Penispilz

Von , Studentin der Humanmedizin
und , Medizinredakteurin und Biologin
Aktualisiert am
Sophie Matzik

Sophie Matzik ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion.

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

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Penispilz (Candida-Balanitis) ist eine Pilzinfektion beim Mann im Bereich der Eichel. Penispilz ist sehr unangenehm, heilt aber bei konsequenter Therapie meist innerhalb weniger Tage komplett ab. Lesen Sie hier mehr über Behandlung, Symptome und Ursachen von Penispilz.

Penispilz juckt und schmerzt

Kurzübersicht

  • Behandlung: Pilztötende Medikamente wie Salben oder Cremes, möglichst kein Geschlechtsverkehr, Sauna oder Schwimmbad, ausreichende Genitalhygiene
  • Symptome: Rötung der Eichel und eventuell der Vorhaut, Jucken, Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr, Bläschenbildung und Nässen
  • Ursachen und Risikofaktoren: Infektion mit einem Hefepilz, meist Candida albicans; Aids oder Krankheiten wie Diabetes mellitus sind Risikofaktoren, ebenso wechselnde Geschlechtspartner und ungeschützter Verkehr
  • Diagnose: Blickdiagnose, Krankenvorgeschichte, Abstrich der befallenen Haut
  • Prognose: Behandelt heilt die Krankheit innerhalb weniger Tage; Geschlechtspartner mitbehandeln, sonst wechselseitige Wiederansteckung möglich
  • Vorbeugung: Gute Intimhygiene, Kondome bei Geschlechtsverkehr

Was ist ein Penispilz?

Von Penispilz spricht man bei einer Pilzinfektion (Mykose), die das männliche Glied, den Penis (insbesondere die Eichel), befällt. Die auch Candida-Balanitis genannte Infektion (Balanitis ist eine Eichel-Entzündung), wird manchmal auch ungenau "Scheidenpilz beim Mann" genannt. In den meisten Fällen sind Hefepilze aus der Gattung Candida Verursacher der Infektion. Bei der Frau verursachen die gleichen Erreger eine Pilzinfektion der Scheide.

Oft übertragen sich die Erreger beim Geschlechtsverkehr, aber auch andere Übertragungswege sind möglich. Es empfiehlt sich daher, die Geschlechtspartner mit zu behandeln.

Die Infektion ist unangenehm und geht besonders mit Jucken, Brennen und Schmerzen einher. Sie hat aber eine gute Prognose und heilt mit entsprechenden Medikamenten in der Regel schnell ab.

Wie wird Penispilz behandelt?

Für die Behandlung von Pilzen kommen spezielle Wirkstoffe, sogenannte Antimykotika, zur Anwendung. Antimykotika hemmen das Wachstum von Pilzen oder töten sie direkt ab. Bei Penispilz, der Candida balanitis, wendet man Antimykotika in der Regel äusserlich an, etwa in Form von Salben oder Cremes. Diese müssen Sie einige Tage lang regelmässig auf die betroffenen Stellen auftragen – genauere Anweisungen dazu erhalten Sie vom Arzt.

Während der Behandlung sollte der Penis möglichst trocken gehalten werden. Nässt der Penispilz, ist es ratsam, Eichel und Vorhaut jeweils nach dem Auftragen des Antimykotikums mit Mullstreifen zu umwickeln, welche die Feuchtigkeit aufsaugen.

Während der gesamten Behandlung sollten Sie auf Geschlechtsverkehr verzichten, da das Risiko einer Ansteckung der Partnerin oder des Partners gross ist. Zudem ist es sinnvoll, dass sich diese/dieser ebenfalls auf eine Pilzinfektion untersuchen und gegebenenfalls behandeln lässt. So verhindert man, dass Sie beide sich immer wieder gegenseitig anstecken.

Achten Sie während der Behandlung ausserdem auf ausreichende Hygiene. Wechseln Sie Handtücher und Unterwäsche jeden Tag und waschen Sie diese bei mindestens 60 Grad Celsius.

Auf Schwimmbad und Sauna sollten Sie verzichten, bis die Pilzinfektion gänzlich abgeheilt ist.

Operativer Eingriff bei Vorhautverengung

Bei Männern mit Vorhautverengung, die wiederholt einen Penispilz haben, ist eventuell ein operativer Eingriff sinnvoll. Wie bei der Beschneidung entfernt man dabei die Vorhaut. So lässt sich die Eichel in Zukunft besser reinigen und trocken halten. Über einen solchen Eingriff entscheiden Arzt und Patient gemeinsam.

Was sind die Symptome?

Penispilz verursacht ähnliche Symptome wie ein Scheidenpilz: Er äussert sich zunächst durch eine Rötung der Vorhaut und der Eichel. Die inneren Stellen der Vorhaut sind häufig geschwollen. Innerhalb weniger Tage treten Juckreiz, Brennen und sogar Schmerzen auf. Besonders häufig stellen sich Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Wasserlassen ein.

Des Weiteren ist es möglich, dass sich auf der Eichel kleine Bläschen bilden. In diesen sammelt sich Flüssigkeit an. Platzen die Bläschen auf, nässt der Penis. Ein weiteres Anzeichen für Penispilz sind weissliche bis gräuliche Ablagerungen unter der Vorhaut.

Beschränkt sich die pilzbedingte Entzündung auf die Eichel, spricht man von Candida-Balanitis. Bei unbeschnittenen Männern ist in der Regel zusätzlich die Vorhaut entzündet. Dann handelt es sich um eine pilzbedingte Balanoposthitis.

Ursachen und Risikofaktoren

Auslöser der Penispilz-Infektion sind Hefepilze. Am häufigsten ist der Hefepilz Candida albicans für die Infektion verantwortlich – genauso wie beim Scheidenpilz der Frau. Seltener stecken andere Hefepilze dahinter (wie Candida glabrata).

Meist werden Hefepilze beim Geschlechtsverkehr übertragen. Auch eine Ansteckung über verunreinigte Gegenstände ist möglich, etwa wenn betroffene Männer und Gesunde sich Handtücher und Bettwäsche teilen.

Allerdings kommt Candida albicans bei 50 bis 75 Prozent aller Menschen asymptomatisch auf der Haut und den Schleimhäuten vor und wird nur etwa bei Störungen der Immunabwehr zum Krankheitserreger.

Risikofaktoren

Der Penis besitzt eine natürliche Hautflora, die sich aus verschiedenen Arten von Bakterien und anderen Mikroorganismen zusammensetzt. Diese erzeugen ein Milieu, in dem sich andere krankmachende Keime normalerweise nicht gut vermehren. Bei einer gesunden Penisflora kommt es daher höchst selten zu einem Penispilz. Er entwickelt sich vorwiegend dann, wenn die Hautflora des Penis gestört wird.

Zu den begünstigenden Faktoren für eine Pilzinfektion zählt in erster Linie ein geschwächtes Immunsystem. Dies ist beispielsweise die Folge von Erkrankungen wie HIV beziehungsweise Aids oder der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Ausserdem verursachen bestimmte Medikamente oft eine Abwehrschwäche, wie etwa Kortison oder Krebsmedikamente aus der Gruppe der Zytostatika (Chemotherapeutika).

Antibiotika begünstigen oft ebenfalls Penispilz: Diese Medikamente wirken allgemein hemmend oder abtötend auf Bakterien – auch auf die nützlichen Bakterien der Hautflora im Intimbereich. Eine Antibiotikatherapie stört also unter Umständen das Gleichgewicht der natürlichen Hautflora und ebnet so Penispilz den Weg.

Auch übertriebene oder mangelnde Genitalhygiene gelten als Risikofaktor: Ein Übermass an Hygiene stört die natürliche Hautflora, sodass sich krankmachende Keime (wie Hefepilze) leichter ausbreiten. Ebenso ungünstig ist mangelnde Genitalhygiene: Die Talgdrüsen unter der Penis-Vorhaut bilden ein gelblich-weissliches Sekret, das Smegma genannt wird. Wenn man es nicht regelmässig entfernt, wird es zum Nährboden für Krankheitserreger wie Hefepilze – so entstehen mitunter schnell Infektionen wie Penispilz.

In diesem Zusammenhang sind besonders Jungen oder Männer mit Vorhautverengung (Phimose) anfällig für Penispilz: Durch die verengte Vorhaut lässt sich nämlich das Smegma oft nicht so gründlich beseitigen, wie es nötig wäre.

Ein weiterer Risikofaktor für die Entstehung von Penispilz ist häufiger Geschlechtsverkehr. Wer häufig ungeschützten Geschlechtsverkehr hat, besitzt ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für sexuell übertragbare Erkrankungen wie Penispilz. Besonders riskant ist es, wenn man den Sexualpartner dabei häufig wechselt.

Höheres Alter sowie starkes Übergewicht sind ebenfalls Risikofaktoren für Penispilz: In Hautfalten von älteren beziehungsweise übergewichtigen Männern vermehren sich Pilze (und andere Keime) leichter.

Diagnose

Bei Verdacht auf Penispilz ist ein Urologe der richtige Ansprechpartner. In einem ersten Gespräch erhebt dieser die Krankengeschichte (Anamnese). Dabei haben Sie die Möglichkeit, Ihre Beschwerden genau zu schildern. Anschliessend stellt der Arzt weitere Fragen wie zum Beispiel:

  • Haben Sie häufig ungeschützten Geschlechtsverkehr?
  • Haben Sie häufig wechselnde Partner beim Geschlechtsverkehr?
  • Waren Sie in letzter Zeit im Ausland?
  • Hatten Sie in der Vergangenheit schon mal derartige Beschwerden?

Nach der Anamnese folgt eine körperliche Untersuchung. Dabei begutachtet der Arzt die Veränderungen am Penis genau. Die klassischen Veränderungen (Rötung, weisslich-gräuliche Beläge) weisen im Zusammenhang mit den geschilderten Symptomen (wie starker Juckreiz) meist schon deutlich auf einen Penispilz hin.

Um die Diagnose abzusichern, entnimmt der Arzt einen Abstrich (meist vom Bereich unter der Vorhaut). Dieser Abstrich wird zunächst unter dem Mikroskop untersucht: Unter der starken Vergrösserung lassen sich bei einer Pilzinfektion lange, fadenförmige Strukturen (Pilzfäden oder Hyphen) erkennen.

In einigen Fällen verrät der Blick ins Mikroskop nicht genau, um welche Art von Krankheitserreger es sich handelt. Dann wird der Abstrich in ein Labor geschickt und eine Kultur angelegt. Das heisst: Die im Abstrich befindlichen Erreger werden optimalen Wachstumsbedingungen ausgesetzt, sodass sie sich vermehren. So lassen sie sich leichter bestimmen. Bis das Ergebnis vorliegt, dauert es in der Regel etwa eine Woche. Mit einer unspezifischen Therapie lässt sich aber schon vor der endgültigen Diagnose beginnen.

Prognose

In der Regel ist die Prognose bei Penispilz günstig. Meist heilt die Infektion innerhalb weniger Tage wieder ab. Dafür ist es aber wichtig, sofort nach Auftreten der ersten Symptome einen Arzt aufzusuchen. Er leitet dann die richtige Therapie ein. Ausserdem hängen Krankheitsverlauf und Prognose davon ab, ob Risikofaktoren der Pilzinfektion beseitigt oder zumindest verringert werden.

Liegt etwa eine erkrankungsbedingte Abwehrschwäche (etwa bei HIV oder Diabetes) vor, sollte die Grunderkrankung fachgerecht behandelt werden. Bei einer Vorhautverengung kommt eventuell ein operativer Eingriff in Betracht. Werden solche Risikofaktoren für einen Penispilz nicht beseitigt oder reduziert, besteht die Gefahr, dass die Pilzinfektion nach einer erfolgreichen Behandlung immer wieder auftritt.

Vorbeugung

Normale, also weder übertrieben noch zu gering, Genitalhygiene isteine gute Vorbeugung gegen Infektionskrankheiten am Penis. Bei häufigem Geschlechtsverkehr mit wechselnden Geschlechtspartnern sind etwa Kondome ein wirksamer Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten – nicht nur gegen Penispilz.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autoren:
Sophie Matzik

Sophie Matzik ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion.

Martina Feichter
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Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

ICD-Codes:
B37
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
  • Hautmann, R. & Geschwend, J. E.: Urologie. Springer Verlag, 5. Auflage 2014
  • Jocham, D. & Miller, K.: Praxis der Urologie in zwei Bänden. Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2007
  • Röcken, M. et al.: Taschenatlas Dermatologie. Georg Thieme Verlag, 2022
  • Schmelz, H. U. et al.: Facharztwissen Urologie. Springer Verlag, 3. Auflage, 2014
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