Krampfadern entfernen

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Dr. med. Julia Schwarz

Dr. med. Julia Schwarz ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion.

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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Krampfadern (Varizen) entfernen zu lassen. Ein Phlebologe oder Gefässchirurge entfernt Varizen operativ, etwa mittels Stripping/Teilstripping, durch Verödung oder andere Verfahren. Erfahren Sie hier, wie sich Krampfadern entfernen lassen, welche Nebenwirkungen häufig auftreten und wie Sie sich im Anschluss an die OP am besten verhalten.

Krampfadern entfernen mittels OP

Können Krampfadern entfernt werden?

Es gibt verschiedene Methoden, um Krampfadern zu entfernen. Welcher Behandlungsweg sich individuell am besten eignet, hängt unter anderem von der Art der Krampfadern und dem Stadium der Erkrankung ab. Varizen sind oftmals harmlos. Daher ist es nicht immer notwendig, die Krampfadern entfernen zu lassen. Die Entscheidung für oder gegen eine operative Krampfadern-Behandlung richtet sich vor allem nach eventuellen Begleiterkrankungen und dem persönlichen Leidensdruck.

Wie können Krampfadern entfernt werden?

Um die Krampfadern zu entfernen, ist ein ärztlicher Eingriff erforderlich. Notwendig ist das, wenn die betroffenen Venen durch die Stauung stark ausgesackt sind und nicht mehr richtig funktionieren. Der Arzt wird zunächst die Venen mittels Ultraschalluntersuchung oder Gefässröntgen (Angiografie) untersuchen und dann entscheiden, welches Verfahren zum Entfernen der Krampfadernim Einzelfall am besten geeignet ist.

Wichtig dafür ist zum Beispiel, in wie weit das tiefe Venensystem mitbetroffen ist oder ob nur die oberflächlichen Venen verändert sind. Diese Methoden kommen zum Einsatz, um Krampfadern zu entfernen:

Krampfadern veröden (Sklerosierung)

Bei einer Krampfader-Verödung, medizinisch Sklerosierung genannt, wird eine künstliche Entzündung der Venenwände hervorgerufen. Der Arzt spritzt dazu ein Verödungsmittel, zum Beispiel Polidocanol, in das Venennetz. Dadurch verkleben und vernarben die Venenwände. Er verabreicht das Verödungsmittel dabei je nach Grösse und Ausweitung der Gefässe als Flüssigkeit oder als Schaum. Anschliessend tragen die Patienten in der Regel für einige Tage Kompressionsstrümpfe.

Um erfolgreich Krampfadern zu veröden, sind meist mehrere Sitzungen notwendig. Weil die Neigung zu Krampfadern vererbt wird, treten Varizen oftmals ein paar Jahre später erneut auf. Die Behandlung wird dann bei Bedarf wiederholt.

Krampfadern lasern

Ein weiterer invasiver Behandlungsansatz ist die Lasertherapie. Der Eingriff wird in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Der Arzt macht einen kleinen Schnitt im Bein und führt eine feine Lasersonde in die betroffene Krampfader ein – meist unter Ultraschallkontrolle, um das richtige Gefäss zu erwischen. Der Laser erhitzt die Krampfadern, die sich daraufhin verschliessen. Sie vernarben und werden anschliessend vom Körper abgebaut.

Das Krampfadern-Entfernen mittels Laser eignet sich besonders gut für gerade verlaufende, nicht so stark ausgeprägte Varizen. Die Patienten tragen nach der Laserentfernung meist für etwa vier Wochen Kompressionsstrümpfe, um das Risiko für Schwellungen und Blutgerinnsel gering zu halten.

Krampfadern entfernen durch eine Varizen-OP

Die Krampfader-Operation ist ein minimal-invasiver operativer Eingriff, bei dem in der Regel kaum Narben zurückbleiben. Es gibt verschiedene Methoden, mit denen Ärzte Krampfadern operieren: Man lässt sich die Krampfadern zum Beispiel „ziehen“, also teilweise oder komplett entfernen (Stripping/Teilstripping).

Auch mittels CHIVA-Methode und externer Valvuloplastie (EVP) lassen sich Krampfadern entfernen. Der Arzt wird über die am besten geeignete Methode und die jeweiligen Operationsrisiken aufklären. Je nach Schweregrad der Erkrankung und abhängig von den Begleiterkrankungen wird eine Krampfadern-OP stationär oder ambulant durchgeführt.

Krampfadern entfernen: Teilstripping/Stripping

Beim „Krampfadern-Ziehen“ schiebt der Arzt eine kleine Sonde in die betroffene Vene vor und durchsticht die Venenwand am Ende der Krampfader wieder. Das Gefäss wird anschliessend durchtrennt und herausgezogen. Während beim Teilstripping nur die krankhaft veränderten Gefässabschnitte gezogen werden, lassen sich durch das Stripping dagegen komplette Krampfadern entfernen. Anschliessend tragen die Patienten etwa vier Wochen lang Kompressionsstrümpfe, um zu verhindern, dass die Beine anschwellen oder sich Blutgerinnsel bilden.

Krampfadern entfernen: CHIVA-Methode

Eine weitere Möglichkeit, mit der Ärzte Krampfadern entfernen, ist die sogenannte CHIVA-Methode. CHIVA ist eine französische Abkürzung und steht für „den Blutfluss korrigierende, venenerhaltende, ambulante Behandlung von Krampfadern“. Der Arzt untersucht zunächst die Venen per Ultraschall und bindet die krankhaft veränderten Venenabschnitte in einem kleinen chirurgischen Eingriff ab. Daraufhin bilden sich diese mit der Zeit meist von alleine zurück.

Die Patienten tragen anschliessend für vier bis fünf Wochen Kompressionsstrümpfe, um die Rückbildung zu beschleunigen. Bei stark ausgeprägten Krampfadern wird diese Methode nicht empfohlen.

Krampfadern entfernen: Externe Valvuloplastie (EVP)

Die externe Valvuloplastie (EVP) macht die Venenklappen wieder funktionsfähig. Der Arzt verengt dabei die grosse Vene der Leiste (Vena saphena magna), indem er unter örtlicher Betäubung einen kleinen Hautschnitt macht und eine kleine Polyester-Manschette um die grosse Vene einnäht. Diese verringert den Umfang der Vene. Das herabgesetzte Volumen der Vene macht die Venenklappen indirekt wieder funktionsfähig.

Das Verfahren eignet sich bei sehr leicht ausgeprägten Krampfadern und bietet den Vorteil, dass die erkrankte Vene erhalten bleibt.

Krampfadern an den Hoden entfernen

In den meisten Fällen treten Krampfadern an den Beinen auf. Manche Männer leiden jedoch unter Krampfadern an den Hoden. Diese sogenannten Varikozelen werden auch durch einen Verschluss, eine Verödung oder eine Operation behandelt. Bei einer „offenen“ Operation führt der Arzt den Eingriff über einen grösseren Schnitt beispielsweise in den Hodensack oder in der Leiste durch.

Welche Nebenwirkungen und Folgen sind möglich?

Das Krampfadern-Entfernen stellt in der Regel nur einen kleinen chirurgischen Eingriff dar. Dennoch kommt es in einigen Fällen anschliessend zu Komplikationen wie Nachblutungen oder Schwellungen der Beine durch die Ansammlung von Lymphflüssigkeit. Um dies zu vermeiden, bandagiert der Arzt nach der Entfernung der Krampfadern die Beine oder die Patienten tragen Kompressionsstrümpfe. Zudem gilt die Empfehlung, die Beine hochzulegen, um den Blutfluss zu fördern.

Viele Patienten empfinden ausserdem Schmerzen in den ersten Tagen nach der Varizen-OP und bekommen Schmerzmittel.

Da beim Ziehen der Krampfader auch kleine Seitenast-Venen abreissen, kommt es entlang der Vene oft zu Blutergüssen, Verhärtungen und blauen Flecken. Sie klingen jedoch innerhalb weniger Wochen meist wieder ab.

Gelegentlich kommt es vor, dass beim Krampfader-Ziehen kleinere Hautnerven verletzt werden. Diese Nervenschädigung beeinträchtigt in manchen Fällen die Empfindsamkeit in der betroffenen Region.

Wie lange dauert die Heilung nach einer Krampfader-OP?

Nach einer Krampfader-OP fragen sich viele Patienten, wie sie sich am besten verhalten und wie lange sie sich idealerweise schonen. Ärzte empfehlen im Anschluss an eine Krampfader-Operation, möglichst früh wieder aufzustehen und umherzulaufen. Die Bewegung setzt die Muskelpumpe in Gang und unterstützt so den Abtransport des Bluts – das fördert die Heilung.

Bewegung in Massen ist in den ersten Tagen nach der Krampfader-OP gut. Etwa ab der zweiten Woche sind leichte sportliche Aktivitäten wie Wandern, Walking oder Radtouren erlaubt. Nach drei Wochen ist es möglich, die Bewegungsintensität zu steigern und etwa zu joggen oder Tennis zu spielen. Vier Wochen im Anschluss an die Operation gibt es in den meisten Fällen keine Einschränkungen mehr in Bezug auf Sport.

Wie lange Sie nach einer Krampfader-OP krankgeschrieben sind, hängt davon ab, wie der Heilungsprozess verläuft. Auch die Art des Berufs ist entscheidend: Während Büroarbeiter etwa nach zwei Tagen wieder an den Schreibtisch zurückkehren, bleiben Menschen, die körperlich arbeiten, in der Regel länger zu Hause.

Krampfadern entfernen: Kosten

Die Kosten einer Krampfader-OP variieren nach Behandlungsmethode und Schweregrad der Erkrankung. Bei einer Besenreiser-OP handelt es sich meist um einen kosmetischen Eingriff, der nicht von den Krankenkassen bezahlt wird. Bei Krampfadern hingegen übernehmen die gesetzlichen und die privaten Krankenkassen in der Regel die Kosten.

Krampfadern-Behandlung: Konservative Massnahmen

Ob eine Krampfadern-OP oder ein anderes invasives Verfahren notwendig ist, unterscheidet sich von Fall zu Fall. Es gibt auch nicht-invasive Massnahmen, mit denen sich zwar keine Krampfadern entfernen, wohl aber ihre Beschwerden lindern lassen. Dazu zählen physikalische Therapiemethoden, Kompressionstherapie sowie Medikamente.

Information über weitere Therapiemethoden finden Sie im Haupttext Krampfadern.

Autoren- & Quelleninformationen

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vorlage:
Dr. med. Katharina Larisch
Autor:
Dr. med.  Julia Schwarz

Dr. med. Julia Schwarz ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion.

ICD-Codes:
I86I83
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
  • Deutsche Gesellschaft für Phlebologie: Venenstripping, unter: www.phlebology.de (Abruf 22.12.2021)
  • Fiebig, A. et al.: Heritability of chronic venous disease. Human genetics 2010; 127 (6): 669–674
  • Greten, H. et al.: Innere Medizin – ein Lehrbuch. Thieme Verlag. 13. Auflage 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2022
  • Kendler, M. et al.: Operative Verfahren in der Phlebologie. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft 2012; 10 (3): 157–165
  • Noppeney, T.: Varikose. In: Chirurgie Basisweiterbildung. Springer Verlag. 2013: 289–302
  • Nüllen, H. et al.: Ambulante Varizenoperation. Phlebologie 2011; 40: 61–66
  • Von Goethe, J. W.: Unangenehme Gefühle in den Beinen. Phlebologie 2014; 43: 32–35
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