Brustkrebs: Vorsorge

Von , Medizinredakteurin und Biologin
Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

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Die Brustkrebsvorsorge zielt darauf ab, einen bösartigen Tumor in der Brust möglichst frühzeitig zu entdecken. Denn je früher ein Mamma-Karzinom diagnostiziert und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Je nach Alter und Erkrankungsrisiko empfehlen Ärzte verschiedene Untersuchungen der Brustkrebs-Früherkennung wie Ultraschall und Mammografie. Lesen Sie hier alles Wichtige über Methoden, Zeitpunkt und Nutzen der Brustkrebsvorsorge!

Brustkrebsvorsorge

Was ist eine Brustkrebsvorsorge?

Die Brustkrebsvorsorge beinhaltet eine Reihe von regelmässig stattfindenden Untersuchungen, die darauf abzielen, eventuell bestehenden Brustkrebs frühzeitig aufzuspüren. Hierfür wendet der Arzt verschiedene Untersuchungs-Methoden an, mit deren Hilfe sich ein bösartiger Tumor in der Brust entdecken lässt:

  • Abtasten der Brust
  • Ultraschall-Untersuchung (Sonografie)
  • Mammografie (Brust-Röntgen)
  • Ggf. Kernspintomografie

Zusätzlich zum regelmässigen Arztbesuch wird Frauen empfohlen, einmal im Monat sorgfältig ihre Brust selbst abzutasten, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Im Rahmen der gesetzlichen Brustkrebsvorsorge übernehmen die Krankenkassen die Kosten für verschiedene Früherkennungs-Massnahmen. Manche davon eignen sich besser für jüngere Frauen, andere besser für ältere. Deshalb empfehlen Experten je nach Alter der Patientin andere Untersuchungen. Dabei spielt auch das individuelle Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, eine Rolle.

Brustkrebsvorsorge ab 18 Jahren

Frauen zwischen 18 und 29 Jahren erkranken nur selten an Brustkrebs. Sie brauchen daher keine speziellen Untersuchungen zur Brustkrebs-Früherkennung – ausser es besteht eine familiäre Vorbelastung. Experten empfehlen jedoch, einmal im Jahr zur allgemeinen Vorsorge-Untersuchung beim Frauenarzt zu gehen. Im Rahmen der gynäkologischen Untersuchung erkundigt sich der Arzt unter anderem nach dem Gesundheitszustand, führt einen Krebs-Abstrich durch und tastet die Brust ab.

Stellt der Arzt eine Auffälligkeit fest, macht er gegebenenfalls eine Ultraschall-Untersuchung. Eventuell überweist er die Patientin dazu auch an einen Arzt mit entsprechender Qualifikation oder an ein Brustkrebs-Zentrum. Gegebenenfalls ist auch eine Mammografie notwendig.

Die Kosten für die ersten zwei Besuche innerhalb eines Jahres übernimmt in der Schweiz die obligatorische Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung), danach ist eine Untersuchung alle drei Jahre kostenlos möglich.

Brustkrebsvorsorge ab 50 Jahren

Für Frauen ab 50 Jahren empfehlen Experten regelmässige Mammografie-Untersuchungen, die gemäss festgesetzter Qualitäts-Richtlinien durchgeführt werden. Bei Frauen mit einer erblichen Veranlagung zu Brustkrebs oder bei dichtem Drüsengewebe ist es ausserdem sinnvoll, Untersuchungen zur Früherkennung bereits vorher durchzuführen.

Zur Abklärung von unklaren Befunden oder bei Frauen mit stark erhöhtem Brustkrebsrisiko führt der Arzt gegebenenfalls auch Untersuchungen mit Magnetresonanztomografie (MRT, MRI) durch.

Einige Kantone in der Schweiz bieten ausserdem Screening-Mammografien im Rahmen eines Früherkennungs-Programms an und laden Frauen ab 50 Jahren jedes zweite Jahr zur Früherkennungs-Mammografie ein.

Eine Übersicht der Kantone mit Programmen finden Sie unter www.swisscancerscreening.ch.

Die Kosten für eine Früherkennungs-Mammografie übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung nur im Rahmen eines Programms oder bei einem familiär erhöhten Brustkrebsrisiko. In Kantonen ohne Programm erfolgt die Mammografie in Absprache mit dem behandelnden Arzt.

Brustkrebsvorsorge ab 70 Jahren

Nur für Frauen in dieser Altersgruppe mit erhöhtem Erkrankungsrisiko ist es ratsam, die Mammografie routinemässig durchführen zu lassen und auch bloss, wenn ihr Gesundheitszustand es zulässt. Frauen über 69 Jahren (beziehungsweise über 74 Jahren im Kanton Bern), die bisher an einem Früherkennungs-Programm teilgenommen haben, werden daher nicht mehr automatisch zur Mammografie eingeladen.

Sie haben jedoch die Möglichkeit, sich in einigen Kantonen auf eigenen Wunsch in ein Programm einschreiben und weiterhin Mammografien durchführen zu lassen.

Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.donna-programm.ch.

Brustkrebsvorsorge bei erhöhtem Brustkrebs-Risiko

Wenn Frauen ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs haben, ist eine intensivierte Brustkrebs-Früherkennung sinnvoll. Das bedeutet, dass die Vorsorge-Untersuchungen häufiger und möglicherweise zusätzliche Massnahmen stattfinden. Wie genau eine intensivierte Brustkrebsvorsorge im Einzelfall aussieht, hängt davon ab, wie alt die Patientin ist und wie stark ihr Brustkrebs-Risiko erhöht ist.

Die Schweizerische Krebsliga sieht im Rahmen einer verstärkten Brustkrebs-Vorsorge bei Risiko-Patientinnen folgende Untersuchungen vor:

  • Magnetresonanztomografie: jährlich bereits ab 20 Jahren bei sehr hohem Brustkrebs-Risiko
  • Mammografie: jährlich ab 40 Jahren, bei höherem Risiko

Ein erhöhtes Brustkrebsrisiko haben zum Beispiel Frauen, bei denen bereits die Mutter, Schwester, Grossmutter und/oder Tante an Brustkrebs (oder Eierstock-Krebs) erkrankt sind. Möglicherweise liegt dann eine Mutation bestimmter Risikogene (Brustkrebs-Gene BRCA1 und BRCA2) in der Familie. Ein Gen-Test stellt dies fest.

Das Brustkrebsrisiko ist ebenfalls erhöht, wenn eine Frau in der Vergangenheit eine Strahlen-Therapie im Brustkorb-Bereich erhalten hat (etwa aufgrund von Lymphdrüsen-Krebs).

Zudem sind engmaschige Untersuchungen der Brustkrebs-Früherkennung ratsam, wenn sich bereits auffällige, aber gutartige Gewebe-Veränderungen in der Brust befinden.

Wenn bei Ihnen ein erhöhtes Brustkrebs-Risiko besteht, besprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt, welche Massnahmen zur Brustkrebsvorsorge in Ihrem Fall sinnvoll sind.

Brustkrebsvorsorge: Sollte man eine durchführen?

Ärzte und Wissenschaftler verschiedener Fach-Disziplinen haben den Nutzen gegen mögliche Risiken der Brustkrebsvorsorge-Untersuchungen sorgfältig abgewägt und auf Basis des Nutzen-Risiko-Profils die Empfehlungen für die Brustkrebsvorsorge nach Altersgruppen erstellt.

Fest steht, dass das frühzeitige Aufspüren von Krebs in der Brust, die Heilungschancen verbessert. Studien haben gezeigt, dass das routinemässige Mammografie-Screening für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren die Anzahl der Brutkrebs-Tode verringert. Daher empfehlen Ärzte Frauen in der Regel, an den Vorsorge-Untersuchungen teilzunehmen.

Da Tumore in den Brüsten von Männern sehr selten wachsen, gibt es keine systematische Brustkrebsvorsorge beim Mann. Sie wird höchstens in individuellen Risikofällen veranlasst. Experten raten jedoch davon ab, routinemässig bildgebende Verfahren für die Brustkrebsvorsorge bei Männern durchzuführen.

Autoren- & Quelleninformationen

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Datum :
Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vorlage:
Dr. med. Elke Thomazo
Autor:

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

ICD-Codes:
D05C50
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
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