu entfernen. Manchmal verabreicht der Arzt verschiedene Arzneistoffe als Spritze direkt in die Warzen, zum Beispiel 5-Fluorouracil oder Substanzen, die das Immunsystem beeinflussen (Interferone).

Ausserdem lassen sich mithilfe der Kürettage (eine Art scharfer Löffel als chirurgisches Instrument) Warzen entfernen: Die Hautknötchen schabt der Arzt dabei mit dem speziellen medizinischen Instrument (Kürette) ab. Zuvor behandelt man sie oft mit Säure.

Manche Menschen lassen ihre Warzen lasern, also mit einem Laser stark erhitzen und zerstören.

Bei der photodynamischen Therapie trägt man ein spezielles Gel auf die Warze auf. Man lässt es etwa drei Stunden einwirken und bestrahlt die Warze dann mit Licht. Gewisse Inhaltsstoffe im Gel werden dadurch aktiviert und zerstören die Warze. Die Methode stammt eigentlich aus der Behandlung von Hauttumoren.

Die Methode, Warzen herauszuschneiden, wendet man heute nur noch sehr selten an. Relativ oft kommt es dabei zu Infektionen und einer kosmetisch störenden Narbenbildung.  

Hausmittel gegen Warzen

Verschiedene Heilpflanzen sollen gegen Warzen hilfreich sein. So soll etwa der Milchsaft des Schöllkrauts die kleinen Hauttumoren beseitigen, wenn man sie mehrmals täglich damit betupft. Auf gleiche Weise lassen sich mit dem Milchsaft des Löwenzahns oder einer Lösung aus der Fussblattwurzel Warzen behandeln. Das soll die kleinen Hautknötchen ebenfalls beseitigen.

Vielfach setzen Naturheilkundler bei der Warzenbehandlung auf die anti-virale Kraft von Teebaumöl. Man bringt es in verdünnter Form mehrmals täglich auf die Warze auf. Wirksam gegen Warzenviren ist eventuell auch Knoblauch: Mit der Einnahme eines hochdosierten Knoblauchpräparats sollen sich ebenfalls Warzen entfernen lassen. Zum Teil wendet man Knoblauchöl oder -extrakt auf der Warze an.

Ein anderes Hausmittel ist Klebeband, welches man auf die Warze klebt. Die Wirkung ist allerdings umstritten.

Traditionell ist die Methode des "Warzenbesprechens", die auf einer Form von Suggestion beruht. Im Bereich der Alternativmedizin wird dies — ohne dass es wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit gäbe — oft noch angeboten.

Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

Wo können Warzen auftreten? Welche Arten gibt es?

Im Folgenden finden Sie eine Beschreibung der wichtigsten echten und unechten Warzen:

Gemeine Warzen (Verrucae vulgares)

Gemeine oder gewöhnliche Warzen sind die häufigste Form von Virus-Warzen. Andere Bezeichnungen sind vulgäre Warze, Haut- oder Stachelwarze. Diese Hautknötchen bilden sich überall am Körper. Am häufigsten finden sich solche Warzen an der Hand oder am Fuss. Eine Warze am Finger sitzt in vielen Fällen in der Nähe des Nagelrands (periungual).

Meist sind gewöhnliche Warzen stecknadelkopf- bis erbsengross. Ihre anfangs glatte Oberfläche wird mit zunehmendem Wachstum zerklüftet und verhornt. Ausserdem nehmen die zuerst hautfarbenen Hautwucherungen allmählich eine schmutzig-gelbe Farbe an. Sie treten manchmal einzeln (solitär) auf. Allerdings beobachtet man sie öfters in grösserer Anzahl.

In der Regel verursachen Verrucae vulgares keine Druckschmerzen und keinen Juckreiz. Wer nicht warten möchte, bis die Hautknötchen von allein abheilen, hat verschiedene Möglichkeiten der Warzenbehandlung. Dazu zählen vor allem Vereisen (mit flüssigem Stickstoff) und eine Säurebehandlung (etwa mit Salizylsäure). Gelegentlich wendet man andere Methoden an, etwa eine Lasertherapie.

Pinselwarzen (Verrucae filiformes)

Es handelt sich dabei um eine Sonderform der gemeinen Warzen mit einem langen, fadenförmigen Stiel. Sie bilden sich besonders bei älteren Menschen im Gesicht (an Augenlidern, Lippen, Nase) oder am Hals. Gelegentlichjucken sie. Ausserdem ist es möglich, dass man Pinselwarzen beim Waschen, Abtrocknen oder Rasieren reizt oder verletzt.

Vor allem aber empfinden Betroffene die fadenförmig oder stachelartig aussehenden Warzen im Gesicht vielfach als kosmetisch störend. Deshalb lassen viele Betroffene sie vom Arzt entfernen, beispielsweise durch Vereisen (Kryotherapie), eine Säurebehandlung oder mittels Laserbehandlung.

Dornwarzen (Verrucae plantares)

Im Unterschied zu gewöhnlichen Warzen sind Dornwarzen keine erhabenen, halbkugeligen Hautwucherungen. Stattdessen sind Dornwarzen nach innen gedrückt. Das liegt daran, dass sie sich in der Regel an der Fusssohle bilden: Das auf ihnen lastende Körpergewicht drückt die Warzen nach innen in die Unterhaut. Ausserdem sind Dornwarzen im Gegensatz zu gewöhnlichen Warzen meist recht schmerzhaft. Jeder Schritt ist mitunter für Betroffene unangenehm.

Dornwarzen zieht man sich unter Umständen zu, wenn man sich beim Barfusslaufen in Schwimmbad, Turnhalle oder Gemeinschaftsdusche mit den auslösenden Viren (HPV) infiziert. Um sie wieder los zu werden, lässt sich ein salizylsäurehaltiges Pflaster aufkleben. Es weicht die Hornschicht auf, sodass sie sich bei einem warmen Fussbad leicht abschleifen lässt. Eine andere Therapiemöglichkeit besteht darin, die Dornwarzen zu vereisen (Kryotherapie). Es ist auch möglich, sie mit elektrischem Strom zu "verbrennen" (Elektrokoagulation) oder mit einem speziellen medizinischen Instrument ("scharfer Löffel") abzutragen.

Mehr über das Aussehen und die Behandlung der schmerzhaften Fusssohlenwarzen lesen Sie im Beitrag Dornwarzen.

Flachwarzen (Verrucae planae juveniles)

Bei wenig erhabenen Warzen im Gesicht oder an den Händen handelt es sich wahrscheinlich um sogenannte Flachwarzen oder Planwarzen. Gelegentlich bildet sich dieser Warzentyp auch an anderen Körperstellen. Am häufigsten beobachtet man Flachwarzen bei Kindern und Jugendlichen. Sie heissen deshalb auch juvenile Warzen.

Auslöser dieser Warzenform sind — wie bei anderen echten Warzen — humane Papillom-Viren. Ein geschwächtes Immunsystem begünstigt oft eine Infektion mit diesen Viren. Besonders Kinder kratzen sich die Flachwarzen oft auf. Dann bilden sich in vielen Fällen entlang der Kratzspur neue Flachwarzen, weil die Viren mit den Nägeln verteilt werden.

Flachwarzen sind harmlos und verschwinden oft von allein wieder. Wer nicht darauf warten will oder sehr stark unter Flachwarzen leidet, spricht mit dem Arzt über Behandlungsmöglichkeiten.

Beispielsweise lassen sich Flachwarzen mit Vitamin-A-Säure oder Salizylsäure auflösen (eventuell in Kombination mit einer UV-Bestrahlung). Ausserdem lassen sie sich vereisen (Kryotherapie) oder mit elektrischem Strom "verbrennen" (Elektrokoagulation). Manchmal werden sie auch mit einem speziellen chirurgischen Instrument (Kürette) abgetragen oder mittels Laser-Therapie entfernt.

Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Flachwarzen.

Dellwarzen (Mollusca contagiosa)

Dellwarzen sind keine echten Warzen — trotz ihres Namens und ihres ähnlichen Aussehens. Sie werden nämlich nicht von humanen Papillom-Viren verursacht. Stattdessen ist das Molluscum-contagiosum-Virus der Auslöser dieser warzenähnlichen, harmlosen Hautknötchen.

Meist treten Dellwarzen in Gruppen an ein oder zwei Hautstellen auf. Bei manchen Menschen finden sie sich aber auch locker über den Körper verteilt. Am häufigsten ist bei Erwachsenen die Genitalregion (also Penis, Hoden, Eichel beziehungsweise Vagina oder Schamlippen) von Dellwarzen befallen. Dagegen sind bei Kindern oft auch andere Körperstellen betroffen, etwa Gesicht, Hals oder Achselhöhlen.

In ihrem Inneren enthalten Dellwarzen ein infektiöses Sekret. Wenn man damit in Berührung kommt, steckt man sich recht leicht an (Schmierinfektion). Das gilt besonders, wenn die eigene Haut aufgeweicht ist (zum Beispiel bei Schwimmbad- oder Saunabesuchen). Dann dringen die auslösenden Viren nämlich leichter in die Haut ein. Auch Wunden, Pilzinfektionen der Haut und Neurodermitis begünstigen eine Infektion mit den Dellwarzen-Erregern.

Meist verschwinden Dellwarzen von allein wieder. Sie halten sich in einigen Fällen allerdings auch jahrelang. Ähnlich wie Flachwarzen lassen sie sich mit Salizylsäure oder Vitamin-A-Säure beseitigen. Es ist je nach Ort auch möglich, sie mit einem chirurgischen Instrument abzutragen. Ausserdem besteht die Möglichkeit der Irritationsbehandlung: Durch Auftragen einer reizenden Flüssigkeit entzündet sich die Haut im Bereich der Dellwarzen. Dadurch heilen sie eventuell schneller ab.

Mehr zum Thema lesen Sie im Beitrag Dellwarzen.

Alterswarzen (Seborrhoische Keratose)

Alterswarzen (senile Warzen) sind ebenfalls keine echten Warzen, auch wenn sie diesen ähneln. Ihre Ursache ist unbekannt. Man weiss aber, dass sie nicht durch Viren verursacht werden — weder durch HPV noch durch andere Virustypen. Alterswarzen sind deshalb auch nicht ansteckend.

Der Name dieser warzenähnlichen Hautknötchen rührt daher, dass sie vor allem im höheren Lebensalter auftreten. Sie bilden sich bevorzugt im Gesicht, an Brust und Rücken, auf den Handrücken sowie den Vorderseiten von Armen und Beinen. Ihr Aussehen ist sehr variabel. Deshalb unterscheiden Mediziner verschiedene Formen von Alterswarzen, zum Beispiel gestielte Alterswarzen sowie Stukkokeratosen.

Weil Alterswarzen harmlos sind und meist keine Beschwerden bereiten, müssen sie in der Regel nicht zwingend entfernt werden. Wer sie dennoch los werden will, wendet sich dazu (wie bei anderen Warzen) an einen Arzt: Dieser trägt Alterswarzen etwa mit einem chirurgischen Instrument ab(Kürette, scharfer Löffel, Skalpell) oder wird sie mittels Laser beseitigen. Gestielte Warzen lassen sich mit einer elektrischen Schlinge entfernen.

Mehr über diese weit verbreiteten, harmlosen Hautwucherungen lesen Sie im Beitrag Alterswarzen.

Stielwarzen (Fibrome)

Auch Stielwarzen sind keine echten Warzen. Es handelt sich vielmehr um weiche, gutartige Wucherungen bestimmter Hautzellen. Ihr medizinisch korrekter Name lautet weiche Fibrome.

So ziemlich jeder Mensch bekommt früher oder später die kleinen, gestielten, hautfarbenen Hautanhängsel. Warum das so ist, weiss man nicht. Da Stielwarzen in manchen Familien aber gehäuft vorkommen, vermuten Experten eine genetische Veranlagung.

So wie Alterswarzen sind Stielwarzen harmlos und nicht ansteckend. Sie sind aber mitunter kosmetisch störend. Manchmal sind sie auch mechanisch störend. So ist es bei Stielwarzen im Halsbereich möglich, dass dünne Halsketten oder feine Seidentücher daran hängen bleiben. In solchen Fällen haben Betroffene die Möglichkeit, ihre Stielwarzen vom Arzt entfernen lassen — mittels Laser, elektrischem Strom (Elektrokoagulation) oder mithilfe einer chirurgischen Schere.

Mehr über diese gestielten Hautanhängsel erfahren Sie im Beitrag Stielwarzen.

Feigwarzen (Condylomata acuminata)

Diese Warzen nennt man auch Genitalwarzen, Feuchtwarzen oder Spitzwarzen. Die kleinen weisslichen oder hautfarbenen Knötchen sitzen bevorzugt am Penis, der Vagina oder am Anus. Es sind echte Warzen, deren Auslöser HP-Viren sind. Allerdings sind diese Typen von HPV unter Umständen auch für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Die Übertragung dieser Viren erfolgt in der Regel über ungeschützten Geschlechtsverkehr und Schmierinfektion.

Mehr zum Thema Feigwarzen lesen Sie im Beitrag Feigwarzen.

Ursachen und Risikofaktoren

Ursache echter Warzen sind in den meisten Fällen humane Papillom-Viren (HPV): Die Erreger dringen über kleine Verletzungen und Risse in Hautzellen ein und lösen dort eine unkontrollierte Zellvermehrung aus. Die Eindringlinge zwingen dabei die menschlichen Wirtszellen, weitere Viren zu produzieren.

Bei den Erregern handelt es sich um verschiedene Typen von HPV. So werden etwa gemeine (vulgäre) Warzen meist durch die HPV-Typen 1, 2, 4 und 7 verursacht. Auch in Dornwarzen lassen sich hauptsächlich die HPV-Typen 1, 2 und 4 nachweisen, aber auch 60 und 63 lassen sich etwa finden. Dagegen werden Flachwarzen (Verrucae planae juveniles) im Allgemeinen durch den HPV-Typ 3 verursacht.

Bestimmte Typen von Humanen Papillom-Viren sind an der Entstehung mehrerer Krebserkrankungen (wie Gebärmutterhalskrebs und Peniskrebs) beteiligt. Dabei handelt es sich aber nicht um jene Virustypen, die für die herkömmlichen Verrucae verantwortlich sind. Vorsicht geboten ist nur bei den sogenannten Genital- oder Feigwarzen (Condylomata).

Mittlerweile sind deutlich über einhundert verschiedene Typen des humanen Papillom-Virus beschrieben. Mehrere Typen, gegen die es zum Teil mittlerweile eine Impfung gibt, gelten als potenziell krebserregend.

Mehr zum Thema humane Papillom-Viren (HPV) lesen Sie in unserem Beitrag HPV.

Unechte Warzen werden nicht durch HPV verursacht: Für Dellwarzen sind Viren vom Typ Molluscum contagiosum verantwortlich. Bei Alterswarzen ist die Ursache unbekannt. Ähnliches gilt für Stielwarzen.

Risikofaktoren

Verschiedene Faktoren begünstigen die Bildung von Verrucae – insbesondere der häufigsten Form, der Verrucae vulgares. Zu diesen Risikofaktoren zählen verstärktes Schwitzen (Hyperhidrose), eine gestörte Durchblutung in Fingern und Zehen (Akrozyanose) und ein geschwächtes Immunsystem. Auch Menschen mit einer Neigung zu Allergien (Atopie) beziehungsweise einer bereits bestehenden atopischen Erkrankung (wie Neurodermitis) sind besonders anfällig.

Seelische Konflikte und Stress scheinen ebenfalls das Erkrankungsrisiko zu erhöhen. Betroffene Erwachsene sind zudem oft Raucher.

Sind Warzen ansteckend?

Viruswarzen sind ansteckend (infektiös): Die Viren werden direkt von Mensch zu Mensch übertragen, manchmal auch indirekt über Handtücher oder Rasierapparate. Zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Verrucae (Inkubationszeit) vergehen in der Regel vier Wochen bis acht Monate.

Besonders leicht steckt man sich mit Warzen-Viren an, wenn die Haut verletzt ist. Begünstigend wirkt sich auch feuchte oder aufgeweichte Haut aus. Deshalb steckt man sich zum Beispiel im Schwimmbad, in der Sauna und in Gemeinschaftsduschen besonders leicht an. Gefährdet sind zudem Menschen, die häufigen Kontakt mit den auslösenden Viren beziehungsweise betroffenen Menschen (wie etwa Kindern) haben.

Jemand, der bereits die kleinen Hautwucherungen hat, infiziert sich mitunter selbst weiter (Autoinokulation). So breiten sich die Verrucae am Körper aus: Die Viren werden etwa durch Aufkratzen der Hautknötchen an benachbarte oder weiter entfernte Körperstellen übertragen, wo sie sich ebenfalls ansiedeln.

Nicht ansteckend sind "unechte" Warzen, die nicht durch Viren verursacht werden (Alterswarzen und Stielwarzen).

Untersuchungen und Diagnose

Normalerweise sind Verrucae harmlos. Ein Arztbesuch ist nur dann nötig, wenn die kleinen Hauttumoren kosmetisch störend sind und die Entfernung gewünscht ist oder wenn sie im Intimbereich auftreten. Unbedingt ratsam zum Arzt zu gehen ist es auch, wenn

  • eine Warze blutet oder entzündet ist,
  • Warzen auf anderen Hauterkrankungen (wie Neurodermitis) entstehen oder
  • Dellwarzen sich schnell ausbreiten.

Bei Alterswarzen besteht unter Umständen eine Verwechslungsgefahr mit Hautkrebs. Wer sich also nicht sicher ist, dass warzenartige Hautknötchen tatsächlich harmlose Alterswarzen sind, ist gut beraten, ebenfalls zum Arzt zu gehen.

Diagnose meist einfach

Die Diagnose von Verrucae ist für einen Arzt im Allgemeinen nicht schwierig. Er erkennt die kleinen, gutartigen Hauttumoren meist schon an ihrem Aussehen. Zudem geben Form, Struktur und Lage der Wucherungen in den meisten Fällen bereits Aufschluss darüber, um welche Warzen-Art es sich handelt.

Wenn sich der Arzt nicht ganz sicher ist, lässt sich von den Hautknötchen eine Gewebeprobe entnehmen und im Labor feingeweblich (histologisch) untersuchen. In Einzelfällen versucht man die Erreger (humane Papillom-Viren) in der Probe nachzuweisen.

Verlauf und Prognose

Warzen sind im Allgemeinen harmlos. Sobald es dem Körper gelingt, die auslösenden Viren erfolgreich zu bekämpfen, verschwinden sie von allein wieder. Das dauert allerdings mitunter Wochen bis Monate. Bei Untersuchungen an betroffenen Schulkindern und Jugendlichen zeigte sich, dass nach einem Jahr etwa fünfzig Prozent und nach zwei Jahren ungefähr siebzig Prozent wieder warzenfrei waren. Vergleichbare Untersuchungen bei Erwachsenen fehlen noch.

Wie schnell die kleinen Hautwucherungen im Einzelfall wieder verschwinden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine Rolle spielen zum Beispiel der Virus- und Warzentyp sowie der Zustand des Immunsystems. So sind Verrucae bei Menschen mit einer geschwächten Körperabwehr oft sehr hartnäckig.

Sind Warzen – mit oder ohne Behandlung – irgendwann abgeheilt, ist man in Zukunft aber nicht davor gefeit: Die Rückfallquote (Rezidivrate) ist hoch.

Vorbeugung

Einige Massnahmen verhindern möglicherweise, dass man sich bei betroffenen Menschen ansteckt, beziehungsweise seinerseits die Viren auf andere Menschen überträgt:

  • Teilen Sie Handtücher, Schuhe und Socken nicht mit anderen Menschen.
  • Laufen Sie in Schwimmbädern, Gemeinschaftsduschen, Turnhallen und Umkleidekabinen nicht barfuss.
  • Bedecken Sie vorhandene Warzen vor dem Schwimmen mit einem wasserfesten Pflaster.
  • Fassen Sie die Verrucae nicht an.

Ausserdem vermeiden Sie es idealerweise, an Warzen zu kratzen. Anderenfalls übertragen Sie unter Umständen die enthaltenen Viren auf andere Stellen Ihres Körpers oder auf andere Menschen. 

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autor:
Martina Feichter
Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

ICD-Codes:
D23L82B07
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
  • Altmeyer, P. & Hoffmann, K.: Basiswissen Dermatologie. W3L-Verlag, 2006
  • Altmeyer, P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer-Verlag, 2. Auflage, 2006
  • Bittig, F.: Bildatlas der medizinischen Fußpflege. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2002
  • Braun-Falco, O. et al.: Dermatologie und Venerologie. Springer-Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Jänicke, C. & Grünwald, J.: Alternativ heilen. Gräfe und Unzer Verlag, 2006
  • Mader, F. H.: Allgemeinmedizin und Praxis, Springer-Verlag. 8. Auflage, 2018
  • Orfanos, C. E. & Garbe, C.: Therapie der Hautkrankheiten. Springer-Verlag, 2. Auflage, 2002
  • Scholz, H. & Schwabe, U.: Taschenbuch der Arzneibehandlung. Springer-Verlag, 13. Auflage, 2006
  • Sterry, W. et al.: Checkliste Dermatologie. Georg Thieme Verlag, 7. Auflage, 2014
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