Divertikulitis

Von Christina Trappe
Aktualisiert am
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Bei einer Divertikulitis entzünden sich Ausstülpungen in der Darmwand – sogenannte Divertikel. Meist geschieht dies im letzten, absteigenden Teil des Dickdarms – der Sigmaschlinge. Divertikel sind gerade bei älteren Menschen in den Industrienationen sehr häufig und entzünden sich oft. Hier erfahren Sie alles Wichtige zu Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten der Divertikulitis.

Divertikulitis: Entzündungen der Darmwand

Kurzübersicht

  • Behandlung: Ärztliche Behandlung notwendig, richtet sich nach dem Schweregrad der Entzündung, reicht von Ernährungsmassnahmen und körperlicher Schonung über Antibiotika bis hin zur Operation
  • Symptome: Schmerzen des betroffenen Darmbereichs, oft im unteren linken Unterbauch, Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Übelkeit
  • Ursachen und Risikofaktoren: Entzündete Divertikel führen zur Erkrankung, Risikofaktoren: ungesunde Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel sowie bestimmte Erkrankungen und Medikamente
  • Diagnose: Ärztliches Gespräch, körperliche Untersuchung (wie Abtasten, Abhören), Blutuntersuchung auf Entzündungszeichen, Urinuntersuchung, Ultraschall und/oder Computertomografie, seltener Magnetresonanztomografie (MRT)
  • Krankheitsverlauf und Prognose: Meist unkomplizierter Verlauf mit ambulanter Therapie, bei Komplikationen ist ein Krankenhausaufenthalt notwendig, chronische Form möglich; Prognose abhängig von Ausbreitung der Entzündung, seltener schwerer, teils lebensbedrohlicher Verlauf
  • Vorbeugen: Ballaststoffreiche, vegetarische oder zumindest fleischarme Ernährung, ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, körperliche Bewegung, Gewichtsreduktion, Rauchverzicht

Was ist eine Divertikulitis?

Eine Divertikulitis ist eine Erkrankung, bei der sich Ausstülpungen im Dick- oder Dünndarm entzünden. Diese Ausstülpungen bezeichnen Mediziner als Divertikel. Bestehen mehrere Divertikel ist dies als Divertikulose definiert. Sie sind besonders anfällig für eine Infektion, da es möglich ist, dass in den Aussackungen keimbelasteter Stuhl länger verweilt.

Darmdivertikel sind an sich nicht krankhaft und verursachen zunächst auch keine Symptome. Das Vorkommen nimmt mit dem Alter zu. Bei Menschen zwischen 70 und 85 Jahren hat etwa jeder Zweite in den westlichen Industrienationen Divertikel.

In bis zu 90 Prozent der Fälle treten sie im absteigenden Ast des Dickdarms auf. Vor allem die Stelle, an der der Darm eine S-förmige Biegung macht (Sigma oder Colon sigmoideum), ist besonders häufig betroffen. Diese Divertikel bezeichnen Ärzte als Sigmadivertikel, wenn sie sich entzünden, sprechen sie von einer Sigmadivertikulitis.

Kommt es zu einer Entzündung der Divertikel treten unter Umständen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Fieber, Verstopfung und Blähungen auf.

Ärzte unterscheiden dabei verschiedene Formen beziehungsweise Stadien der Divertikulitis:

  • Zum Grossteil liegt eine akute unkomplizierte Divertikulitis vor. Dabei verursachen die Divertikel zwar unangenehme Beschwerden, führen aber nicht zu weiteren Komplikationen und Schäden in der Darmwand. Fast immer ist eine konservative Divertikulitis-Therapie möglich – also eine Behandlung ohne Operation.
  • Bei einer akuten komplizierten Divertikulitis bringen die entzündeten Ausstülpungen weitere Probleme mit sich. Dies sind beispielsweise Abszesse, Fisteln, ein Darmverschluss oder ein Loch (Perforation) in der Darmwand. Dann ist meist eine Divertikulitis-Operation notwendig, um gravierende gesundheitliche Folgen zu vermeiden.
  • Bei Menschen mit einer chronisch-rezidivierenden Divertikulitis entzünden sich die Divertikel immer wieder. Dadurch kommt es zu dauerhaften Schäden in der Darmwand. Die Betroffenen leiden unter wiederkehrenden Schmerzen, Verstopfung und anderen Symptomen.

Oft beschränkt sich die Entzündung auf die Umgebung einzelner Divertikel (Peridivertikulitis). Es ist jedoch möglich, dass sich grössere Abschnitte des Darms entzünden (Perikolitis).

Divertikulose

Eine Divertikulitis entwickelt sich in der Regel aus zunächst harmlosen Ausstülpungen der Darmwand (Divertikulose). Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Divertikulose.

Wie kann eine Divertikulitis behandelt werden?

Die Divertikulitis-Therapie hängt davon ab, welche Beschwerden der Betroffene hat und welche Strukturen im Bauch entzündet sind. In vielen Fällen richten Ärzte ihre Behandlung nach sogenannten Leitlinien. Dies sind Behandlungsempfehlungen zu bestimmten Erkrankungen, die auf dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand basieren. Für die Divertikulitis sind dies unter anderem die folgenden Empfehlungen.

Behandlung bei unkomplizierter Divertikulitis

Eine akute, unkomplizierte Divertikulitis lässt sich meist ambulant behandeln. Dies hängt allerdings davon ab, in welchem gesundheitlichen Zustand sich der Betroffene befindet und ob eine engmaschige Kontrolle beim Arzt möglich ist. Zudem verordnet der Arzt unter anderem folgende Massnahmen:

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Leicht verdauliche flüssige Kost, teils auch die sogenannte "Astronautenkost" (dünndarmresorbierbare, niedermolekulare Formeldiät)
  • In der akuten Phase der Erkrankung eine ballaststoffarme Kost, später dann meist eine ballaststoffreiche und fleischarme Ernährung

Ebenso verordnen Ärzte bei einer Divertikulitis manchmal Antibiotika (zum Beispiel Metronidazol und Ciprofloxacin), vor allem wenn Risikofaktoren bestehen. Daneben setzen sie zum Teil entzündungshemmende Wirkstoffe wie Aminosalicylate ein. Bei Schmerzen unterstützen krampflösende Präparate wie Metamizol und Butylscopolamin die Divertikulitis-Behandlung.

Die Behandlungsdauer einer akuten, unkomplizierten Divertikulitis beziehungsweise die Arbeitsunfähigkeit bei dieser Verlaufsform der Divertikulitis umfasst in der Regel etwa sechs bis acht Wochen. Bei schweren Verläufen brauchen Betroffene oft länger, um zu genesen.

Behandlung bei komplizierter Divertikulitis

Bei Patienten mit einer Divertikulitis, die starke Schmerzen oder Fieber haben, ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderlich. In vielen Fällen dürfen sie keine Nahrung zu sich nehmen. Stattdessen bekommen sie Infusionen und Antibiotika. Häufig gelingt die Divertikulitis-Therapie ohne Operation. Bessern sich die Beschwerden, verordnen Ärzte in der Regel nach etwa zwei bis drei Tagen einen Kostaufbau.

Bei einer ausgeprägten Divertikulitis oder bei Komplikationen, zum Beispiel einer Darmperforation (Durchbruch der Darmwand) empfehlen Chirurgen, den geschädigten Darmabschnitt zu entfernen. Im Fall einer Darmperforation ist es zwingend notwendig, dass die Operation so bald wie möglich erfolgt.

Bei milderen Verläufen der Divertikulitis planen Ärzte die OP erst, nachdem die Entzündung abgeklungen ist, also etwa sechs bis acht Wochen nach Beginn der Antibiotika-Therapie. Unter Umständen findet die Operation schon früher statt, wenn die Beschwerden trotz Antibiotika-Infusionen nicht verschwinden.

In manchen Fällen kommt es zu Komplikationen bei Divertikulitis. Dies ist beispielsweise ein Abszess (Eiteransammlung), der sich im Bauch gebildet hat. Manchmal punktieren ihn die Ärzte dann mit einer Nadel und lassen den Eiter ab. Ob dies erforderlich und möglich ist, hängt jedoch davon ab, wo genau sich die Eiteransammlung im Darm befindet. Bei grösseren Abszessen ist gelegentlich eine Operation notwendig.

Wenn ein oder mehrere Divertikel geplatzt sind, ist es zwingend notwendig, dass Ärzte das betroffene Darmstück so schnell wie möglich entfernen (innerhalb von sechs Stunden). Sonst ist die Gefahr gross, dass sich das gesamte Bauchfell entzündet (Peritonitis). Das Bauchfell ist eine dünne Haut, welche die Bauchhöhle von innen auskleidet und die inneren Organe umhüllt. Eine Peritonitis zählt zu den lebensbedrohlichen Erkrankungen.

Daneben empfehlen Ärzte bei einer immer wiederkehrenden (chronisch-rezidivierenden) Divertikulitis sowie bei Fisteln oder Engstellen (Stenosen) des Darms ebenfalls oft eine operative Behandlung.

Was passiert bei einer Divertikulitis-Operation?

Bei der Operation entfernen Chirurgen den Darmabschnitt mit den Divertikeln und nähen die verbleibenden Darmenden wieder aneinander.

Für die Divertikulitis-OP ist ein Bauchschnitt erforderlich. In einigen Kliniken entfernen Chirurgen den kranken Darm auch im Rahmen einer Bauchspiegelung (Schlüssellochoperation). Bei dieser sogenannten laparoskopisch-assistierten Technik ist trotzdem ein kleiner Bauchschnitt nötig – anders als bei einer rein laparoskopischen Operation, beispielsweise einer Gallenblasenentfernung.

Sind im Rahmen der Divertikulitis einzelne Divertikel geplatzt (Perforation), ist in jedem Fall eine offene Operation nötig. Dies ist in der Regel eine Notoperation.

Bei einem Notfall-Eingriff oder einer besonders schwerwiegenden Entzündung ist es manchmal notwendig, einen künstlichen Darmausgang (Anus praeter) anzulegen. So lässt sich die Darmnaht vorübergehend entlasten. Meist ist es aber kein dauerhafter Zustand.

In der Regel setzen Ärzte den künstlichen Ausgang nach kurzer Zeit in einer zweiten Operation wieder zurück. Manchmal ist das jedoch nicht möglich, dann endet der Darm an einem Loch in der Haut. Die Stuhlausscheidung erfolgt über einen Beutel, der auf der Haut befestigt ist.

OP-Komplikationen

Selten kommt es im Rahmen der geplanten Divertikulitis-OP zu Komplikationen. Zum Beispiel, wenn die neue Verbindung der Darmabschnitte nicht hält und sich Eiter in der Bauchhöhle (Abszess) ansammelt. Möglich ist auch, dass die OP-Wunde nur verzögert abheilt (Wundheilungsstörung) oder, dass später ein Bruch in der Narbe entsteht (Narbenhernie). Erfordert eine Divertikulitis eine Notoperation, ist das Komplikationsrisiko weit höher.

Es ist wichtig, nach einer Divertikulitis-Operation für etwa vier bis sechs Wochen keine schweren Lasten (über zehn Kilogramm) zu heben. Durch zu schweres Heben ist es nämlich möglich, dass es zu einem Narbenbruch kommt.

Tipps gegen den Rückfall

Bei etwa 20 Prozent der Patienten (ohne Divertikulitis-Operation) tritt die Divertikulitis nach einer Weile erneut auf (Rezidiv). Das Risiko sinkt aber, wenn Patienten Verhaltensmassnahmen berücksichtigen, die für eine gesunde Darmtätigkeit sorgen. Diese sind unter anderem:

  • Ernähren Sie sich ballaststoffreich.
  • Trinken Sie viel, mindestens zwei bis zweieinhalb Liter pro Tag.
  • Vermeiden Sie Verstopfung.
  • Bewegen Sie sich regelmässig.
  • Versuchen Sie, überflüssige Pfunde zu verlieren.

Welche Hausmittel können helfen?

Grundsätzlich ist von der Anwendung von Hausmitteln und der Selbstbehandlung bei einer Divertikulitis ohne vorherige Rücksprache mit dem Arzt abzuraten.

Haben Sie den Verdacht, an einer akuten Entzündung Ihrer Divertikel erkrankt zu sein, ist es zwingend erforderlich, dass Sie einen Arzt aufsuchen. Nur diesem ist es möglich, eine Diagnose zu stellen und eine entsprechende Behandlung einzuleiten. Denn eine Divertikulitis nimmt in manchen Fällen einen schweren Verlauf, der häufig durchaus einen lebensbedrohlichen Zustand erreicht.

In manchen Fällen berichten Betroffene, dass Wärmeanwendungen in Form von Wärmeflaschen oder -wickel die Bauchkrämpfe oder -schmerzen einer Divertikulitis etwas lindern können. Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt, ob dies in Ihrem Fall bedenkenlos anwendbar wäre.

Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

Welche Symptome treten bei einer Divertikulitis auf?

Mehr zu den Anzeichen und Beschwerden bei Divertikulitis erfahren Sie unter: Divertikulitis – Symptome.

Wie entsteht eine Divertikulitis?

Die beiden Hautpursachen der Divertikulitis sind die im Alter zunehmende Schwäche des Bindegewebes und Verstopfung.

Ärzte vermuten, dass eine ballaststoffarme Ernährung die Entstehung von Divertikeln begünstigt. Ballaststoffe stecken vor allem in Obst, Gemüse und Vollkornprodukten – deutlich weniger hingegen in den industriell gefertigten Weissmehlprodukten wie Brot, Pommes Frites und anderen stark verarbeiteten Lebensmitteln. Dafür spricht, dass der Anteil der Menschen mit Divertikulitis parallel zum Wandel der Ernährungsgewohnheiten stark angestiegen ist.

Faserarme Kost macht den Stuhl hart und fest. Der Innendruck im Darm ist dadurch höher, als wenn der Stuhl weich und geschmeidig ist. Dieser Druck und das im Alter weniger elastische Bindegewebe führen dazu, dass sich die Schleimhaut des Darms an manchen Stellen nach aussen wölbt: Es bilden sich Divertikel.

Bleiben Stuhlreste in den Divertikeln zurück, vor allem, wenn der Stuhl sich bei Verstopfung staut, entzünden sich die Ausstülpungen manchmal, und es entwickelt sich eine Divertikulitis. Es ist möglich, dass sich die Entzündung auf das Divertikel begrenzt, unter Umständen breitet sie sich aber auf den umgebenden Darm aus.

Risikofaktoren

Es gibt Erkrankungen, die zu einem besonderen Risiko für eine Divertikulitis beitragen. Diese sind:

  • Ein geschwächtes Immunsystem, beispielsweise durch die Einnahme von Immunsuppressiva
  • Chronische Nierenerkrankungen
  • Ein erhöhter Blutdruck (arterielle Hypertonie)
  • Allergische Erkrankungen

Auch seltene Erbkrankheiten, die sich auf das Bindegewebe auswirken, wie das Marfan-, das Ehlers-Danlos- oder das Coffin-Lowry-Syndrom scheinen das Risiko für die Entstehung von Divertikeln und für die Entzündung dieser Divertikel zu erhöhen.

Daneben führen bestimmte Medikamente ebenfalls zu einem gesteigerten Risiko sowie zu Komplikationen der Divertikulitis wie Blutungen. Zu diesen Medikamenten zählen:

Auch das Schmerzmittel Paracetamol erhöht unter Umständen das Risiko für Blutungen der Divertikel.

Wie wird eine Divertikulitis festgestellt?

Wichtige Hinweise für die Diagnose einer Divertikulitis erhält der Arzt aus der Krankengeschichte (Anamnese). Er stellt beispielsweise folgende Fragen:

  • Wo genau sitzen die Schmerzen und wie fühlen sie sich an?
  • Haben Sie Fieber und/oder Verstopfung?
  • Hatten Sie bereits solche Beschwerden oder sind Divertikel bei Ihnen bereits bekannt?

Manche Menschen wissen, dass sie Divertikel im Darm haben oder haben bereits eine Divertikulitis durchgemacht. Nicht selten stellt der Arzt im Rahmen einer Darmspiegelung auch zufällig Divertikel fest. Bei einer akuten Divertikulitis führen Ärzte jedoch keine Darmspiegelung durch.

Bei der körperlichen Untersuchung lassen sich die entzündlichen Divertikel als verhärtete Struktur im linken Unterbauch tasten. Es ist möglich, dass das Abtasten bei einer Divertikulitis Schmerzen verursacht. In der Regel tastet der Arzt ebenso den After mit dem Finger ab, um Veränderungen im Enddarm festzustellen (digital-rektale Untersuchung). Auch das Abhören des Bauches auf Darmgeräusche gehört oft zur körperlichen Untersuchung.

Bei der Blutuntersuchung fallen bei einer Divertikulitis häufig erhöhte Entzündungswerte auf – zum Beispiel eine erhöhte Anzahl weisser Blutkörperchen (Leukozyten), eine veränderte Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit (BSG) und ein erhöhtes C-reaktives Protein (CRP). Die Urinuntersuchung gibt Rückschlüsse darauf, ob es sich möglicherweise um eine Erkrankung der Harnwege handelt sowie ob Fisteln zur Blase bestehen.

Einem erfahrenen Untersucher ist es oft möglich, die entzündeten Divertikel im Ultraschall (Sonografie) zu erkennen. Genauer lässt sich die Divertikulitis mittels einer Computertomografie (CT) darstellen.

Manchmal ist zur Diagnose der Divertikulitis eine Röntgenaufnahme des Bauchs im Stehen notwendig: Denn reisst ein Divertikel, gelangt freie Luft in den Bauchraum. Diese sammelt sich unter dem Zwerchfell an und ist somit auf dem Röntgenbild gut sichtbar. Eine Magnetresonanztomografie (MRT) setzen Ärzte seltener ein.

Wie verläuft eine Divertikulitis?

Wenn entzündete Divertikel bei einer Divertikulitis aufbrechen (perforieren), ist eine Eiteransammlung (Abszess) im Bauch möglich. Die Divertikulitis greift in manchen Fällen auf das Bauchfell über (Peritonitis). Bei etwa 15 Prozent der Patienten mit einer Divertikulitis treten Blutungen auf.

Ausserdem kommt es manchmal vor, dass sich durch eine Divertikulitis ein Darmabschnitt verengt (Stenose). Der weitere Transport des Darminhalts über diese Engstelle ist nicht mehr möglich, dadurch entsteht unter Umständen ein Darmverschluss (Ileus). Dann ist in der Regel eine Operation erforderlich.

Gelegentlich entstehen im Rahmen einer Divertikulitis Verbindungsgänge zwischen verschiedenen Darmabschnitten, zwischen Darm und Blase oder Darm und Scheide. Diese sogenannten Fisteln sind sehr unangenehm und oft aufwändig zu behandeln. Auch hier ist in der Regel eine Operation notwendig.

Nach einer ersten Divertikulitis liegt das Risiko eines erneuten Auftretens bei 30 Prozent. Je früher im Leben eine Divertikulitis auftritt, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie irgendwann durch eine Operation zu behandeln ist.

Ist einer Divertikulitis vorzubeugen?

Warum sich bei manchen Menschen Divertikel bilden, ist nicht eindeutig geklärt. Eine allgemeine Bindegewebsschwäche, Darmträgheit und Verstopfung scheinen die Aussackungen der Darmwand und somit eine Divertikulitis zu begünstigen.

Eine gesunde Lebensführung beugt Divertikeln und der damit oft verbundenen Divertikulitis vor und reduziert das Entzündungsrisiko. Mit ein paar einfachen Massnahmen halten Sie Ihre Verdauung in Schwung:

  • Bewegen Sie sich regelmässig, am besten zwei- bis dreimal in der Woche, mindestens eine halbe Stunde. Betreiben Sie zum Beispiel Ausdauersportarten wie Joggen oder Schwimmen.
  • Trinken Sie ausreichend, mindestens zwei Liter am Tag, am besten Mineralwasser oder Kräutertee.
  • Ernähren Sie sich ballaststoffreich mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, dafür weniger Zucker und Weissmehlprodukte.
  • Verzichten Sie auf Nikotin.

So ist es möglich, dass Sie sich mit einigen kleinen Änderungen im Lebensstil vor einer Divertikulitis schützen.

Worauf ist bei der Ernährung zu achten?

Wie genau die richtige Ernährung bei einer bekannten Divertikulitis aussieht oder wie mit Nahrungsmitteln vorzubeugen ist, lesen Sie im Beitrag Divertikulitis – Ernährung.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vorlage:
Dr. med. Felicitas Witte
Autor:
ICD-Codes:
K57
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
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