Corona: Wann ist ein Test sinnvoll?

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Florian Tiefenböck

Florian Tiefenböck hat Humanmedizin an der LMU München studiert. Im März 2014 stieß er als Student zu NetDoktor und unterstützt die Redaktion seither mit medizinischen Fachbeiträgen. Nach Erhalt der ärztlichen Approbation und einer praktischen Tätigkeit in der Inneren Medizin am Uniklinikum Augsburg ist er seit Dezember 2019 festes Mitglied des NetDoktor-Teams und sichert unter anderem die medizinische Qualität der NetDoktor-Tools.

Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für NetDoktor ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

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Corona-Tests sind nach wie vor ein wichtiger Baustein in der Pandemie-Bekämpfung. Doch wann sollte man sich testen lassen? Und wer zahlt dafür? Hier erfahren Sie alles Wichtige über die schweizerische Teststrategie.

Corona-Tests als Eckpfeiler der Pandemie Bekämpfung.

Um festzulegen, wer auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet werden soll, gibt es die Schweizer Teststrategie. Deren Ziel ist, möglichst viele Infizierte frühzeitig zu erkennen.

Demnach sollten Sie sich testen lassen, wenn...

  • Sie direkten Kontakt mit einer infizierten Person hatten.
  • Sie Symptome einer Sars-CoV-2-Infektion bemerken (Erkältungssymptome wie Husten und Schnupfen, Fieber).
  • Sie eine Meldung der SwissCovid App erhalten haben.

Ausserdem kann ein Test eingefordert werden, wenn...

  • Sie in Zeiten bestimmte Angebote nutzen möchten und weder als geimpft noch als genesen gelten (Restaurant, Kino, Fitnessstudio etc.). Ist der PCR-Test negativ, erhalten Sie auf Antrag ein Covid-Zertifikat, das 72 Stunden ab Zeitpunkt der Probeentnahme gültig ist. Bei einem negativen Antigen-Schnelltest ist es 48 Stunden ab Probeentnahme gültig.
  • Sie reisen möchten (abhängig vom Reiseland).

Wenn Sie besonders gefährdete Personen treffen oder mit vielen Menschen Kontakt haben, ist ein Test auch ohne Testpflicht sinnvoll.

Das alles gilt auch für vollständig Geimpfte, denn es besteht die Möglichkeit einer Durchbruchsinfektion (Impfdurchbruch) - also einer Infektion trotz vollständiger Impfung!

Im Falle einer möglichen Infektion begeben Sie sich nach Hause und kontaktieren Sie Ihren Hausarzt. Das weitere Vorgehen wird dann mit Ihnen besprochen.

Isolieren Sie sich möglichst auch von anderen Haushaltsmitgliedern und informieren Sie unabhängig davon Ihre Kontakte seit der möglichen Ansteckung bzw. der letzten 14 Tage (wenn der Zeitpunkt der möglichen Ansteckung unbekannt ist), damit auch diese sich vorsichtig verhalten.

Wer zahlt für die Corona-Tests?

PCR-Tests:

Der Bund übernimmt die Kosten von PCR-Tests, wenn...

  • Sie Symptome haben.
  • eine Meldung der SwissCovid App erhalten haben.
  • von einer kantonalen Stelle oder einem Arzt die Anweisung erhalten haben, dass Sie sich testen lassen sollen.

Die Kosten für den PCR-Test werden nicht übernommen, wenn Sie einen Test für eine Reise benötigen. In diesem Fall müssen sie den Test selbst bezahlen.

Gepoolte PCR-Tests:

Der Bund übernimmt die Kosten, wenn Sie an einer organisierten Testung wie beispielsweise bei der Arbeit teilnehmen.

Antigen-Schnelltests:

Seit 1. Oktober 2021 übernimmt der Bund die Kosten nur, wenn….

  • Sie Symptome einer Covid-Erkrankung haben.
  • Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten.
  • Sie sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können (in diesem Fall benötigen Sie ein ärztliches Attest).
  • Sie unter 16 Jahre alt sind.
  • Sie eine Gesundheitseinrichtung besuchen möchten.

Antigen-Selbsttests:

Seit 1. Oktober 2021 übernimmt der Bund die Kosten für Selbsttests aus der Apotheke nicht mehr, unabhängig davon, ob Sie geimpft oder genesen sind. Für alle Selbsttests aus Apotheken, Drogerien oder dem Detailhandel müssen Sie die Kosten selbst tragen.

Wann benötige ich einen PCR-Test?

In folgenden Situationen ist ein PCR-Test wichtig. Er ist deutlich zuverlässiger als ein Antigen-Schnellest.

  • Sie hatten Kontakt mit einer Person, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde. Mit Verbreitung der Deltavariante gehen Experten inzwischen davon aus, dass auch ein flüchtiger Kontakt ausreichen könnte - selbst unter freiem Himmel.
  • Sie erhalten eine Mitteilung über eine Begegnung mit einem Infizierten über die SwissCovid App.
  • Sie verspüren Symptome einer Coronavirus-Infektion. Neben Erkältungssymptomen, Geschmacks- und Geruchssinnverlust und Fieber können das beispielsweise auch Magen-Darm-Beschwerden sein (mehr dazu lesen Sie im Text Covid-19).

Wann reicht einen Antigen-Test aus?

In anderen Situationen reicht auch ein Antigentest aus:

  • Ein Antigentest ist sinnvoll, wen Sie einen Test zu Hause vornehmen möchten und keine Symptome haben sowie keinen Kontakt zu Corona-positiven Personen hatten.
  • Bei Symptomen sollten Sie einen PCR-Schnelltest oder Antigenschnelltest in einem Spital, einer Arztpraxis, einem Testcenter oder einer Apotheke durchführen.

  • Sie möchten, obwohl sie bereits geimpft sind „auf Nummer sicher gehen“, da sie planen, eine grössere Menge an Menschen (z.B. Familienfeier) oder besonders vulnerable Personen treffen.

Tests auch für vollständig Geimpfte!

Auch wer vollständig geimpft ist, kann sich mit Sars-CoV-2 infizieren – und andere anstecken. Darum gelten die Testregeln in entsprechenden Situationen auch für sie.

Tests für Reisende

Bei der Rückkehr von einer Reise in bestimmte Länder müssen Sie ebenfalls ein negatives Testergebnis vorlegen. Das gilt für die Einreise und die Reiserückkehr – insbesondere bei Flugreisen sind die Kontrollen streng.

Wer entscheidet, ob ich getestet werden muss?

Sie sind sich nicht sicher, ob ein Corona-Test sinnvoll beziehungsweise notwendig ist? Wenden Sie sich im Zweifelsfall an Ihre Hausarztpraxis. In akuten Notfallsituationen, beispielsweise bei Atemnot, wählen Sie den Notruf 112.

Ein negatives Testergebnis ist kein Freifahrtschein

Vor allem Antigen-Tests liefern oft falsch-negative Ergebnisse. Sie können also trotz negativen Testergebnisses eine Infektion nicht ausschliessen. Wichtig ist zudem, im Kopf zu behalten, dass ein Test immer nur eine Momentaufnahme ist.

Daher bleiben auch nach einem negativen Testergebnis die allgemeinen AHA+L-Regeln bedeutsam - also das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, gründliches Händewaschen, Abstand halten und regelmässiges Lüften sowie die Befolgung von lokalen Regeln.

Warum soll ich mich testen lassen?

Ob Sie tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert sind, kann nur ein Test zeigen. Und je schneller Infizierte erkannt werden, desto rascher können Kontaktpersonen ermittelt und Infektionsketten unterbrochen werden. Wenn Sie sich also testen lassen, tragen Sie aktiv dazu bei, Ihre Mitmenschen zu schützen.

Wo kann ich mich testen lassen?

Sie können sich bei verschiedenen Ärzten, Testzentren, Spitälern und Apotheken auf das Coronavirus testen lassen. Dort führt geschultes Personal den Coronatest durch.

Zudem sind auch Antigen-Schnelltests in Apotheken, Drogerien und im Detailhandel erhältlich.

Wissen Sie nicht, wo genau sie sich testen lassen können, rufen Sie am besten Ihren Hausarzt an oder informieren Sie sich auf den kantonalen Webseiten.

Beachten Sie, dass Sie in manchen Testzentren oder Apotheken im Vorfeld einen Termin zur Corona-Testung vereinbaren müssen.

Wie läuft der Test ab?

Die Viren vermehren sich in den Schleimhäuten des Nasen- und Rachenraums. Aus diesem Grund erfolgt üblicherweise ein Abstrich der Rachenhinterwand. Dies geschieht mit einem speziellen Tupfer.

Aktuell haben sich zwei Testverfahren etabliert, um SARS-CoV-2 nachzuweisen:

Polymerase-Kettenreaktion (PCR) Test: Nach dem Abstrich wird die Probe in einem Labor untersucht. Das Testverfahren selbst nimmt etwa vier bis fünf Stunden in Anspruch. Hinzu kommt der Zeitaufwand für den Transport und gegebenenfalls Wartezeiten im Labor aufgrund eines hohen Probeaufkommens.

Antigen-Test (“Schnelltest”): Die Nasen-Rachen-Probe wird auf einen Teststreifen gegeben, der zu einem schnelleren Ergebnis kommt. Die Testmethode ist kostengünstiger und auch ausserhalb eines Labors durchführbar. Das Ergebnis kann meist innerhalb von Minuten abgelesen werden. Allerdings ist der Antigen-Test weniger genau als der PCR-Test. Deshalb muss ein positiver Antigentest durch einen zusätzlichen PCR-Test überprüft werden.

Wo kann ich mich über Besonderheiten in meiner Region informieren?

Die Kantone sichern den Zugang zu den Tests bei Ärzten, Testzentren, Spitälern und Apotheken. Informationen zu den Testangeboten in Ihrer Nähe finden Sie auf den kantonalen Webseiten.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Florian Tiefenböck hat Humanmedizin an der LMU München studiert. Im März 2014 stieß er als Student zu NetDoktor und unterstützt die Redaktion seither mit medizinischen Fachbeiträgen. Nach Erhalt der ärztlichen Approbation und einer praktischen Tätigkeit in der Inneren Medizin am Uniklinikum Augsburg ist er seit Dezember 2019 festes Mitglied des NetDoktor-Teams und sichert unter anderem die medizinische Qualität der NetDoktor-Tools.

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für NetDoktor ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

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