DCIS

Von , Medizinredakteurin und Biologin
Aktualisiert am
Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

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Als DCIS (Duktales Carcinoma in situ) bezeichnen Mediziner eine Vorstufe von Brustkrebs in den Milchgängen, die (noch) nicht in umliegendes Gewebe hineinwächst. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 bis 50 Prozent entwickelt sich daraus ein invasives Mamma-Karzinom – die häufigste Form von Brustkrebs. Mehr über Symptome, Diagnose, Therapie und Prognose des DCIS lesen Sie hier! 

Brustkrebs: DCIS

Kurzübersicht

  • Verlauf und Prognose: Grundsätzlich ungefährlich, aber mögliche Krebs-Vorstufe
  • Symptome: In der Regel keine Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren: Bisher nicht bekannt
  • Diagnostik: Mammografie, Biopsie
  • Behandlung: Operation, Bestrahlung, ggf. anti-hormonelle Therapie
  • Vorbeugen: Nicht sicher möglich

Was ist DCIS?

Beim DCIS (duktales Carcinoma in situ) sind Epithel-Zellen, die die Milchgänge der Brust auskleiden, krankhaft verändert. Diese Zellen breiten sich aber nur in den Milchgängen (duktal) aus, sie bleiben also "vor Ort" (in situ). Das heisst, sie dringen (noch) nicht in umliegendes Brustdrüsen-Gewebe ein.

Ist DCIS gefährlich?

DCIS ist an sich nicht gefährlich – wird es jedoch möglicherweise in der Zukunft. Denn in 30 bis 50 Prozent der Fälle entwickelt sich aus dem DCIS ein invasives (früher: invasiv-duktales) Mamma-Karzinom, also eine Form von Brustkrebs. Das DCIS stellt daher eine Brustkrebs-Vorstufe (Präkanzerose) dar.

Wenn es im Rahmen der DICS-Therapie gelingt, die krankhaft veränderten Zellen vollständig zu entfernen, ist das DCIS in den meisten Fällen geheilt. Ein Rückfall nach DCIS kommt gelegentlich vor. Daher raten Ärzte, im Anschluss an die Therapie regelmässig zur Vorsorge-Untersuchung gehen.

Wie äussert sich DCIS?

DCIS verursacht nur in ganz seltenen Fällen Beschwerden, wie zum Beispiel Schmerzen oder Ausfluss aus der Brust. Bei den meisten Frauen handelt es sich um einen Zufalls-Befund.

Welche Ursachen hat DCIS?

Warum es zu der möglichen Krebs-Vorstufe kommt, ist wissenschaftlich bisher noch nicht geklärt.

Mehr zu den Ursachen und Risikofaktoren des Mamma-Karzinoms lesen Sie in dem Artikel über Brustkrebs.

Wir wird DCIS festgestellt?

DCIS wächst in den Milchgängen meist an einem Ort, aber nicht immer regelmässig: Manchmal überspringt es kurze Abschnitte und wächst an einer anderen Stelle in den Milchgängen weiter.

Das duktale Carcinoma in situ bildet nur selten einen Knoten und lässt sich daher meist nicht beim Abtasten der Brust entdecken.

Dafür entsteht bei vielen DCIS-Patientinnen sogenannter Mikro-Kalk in der Brust, also kleine Kalk-Ablagerungen. Diese sind bei der Mammografie gut zu erkennen.

Um abzuklären, ob es sich bei einer Gewebe-Veränderung um ein DCIS oder bereits um Brustkrebs handelt, entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe (Biopsie) und lässt sie im Labor feingeweblich (histologisch) untersuchen.

Wie bei einem Brustkrebs bestimmt das Labor auch bei einem DCIS den Entartungsgrad der veränderten Brustzellen, also in wie weit das auffällige Gewebe vom Aussehen des gesunden Brustgewebes abweicht – von Grad 1 "G1" (niedriges Risiko: entwickelt sich nur in 30 Prozent der Fälle zu Brustkrebs) bis hin zu Grad 3 "G3" (hohes Risiko: geht unbehandelt sehr häufig in Brustkrebs über).

Wie wird DCIS behandelt?

Die Gefahr, dass aus einem DCIS Brustkrebs entsteht, ist recht gross. Daher empfehlen Experten, ein duktales Carcinoma in situ sicherheitshalber immer behandeln zu lassen.

Operation

In einer Operation entfernt der Arzt den betroffenen Gewebe-Bereich der Brust. Dabei schneidet er auch einen Rand-Saum von gesundem Gewebe heraus. Dieser ist mindestens zwei Millimeter breit, wenn anschliessend bestrahlt wird. Damit will er sichergehen, dass er alle veränderten Zellen entfernt.

Wenn Sie keine Bestrahlung wünschen, schneiden die Ärzte das duktale Carcinoma in situ mit einem grösseren Sicherheitsabstand heraus, soweit umsetzbar.

Nach Möglichkeit führt der Arzt den Eingriff brusterhaltend durch, das heisst, gesundes Brust-Gewebe bleibt erhalten. In manchen Fällen ist aber auch eine Brust-Amputation (Mastektomie) notwendig, etwa wenn sich die krankhaft veränderten Zellen zu weit verteilt haben.

Im Gegensatz zum Brustkrebs breiten sich die veränderten Zellen eines DCIS (noch) nicht über die Lymphbahn bis zu den benachbarten Lymphknoten (oder weiter) aus. Bei der DCIS-OP müssen also normalerweise keine Lymphknoten mitentfernt werden.

Das herausgeschnittene, krankhafte Gewebestück schicken die Operateure erneut ins Labor, damit es dort wieder feingeweblich untersucht wird. Dabei beurteilt das Labor unter anderem, ob und in wie weit sich Krebszellen auch im Rand-Saum befinden. Je nach Befund, operieren die Ärzte gegebenenfalls noch einmal (Nach-Resektion).

Wie lange Patientinnen nach einer DCIS-Operation krank sind und wie das Leben nach DCIS direkt im Anschluss wird, ist individuell verschieden. Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie unsicher sind.

Bestrahlung

Ärzte empfehlen nach der Operation meist noch eine Bestrahlung der gesamten Brust (Radio-Therapie). Das verringert die Gefahr, dass später erneute Krebsvorstufen auftreten.

Diese postoperative (adjuvante) Strahlentherapie ist zum Beispiel bei relativ jungen Patientinnen sinnvoll, oder wenn der Arzt an den Rändern des entfernten Gewebes krankhaft veränderte Zellen findet. Dabei achtet der Arzt darauf, dass der Nutzen einer Bestrahlung grösser ist als die damit verbundenen Risiken und Nebenwirkungen.

Antihormonelle Therapie

Wenn die DCIS-Zellen viele Rezeptoren für Östrogen besitzen, verabreicht der Arzt nach einer brusterhaltenden OP eventuell auch Tamoxifen. Der Wirkstoff blockiert im Brust-Gewebe die Östrogen-Wirkung und damit das Wachstum der veränderten Zellen.

Der Effekt dieser adjuvanten (nach OP) anti-hormonellen Therapie ist nach aktuellem Kenntnis-Stand wohl geringer als eine adjuvante Bestrahlung der Brust.

Wie lässt DCIS vorbeugen?

Da bisher noch nicht geklärt ist, wie es zur der möglichen Krebs-Vorstufe DCIS kommt, gibt es auch keine Möglichkeiten, dem duktalen Carcinoma in situ gezielt vorzubeugen. Es lohnt sich, grundsätzlich einen gesunden Lebenswandel zu führen und die empfohlenen Massnahmen zur Vorbeugung von Brustkrebs umzusetzen.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vorlage:
Dagmar Nierwetberg, Ingrid Müller
Autor:
Martina Feichter
Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

ICD-Codes:
D05C50
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
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