Brustprothesen

Von , Medizinredakteurin und Biologin
Aktualisiert am
Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

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Brustprothesen (Brustepithesen) sind für Frauen gedacht, bei denen nach einer Brust-Amputation kein Wiederaufbau der Brust möglich ist oder sie diese nicht wünschen. Die Prothesen bestehen meist aus Silikon – einem gut verträglichen Kunststoff, der dem Brustgewebe hinsichtlich Konsistenz und Schwingungs-Verhalten sehr ähnlich ist. Es gibt mittlerweile viele verschiedene Modelle an Brustprothesen, etwa selbsthaftende Prothesen sowie Prothesen-BHs. Lesen Sie hier mehr über Brustprothesen! 

Brustprothesen

Was sind Brustprothesen?

Brustprothesen, auch Brustepithesen genannt, kaschieren äusserlich das Fehlen einer Brust. Es gibt auch Teil-Prothesen, die fehlendes Brust-Volumen nach einer brusterhaltenden Operation ersetzen. Diese Art "künstliche Brust" gibt es in verschiedenen Ausführungen, zum Beispiel aus Silikon oder Schaumstoff.

Zur Erstversorgung nach einer Brust-Amputation kommen meist einfache Modelle aus Baumwolle oder Schaumstoff zum Einsatz. Sie werden in den BH eingelegt, sind weich und schonen das Narbengewebe. Später ist ein Wechsel zu Silikon-Prothesen möglich.

Viele Frauen tragen einen Spezial-BH nach der Brust-OP: Hier wird die Brustprothese in die dafür eingearbeitete Tasche hineingeschoben. Prothesen-BHs haben besonders breite Träger, damit das Gewebe nicht eingeschnürt und der Lymphabfluss nicht behindert wird. Ausserdem sind spezielle Badeanzüge auf dem Markt, bei denen sich die Brustprothesen ebenfalls einlegen lassen.

Daneben gibt es selbsthaftende Brustprothesen, die verwendet werden, wenn die Operationsnarbe vollständig abgeheilt und die Strahlen-Therapie abgeschlossen ist – denn die Bestrahlung macht die Haut empfindlicher.

Brustprothesen: Wozu dienen sie?

Brustprothesen dienen als Hilfsmittel, die den Verlust der Brust, zum Beispiel durch eine aufgrund von Brustkrebs durchgeführte Mastektomie, optisch kaschieren. Auf diese Weise sehen Aussenstehende nicht, dass eine Frau nur noch eine oder keine Brüste mehr hat, da die Prothese unter der Kleidung eine typische Brustform abzeichnet.

Was sind die Vorteile von Brustprothesen?

Äusserliche Brustprothesen haben mehrere Vorteile:

  • Sie stärken das Selbstwertgefühl von Brustkrebs-Patientinnen und verhindern neugierige Blicke.
  • Sie stellen die Oberkörper-Symmetrie wieder her – besonders, wenn die verbliebene Brust sehr gross ist.
  • Sie beugen Fehl-Haltungen und Verspannungen der Nacken-, Schulter- und Rücken-Muskulatur vor.
  • Ihr Einsatz ist einfach und im Gegensatz zu Brustaufbau-Operationen nicht invasiv.

Brustprothesen: Beratung und Kosten

Brustprothesen sind in Sanitätshäusern erhältlich. Lassen Sie sich bei der Auswahl eines geeigneten Modells von den Mitarbeitern dort beraten. Denn die Entscheidung hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Art der Operation, dem aktuellen Therapie-Stand (Bestrahlung, Chemo-Therapie), der Form und Grösse der vorhandenen Brust sowie eventuellen Begleit-Erkrankungen.

Auch Ihr subjektives Empfinden, was die verschiedenen Modelle betrifft, sowie Ihre Lebensweise werden bei der Auswahl der Brustprothese berücksichtigt. Nehmen Sie sich Zeit für die Entscheidung – die Prothese muss bequem und angenehm zu tragen sein.

Die Krankenversicherungen übernehmen anteilig die Kosten für Brustprothesen und BHs. Informieren Sie sich bei Ihrer Versicherung!

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vorlage:
Dr. med. Elke Thomazo
Autor:
Martina Feichter
Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

ICD-Codes:
D05C50
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
  • Deutsche Krebsgesellschaft: Brustaufbau/Brustprothesen, unter: www.krebsgesellschaft.de (Abruf: 07.06.2022)
  • Juchli, L. Thiemes Pflege. Georg Thieme Verlag. 2004
  • Löseke A. & Skibbe X. Gynäkologie und Geburtshilfe für Pflegeberufe. Georg Thieme Verlag. 4. Auflage, 2021
  • Stiftung Deutsche Krebshilfe: Die blauen Ratgeber „Brustkrebs“ (Stand: 2019), unter: www.krebshilfe.de (Abruf: 07.04.2022)
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