Was hilft gegen Migräne?

Von , Studentin der Humanmedizin
und , Medizinredakteurin und Biologin
Sophie Matzik

Sophie Matzik ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion.

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

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"Was hilft gegen Migräne?" ist eine Frage, die alle Betroffenen beschäftigt. Tatsächlich gibt es eine Reihe wirksamer Medikamente, welche die Häufigkeit und Stärke der Schmerzattacken verringern können. Was kann man gegen Migräne aber noch machen? Die Palette der Antworten reicht von Entspannungsverfahren, Verhaltenstherapie und Akupunktur bis hin zu Hausmitteln. Lesen Sie hier mehr über Migräne-Therapie - vorbeugend und im Akutfall - und hilfreiche Migräne-Tipps!

migräne

Was hilft bei Migräne? Allgemeine Tipps

Eine Migräne-Behandlung besteht darin, akute Migräne-Attacken zu lindern und neuen Attacken vorzubeugen. Dafür nutzt man verschiedene Medikamente. Zusätzlich bieten nicht-medikamentöse Verfahren Hilfe bei Migräne. Heilen lässt sich die Kopfschmerzerkrankung mit beidem nicht - aber in den Griff bekommen. Mehr zu diesen Therapieverfahren weiter unten.

Davon abgesehen können Betroffene durch ihr eigenes Verhalten die Schwere und Häufigkeit der Attacken erheblich beeinflussen. Hierzu wichtige allgemeine Tipps gegen Migräne:

  • Meiden Sie Auslöser Ihrer Migräne: Was tun, damit es gar nicht erst zu einer Migräne-Attacke kommt? Die klare Antwort: Möglichst alle Faktoren meiden, von denen Sie wissen, dass Sie Ihnen eine Migräne bescheren können. Das können etwa bestimmte Nahrungsmittel, ausgelassene Mahlzeiten, Saunabesuche und/oder Hektik und Stress im Alltag sein.
  • Seien Sie kein Perfektionist: Sich an Pläne, Prinzipien und eigene Erwartungen (an sich und andere) zu halten ist gut - sofern man es nicht übertreibt. Wenn Sie allzu rigide durchs Leben gehen, kann das Stress für Ihren Kopf bedeuten - und Migräne-Anfälle begünstigen.
  • Ziehen Sie sich im Akutfall zurück: Während einer akuten Attacke sollten Sie sich möglichst in einen abgedunkelten Raum zurückziehen, Geräuschquellen wie Fernsehen oder Radio ausschalten und sich hinlegen.
  • Nehmen Sie frühzeitig Schmerzmittel: Greifen Sie am besten schon bei den ersten Vorboten eines Migräne-Anfalls zu einem geeigneten Schmerzmittel. Dann lässt sich der Anfall manchmal stoppen, denn Schmerzmittel wirken bei frühzeitiger Einnahme effektiver.

Achten Sie aber darauf, Kopfschmerz- bzw. Migräne-Medikamente nicht zu häufig einzunehmen. Anderenfalls können diese selbst zum Schmerzauslöser werden (medikamenteninduzierter Kopfschmerz).

Wie kann Migräne medikamentös behandelt werden?

Verschiedene Medikamente eignen sich zur Akutbehandlung einer Migräneattacke. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, vorbeugend Medikamente einzunehmen, um Anzahl und Schwere der Attacken zu reduzieren (medikamentöse Migräne-Prophylaxe).

Medikamente können keine Migräne heilen - ebenso wenig wie nicht-medikamentösen Massnahmen. Beides kann aber wesentlich dazu beitragen, dass man seltener und weniger schwere Migräne-Beschwerden hat.

Medikamente im Akutfall

Sehr oft geht eine Migräne-Attacke mit Übelkeit und Erbrechen einher. Dagegen helfen sogenannte Antiemetika. Gegen die Schmerzen selbst werden herkömmliche Schmerzmittel (Analgetika) wie Ibuprofen oder - bei stärkeren Beschwerden - spezielle Migräne-Medikamente (Triptane) empfohlen. Kaum eine Rolle spielen noch Mutterkornalkaloide zur Migräne-Therapie.

Manche dieser Medikamente sind verschreibungspflichtig wie etwa die Triptane. Andere bekommt man rezeptfrei in der Apotheke, zum Beispiel Ibuprofen. Aber auch dann sollte man sich vorher von einem Arzt bei der Auswahl und Dosierung beraten lassen.

Antiemetika

Wenn Übelkeit und/oder Erbrechen die Migräne begleiten, wird ein Antiemetikum empfohlen - sonst bleiben oral angewendete Schmerzmittel unter Umständen nicht lange genug im Körper, um ins Blut aufgenommen werden zu können. Teils haben Antiemetika auch eine leicht antimigränöse Wirkung.

Geeignete Wirkstoffe sind Metoclopramid oder Domperidon. Beide Wirkstoffe sind als Präparate zur Einnahme verfügbar, etwa als Tabletten. Gegebenenfalls können sie auch vom Arzt als Spritze verabreicht werden.

Analgetika

Wenn ein Migräne-Attacke nicht sehr stark ist und den Alltag des Betroffenen nicht behindert, werden (meist rezeptfreie) Schmerzmittel empfohlen - bevorzugt als "rapid" oder Granulatform (schnellerer Wirkungseintritt) über den Mund eingenommen. Zur Verfügung stehen folgende Wirkstoffe:

Manche dieser Schmerzmittel (wie ASS) können auch als Spritze gegen Migräne verabreicht werden. Das machen Ärzte zur Notfallbehandlung einer Migräneattacke - etwa wenn Patienten ärztliche Hilfe suchen, weil die Schmerzmittel bei oraler Anwendung (z.B. als Tabletten) gegen die Migräne-Schmerzen nicht helfen.

>> Kombinationspräparate

Es gibt auch Präparate, bei denen ein Schmerzmittel mit Koffein (Coffein) kombiniert ist. Solche Kombipräparate sind wirksamer als Einzelpräparate (Monopräparate). Die Gefahr, dass sie bei zu häufigem Gebrauch selbst Kopfschmerzen auslösen (medikamenteninduzierter Kopfschmerz), ist bei ihnen aber vermutlich grösser als bei Einzelpräparaten. Letztere sollten deshalb bevorzugt verwendet werden.

Triptane

Triptane sind rezeptpflichtige Medikamente, die für die Behandlung (mittel-)schwerer Migräne-Attacke vorgesehen sind. Ausserdem können diese speziellen Migräne-Medikamente bei (bekanntem) fehlendem Ansprechen oben genannter Schmerzmittel verordnet werden.

Als sogenannte Serotonin-Rezeptor-Agonisten binden Triptane im Gehirn an dieselben Rezeptoren wie der Nervenbotenstoff Serotonin. So kann dieser nicht mehr andocken, was die Kopfschmerzen und seine Begleitsymptome (wie Übelkeit) reduziert. Gleichzeitig verengen sich die Blutgefässe im Gehirn, was die Schmerzen einer Migräne lindern kann.

Triptane wirken am besten, wenn sie in der Kopfschmerzphase einer akuten Migräne-Attacke so früh wie möglich angewendet werden. Bei einer Migräne mit Aura wird die Anwendung erst nach Abklingen der Aura und mit Einsetzen der Kopfschmerzen empfohlen - aus Sicherheitsgründen und weil die Arzneistoffe wahrscheinlich nicht wirken, wenn sie während der Aura gegeben werden.

Zur Verfügung stehen verschiedene Triptane, darunter Sumatriptan, Almotriptan, Zolmitriptan und Rizatriptan. Sie sind als Tabletten erhältlich - und teils auch noch in anderen Darreichungsformen. So gibt es Rizatriptan und Zolmitriptan noch in Form von Schmelztabletten (Lingualtabletten). Zolmitriptan ebenso wie Sumatriptan werden zudem als Migräne-Nasenspray (Nasalspray) angeboten. Darüber hinaus kann Sumatriptan vom Arzt im Notfall - etwa bei länger anhaltender Migräne - als Spritze verabreicht werden.

Vom jeweiligen Triptan und teils auch von der Darreichungsform hängt es ab, wie schnell die schmerzlindernde Wirkung eintritt, wie lange sie anhält und wie gut die Verträglichkeit ist. Welches Präparat am sinnvollsten ist, hängt vom Einzelfall ab.

In bestimmten Fällen dürfen Triptane nicht angewendet werden, zum Beispiel bei koronarer Herzerkrankung (KHK), Herzinfarkt in der Vorgeschichte oder unzureichend behandeltem Bluthochdruck.

>> Wenn Triptane versagen oder der Kopfschmerz wiederkehrt:

In den meisten Fällen lassen sich die Migräne-Kopfschmerzen mit einem oral eingenommenen Triptan innerhalb von zwei Stunden deutlich lindern, manchmal sogar ganz vertreiben. Wenn nicht, kann frühestens zwei Stunden nach der ersten Dosis gegebenenfalls eine zweite Dosis appliziert werden (wenn der behandelnde Arzt dies so empfohlen hat). Bleibt ein ausreichender Effekt dann immer noch aus, kann der Wechsel auf ein anderes Präparat sinnvoll sein - etwa eine andere Darreichungsform. Auch der Umstieg auf ein anderes Triptan ist möglich - das sollte allerdings nicht innerhalb von 24 Stunden geschehen.

Bei manchen Patienten verschwinden die Migräne-Kopfschmerzen durch die Triptan-Anwendung zunächst, kehren aber innerhalb von 24 Stunden zurück ("Recurrence"). Dann kann eine Kombination aus einem Triptan und einem lang wirksamen oder verzögert freigesetzten (retardierten) Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR (wie Naproxen) sinnvoll sein.

Mutterkornalkaloide (Ergotamine)

Eine weitere Medikamentengruppe, die Hilfe bei Migräne bieten kann, sind die Mutterkornalkaloide (Ergotamine). Weil sie schlechter wirksam sind als die vorher genannten Mittel und zudem vermehrt Nebenwirkungen auslösen, werden sie heute in der Schweiz aber kaum noch zur Migräne-Therapie eingesetzt.

Hilft auch Cannabis bei Migräne?

Besonders im Internet wird oft auch Cannabis gegen Migräne propagiert. Hinweise auf eine entsprechende Wirksamkeit liefert etwa eine US-amerikanische Studie von 2019, bei der die Daten einer medizinischen Cannabis-App ausgewertet wurden. Es handelte sich dabei um die Angaben von Kopfschmerz- und Migräne-Patienten zu Symptome vorn und nach der Verwendung verschiedener Cannabis-Dosierungen und -Sorten.

Der Datenauswertung zufolge kann inhaliertes Cannabis bei Migräne und Kopfschmerzen den Schweregrad der Beschwerden deutlich verringern. Allerdings verwendeten die Patienten im Verlauf der Zeit immer höhere Dosierungen - ein Hinweis auf eine mögliche Toleranzentwicklung, die dazu führt, dass für den schmerzlindernden Effekt immer mehr Cannabis nötig ist.

Davon abgesehen ergab eine andere, aktuelle Studie einen Zusammenhang zwischen der Anwendung von Cannabis und dem Auftreten von medikamenteninduziertem Kopfschmerz: Patienten mit chronischer Migräne, die Cannabis konsumierten, entwickelten häufiger einen durch Übergebrauch von Schmerzmitteln ausgelösten Kopfschmerz als Migräne-Patienten ohne Cannabis-Konsum.

In der Schweiz ist Cannabis als verbotenes Betäubungsmittel eingestuft. Die Verschreibung nicht zugelassener Medikamente auf Cannabis-Basis zur medizinischen Anwendung ist aber unter bestimmten Umständen erlaubt, etwa bei chronischen Schmerzzuständen oder bei Übelkeit und Appetitverlust infolge einer Chemotherapie.

Medikamente zur Migräne-Vorbeugung

Viele Betroffene schaffen es, mit nicht-medikamentösen Massnahmen (siehe unten) Migräne-Attacken vorzubeugen. Manchmal kann es aber auch sinnvoll sein, zusätzlich über längere Zeit Medikamente zur Vorbeugung einzunehmen. Eine solche medikamentöse Migräne-Langzeitprophylaxe kommt in folgenden Fällen in Betracht:

  • mehr als drei Migräne-Attacken pro Monat (> fünf Tage)
  • sehr schwere oder lang andauernde Attacken
  • verlängerte (protrahierte) oder gehäufte Auren
  • Unverträglichkeit von Medikamenten zur akuten Migräne-Therapie
  • Kopfschmerz infolge Übergebrauch von Medikamenten
  • ausgeprägte Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die Migräne
  • Wunsch des Patienten nach medikamentöser Prophylaxe

Welche Migräne-Prophylaktika gibt es?

Zur Migräne-Prophylaxe steht verschiedenste Wirkstoffe zur Auswahl. Die meisten davon wurden ursprünglich für andere Anwendungsgebiete entwickelt (Ausnahme: CGRP-Antikörper - gezielt zur Vorbeugung von Migräne entwickelt). Einige von ihnen wurden später auch für die Migräne-Prophylaxe zugelassen - sie sind in der folgenden Liste mit * markiert. Die anderen angeführten Wirkstoffe werden in der Schweiz ausserhalb ihrer Zulassung ("off label") zur Migräne-Vorbeugung eingesetzt:

CGRP-Antikörper sind eine erst seit kurzem zugelassene neue Substanzklasse, die gezielt zur Migräne-Prophylaxe entwickelt wurden. Es handelt sich um künstlich hergestellte Antikörper, die sich gegen den Botenstoff CGRP (Fremanezumab, Galcanezumab) oder dessen Andockstellen, die CGRP-Rezeptoren, richten (Erenumab). CGRP (engl. für Calcitonin Gene-Related Peptide) ist nach derzeitigem Kenntnisstand an der Entstehung der Migräne-Kopfschmerzen beteiligt.

Beispielsweise dürfen Patienten mit schwerem Asthma keine Betablocker erhalten. Frauen im gebärfähigen Alter dürfen Topiramat und Valproat nur anwenden, wenn sie sicher verhüten (beide Wirkstoffe können Fehlbildungen beim Ungeborenen verursachen)

Können auch pflanzliche Präparate Migräne vorbeugen?

Im Zusammenhang mit der Migräne-Prophylaxe werden oftmals auch pflanzliche Präparate genannt, beispielsweise mit Pestwurz oder Mutterkraut:

Ein bestimmter Extrakt aus der Pestwurz (Petasites hybridus) hat sich in zwei Studien tatsächlich als vorbeugend gegen Migräne-Attacken erwiesen. In extrem seltenen Fällen verursacht er aber schwere Störungen der Leberfunktion. Präparate mit Pestwurzextrakt zur Migräne-Prophylaxe sind in der Schweiz (so wie auch in Deutschland und Österreich) mittlerweile nicht mehr als Arzneimittel erhältlich.

Ebenfalls in zwei Studien konnte ein CO2-Extrakt aus Mutterkraut (Tanacetum parthenium) seine vorbeugende Wirkung gegen Migräne zeigen. In der Schweiz ist aber kein solcher Extrakt zur Migräne-Prophylaxe zugelassen. Auch in Deutschland und Österreich wird Mutterkraut in dieser Form wird Mutterkraut nicht vertrieben. Andere Formen der Heilpflanze wurden nicht auf ihre Wirksamkeit bei Migräne untersucht, weshalb sie hierfür nicht empfohlen werden können.

Ablauf und Dauer der medikamentösen Migräne-Prophylaxe

Die meisten Migräne-Prophylaktika werden eingenommen. Sie sollten spätestens nach acht Wochen einen guten Effekt zeigen. Ist das der Fall, wird die Anwendung fortgesetzt. Nach sechs bis zwölf Monaten kann diese Langzeitprophylaxe in der Regel beendet werden, ohne dass die Beschwerden zurückkehren. Die Medikamente werden aber nicht abrupt abgesetzt, sondern "ausgeschlichen" (also schrittweise unter langsamer Dosisreduktion abgesetzt).

Die vorbeugende Anwendung von Botox bei chronischer Migräne ist - wie erwähnt - in der Schweiz nicht zugelassen, erfolgt hier also "off label" - im Gegensatz etwa zu Deutschland. Das Nervengift wird an mehreren Stellen in Kopf und Nacken injiziert. Die Anwendung wird in der Regel wiederholt.

Die CGRP-Antikörper zur Migräne-Prophylaxe werden in mehrwöchigen Abständen unter die Haut gespritzt. Bei mangelnder Wirksamkeit beziehungsweise spätestens nach zwölf Monaten sollte der behandelnde Arzt prüfen, ob die Anwendung weiter fortgesetzt werden soll.

Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten sollte mit nicht-medikamentösen Massnahmen zur Migräne-Prophylaxe kombiniert werden.

Wie kann man Migräne nicht-medikamentös behandeln?

So wirksam Medikamente im Akutfall und zur Vorbeugung von Migräne sind: Was hilft noch gegen die schmerzhaften Attacken? Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe von nicht-medikamentösen Massnahmen, mit denen sich eine Migräne behandeln lässt - vor allem vorbeugend, teils aber auch während einer akuten Attacke.

Beratung

Eine erste wichtige, nichtmedikamentöse Massnahme zur Migräne-Prophylaxe ist die ausführliche Beratung und Aufklärung über das Krankheitsbild durch den behandelnden Arzt. Schon eine mindestens 30-minütige Beratung kann die Anzahl der Kopfschmerztage und die schmerzbezogenen Beeinträchtigungen der Patienten merklich reduzieren.

Sport

Regelmässiger Ausdauersport wie Schwimmen, Radfahren oder Joggen kann zur Vorbeugung von Migräne empfohlen werden. Dabei sollte man im aeroben Bereich trainieren, also so, dass die Energiegewinnung im Körper unter Sauerstoffverbrauch ablaufen kann (z.B. Laufen in einem Tempo, bei dem man sich noch unterhalten könnte). Das Gegenteil davon ist anaerobes Training (Energiegewinnung ohne Sauerstoffverbrauch) - also zum Beispiel ein sehr schneller, anstrengender Lauf, bei dem man ausser Atem kommt.

Unklar ist bislang, ob die Wirksamkeit von Sport bei Migräne auf unspezifischen Effekte beruht (Sport als Entspannungsmethode) oder aber auf spezifischen Effekten. Möglicherweise trägt auch ein durch Sport bedingter Abbau überflüssiger Pfunde zur Wirkung bei - starkes Übergewicht scheint mit häufigeren Kopfschmerzattacken einherzugehen.

Und wie viel Training ist sinnvoll? Manche Menschen trainieren zum Beispiel dreimal wöchentlich jeweils 45 Minuten mit einem Pulsziel zwischen 120 und 140 pro Minute. Im Einzelfall kann aber ein anderer Trainingsplan geeigneter sein. Migräniker sollten sich am besten von ihrem Arzt oder einem Sportmediziner individuell beraten lassen.

Entspannungsverfahren

Entspannungsverfahren können eine effektive und nachhaltige Hilfe bei Migräne darstellen: Regelmässig angewendet helfen sie beim Stressabbau und können in vielen Fällen die Migränehäufigkeit reduzieren.

Besonders vorteilhaft ist die Progressive Muskelrelaxation (PMR) nach Jacobson. Die Methode ist relativ leicht zu erlernen, am besten mit Hilfe eines Therapeuten. Danach können Betroffene die Übungen allein durchführen (bevorzugt täglich), was überall und ohne technische Hilfsmittel möglich ist. Es lassen sich damit die Häufigkeit der Migräne-Attacken, die Schmerzintensität und der Bedarf an Schmerz- und Migränemitteln verringern.

Ebenfalls effektiv zur Migräne-Vorbeugung ist Autogenes Training. Dieses Entspannungsverfahren ist allerdings aufwendiger zu erlernen und benötigt mehr Übung.

Wem diese Entspannungsmethoden nicht zusagen, kann es mit anderen versuchen. Manche Patienten setzen beispielsweise auf Tai Chi, Meditation oder Yoga gegen Migräne.

Biofeedback

Biofeedback hat sich als sehr effektiv in der Migräne-Vorbeugung erwiesen. Bei diesem Therapieverfahren lernen Patienten, eigentlich unbewusst ablaufende Prozesse im Körper (z.B. Herzrate, Muskelspannung) vermehrt aktiv zu kontrollieren. Dazu werden die Prozesse meist über am Körper angebrachte Sensoren gemessen und dem Patienten in Form akustischer oder visueller Signalen rückgemeldet. Nun versucht man, einen Prozess per Willenskraft zu verändern - etwa die Pulsfrequenz gezielt zu senken. Wenn es klappt, wird die Veränderung hör- oder sichtbar angezeigt.

Während einer akuten Migräne-Attacke hilft manchmal das sogenannte Blutvolumenpuls-Biofeedback ("Vasokonstriktionstraining"): In schmerzfreien Intervallen üben Patienten, willentlich die rechte oder linke Schläfenarterie zu verengen. Diese erworbene "Fähigkeit" können sie dann im Akutfall nutzen, um den Blutfluss in der Schläfenarterie gezielt zu drosseln und so die Migräneschmerzen zu reduzieren. Das kann tatsächlich funktionieren - auch wenn man inzwischen davon ausgeht, dass nicht eine gesteigerte Durchblutung in diesem Hirnbereich die Attacken auslöst, sondern eine neuronale Fehlsteuerung im Hirnstamm.

Kognitive Verhaltenstherapie

Eine wirksame Methode zur Migräne-Behandlung ohne Medikamente ist die kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Deren übergeordnetes Ziel ist es, Betroffene zum Experten in eigener Sache zu machen, die abhängig von der Situation unterschiedliche Bewältigungsstrategien einsetzen können.

Dazu analysiert und verbesserte der Patient im Rahmen einer Einzel- oder Gruppentherapie unter anderem seinen Umgang mit Stress. Auch negative Denkmuster werden bearbeitet, die Stress verursachen können. Insgesamt entwickeln die Patienten ein stärkeres Gefühl von Selbstwirksamkeit und Kontrolle. Das bedeutet, sie fühlen sich den Attacken nicht mehr ohnmächtig ausgeliefert, sondern trauen sich zu, Einfluss auf ihre Krankheit nehmen zu können.

Bei einer akuten Migräneattacke helfen Schmerzbewältigungsverfahren. Die Patienten lernen, sich vom Schmerz zu distanzieren beispielsweise in Form von Aufmerksamkeitssteuerung und Imaginationsübungen.

Studien zufolge ist die Kombination aus KVT und medikamentöser Migräne-Prophylaxe effektiver als jede dieser Therapien für sich allein.

Nicht-invasive Nervenstimulation (Neurostimulation)

Manchmal werden auch nicht-invasive Nervenstimulationsverfahren erfolgreich gegen Migräne eingesetzt. Es handelt sich dabei um technologiegestützte Therapieverfahren, bei denen über die Haut - ohne diese zu perforieren - bestimmte Nerven stimuliert werden, so zum Beispiel bei der transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS).

Viele Patienten nutzen eine nicht-invasive Neurostimulation zur Migräne-Vorbeugung. Teilweise wird sie auch während einer akuten Migräne-Attacke eingesetzt, wird dann aber manchmal als unangenehm empfunden.

Hausmittel gegen Migräne

Hausmittel gegen Migräne haben den Vorteil, dass sie den Organismus in der Regel nicht durch ausgeprägte Nebenwirkungen belasten. Andererseits ist die Wirkung der Migräne-Hausmittel meist nicht wissenschaftlich bestätigt. Mediziner und Psychologen vermuten, dass in vielen Fällen allein der Glaube an ein bestimmtes Hausmittel bei Migräne-Patienten zu einer tatsächlichen Besserung führt.

Pfefferminzöl

Die Pflanzenheilkunde und die Aromatherapie kennen folgendes Hausmittel: Migräne lässt sich sich oftmals lindern, wenn man die Schläfen und/oder die schmerzende Stirn mit wenigen Tropfen Pfefferminzöl betupft oder massiert. Das Öl wirkt erfrischend kühl auf der Haut, was von Betroffenen oft als sehr angenehm empfunden wird. Achtung Sie bei der Anwendung aber darauf, dass nichts von dem ätherischen Öl in die Augen gelangt (Schleimhautreizung!).

Äusserlich aufgetragenes Pfefferminzöl ist nicht nur bei Migräne, sondern auch bei Spannungskopfschmerzen wirksam.

Wärme- und Kälteanwendungen

Beginnt die Migräne mit einem Wärmegefühl im Kopf und kalten Füssen und/oder Händen, kann ein ansteigendes Arm- beziehungsweise Fussbad helfen, also ein Teilbad mit langsamer Temperaturerhöhung.

Auch eine heisse Dusche kann bei Migräne helfen - oder ein Vollbad in 36 bis 38 Grad warmem Wasser. Falls Sie möchten, können Sie einen Badezusatz aus Fichtennadeln und Rosmarin verwenden; er regt Ihre Durchblutung an. Ebenfalls hilfreich können Badezusätze aus Baldrian und Hopfen (zur Beruhigung) oder Arnika und Heublumen (zur Schmerzlinderung) sein.

Statt von Wärme profitieren andere Migräne-Patienten von Kälte: So kann eine kühle Kompresse auf der Stirn oder im Nacken während eines akuten Anfalls sehr angenehm sein. Manche Betroffene schwören auch auf ein kaltes Arm- oder Fusstauchbad:

  • Beim Armtauchbad werden die Arme für etwa zehn Sekunden in ca. 15 Grad kaltes Wasser getaucht und anschliessend durch Abrubbeln oder Bewegung wieder erwärmt.
  • Beim Fusstauchbad hält man die Füsse für etwa 15 bis 30 Sekunden in ca. 15 Grad kaltes Wasser. Danach ohne Abtrocknen dicke Socken anziehen und einen Spaziergang machen.

Durch das kurze Tauchbad in kaltem Wasser verengen sich reflexartig die Blutgefässe im Arm/Fuss - und auch die Arterien im Kopf, die bei einem Migräneanfall schmerzhaft gedehnt sind.

Bei Blasen-, Nieren- und Unterleibsentzündungen sind kalte Tauchbäder nicht erlaubt!

Auch mit warm-kalten Wechselduschen können Sie etwas tun gegen Migräne.

Tee gegen Migräne

Mit Heilpflanzentees möchte manche Menschen ihre Migräne natürlich behandeln.

Beispielsweise spricht die Volksmedizin Schlüsselblumen-Tee (Schlüsselblume = Primel) eine gute Wirkung bei Migräne zu. So bereiten Sie ihn zu: Übergiessen Sie einen Teelöffel Schlüsselblumenblüten (aus der Apotheke) mit einer Tasse heissem Wasser. Fünf Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Sie können drei- bis viermal tägliche einen solchen Schlüsselblumenblüten-Tee gegen Migräne trinken.

Ingwertee kann Übelkeit und Erbrechen, die oftmals eine Migräne-Attacke begleiten, lindern. Dazu übergiessen Sie einen Teelöffel grob gepulverte Ingwerwurzel mit einer Tasse heissem Wasser. Fünf bis zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Trinken Sie vor den Mahlzeiten einen solchen Tee mit Ingwer gegen Migräne-bedingte Übelkeit.

Weidenrinden-Tee erweist sich oftmals als erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne, und zwar dank der enthaltenen Salicylate. Diese werden im Körper in Salicylsäuren umgewandelt - natürliche schmerzlindernde Stoffe, die der künstlich hergestellten Acetylsalicylsäure (ASS) ähneln. So geht die Tee-Herstellung: Überbrühen Sie einen Teelöffel klein geschnittene Weidenrinde (aus der Apotheke) mit 150 Milliliter kochendem Wasser. 20 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Eine Alternative zum Tee sind Fertigpräparate mit Weidenrinde aus der Apotheke.

Alternative Heilmethoden bei Migräne

Viele Betroffene fragen sich: Was hilft gegen Migräne jenseits von schulmedizinischer Behandlung und Hausmitteln? Antwort darauf geben naturheilkundlich geschulte Mediziner und Heilpraktiker. Patienten sollten aber beachten, dass nicht bei allen alternativen Heilmethoden eine Wirksamkeit bei Migräne wissenschaftlich belegt ist.

Akupunktur gegen Migräne

Akupunktur nach den Prinzipien der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM) kann episodisch auftretenden Migräne-Attacken vorbeugen. Das ist das Ergebnis einer Auswertung mehrerer Studien zu dem Thema.

Es gibt auch Studien, welche den Effekt von klassischer Akupunktur mit dem von Scheinakupunktur verglichen. Tatsächlich erwies sich das Setzen der feinen Nadeln an "echten" Akupunkturpunkten zur Migräne-Vorbeugung als wirksamer, als wenn die Nadeln an falschen Stellen oder ohne Eindringen in die Haut gesetzt wurden. Der Unterschied war allerdings nur minimal.

Akupressur bei Migräne

Eine alternative Methode nach dem gleichen Prinzip wie die Akupunktur ist die Akupressur. Migräne-Beschwerden sollen sich hierbei durch sanften Druck auf bestimmte Stellen am Körper lindern lassen. Insgesamt zeigt die Akupressur geringere Erfolge als die Akupunktur.

Als wirksame Akupressurpunkte bei Migräne werden Stellen am Kopf, im Gesicht und Nacken empfohlen. Lassen Sie sich bezüglich Selbstmassage von einem erfahrenen Therapeuten beraten.

Homöopathie bei Migräne

Viele Patienten hoffen darauf, ihre Migräne mit Homöopathie in den Griff zu bekommen. Je nach Art und Ausprägung der Beschwerden setzen Homöopathen hierzu verschiedene Mittel ein, zum Beispiel:

  • Iris versicolor: v.a. bei Migräne mit ausgeprägter Aura und Übelkeit
  • Belladonna: v.a. bei pochendem Kopfschmerz mit starker Übelkeit und Erbrechen
  • Bryona: wenn schon die geringste Berührung zu starken Kopfschmerzen führt
  • Gelsemium sempervirens: wenn die Schmerzen vom Hinterkopf bis zu den Augen ziehen
  • Sanguinaria: v.a. bei sehr starken Schmerzen
  • Nux vomica: bei Migräne, die durch Ärger, Hektik und Schlafmangel augelöst wird

Die homöopathischen Mittel sind in verschiedenen Formen erhältlich, etwa als Flüssigextrakt oder Globuli. Migräne-Anfälle werden üblicherweise mit einer C30-Potenz behandelt.

Doch kann Homöopathie bei Migräne wirklich helfen? Manche Patienten berichten hier von positiven Erfahrungen. Ein Pluspunkt ist wohl auch, dass ein Homöopath vielfach mehr Zeit für Betroffene hat als ein Schulmediziner. Das erlaubt ein ausführliches Gespräch, in dem sich die individuellen Auslöser der Migräne oft gut aufdecken lassen.

Aus wissenschaftlicher Sicht allerdings fehlt der Nachweis einer Wirksamkeit der Homöopathie bei Migräne.

Migräne: Schüssler-Salze

Viele Betroffene berichten von positiven Erfahrungen beim Einsatz der Schüssler-Salze. Migräne soll sich beispielsweise mit folgenden Schüssler-Salzen behandeln lassen:

  • Nr. 7: Magnesium phosphoricum
  • Nr. 8: Natrium chloratum
  • Nr. 14: Kalium bromatum
  • Nr. 21: Zincum chloratum
  • Nr. 22: Calcium carbonicum

Man kann mehrere Schüssler-Salze gegen Migräne anwenden, aber nie mehr als drei Salze zur gleichen Zeit. Für Erwachsene mit Migräne gilt die Empfehlung, drei- bis sechsmal täglich eine bis drei Tabletten einzunehmen. Kinder können ein- bis dreimal täglich je nach Körpergrösse und Gewicht eine halbe bis zwei Tabletten einnehmen.

Grundsätzlich gilt: Vor allem wenn Stress, nervliche oder geistige Überlastung ein Auslöser ist, kann die Einnahme von Magnesium bei Migräne vorbeugend wirken. Dafür sind entsprechende Mineralstoff-Präparate in Apotheken und Drogerien erhältlich. Vor diesem Hintergrund soll auch das Schüssler-Salz Magnesium Hilfe bei Migräne bieten.

Ernährung bei Migräne

Bei fast allen Migränepatienten wird ein akuter Anfall durch individuelle Trigger-Faktoren ausgelöst. So können manche Lebensmittel einen Migräne-Anfall auslösen oder verstärken. Warum das so ist, ist weitgehend unklar. In vielen Fällen scheinen bestimmte Inhaltsstoffe in den Nahrungsmitteln, sogenannte biogene Amine wie Tyramin und Histamin, verantwortlich zu sein. Denn viele Menschen berichten von Migräne-Attacken nach dem Verzehr von Rotwein, reifem Käse, Schokolade, Sauerkraut oder Bananen - allesamt Nahrungsmittel mit biogenen Aminen.

Der Geschmacksverstärker Natriumglutamat gilt generell als potenzieller Auslöser von Kopfschmerzen. Koffein kann ebenfalls Kopfschmerzen induzieren. In manchen Fällen führt aber auch das Gegenteil zu Migräne: Viele Menschen, die während der Arbeitswoche regelmässig Kaffee trinken, reagieren an koffeinlosen Wochenenden mit einer "Wochenendmigräne".

Auch kaltes Speiseeis kann einen Migräneanfall provozieren. Dies geschieht jedoch nicht durch bestimmte Inhaltsstoffe im Eis, sondern durch die Kälte, die gewisse Strukturen im Gehirn reizt.

Eine allgemein gültige Migräne-Diät gibt es nicht! Denn nicht jeder Patient reagiert auf Histamin, Koffein & Co. mit einem Migräne-Anfall. Es ist daher auch nicht sinnvoll, wenn Sie von vorneherein auf solche häufigen Lebensmittel-Trigger verzichten. Besser ist es, ein Migränetagebuch zu führen, um den persönlichen Migräne-Auslösern auf die Spur zu kommen.

Migränetagebuch

Führen Sie eine Zeit lang genaue Aufzeichnungen über Ihre Migräne-Attacken (Zeitpunkt des Auftretens, Dauer, Art und Stärke der Beschwerden etc.). Notieren Sie in diesem Migränetagebuch auch genau, was Sie essen und trinken und wann Sie Genussmittel wie Tabak konsumieren. Wichtig sind auch Vermerke zu sonstigen Besonderheiten, die als Migräne-Auslöser in Betracht kommen könnten wie beruflicher oder privater Stress, Menstruation, Anwendung hormoneller Verhütungsmittel, Reisen oder Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus.

Möglicherweise lassen sich aus den Aufzeichnungen mit der Zeit bestimmter Trigger identifizieren: Stellen Sie etwa eine Häufung von Migräne-Anfällen nach dem Verzehr eines bestimmten Nahrungsmittels fest? Dann sollten Sie versuchen, in Zukunft darauf zu verzichten, um zu sehen, ob die Migräne-Anfälle in der Folge weniger werden.

Beachten Sie aber, dass zwischen der Aufnahme eines Nahrungsmittels und einer Attacke meist einige Stunden, manchmal sogar ein ganzer Tag liegt. Ausserdem kann es sein, dass Sie ein bestimmtes Nahrungsmittel nur dann nicht vertragen, wenn noch weitere Störfaktoren hinzukommen. Die Auswertung des Migränetagebuchs kann also nicht ganz einfach sein. Ihr Arzt kann Ihnen aber dabei helfen.

Notieren Sie im Migränetagebuch auch, wenn Sie Medikamente (z.B. Schmerztabletten) bei einer Migräne-Attacke angewendet haben (Art und Dosierung des Medikaments) und wie diese gewirkt haben. Das hilft dem Arzt bei der Planung einer geeigneten Therapie.

Migränetherapie: Schwangerschaft und Stillzeit

Ein spezieller Fall sind Schwangere mit Migräne: Was tun bei einer akuten Migräne-Attacke? Dürfen Schmerzmittel eingenommen werden und wenn ja, welche? Wie sind es mit der Migräne-Prophylaxe aus?

Grundsätzlich sollten Schwangere alle Arzneien - auch rezeptfreie - nur nach Rücksprache mit einem Arzt anwenden. Falls die Behandlung einer akuten Migräne in der Schwangerschaft unbedingt notwendig ist, kann kurzfristig Paracetamol eingenommen werden.

Zur Vorbeugung von Migräne in der Schwangerschaft werden Entspannungsübungen und gegebenenfalls Magnesium empfohlen.

Dosierung und Häufigkeit der Anwendung von Paracetamol beziehungsweise Magnesium sollten Schwangere mit ihrem Arzt besprechen.

Auch stillende Frauen sollten sich an ihren Arzt wenden, wenn sie unter Migräne leiden. Er kann sie hinsichtlich nicht-medikamentöser Massnahmen beraten und - falls notwendig - geeignete Medikamente verordnen.

Gute Nachricht für Schwangere

Bei vielen Frauen sinkt die Anzahl der Migräne-Attacken in der Schwangerschaft. Das geht aus Berichten von Schwangeren hervor. Verantwortlich für diesen Effekt sollen die weiblichen Geschlechtshormone sein. Nach der Schwangerschaft tritt die Migräne allerdings in vielen Fällen wieder häufiger auf. Stillen kann da wohl nicht helfen: Es hat vermutlich keinen Einfluss auf die Häufigkeit der Kopfschmerzattacken nach der Geburt.

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autoren:
Sophie Matzik

Sophie Matzik ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion.

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

ICD-Codes:
G43R51
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
  • Addendum zur S1-Leitlinie "Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne" der Deutschen Gesellschaft für Neurologie et al. (Stand: 2018): "Prophylaxe der Migräne mit monoklonalen Antikörpern gegen CGRP oder den CGRP-Rezeptor" (Stand: 16.12.2019)
  • American Academy of Neurology: "Can Cannabis Use Lead to Rebound Headaches for People with Migraine?", Pressemitteilung vom 1. März 2021, unter: www.aan.com
  • Arzneimittelinformationen des Schweizerischen Heilmittelinstituts Swissmedic zu den Wirkstoffen Erenumab, Fremanezumab und Galcanezumab, unter: www.swissmedicinfo.ch (Abruf: 08.12.2021)
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  • Schweizerische Kopfwehgesellschaft: "Therapieempfehlungen für primäre Kopfschmerzen", Auflage 10.1, 2021, unter: www.headache.ch
  • Taubert, K.: Migräne ganzheitlich behandeln, Georg Thieme Verlag, 2006
  • "Update Migräne - Neue Substanzklasse erweitert Therapieoptionen", Interview mit Prof. Peter Sandor, Bad Zurzach und Baden, in: Ars Medici - Schweizer Zeitschrift für Hausarztmedizin 09/2018, S. 377-381
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