Migräne-Tagebuch

Von , Studentin der Humanmedizin
Julia Kerkhoff

Julia Kerkhoff studiert Humanmedizin am Medizincampus Oberfranken in Bayreuth. Sie interessiert sich vor allem für das Fachgebiet der Kinderheilkunde, beschäftigt sich aber auch eingehend mit der allgemeinen Krankheitslehre und Krankheitsprävention. Seit 2023 schreibt sie für NetDoktor und möchte mit ihrer Leidenschaft für das Wunderwerk Mensch Leserinnen und Leser für Gesundheitsthemen begeistern.

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Das Migräne-Tagebuch ist eine sinnvolle Methode, um die Auslöser einer Migräne-Attacke zu identifizieren. Dabei handelt es sich um eine Übersicht, in die Betroffene verschiedene Parameter wie Stärke, Dauer und Art des Schmerzes an dem Tag eintragen, an dem eine Migräne-Attacke auftritt. Lesen Sie hier mehr zum Migräne-Tagebuch! Eine praktische Vorlage zum Kopieren steht für Sie als PDF zum Download bereit.

Frau schreibt in einen Notizblock

Migräne-Tagebuch zum Download

Hier finden Sie ein Muster des Migräne-Tagebuchs als PDF zum Herunterladen.

So füllen Sie das Migräne-Tagebuch aus

Das Migräne-Tagebuch, auch Migräne-Kalender oder Kopfschmerz-Kalender genannt, hat die Aufgabe, Auslöser der Migräne zu entlarven. Dadurch können diese sogenannten Trigger zukünftig vermieden und in der Folge die Anfälle reduziert werden.

Wenn Sie solch ein Migräne-Tagebuch führen, ist es wichtig, zu überlegen, in welcher Situation sich die Symptome zeigen. Ausserdem geben Sie an, welche Medikamente Sie bei welchen Symptomen einnehmen und ob diese Ihnen helfen.

Monatsübersicht

Eine Übersichtsseite des Migräne-Tagebuchs umfasst inhaltlich die Ereignisse eines Monats. Die Zahlen am Rand stehen für das jeweilige Datum im laufenden Monat. So können Sie nachvollziehen, an welchen Tagen es zum Beispiel gehäuft zu Migräne-Anfällen kam, wie viele Tage im jeweiligen Monat insgesamt betroffen waren und ob die Migräne-Tage aufeinander folgen – zum Beispiel an einem Wochenende – oder es beschwerdefreie Pausen dazwischen gibt.

Herauszufinden, an wie vielen Tagen pro Monat es zu Migräne-Anfällen kommt, ist deshalb relevant, damit von ärztlicher Seite eine chronische Migräne abgegrenzt werden kann. Bei chronischer Migräne treten an mindestens 15 Tagen pro Monat Migräne-Symptome auf.

Stärke der Schmerzen

Ordnen Sie die Schmerzen auf einer Skala ein: stark (S), mittel (M) oder leicht (L). So können Sie zum Beispiel sehen, ob die Schmerzen anhaltend stark sind oder an- bzw. absteigend im Verlauf der Migräne-Attacke.

Dauer der Schmerzen

Besonders relevant – nicht nur für Sie, sondern auch für den Arzt – ist die Frage, wie lange die Schmerzen in der Regel anhalten: weniger als 6 Stunden (<), zwischen 7 und 12 Stunden (>) oder länger als 12 Stunden (!). Daran können Sie zum Beispiel ablesen, ob alle Migräne-Anfälle in Hinblick auf die Schmerzdauer gleich sind oder ob es, möglicherweise in Abhängigkeit von bestimmten Triggern, verschieden lange Schmerzphasen gibt.

Die Dauer zu dokumentieren ist sinnvoll, weil man daran unter anderem ablesen kann, wie sehr die Migräne-Anfälle den Alltag beeinflussen und wie gravierend die Einschränkungen sind.

Art und Ort der Kopfschmerzen

Bei den Kopfschmerzen, die bei einer Migräne auftreten, unterscheidet man zwischen pulsierendem/pochendem und dumpfem/drückenden Schmerz. Ob die Schmerzen ein- oder beidseitig auftreten, ist ebenfalls wichtig. Diese Angaben helfen, die genaue Form der Migräne zu identifizieren. Kennt man die Migräne-Art, ist eine zielgerichtete Therapie viel eher möglich.

Begleitsymptome

Migräne geht mit verschiedenen Symptomen einher, zum Beispiel mit einer Aura. In dieser Spalte kreuzen Sie an, welche Beschwerden den Migräne-Anfall kennzeichnen. Nicht immer treten alle Symptome bei jeder Migräne-Attacke auf!

Die Begleitsymptome zu dokumentieren ist wichtig, denn sie geben einen Hinweis auf die Form der Migräne. Weil sich die Symptome der verschiedenen Migräneformen teilweise überschneiden, sind sie zwar meist keine Einschluss- oder Ausschlusskriterien für eine Diagnose, aber oft gute Indizien. Auch das Ausmass der Einschränkungen durch die Migräne kann dadurch ärztlich besser abgeschätzt werden.

Auslöser

Bei der Beschreibung der Auslöser geht es darum, festzuhalten, was in etwa zu dem Zeitpunkt passiert ist, als es zu einer Migräne-Attacke kam. Das können Nahrungsmittel sein, Stress, Schlafmangel oder hormonelle Schwankungen im Menstruationszyklus. Weitere Trigger sind möglich, diese sind individuell verschieden und können in der Vorlage ergänzt werden. Tragen Sie in der entsprechenden Spalte die Ziffern ein, die zum jeweiligen Auslöser gehören. Auf diese Weise kann es gelingen, wiederkehrende problematische Situationen zu vermeiden und die Anzahl und/oder Stärke Ihrer Migräne-Anfälle zu reduzieren.

Nahrungsmittel und Getränke

Auch Nahrungsmittel oder Getränke, die Sie unmittelbar vor dem Migräne-Anfall konsumiert haben, sind relevant. Bestimmte Inhaltsstoffe begünstigen in manchen Fällen eine Migräne-Attacke. Wenn ein Zusammenhang vorliegt, erkennen Sie an diesen Notizen.

Besonders Käse, Alkohol, Schokolade und koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Cola spielen oft eine Rolle. Auch andere Produkte können einen Anfall auslösen, notieren Sie diese ebenfalls in Ihrem Migräne-Tagebuch. Allen Nahrungsmitteln und Getränken ist ein Buchstabe zugeordnet, den Sie in der entsprechenden Spalte festhalten können.

In der Spalte „Auslöser“ können mehrere Faktoren notiert werden, Sie müssen Sie sich nicht für eine Nummer und/oder einen Buchstaben entscheiden. Manchmal stellt sich dann auch heraus, dass es die immer gleichen Kombinationen sind, die zu Migräne führen, beispielsweise Alkohol und hormonelle Schwankungen vor oder während der Menstruation.

Medikamente

Hier tragen Sie die Migräne-Medikamenteein, die Sie gegen die Beschwerden eingenommen haben. Hier wird nicht nach Medikamenten gefragt, die Sie aufgrund anderer Beschwerden einnehmen, zum Beispiel Mittel gegen Bluthochdruck. Typische Medikamente in dieser Spalte sind Ibuprofen, ASS, Triptane, Vomex und andere.

Dosis und Darreichungsform

Notieren Sie, in welcher Dosierung und Darreichungsform (Tropfen, Tabletten, Zäpfchen, Spritze) Sie die Migräne-Medikamente eingenommen haben.

Wirkung

Geben Sie hier an, ob die Einnahme geholfen hat oder nicht oder ob die Beschwerden dadurch nur ein wenig nachgelassen haben. Diese Information ist besonders für Ihren Arzt oder Ihre Ärztin wichtig, um die richtige Behandlungsstrategie festzulegen. Wenn ein Mittel nicht hilft, sollten unbedingt Alternativen ausprobiert werden, um das Therapieziel Beschwerdefreiheit zu erreichen.

Haben Sie keine Medikamente eingenommen, setzen Sie einen Strich oder lassen Sie die Spalten leer.

Nicht-medikamentöse Massnahmen

Hier können Sie eintragen, welche anderen Massnahmen, etwa Akupunktur oder Massagen, Ihnen helfen konnten.

Krankmeldung

Manchmal sind die Migräne-Attacken so stark, dass eine Krankmeldung nötig ist. In dieser Spalte können Sie notieren, ob – und an welchen Tagen – das der Fall ist.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autor:

Julia Kerkhoff studiert Humanmedizin am Medizincampus Oberfranken in Bayreuth. Sie interessiert sich vor allem für das Fachgebiet der Kinderheilkunde, beschäftigt sich aber auch eingehend mit der allgemeinen Krankheitslehre und Krankheitsprävention. Seit 2023 schreibt sie für NetDoktor und möchte mit ihrer Leidenschaft für das Wunderwerk Mensch Leserinnen und Leser für Gesundheitsthemen begeistern.

ICD-Codes:
G43R51
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
  • Bender, A. et al.: Kurzlehrbuch Neurologie, Urban & Fischer Verlag, 4. Auflage, 2022
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie et al.: Addendum zur S1-Leitlinie „Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne“ (Stand: 2022)
  • Grehl, H. et Reinhardt, F.-M.: Checkliste Neurologie, Thieme Verlag, 7. Auflage, 2021
  • S1-Leitlinie Therapie des episodischen und chronischen Kopfschmerzes vom Spannungstyp und anderer chronischer täglicher Kopfschmerzen (Stand: 2020)
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