Salmonellenvergiftung

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Clemens Gödel

Clemens Gödel ist freier Mitarbeiter der NetDoktor-Medizinredaktion.

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Als Salmonellenvergiftung (Salmonellose) wird eine Infektion mit Salmonellen bezeichnet. Diese Bakterien lösen verschiedene Erkrankungen aus, darunter Typhus, Paratyphus und eine Darmentzündung (Enteritis). Eine typhöse Erkrankung wird stets mit Antibiotika behandelt, eine Enteritis meist nur in schweren Fällen. Lesen Sie hier mehr über Salmonellenvergiftung!

Salmonellenvergiftung

Kurzübersicht

  • Symptome: Brech-Durchfall mit Bauchkrämpfen, manchmal Fieber und Kopfschmerzen
  • Ursachen und Risikofaktoren: Verschiedene Bakterien, die zur Art der Salmonellen gehören
  • Prognose und Krankheitsverlauf: Eine Salmonellenvergiftung heilt meist folgenlos aus; Gefahr durch Dehydrierung
  • Diagnostik: Salmonellen-Nachweis in Blut- und Stuhlproben
  • Behandlung: Bei Salmonellen-Enteritis wird meist unter ärztlicher Aufsicht abgewartet, in schweren Fällen Antibiotika-Gabe, Typhus wird sofort mit Antibiotika behandelt
  • Vorbeugen: Sorgfältige Lebensmittel- und Händehygiene – insbesondere bei Auslandsreisen. Gegen Typhus gibt es eine Impfung.

Was ist eine Salmonellenvergiftung?

Eine Salmonellenvergiftung (Salmonellose) ist ganz allgemein eine Infektion mit bestimmten Bakterien: den Salmonellen. Sie verläuft unterschiedlich – je nachdem, um welche Salmonellenart es sich handelt und wie die Verfassung des Betroffenen ist.

Bei manchen Menschen zeigt sich eine Salmonellenvergiftung in Form einer Darmentzündung, in einigen Fällen zeigt sie sich systemisch, also im ganzen Körper. Dann sprechen Mediziner von einer typhösen Erkrankung.

Was sind Salmonellen?

Salmonellen sind bewegliche, stäbchenförmige Bakterien, die in menschliche Zellen eindringen. Man unterscheidet zwei Arten: Salmonella enterica und Salmonella bongori. Die erste Art, Salmonella enterica, wird in sechs Unterarten und über 2.000 sogenannte Serovare eingeteilt, die zum Teil unterschiedliche Erkrankungen hervorrufen. Manche dieser Serovare tragen Eigennamen wie:

  • Salmonella typhi: Typhuserreger                
  • Salmonella parathyphi (A, B, C): Paratyphuserreger              
  • Salmonella enteritidis (und Salmonella typhimurium): Enteritiserreger      

Die Erreger von Typhus und Paratyphus lösen nur bei Menschen eine Erkrankung aus. Sie gelangen vom Darm in das Blut, verteilen sich über die Blutbahn im ganzen Körper und lösen in schweren Fällen eine gefährliche Blutvergiftung (Sepsis) aus.

Die Enteritiserreger kommen sowohl bei Mensch als auch Tier vor und verlassen den Darm meist nicht. Sie verursachen Brechdurchfälle.

Salmonellen sind – selbst im Gefrierschrank – mehrere Monate überlebensfähig und passen sich ihrer Umgebung sehr gut an. Dies hat besonders für die Salmonellen-Enteritis Bedeutung: Salmonella enteritidis kommt häufig in Geflügel vor. Aufgetautes Geflügel und das Auftauwasser enthalten mitunter eine grosse Zahl von Salmonellen und führen in diesem Fall leicht zu einer Salmonellenvergiftung.

Salmonellenvergiftungen: Häufigkeit

Die bereits in der Antike bekannte Salmonellenvergiftung gewann im 19. und 20. Jahrhundert an Bedeutung. Durch eine Verbesserung der Wasserversorgung, Sanitäranlagen und Hygiene sowie der Einführung der Antibiotika wurden solche Infektionen eingedämmt.

Die Salmonellen-Enteritis ist nach der Campylobacter-Infektion die zweithäufigste meldepflichtige lebensmittelbedingte Darmerkrankung in Europa. Diese Form der Salmonellenvergiftung tritt vor allem bei Kleinkindern und im Sommer auf.

An Typhus abdominalis erkranken weltweit pro Jahr geschätzte elf bis 21 Millionen Menschen. Zwischen 128.000 und 161.000 der Betroffenen sterben daran. Am grössten ist das Erkrankungsrisiko in Indien und Pakistan. Die meisten in Europa vorkommenden Fälle treten nach Reisen in (sub-)tropische Gebiete auf. Paratyphus, eine typhusähnliche Erkrankung, tritt ebenfalls selten in Europa auf und kommt meist in Folge von Reisen nach Indien und in die Türkei vor.

Salmonellose ist meldepflichtig

Jeder Verdacht auf Salmonellen-Enteritis, Typhus oder Paratyphus muss dem Gesundheitsamt gemeldet werden (Meldepflicht), weil Salmonellen ansteckend sind. Ebenfalls meldepflichtig sind die festgestellte Erkrankung und der Tod durch eine Salmonellenvergiftung.

Wer in Schulen, Kindergärten und ähnlichen Gemeinschaftseinrichtungen oder in Lebensmittelbetrieben tätig ist, darf in bestimmten Fällen schon bei Verdacht auf eine Salmonellenvergiftung nicht mehr arbeiten. Das Gesundheitsamt überwacht Erkrankte und erlaubt die Arbeit erst wieder, wenn in drei Stuhlproben keine Salmonellen mehr nachweisbar sind.

Welche Symptome treten bei einer Salmonellenvergiftung auf?

Nach Aufnahme der Erreger dauert es entweder nur Stunden bis Tage (Enteritis) oder Wochen (Typhus), bis erste Anzeichen einer Salmonellenvergiftung auftreten. Die genaue Dauer dieser Salmonellen-Inkubationszeit ist abhängig von der Art und Menge der aufgenommenen Bakterien.  

Wie schwer die Symptome ausfallen, ist sehr variabel. Manche Infizierte, insbesondere abwehrstarke Menschen, zeigen mitunter gar keine Salmonellen-Symptome. Mediziner sprechen dann von einer "stillen Salmonelleninfektion".

Enteritis

Der Erreger Salmonella enteritidis lässt sich bevorzugt im Dünndarm nieder und sondert Giftstoffe (Toxine) ab. Sie lösen fünf bis 72 Stunden nach der Salmonellenvergiftung die ersten Symptome einer Salmonellenvergiftung aus, wie akuten Brech-Durchfall mit starken Bauchkrämpfen, Fieber und Kopfschmerzen. Eine gefährliche Folge des Brechdurchfalls ist Dehydratation (Wasserverlust), da viel Flüssigkeit und Elektrolyte verloren gehen.

Die Salmonellen-Symptome bessern sich normalerweise nach einigen Tagen. Manchmal lassen sich die Bakterien auch im Blut nachweisen (Bakteriämie) und siedeln sich in Organen an, vor allem bei Risikopatienten mit geschwächtem Immunsystem.

Typhus und Paratyphus

Im Gegensatz zur Enteritis beginnt Typhus abdominalis (Bauchtyphus) schleichend, drei bis 60 Tage nach der eigentlichen Salmonelleninfektion. Ein typischer Fieberverlauf, eine grau belegte Zunge, die sogenannte Typhuszunge, eine geschwollene Milz und Hautausschlag sind charakteristisch für Typhus. Ausserdem zeigt sich der Übergang von anfänglicher Verstopfung zu erbsenbreiartigem Durchfall – ebenfalls typisch für diese Art der Infektion mit Salmonellen. 

Anzeichen für Paratyphus fallen meist schwächer aus: Etwa ein bis zehn Tage nach der Infektion manifestieren sie sich oft als Magen-Darm-Infekt mit wässrigen Durchfällen, Erbrechen, Übelkeit und Fieber. Nach vier bis zehn Tagen klingen die Salmonellen-Symptome meist ab – deutlich schneller als bei Typhus.

Ausbreitung der Infektion

Eine Salmonellenvergiftung verbreitet sich manchmal im ganzen Körper und löst besonders bei Typhus und Paratyphus schwere Entzündungen aus. Nach Übertritt vom Darm in das Blut siedeln sich die Bakterien in anderen Organen an und rufen schwere Infektionen hervor. Besonders häufig sind Gallenblase und Milz betroffen.

Ein Wiederauftreten (Rezidiv) kurz nach einer Salmonellenvergiftung liegt meist daran, dass die Antibiotika-Therapie nicht ausreichend war, weil sie zum Beispiel zu früh beendet wurde.

Ist eine Salmonellenvergiftung ansteckend?

Mit Salmonellen infiziert man sich hauptsächlich durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln oder den Kontakt mit Erkrankten. Die Erreger übertragen sich etwa durch eine Schmierinfektion von Mensch zu Mensch. Das geschieht meist durch unzureichende Händehygiene: Wer sich nach dem Toilettengang nicht die Hände wäscht, überträgt womöglich kleinste Spuren von Stuhlresten über die Hände auf Oberflächen, die wiederum andere mit den Händen anfassen. Von hier aus gelangen sie leicht zum Mund und weiter in den Körper des neuen Wirtes.

Die Salmonellen-Ansteckung ist bis zum Nachweis von drei negativen Stuhlproben möglich.

Ansteckung mit Salmonellen-Enteritis

Besonders häufig findet sich Salmonella enteritidis auf rohen Eiern und in ungenügend erhitztem Fleisch, vor allem Geflügelfleisch, Muscheln oder Mett. Auch eine Kreuzkontamination ist möglich, also die Übertragung der Erreger von solchen kontaminierten Lebensmitteln auf andere Produkte wie Gemüse. Deshalb sind potenziell kontaminierte Lebensmittel separat zu verarbeiten und zu lagern.

Nur selten erfolgt die Salmonellenvergiftung über Tiere, zum Beispiel durch Haustiere wie Reptilien. Sogenannte Dauerausscheider, also Menschen, die über einen langen Zeitraum hinweg ohne Symptome die Bakterien ausscheiden, kommen selten vor. Salmonella enteritidis verlässt den Darm meist nicht und führt daher nur selten zur Entzündung weiterer Organe.

Ansteckung mit Typhus und Paratyphus

Mit den Erregern von Typhus und Paratyphus steckt man sich meist durch die Aufnahme von Wasser und Lebensmitteln an, die mit infektiösen Fäkalien wie Urin oder Stuhl verunreinigt sind. Oft erfolgt die Ansteckung durch Händekontakt mit Erkrankten oder unerkannten Salmonellen-Dauerausscheidern.

Die typhösen Salmonellen gelangen durch die orale Aufnahme in den Dünndarm. Dort dringen sie in die Darmzellen ein und – nach Übertritt ins Blut – in die darin schwimmenden Fresszellen (Makrophagen).

In der Wand des Dünndarms gibt es Ansammlungen von weissen Blutzellen, die sogenannten Peyer-Plaques. Besonders in diesem Bereich kommt es zu einer Entzündung, wodurch manchmal Zellen absterben (nekrotische Entzündung). Dies erklärt den Durchfall.

Risikogruppen

Bei Risikogruppen wie Säuglingen, Kleinkindern, alten oder immungeschwächten Personen nimmt eine Salmonellenvergiftung häufiger einen schweren Verlauf. Gefährdet sind zum Beispiel Menschen mit Sichelzellanämie, systemischem Lupus erythematodes, HIV-Infektion oder anderen Immundefekten. Bei diesen Patienten ist die Magensäure beziehungsweise das Abwehrsystem nicht stark genug, um die Bakterien effizient abzutöten. Von einer Salmonellen-Erkrankung sind ausserdem oft Menschen betroffen, die Magensäure hemmende Mittel einnehmen.

Wie verläuft eine Salmonellenvergiftung?

Eine Salmonellenvergiftung heilt, wenn sie richtig behandelt wird, meist folgenlos aus. Wie die Prognose im Einzelfall aussieht, hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel dem Alter und der Konstitution des Patienten. Schwere Komplikationen treten gehäuft bei abwehrschwachen Menschen, vor allem kleinen Kindern und alten Menschen, auf.

Todesfälle infolge von Komplikationen einer Salmonellenvergiftung sind in Europa selten. Für Typhus gilt: Unbehandelt sterben 15 bis 20 Prozent der Patienten. Erfolgt dagegen eine Behandlung, liegt die Sterblichkeit bei unter einem Prozent.

Komplikationen einer Salmonellose

Aufgrund des hohen Flüssigkeitsverlusts durch Erbrechen und Durchfall besteht die Gefahr, dass der Kreislauf kollabiert – mit Nieren- oder Herzversagen als möglicher Folge. Weitere potenzielle Folgen einer Salmonellenvergiftung sind Darmblutungen, Geschwüre und Darmdurchbrüche. Ein starker Verdacht auf einen Darmbruch ergibt sich, wenn die Körpertemperatur im Krankheitsverlauf plötzlich sinkt.

Wenn die Salmonellen im Blut zirkulieren, steigt die Gefahr einer Fortleitung der Salmonellenvergiftung: Die Entzündung droht sich auf die Lunge, Gallenblase (Cholezystitis), Leber (Hepatitis), Knochen (Osteomyelitis), Gehirn (Meningitis), Herz (Endokarditis) und weitere Organe auszudehnen. In schweren Fällen kommt es zu einer Blutvergiftung (Sepsis). Eine weitere mögliche Komplikation ist eine sogenannte reaktive Arthritis, eine Gelenkerkrankung.

Wie wird eine Salmonellenvergiftung festgestellt?

Die Spezialisten für eine Salmonellenvergiftung sind Gastroenterologen oder Reisemediziner. Bei Verdacht auf eine leichte Salmonellenvergiftung ist der Hausarzt mögliche erste Anlaufstelle. In schweren Fällen empfiehlt sich der Weg in ein Krankenhaus.

Zunächst wird der Arzt zur Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) unter anderem folgende Fragen stellen:

  • Haben Sie Fieber?
  • Wie ist Ihr Stuhlgang?
  • Sind Sie in letzter Zeit verreist?
  • Hatten Sie Kontakt zu Personen, die an einer Salmonellenerkrankung leiden oder litten?
  • Nehmen Sie Medikamente ein?

Körperliche Untersuchung

Daran schliesst sich die körperliche Untersuchung an. Der Arzt wird besonders genau den Bauch untersuchen. Zudem ist es bei einer Salmonellenvergiftung sehr wichtig, Zeichen einer Austrocknung (Exsikkose, Dehydration) zu erkennen und die Schwere einzuschätzen. Diese Austrocknung ergibt sich durch den hohen Flüssigkeits- und Salzverlust infolge von Erbrechen und Durchfall.

Salmonellen-Nachweis

Um die Salmonellenvergiftung zu bestätigen, werden meist Stuhl- und Blutproben des Patienten im Labor untersucht. Salmonellen finden sich ausserdem in Erbrochenem, Rektalabstrichen und kontaminierten Nahrungsmitteln. Zusätzlich ist bei typhösen Salmonellen der Nachweis aus Knochenmark, Dünndarmsekret und Urin möglich.

Der Stuhl ist oft erst in der zweiten bis dritten Krankheitswoche positiv für Salmonellen, in einigen Fällen bleibt er sogar durchgängig negativ. Zum Nachweis werden die Salmonellen entweder im Labor angezüchtet oder es wird ein Schnelltest (wie MUCAP-Test) durchgeführt.

Zur genauen Typisierung der Salmonellen gibt es verschiedene Verfahren: Lysotypie, biochemische und genetische Methoden. Diese Untersuchungen werden in Laboren durchgeführt. Dadurch lässt sich der Weg der Salmonellenvergiftung zurückverfolgen. Bei einer epidemischen Salmonellenvergiftung vergleichen die Laboranten die Ergebnisse der Betroffenen und der potenziellen Auslöser.

In vielen Fällen von Salmonellenvergiftung wird zusätzlich getestet, ob die verursachenden Salmonellen gegen bestimmte Antibiotika resistent sind.

Blutuntersuchung

Bei Typhus-Verdacht wird zunächst das Blut untersucht. Bei Salmonellen-Enteritis ist der Stuhl wichtiger. Im Blut lassen sich Antikörper gegen Salmonellen aufspüren (Widal-Test). Allerdings gelingt der Antikörper-Nachweis bei einer Salmonellenvergiftung häufig nicht. Typhus- und Paratyphus-Salmonellen lassen sich unter Umständen auch im Blut nachweisen (Bakteriämie); bei einer Salmonellen-Enteritis ist das selten der Fall.

Die Blutprobe dient auch dazu, eine Erhöhung der Entzündungsparameter nachzuweisen. Bei Fieber empfiehlt es sich, eine Blutkultur anzulegen: Bei einer Salmonellenvergiftung ist die Zahl der weissen Blutzellen vermindert (Leukopenie) und eine ihrer Untergruppen, die eosinophilen Zellen, fehlt ganz (Aneosinophilie). Zudem sind viele weisse Blutzellen unreif (Linksverschiebung). Bei Paratyphus ist die Zahl der weissen Blutkörperchen erhöht.

Bildgebung

Die Computertomografie (CT) des Bauches zeigt in einigen Fällen eine verdickte Darmwand vor allem am Übergang von Dünn- zu Dickdarm auf. Vor diesem Abschnitt ist mitunter der Darm erweitert. Diese Zeichen sind jedoch nicht spezifisch für eine Salmonellenvergiftung – sie ähneln denen einer sogenannten pseudomembranösen Kolitis, die durch Clostridien-Bakterien verursacht wird.

Differentialdiagnosen

Manche Symptome einer Salmonellenvergiftung treten auch bei anderen Erkrankungen auf. So wird der Arzt etwa prüfen, ob eine andere Lebensmittelvergiftung(vor allem eine durch Staphylokokken) die Beschwerden hervorruft. Typhus-ähnliche Symptome zeigen sich bei Malaria, Herzinnenhautentzündung (Endokarditis), Tuberkulose sowie anderen Darminfektionen und -entzündungen, wie zum Beispiel Colitis ulcerosa.

Wie wird eine Salmonellenvergiftung behandelt?

Die Behandlung einer Salmonellenvergiftung hängt vom Erregertyp sowie der Form und Schwere der Erkrankung ab. Während eine typhöse Erkrankung meist sofort mit Antibiotika behandelt wird, ist dies bei einer Salmonellen-Enteritis nicht immer notwendig. In allen Fällen von Salmonellenvergiftung müssen unbedingt besondere Hygiene-Vorschriften eingehalten werden.

Behandlung der Salmonellen-Enteritis

Die schlagartigen Brech-Durchfälle bei dieser Form von Salmonellenvergiftung erfordern eine sorgfältige Kontrolle des Wasser- und Elektrolythaushalts. Um den grossen Verlust von Wasser und Salzen auszugleichen, trinken viele Patienten Elektrolyt- sowie Glukoselösungen und passen die Ernährung entsprechend an. Bei Säuglingen und Kleinkindern werden Glukose und Elektrolyte in die Vene injiziert.

Bei schweren Enteritis-Verläufen oder wenn die Betroffenen abwehrgeschwächt sind, wie zum Beispiel Kleinkinder, ältere Menschen, Patienten mit Immundefekten und Herzfehlern, kommen Antibiotika zum Einsatz. Da die Zahl der Antibiotika-Resistenzen bei Salmonellenvergiftungen zunimmt, ist es ratsam, zuvor auf bestehende Resistenzen zu testen.

Typhus

Diese Salmonellenvergiftung wird mit Antibiotika bekämpft. Im Moment wird unter anderem Ciprofloxacin für eine zweiwöchige Salmonellen-Behandlung empfohlen. Es gibt aber auch andere Antibiotika, die zur Verfügung stehen. Besonders in Asien treten immer häufiger Resistenzen gegen die gängigen Antibiotika gegen Typhus auf. Daher ist es ratsam, bei Verdacht auf Typhus ebenfalls einen Test auf Antibiotika-Resistenzen durchzuführen.

Ausserdem gilt es, strikte Hygieneregeln einzuhalten. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus werden Patienten weiter vom Gesundheitsamt überwacht – und zwar solange, bis drei aufeinanderfolgende Stuhlproben keine Salmonellen mehr aufweisen.

Salmonellen-Dauerausscheider

Wer nach einer Salmonellenvergiftung dauerhaft weiter Salmonellen ausscheidet, muss besonders behandelt werden. Die antibiotische Salmonellen-Behandlung mit Ciprofloxacin oder Ceftriaxon (mit Gentamicin) führen die Betroffen über einen Monat beziehungsweise zwei Wochen fort.

Bei sogenannten Dünndarmausscheidern kommt oft zusätzlich Lactulose zum Einsatz.

Haben sich die Salmonellen in der Gallenblase angesiedelt, wird diese in sehr seltenen Fällen operativ entfernt.

Wie lässt sich einer Salmonellenvergiftung vorbeugen?

Die wichtigste Massnahme zum Schutz vor einer Salmonellenvergiftung ist eine ausreichende Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene. Lebensmittel, die möglicherweise Salmonellen enthalten, wie zum Beispiel Fleisch, werden am besten getrennt von anderen Lebensmitteln und bei unter zehn Grad gelagert. Idealerweise erfolgt ihre Zubereitung ebenfalls separat, um die Erreger nicht etwa auf Rohkost zu übertragen. Auch das Auftauwasser darf nicht in Kontakt mit anderen Lebensmitteln kommen.

Geflügel, Fisch und sonstiges Fleisch wird am besten nur gut durchgegart verspeist. Die Hitze tötet Salmonellen ab. Lagern Sie Hackfleisch nicht länger als einen Tag lang und verzehren Sie Speisen, die rohes Ei enthalten, schnellstmöglich. Besonders in Risikogebieten gilt die Regel: "Cook it, peel it, boil it or forget it!" – Nur Lebensmittel essen, die gekocht oder geschält sind.

Die Hände sollten regelmässig gewaschen und desinfiziert werden.

Salmonellen-Dauerausscheider und akut Erkrankte sind verpflichtet, besondere Hygienemassnahmen einzuhalten und dürfen nicht im Kontakt mit Nahrungsmitteln arbeiten. Auch für die Arbeit in Gemeinschaftseinrichtungen gelten besondere Vorsichtsmassnahmen.

Schutzimpfungen

Bei Reisen in Risikogebiete, bei Epidemien und Naturkatastrophen besteht in Deutschland die Möglichkeit, gegen den Typhus-Erreger zu impfen. Ähnlich wie nach einer durchgemachten Erkrankung bietet die Typhus-Impfung eine gewisse Immunität – sie schützt aber nicht zu 100 Prozent vor einer Ansteckung. Die Impfung gegen eine typhöse Salmonellenvergiftung erfolgt entweder als Schluckimpfung oder mit einer Spritze. In Österreich und der Schweiz ist die Impfung allerdings nicht zugelassen.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vorlage:
Prof. Dr. med. Stefan Endres
Autor:
Clemens Gödel

Clemens Gödel ist freier Mitarbeiter der NetDoktor-Medizinredaktion.

ICD-Codes:
A02
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
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