Gynäkomastie-OP

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Dr. med. Fabian Dupont

Fabian Dupont ist freier Autor in der NetDoktor-Medizinredaktion. Der Humanmediziner ist bereits für wissenschaftliche Arbeiten unter anderem Belgien, Spanien, Ruanda, die USA, Großbritannien, Südafrika, Neuseeland und die Schweiz. Schwerpunkt seiner Doktorarbeit war die Tropen-Neurologie, sein besonderes Interesse gilt aber der internationalen Gesundheitswissenschaft (Public Health) und der verständlichen Vermittlung medizinischer Sachverhalte.

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Die Gynäkomastie-OP ist eine chirurgische Behandlungsoption, die zum Einsatz kommt, wenn andere Therapieformen keinen Erfolg bringen und die vergrösserte Brust den Betroffenen stark belastet. Allerdings beseitigt die Operation nicht die Ursache der Gynäkomastie, sondern entfernt lediglich das Brustdrüsengewebe sowie Fett. Hier erfahren Sie mehr zu den chirurgischen Möglichkeiten.

Gynäkomastie-OP, Operationsbesteck

Wie wird Gynäkomastie behandelt?

In vielen Fällen bildet sich Gynäkomastie (Vergrösserung des Brustdrüsengewebes auf einer oder beiden Brustseiten) beim Mann von selbst zurück. Besonders bei der Pubertätsgynäkomastie ist dies meist vor dem 20. Lebensjahr der Fall. Dann ist eine Behandlung in der Regel nicht nötig.

Im Unterschied zu einer echten Gynäkomastie lagert sich bei einer Pseudogynäkomastie (Lipomastie) Fett in die Brust ein. Konsequente Gewichtsreduktion und sportliche Betätigung helfen in diesem Fall, dass sich das Fettgewebe wieder zurückbildet.

Vor dem Beginn einer Behandlung der Gynäkomastie steht eine genaue ärztliche Untersuchung an, damit der Arzt die Ursachen findet. Basiert die Gynäkomastie auf einer Grunderkrankung, wird zunächst diese behandelt. Sind hormonelle Gründe verantwortlich, nehmen Betroffene entsprechende, den Hormonhaushalt regulierende Medikamente ein.

Sind diese Behandlungsansätze nicht erfolgreich, stehen operative Verfahren zur Verfügung. Eine Gynäkomastie-OP ist dann angebracht, wenn der Betroffene sehr unter der Brustvergrösserung leidet, Schmerzen hat oder seine Beweglichkeit eingeschränkt ist.

Die Kosten für eine Verkleinerung der Männerbrust hängen vom Schweregrad und der Behandlungsmethode ab und sind mit dem behandelnden Arzt abzuklären. Allgemeingültige Angaben dazu sind schwierig und wenig belastbar.

Der Übergang zwischen einer Schönheitsoperation und einer medizinisch sinnvollen Operation ist meist fliessend, was die Erstattung durch die Krankenkasse in manchen Fällen erschwert. Der behandelnde Arzt wird zusammen mit dem Chirurgen der Krankenkasse einen Befundbericht vorlegen, um vorab die Kostenübernahme zu klären.

Wie verläuft eine Gynäkomastie-OP?

Die Gynäkomastie-OP wird unter örtlicher Betäubung oder unter Vollnarkose durchgeführt. Diese Entscheidung treffen Patient und Narkosearzt gemeinsam. Dabei spielen etwa Grösse und erwartete Dauer des Eingriffs eine Rolle. Zum Aufklärungsprozess gehört auch, dass der Operateur dem Patienten das Operationsverfahren und die damit verbundenen Risiken genau erläutert und alle Fragen beantwortet. So ist sichergestellt, dass der Patient Risiken und Nutzen für sich abwägt und wohlüberlegt entscheidet.

In der Regel dauert der Eingriff eine bis anderthalb Stunden. Je nach Narkoseform kommt der Patient bereits am Abend vor dem Eingriff ins Krankenhaus und bleibt auch bei einer lokalen Betäubung vor der Operation nüchtern.

Zwei Wochen vor der Operation verzichten Betroffene möglichst auf blutverdünnende Medikamente. Diese verzögern nämlich unter Umständen die Blutgerinnung und begünstigen damit Nachblutungen nach dem Eingriff. Zu diesen Mitteln gehören Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac.

In der Regel führt ein plastischer Chirurg die Gynäkomastie-OP durch. Sie erfolgt meist durch einen kleinen Schnitt im Hof der Brustwarze. Durch neue Operationstechniken lassen sich grosse Narben in vielen Fällen vermeiden. Der Facharzt für Chirurgie entfernt während der Gynäkomastie-OP Drüsengewebe sowie Fettgewebe.

Prognose

In manchen Fällen kommt es zu einem erneuten Brustwachstum, dies nennt man einen Rückfall oder Rezidiv. Es sind Empfindungsstörungen im Bereich der Brust möglich, oder Teile der Brustwarze sterben ab oder fallen ein. Ein weiteres Risiko der Operation ist eine spätere Seitenungleichheit (Asymmetrie) der Brust. Auch Entzündungen oder starke Narbenbildung sind eventuelle Folgen der Operation.

Wie ist die Nachbehandlung einer Gynäkomastie-OP?

Nach der Gynäkomastie-OP ist es wichtig, den Heilungsprozess der Operationsnarbe genau zu beobachten. Die Wundkontrolle ist entscheidend, um Entzündungen oder eine gestörte, überschiessende Narbenbildung rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Der Arzt verschreibt unterstützende Bandagen oder Kompressionswesten, die der Patient über mehrere Wochen trägt. In dieser Zeit ist es wichtig, auf körperlich anstrengende Tätigkeiten, insbesondere Sport, zu verzichten.

Die Verbesserung des äusseren Erscheinungsbildes ist ein wichtiges Ziel der Behandlung einer Gynäkomastie. Vorher-Nachher-Vergleiche per Foto dokumentieren den Erfolg eines chirurgischen Eingriffes sehr gut und verdeutlichen dem Patienten die erzielte Verbesserung. Auf diese Weise lässt sich auch ein eventuelles erneutes Brustwachstum frühzeitig erkennen.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vorlage:
Dr. med. Astrid Fahrleitner
Autor:
Dr. med. Fabian Dupont
Dr. med.  Fabian Dupont

Fabian Dupont ist freier Autor in der NetDoktor-Medizinredaktion. Der Humanmediziner ist bereits für wissenschaftliche Arbeiten unter anderem Belgien, Spanien, Ruanda, die USA, Großbritannien, Südafrika, Neuseeland und die Schweiz. Schwerpunkt seiner Doktorarbeit war die Tropen-Neurologie, sein besonderes Interesse gilt aber der internationalen Gesundheitswissenschaft (Public Health) und der verständlichen Vermittlung medizinischer Sachverhalte.

ICD-Codes:
N62
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
  • Innere Medizin; Berthold Block: Leitlinien 2007/2008 ; Zusammenstellung evidenzbasierter Leitlinien und Empfehlungen; Thieme-Verlag
  • Jacobeit, J.W., Kliesch, S.: DFP: Diagnostik und Therapie der Gynäkomastie. J. Reproduktionsmed. Endokrinol 2009; 6(2), 63-67
  • Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel; Peter Paul Nawroth, Reinhard Ziegler; Springer DE, 2001
  • Plastische Chirurgie; Alfred Berger, Robert Hierner;Springer, Dec 13, 2006
  • S1-Leitlinie Gynäkomastie im Erwachsenenalter (03/2016)
  • Thieme-Duale Reihe: Innere Medizin; 4. Auflage; 2018, ISBN: 9783131181640
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