Symptome einer Scheideninfektion

Scheideninfektionen verursachen meist Vaginalausfluss.
Slipeinlage (djedzura / iStock)

Scheideninfektionen können von Bakterien, Pilzen, Viren oder Einzellern verursacht werden, häufig sind auch mehrere Erreger gleichzeitig an der Infektion beteiligt (sog. Mischinfektion).

Kurzfassung:

  •  Je nach Erreger können die Symptome einer Scheideninfektion sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.
  • Häufig auftretende Symptome sind: Ausfluss, Juckreiz, Rötung und Schwellung, Schmerzen, leichte Blutungen.
  • Zur Diagnosesicherung ist eine genaue gynäkologische Untersuchung notwendig. 

Die Symptome einer solchen Infektion können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein, einander ähneln oder sogar gänzlich fehlen. Bei Pilz- und Bakterieninfektionen ist besondere Vorsicht geboten, da sie – ohne ärztliche Abklärung – häufig verwechselt werden.

Die klinischen Symptome sowie der Verlauf einer Scheideninfektion sind abhängig von:

  • Art des Erregers
  • Immunstatus
  • Hormonstatus

+++ Mehr zum Thema: Welche Erreger verursachen eine Scheideninfektion? +++

Typische Symptome einer Scheideninfektion

  • Unangenehmer vaginaler Ausfluss
  • Juckreiz und Brennen im Intimbereich
  • Rötung und Schwellung der Scheidenhaut
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Leichte Blutungen

Vaginaler Ausfluss

Normaler Ausfluss ist klar bis milchig-weiß, geruchlos und nicht irritierend. Im Falle einer Scheideninfektion ändern sich meist Konsistenz und Farbe des Ausflusses, nicht selten auch dessen Geruch. Aus diesem Grund ermöglicht die Beschaffenheit des Ausflusses häufig bereits erste Rückschlüsse auf die Art des Erregers.

Für eine bakterielle Vaginose ist ein fischartig übel riechendes, gelb-grünliches Sekret charakteristisch. Einen ähnlichen Befund kann jedoch auch eine Trichomonaden-Infektion ergeben, wobei hier meist auch eine schaumige Konsistenz auffällig ist.

Pilzinfektionen der Scheide zeigen sich in den meisten Fällen durch einen weißlichen Belag im Bereich der Schamlippen und der Scheidenwand sowie dickflüssigen Ausfluss.

Diagnose

Da die klinischen Symptome einer Scheidenentzündung alleine nicht immer eindeutig einem bestimmten Erreger zugeordnet werden können, ist zur Sicherung der Diagnose in der Regel eine genauere gynäkologische Untersuchung erforderlich. Diese beinhaltet unter anderem auch eine mikroskopische Untersuchung des Scheidensekrets. Erst wenn der Infektionserreger eindeutig identifiziert ist, kann eine spezifische Therapie eingeleitet werden.

+++ Mehr zum Thema: Therapie einer Scheideninfektion +++

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Autoren:

Medizinisches Review:
Prof. Dr. Gerd Neumann
Redaktionelle Bearbeitung:
Nicole Kolisch

Stand der Information: Dezember 2017

Quellen

Deutsche Apotheker Zeitung: Vaginalinfektionen – Wissenswertes zu Behandlung und Prophylaxe, 2013: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2013/daz-46-2013/vaginalinfektionen (letzter Zugriff 12.12.2017)

https://www.pfizer.at/fileadmin/content/Content/04_Presse/04.5_Publikationen_und_Broschueren/Pfizer_Austria_Gynaekologie_Vaginal_Gesund.pdf (letzter Zugriff 07.12.2017)
Journal für Gynäkologische Endokrinologie, 2013; http://www.kup.at/kup/pdf/11938.pdf (letzter Zugriff 12.12.2017)

Leitlinie Vulvovaginalkandidose, 2013; http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-072l_S2k_Vulvovaginalkandidose_2013-verlaengert.pdf (letzter Zugriff 12.12.2017)

Pharmazeutische Zeitung online; Vaginalflora in Aufruhr; https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=30817 (letzter Zugriff 12.12.2017)
Leitlinien zur Therapie der klassischen Geschlechtskrankheiten, 2009; http://www.oegstd.at/res/std3_gl.pdf (letzter Zugriff 12.12.2017)

Ärztezeitung: Sexuell übertragbare Erkrankungen, 2017; http://www.aerztezeitung.at/fileadmin/PDF/2017_Verlinkungen/State_Sexuell_uebertragbare_Infektionen.pdf (letzter Zugriff 12.12.2017)

Apotheken Umschau, 2016: https://www.apotheken-umschau.de/Geschlechtskrankheiten/Feigwarzen-Therapie-11622_5.html (letzter Zugriff 12.12.2017)

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