Corona-Impfung

Von , Medizinredakteurin und Biologin
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Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor (zwischenzeitlich als freie Autorin).

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Die Corona-Impfung ist das wirksamste Instrument, um einem schweren Verlauf einer Infektion mit COVID-19 (Sars-CoV2) vorzubeugen. Zudem verringert sie das Risiko, Long-Covid zu entwickeln. Informieren Sie sich hier über die wichtigsten Fakten zur Coronavirus-Impfung – aktuelle Empfehlungen, mögliche Risiken, Kosten der Corona-Impfung und mehr!

Patientin erhält Corona-Impfung

Corona-Impfung: Aktuelle Empfehlung

Der aktuelle Schweizerische Impfplan empfiehlt eine Corona-Impfung für Herbst 2024 zum einen für Menschen ab 16 Jahren mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Zum anderen gelten spezielle Impfempfehlungen für Menschen ab sechs Monaten mit schwerer Abwehrschwäche.

Risikopersonen ab 16 Jahren

Eine Empfehlung zur Corona-Impfung im Herbst besteht für Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen anfälliger für einen schweren COVID-19-Verlauf sind. Zu diesen besonders gefährdeten Personen (BGP) zählen:

  • Menschen mit Trisomie 21 (Down-Syndrom): Impfempfehlung ab 16 Jahren
  • Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen: Impfempfehlung ab 16 Jahren
  • Senioren: Impfempfehlung ab 65 Jahren

Mit Vorerkrankungen sind bestimmte Formen oder Schweregrade verschiedener chronischer Krankheiten gemeint, darunter zum Beispiel:

Alle genannten Risikopersonen sollten eine Impfdosis erhalten, bevorzugt zwischen Mitte Oktober und Dezember sowie frühestens sechs Monate nach der letzten Corona-Impfung oder -Infektion. Der Impfstoff sollte an die zirkulierenden Coronavirus-Varianten angepasst sein.

Menschen ab 6 Monaten mit schwerer Abwehrschwäche

Eine schwere Immunschwäche (Immundefizienz) kann zum einen durch eine bestimmte immunsuppressive Therapie bedingt sein (z.B. Hochdosis-Chemotherapie, Kortisontherapie ab bestimmter Dosierung und Dauer).

Zum anderen können bestimmte Erkrankungen das Immunsystem stark schwächen, etwa gewisse angeborene Immundefekte oder eine HIV-Infektion mit stark verminderten CD4-Zellen (Form von Immunzellen) im Blut.

Betroffene haben – wie die oben genannten besonders gefährdeten Personen (BGP) – ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf. Zusätzlich sprechen sie möglicherweise nur vermindert auf die Impfung an. Für sie gelten deshalb spezielle Empfehlungen bezüglich Corona-Impfung:

Bei schwer Immungeschwächten ohne vorherige Corona-Impfung ist ab einem Alter von fünf Jahren eine Messung von Coronavirus-Antikörpern empfohlen. An dem Ergebnis orientieren sich die Empfehlungen zur Corona-Impfung:

  • Antikörper vorhanden: Personen ab 16 Jahren sollten wie andere besonders gefährdete Personen (siehe oben) ihren Immunschutz im Herbst mit einer Corona-Impfung auffrischen. Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren gibt es dagegen keine Impfempfehlung.
  • Antikörper fehlen: 5- bis 11-Jährige sollten zwei Impfdosen im Abstand von mind. vier Wochen (und ggf. eine dritte Dosis bei fehlendem Ansprechen) erhalten, Personen ab 12 Jahren drei Dosen (Abstand mind. vier Wochen) und eine Auffrischimpfung nach mind. sechs Monaten.

Bei schwer Immungeschwächten mit vorheriger Corona-Impfung (mit einer Impfdosis oder mehreren Dosen) gelten je nach Alter folgende Empfehlungen:

  • Personen unter 16 Jahren: Es ist keine Corona-Auffrischungsimpfung für den kommenden Herbst/Winter empfohlen.
  • Personen ab 16 Jahren: Es gilt die gleiche Empfehlung zur Corona-Impfung wie für andere Risikopersonen (siehe oben „Risikopersonen ab 16 Jahren“).

Die Corona-Impfung ist auch bei einer leichten Erkältung und anderen banalen Infekten möglich, sofern die Körpertemperatur nicht mehr als 38,5 Grad Celsius beträgt. Auch Allergien sprechen nicht gegen eine Impfung, sofern sie sich nicht spezifisch gegen Bestandteile des verwendeten Impfstoffes richten.

Corona-Impfung: Langzeitfolgen

Ist von „Langzeitfolgen“ einer Corona-Impfung (oder anderen Impfung) die Rede, können zwei unterschiedliche Dinge gemeint sein: langanhaltende oder spät auftretende Folgen der Impfung.

Langanhaltende Folgen der Corona-Impfung

Eine Langzeitfolge im Sinne einer langanhaltenden Folge der Corona-Impfung ist zum einen die erwünschte Wirkung der Impfung – also der Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf, falls man sich mit Sars-CoV-2 ansteckt. Wie lange diese Schutzwirkung anhält und wie zuverlässig sie ist, lässt sich für den Einzelfall nicht vorhersagen. Das variiert stark von Mensch zu Mensch.

Geht es um langanhaltende unerwünschte Impffolgen, ist das Post-Vac-Syndrom zu nennen. Diese medizinisch nicht genau definierte Bezeichnung steht für sehr unterschiedliche und in der Regel länger anhaltende Beschwerden, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer Coronavirus-Impfung auftreten können. Die unangenehmen Nachwirkungen ähneln teilweise den Symptomen bei Long-COVID oder dem Chronischen Erschöpfungssyndrom (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome, kurz: ME/CFS).

Das Post-Vac-Syndrom ist noch Gegenstand der Forschung. Es sind viele Fragen offen, zum Beispiel: Welche Symptome fallen konkret darunter? Ab welcher Symptomdauer kann man von einem Post-Vac-Syndrom sprechen? Könnten die Beschwerden auch von einer früheren Corona-Infektion stammen (also Long/Post-COVID darstellen) und nicht von der Impfung verursacht sein?

Spät auftretende Folgen der Corona-Impfung (Spätfolgen)

Zielt die Frage nach „Langzeitfolgen“ auf Auswirkungen oder Schäden ab, die erst mehrere Monate oder Jahre nach der Corona-Impfung auftreten? Dann geben Experten Entwarnung:

Solche spät einsetzenden Nebenwirkungen sind weder von der Corona-Impfung noch irgendeiner anderen Impfung bekannt.

Corona-Impfung: Kosten

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) übernimmt die Kosten für die Corona-Impfung, die für alle besonders gefährdeten Personen ab 16 Jahren für den Herbst/Winter empfohlen wird.

Bei schwangeren Frauen gilt: Wird ihnen die Corona-Impfung von einem Arzt oder einer Ärztin empfohlen, ist sie kostenfrei und geht zu Lasten der OKP.

Alle Personen, die sich auf eigenen Wunsch gegen Corona impfen lassen möchten, müssen selbst dafür aufkommen.

Corona-Impfung während der Schwangerschaft

Ärzte und Ärztinnen können Schwangeren ohne Risikofaktoren nach individueller Abwägung die Corona-Impfung empfehlen. Die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfehlen in solchen Fällen, die Impfung ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel mit einem mRNA-Impfstoff zu verabreichen.

Auf Wunsch der Frau ist die Corona-Impfung aber auch im 1. Schwangerschaftsdrittel möglich. Studien zufolge ist sie auch in dieser Phase sicher.

Schwangere mit erhöhtem Risiko aufgrund bestimmter chronischer Erkrankungen zählen zu den besonders gefährdeten Personen (siehe oben). Sie sollten sich deshalb im Herbst ebenfalls gegen Corona impfen lassen, und zwar ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel.

Corona-Impfung: Alkohol

Übermässiger und chronischer Konsum von Alkohol schwächt das Immunsystem. Das kann die Wirksamkeit der Corona-Impfung (und anderer Impfungen) beeinträchtigen.

Sport nach Corona-Impfung

Sportliche Aktivitäten lassen ab einer gewissen Intensität und/oder Dauer bestimmte Immunzellen im Blut ansteigen. Andererseits sinken manche Immunzellen unmittelbar nach einer körperlichen Belastung vorübergehend ab. Dass deshalb Impfungen, die in den ersten Stunden nach einem Sporttraining erfolgen, weniger wirksam sind, lässt sich aber wissenschaftlich nicht klar belegen.

Auch sportliche Aktivitäten nach einer Impfung wie der Corona-Impfung gelten im Allgemeinen als unproblematisch. Trotzdem wird manchmal zu einer Sportpause geraten. Auf alle Fälle sollten Sie hohe körperliche und psychische Belastungen zum Impfzeitpunkt vermeiden.

Stellen sich nach der Impfung unangenehme Impfreaktionen oder Nebenwirkungen wie Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Kopf- oder Gliederschmerzen ein, sollten Sie sich schonen. Die Beschwerden klingen in der Regel nach wenigen Tagen von allein ab.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autor:

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor (zwischenzeitlich als freie Autorin).

ICD-Codes:
U07
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
  • Bundesministerium für Gesundheit, Deutschland: Informationen zur COVID-19-Impfung (Stand: 15.02.2024), unter: www.bundesgesundheitsministerium.de (Abrufdatum: 29.04.2024)
  • Furian, T.C. et Rolirad, K.D.: Impfungen und körperliche Aktivität, Stellungnahme federführend für die Sektion Kinder- und Jugendsport der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention, in: German Journal of Sports Medicine, Jahrgang 60, Nr. 12 (2009)
  • Gemeinsamer Bundesausschuss: Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über Schutzimpfungen nach § 20i Absatz 1 SGB V (Schutzimpfungs-Richtlinie/SI-RL), Stand: 18.01.2024, unter: www.g-ba.de (Abrufdatum: 29.04.2024)
  • Güllich, A. et Krüger, M.: Sport – Das Lehrbuch für das Sportstudium, Springer Spektrum, 2013
  • Informationsplattform für Impffragen, Schweiz: Kontraindikationen für Impfungen (Stand: 06.01.2023), unter: www.infovac.ch (Abrufdatum: 29.04.2024)
  • Österreichisches Bundesministerium Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz sowie Nationales Impfgremium: „Impfplan Österreich 2023/2024“ (Version 1.0 vom 05.09.2023), unter: www.sozialministerium.at (Abrufdatum: 24.04.2024)
  • Paul-Ehrlich-Institut (PEI): FAQ Coronavirus, unter: www.pei.de (Abrufdatum: 24.04.2024)
  • Paul-Ehrlich-Institut (PEI): Stellungnahme des Paul-Ehrlich-Instituts zum Thema „Post-Vac-Syndrom“ nach COVID-19-Impfung (Stand: 19.05.2023), unter: www.pei.de (Abrufdatum: 29.09.2024)
  • Robert-Koch-Institut (RKI): COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), Stand: 31.01.2024, unter: www.rki.de (Abrufdatum: 24.04.2024)
  • Robert-Koch-Institut (RKI): Epidemiologisches Bulletin 4/2024, unter: www.rki.de (Abrufdatum: 24.04.2024)
  • Robert-Koch-Institut (RKI): Kann man sich nach der Impfung sportlich betätigen? (Stand: 14.12.2012), unter: www.rki.de (Abrufdatum: 29.04.2024)
  • S1-Leitlinie Long/Post-COVID der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin et al. (Stand: 05.03.2023), unter: https://register.awmf.org (Abrufdatum: 24.04.2024)
  • Schweizerisches Bundesministerium für Gesundheit (BAG) und Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF): Empfehlungen für die Covid-19-Impfung (gültig ab 02.10.2023), in: BAG-Bulletin 37 vom 11. September 2023, unter: www.bag.admin.ch (Abrufdatum: 29.04.2024)
  • Schweizerisches Bundesministerium für Gesundheit (BAG) und Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF): Schweizerischer Impfplan 2024, unter: www.bag.admin.ch (Abrufdatum: 29.04.2024)
  • Schweizerisches Eidgenossenschaft, Bundesamt für Gesundheit: Covid-19 (Stand: 29.02.2024), unter: www.bag.admin.ch (Abrufdatum: 29.04.2024)
  • Schweizerisches Heilmittelinstitut: Verdachtsmeldungen unerwünschter Wirkungen der Covid-19 Impfungen in der Schweiz – 29. Update (Stand: 24.02.2023), unter: www.swissmedic.ch (Abrufdatum: 29.04.2024)
  • Solopov, P.A.: COVID-19 Vaccination and Alcohol Consumption: Justification of Risks, in: Pathogens 2023; 12(2), 163; doi: 10.3390/pathogens12020163
  • Übersichtsplan Impfschema COVID-19-Impfung (Stand: 08.01.2024), unter: www.sozialministerium.at (Abrufdatum: 29.04.2024)
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