Wie erfolgt die Ansteckung bei Toxoplasmose?

Toxoplasmose
Toxoplasmose (Syda Productions / Fotolia.com)

Die Toxoplasmose ist eine weltweit verbreitete Zoonose, also eine vom Tier auf den Menschen übertragbare Erkrankung.

Der Erreger der Toxoplasmose ist Toxoplasma gondii, ein einzelliger Parasit, dessen Hauptwirt die Katze ist. Infizierte Katzen scheiden Toxoplasmen-Eier mit dem Kot aus. Diese können vom Menschen auf verschiedene Weise aufgenommen werden:

Erdreich

Über den Katzenkot gelangen die Toxoplasmen-Eier in die Erde oder in Sandkisten. Sie sind sehr widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen und können im feuchten Erdreich mehrere Jahre infektiös bleiben.  Durch Schmutz- und Schmierinfektionen mit kontaminierter Erde – wie bei der Gartenarbeit – kann sich der Mensch anstecken.

Katzen

Die Katze ist der Endwirt von Toxoplasma gondii. Das bedeutet, dass der Parasit im Organismus der Katze seine geschlechtsreife Form erlangt. Die fertigen Toxoplasmen-Eier werden mit dem Katzenkot ausgeschieden. Erstinfizierte Katzen, zumeist Jungtiere, können bis zu einer Million Oozysten pro Gramm Kot ausscheiden. Das  Reinigen der Katzentoilette ist daher eine mögliche Infektionsquelle für Toxoplasmose.

Fleisch

Die Aufnahme von Toxoplasmenzystem über Fleisch und Fleischprodukte ist die häufigste Infektionsquelle. Über das Erdreich können Toxoplasmen auch von Nutztieren aufgenommen werden, wo sie in der Muskulatur, im Gehirn und in der Netzhaut des Auges Gewebezysten bilden. Toxoplasmen konnten u. a. bei Schweinen, Schafen, Ziegen, Geflügel und Rindern nachgewiesen werden, wobei Lamm- und Schweinefleisch die Hauptquellen einer Infektion beim Menschen sind. Beim Verzehr von rohem oder ungenügend gegartem Fleisch werden die Parasiten im Magen-Darm-Trakt aufgenommen und gelangen über das Blut in den gesamten Körper.

Übertragung Mutter - Kind

Ein weiterer Übertragungsweg ist jener von der Mutter auf das ungeborene Kind. Der Parasit gelangt über die Plazenta zum Embryo, wobei eine Ansteckung ab der siebten Schwangerschaftswoche möglich ist. Grundsätzlich gilt: Infektionen zu Beginn der Schwangerschaft führen zu schweren Schäden, je später die Infektion stattfindet, desto geringer ist das Ausmaß der Veränderungen.

Die Schwangerschafts-Toxoplasmose ist gefürchtet, weil sie zu Erblindung, körperlichen und geistigen Behinderungen oder zum Tod des ungeborenen Kindes führen kann.

Heutzutage ist die Untersuchung auf Toxoplasmose fixer Bestandteil der Mutter-Kind-Pass Untersuchung und wird routinemäßig durchgeführt. Die Blutuntersuchung ist die einzige Möglichkeit, eine akute Infektion der Mutter zu diagnostizieren, da die Erkrankung in 90% der Fälle symptomlos verläuft. Je früher eine akute Infektion erkannt wird, desto geringer ist das Risiko von schwerwiegenden Folgen für das Kind.

Etwa 0,2% aller Schwangeren infizieren sich während der Schwangerschaft erstmalig. Die Erstuntersuchung erfolgt in der Regel bis zur 9. Schwangerschaftswoche.

Studien zeigen, dass rund ein Drittel aller Frauen vor Beginn der Schwangerschaft bereits Kontakt mit dem Erreger hatte. Sie haben Antikörper im Blut, die eine neuerliche Ansteckung während der Schwangerschaft sehr unwahrscheinlich machen.

Schwangeren, die noch keinen Kontakt mit Toxoplasmen hatten, werden im Rahmen regelmäßiger Blutuntersuchungen  (alle acht bis zehn Wochen bis zur Geburt) auf das Vorhandensein von Toxoplasmose-spezifischen Antikörpern kontrolliert. Diese Analysen erfolgen der Regel in einem Labor.

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Autoren:

Medizinisches Review:
Mag. Astrid Leitner
Redaktionelle Bearbeitung:
Matthias Thalhammer, Thomas Auinger, Mag. Astrid Leitner

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Patienteninformation des Goldenen Kreuz Wien (Online, letzter Aufruf: 08.08.2016)
Robert-Koch-Institut: www.rki.de
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit: www.ages.at
 
 

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