Erysipel – Therapie

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Dr. med. Fabian Dupont

Fabian Dupont ist freier Autor in der NetDoktor-Medizinredaktion. Der Humanmediziner ist bereits für wissenschaftliche Arbeiten unter anderem Belgien, Spanien, Ruanda, die USA, Großbritannien, Südafrika, Neuseeland und die Schweiz. Schwerpunkt seiner Doktorarbeit war die Tropen-Neurologie, sein besonderes Interesse gilt aber der internationalen Gesundheitswissenschaft (Public Health) und der verständlichen Vermittlung medizinischer Sachverhalte.

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Eine Erysipel-Therapie beginnt möglichst schnell nach Diagnose durch den behandelnden Arzt. Das Mittel der Wahl bei der Erysipel-Therapie ist die konsequente Gabe eines Antibiotikums. In manchen Fällen verschwindet das Erysipel zwar von selbst, mitunter drohen allerdings schwere Komplikationen wie Blutvergiftung, Herz- oder Nierenentzündungen. Hier erfahren Sie mehr über die Erysipel-Behandlung.

Erysipel Therapie

Wie wird ein Erysipel therapiert?

Je nach Expertenmeinung unterscheiden sich die Erysipel-Therapien leicht. Allerdings haben sich einige generelle Ansätze zur Behandlung von Wundrose durchgesetzt:

Die Standard-Erysipel-Therapie besteht aus einer zehn bis 14 Tage andauernden Antibiose. Da meist Streptokokken (der Gruppen A, C, G) ein Erysipel verursachen, eignet sich besonders das Antibiotikum Penicillin G oder Penicillin V für die Erysipel-Therapie. Oft bessern sich die Symptome bereits nach wenigen Tagen.

Manche Patienten reagieren allergisch auf Penicillin, in diesem Fall benutzen Ärzte andere Antibiotika zum Beispiel Clindamycin oder Clarithromycin.

Wollen Ärzte zur Vorbeugung eines Erysipel-Rückfalls ein Antibiotikum einsetzen, wenden sie meist ein Depot-Penicillin zur Injektion in die Muskulatur an.

Geht es dem Patienten schlecht (zum Beispiel drohende Sepsis), beginnen Ärzte die Wundrose-Behandlung per Infusion. Ebenso erhalten Betroffene mit bestimmten Begleiterkrankungen das Antibiotikum meist direkt über die Vene. Gleiches gilt, wenn das Erysipel an risikoreichen Stellen auftritt, etwa im Gesicht.

Sobald eine Besserung auftritt und der Patient fieberfrei ist, wird die Antibiotika-Gabe meist noch über zwei weitere beschwerdefreie Tage fortgeführt.

Zusätzliche wichtige Therapie-Massnahmen beim Erysipel:

Neben der Antibiotikatherapie besteht die Erysipel-Behandlung aus weiteren Massnahmen, die den Körper beim Kampf gegen die Infektion unterstützen.

  • Bettruhe und Hochlagern der betroffenen Extremität: Auf diese Weise wird der Lymphabfluss verbessert und die Wundrose schwillt schneller ab.
  • Bei Schmerzen wird zusätzlich mit Schmerzmitteln behandelt. Oft handelt es sich dabei gleichzeitig um Medikamente, die Entzündungen und Schwellungen entgegenwirken. Bei Schmerzen ist es ausserdem günstig, das Erysipel zu kühlen.
  • Eine Blutverdünnung (Antikoagulation) kommt je nach Lage und Grösse des Erysipels gegebenenfalls zum Einsatz. Das Risiko eines Blutgerinnsels steigt bei längerer Ruhigstellung sowie bei Entzündungsreaktionen. Aus diesem Grund ist je nach Schweregrad eine Thrombosespritze sinnvoll.
  • Eine Kompressionstherapie ist ratsam, sobald die Schwellung der Wundrose etwas nachgelassen hat. Stützstrümpfe oder ein Kompressionsverband verhindern, dass sich erneut Flüssigkeit im Gewebe einlagert.
  • Ursachenbekämpfung: Es ist wichtig nach der Eintrittspforte des Erysipels zu suchen. Falls eine Verletzung sichtbar ist, stellt der Arzt sicher, dass diese schnell abheilt. Bei einem Hautpilz oder einer anderen Hauterkrankung ist eine entsprechende Therapie bedeutsam, um ein erneutes Erysipel zu verhindern.

Gegebenenfalls erhalten Betroffene vom Arzt bestimmte Salben oder andere Mittel zur Pflege der Haut bei einem Erysipel.

Erysipel-Therapie durch Naturheilkunde?

Ein Erysipel ist eine ernstzunehmende Infektionskrankheit, die einer effektiven Behandlung bedarf. Ohne angemessene Therapie besteht das Risiko für einen lebensbedrohlichen Verlauf. Daher ist es unbedingt ratsam, die Antibiotikagabe nicht unnötig hinauszuzögern.

Manche Menschen setzen bei einer Wundrose auf alternativmedizinische Ansätze, etwa Homöopathie. So sollen zu Wundrose-Behandlung Salben aus der Homöopathie den Heilungsprozess unterstützen. Allerdings ist es empfehlenswert, diese höchstens ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung einzusetzen.

Eine Eigendiagnose oder Eigentherapie ist hingegen bei einem Erysipel nicht angebracht. Ein Arztbesuch ist unumgänglich, um Komplikationen vorzubeugen und eine individuell passende Erysipel-Therapie zu erhalten.

Hausmittel und Homöopathie haben ihre Grenzen. Wenn Sie Beschwerden haben, die sich nicht bessern oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

Wiederholt auftretende Wundrosen (Rezidive)

Manche Menschen leiden wiederholt unter Wundrosen und müssen daher oft mehrfach behandelt werden. Studien zeigen, dass in solchen Fällen eine Langzeitgabe von Antibiotika die Wiederholungsrate (Rezidivrate) vermindert.

Für diese Form der Erysipel-Therapie gibt es verschiedene Darreichungsformen, entweder als Tablette oder als Spritze alle paar Monate. Durch diese regelmässigen Antibiotikagaben lässt sich eine beginnende Bakterieninfektion bereits frühzeitig bekämpfen, bevor sie sich ausbreitet.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vorlage:
Prof. Dr. med. Hans Wolff
Autor:
Dr. med. Fabian Dupont
Dr. med.  Fabian Dupont

Fabian Dupont ist freier Autor in der NetDoktor-Medizinredaktion. Der Humanmediziner ist bereits für wissenschaftliche Arbeiten unter anderem Belgien, Spanien, Ruanda, die USA, Großbritannien, Südafrika, Neuseeland und die Schweiz. Schwerpunkt seiner Doktorarbeit war die Tropen-Neurologie, sein besonderes Interesse gilt aber der internationalen Gesundheitswissenschaft (Public Health) und der verständlichen Vermittlung medizinischer Sachverhalte.

ICD-Codes:
A26A46
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
  • Arastéh, K. et al.: Duale Reihe Innere Medizin. Thieme Verlag, 4. Auflage 2018
  • Gortner, L., Meyer, S.: Duale Reihe Pädiatrie. Thieme Verlag, 5. Auflage 2018
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag 2022
  • Hof, H., Schlüter, D.: Duale Reihe Mikrobiologie. Thieme Verlag, 8. Auflage 2022
  • Leitlinie d. Dt. dermatologischen Ges. et al.: Streptokokkeninfektionen der Haut und Schleimhäute (Stand: 2006, abgelaufen)
  • Leitlinie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft e. V.: Kalkulierte Initialtherapie bakterieller Erkrankungen bei Erwachsenen – Update 2018 (Stand: 25.07.2019)
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer Verlag, 2. Auflage 2013
  • Speer, C. P. et al.: Pädiatrie. Springer Verlag, 5. Auflage 2018
  • Universitätsklinikum Regensburg: Haut- und Weichteilinfektionen Antibiotika Update (Abrufdatum: 05.04.2022), unter: www.ukr.de
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