West-Nil-Fieber in Österreich

Das West-Nil-Virus wird von Stechmücken übertragen.
Das West-Nil-Virus wird von Stechmücken übertragen. (Roger De Marfà)

Das West-Nil-Virus kommt hauptsächlich in tropischen Gegenden vor, der Erreger findet sich aber zunehmend auch in Mitteleuropa. Selbst in Österreich wurden bereits Infektionen gemeldet.

Das West-Nil-Virus kommt hauptsächlich in Afrika, Asien und am gesamten nordamerikanischen Kontinent vor und gilt als Erreger des "West-Nil-Fiebers". Es wird von Stechmücken (Gelsen) übertragen und kann in seltenen Fällen zu schwerwiegenden Infektionen des zentralen Nervensystems führen. 

Das natürliche Reservoir des Erregers sind Vögel, Menschen und andere Säugetiere  – allen voran Pferde – können ebenfalls erkranken. 

Wie wird das West-Nil-Virus übertragen?

  • Das West-Nil-Virus wird von Gelsen übertragen.
  • In den Stechmücken, aber auch in inneren Organen von Vögeln kann es monatelang überleben.
  • Sind Zugvögel befallen, können die Viren über weite Entfernungen verschleppt werden.
  • Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. 

Welche Symptome treten auf?

Eine Infektion mit dem West-Nil-Virus verläuft in 80% der Fälle ohne deutliche Krankheitssymptome. Müdigkeit und erhöhte Temperatur können auf eine vorangegangene Infektion hindeuten. Aufgrund der unspezifischen Symptome wird die Erkrankung aber häufig nicht erkannt. 

Bei jeder 5. infizierten Person kommt es hingegen nach einer Inkubationszeit von drei bis 14 Tagen zu grippeähnlichen Beschwerden wie

Gelegentlich äußert sich die Infektion auch durch Magen-Darm-Beschwerden und/oder einen fleckigen Hautausschlag.

Nach einer durchgemachten West-Nil-Virusinfektion sind Betroffene immun. 

Können Komplikationen auftreten?

In etwa 1% der Fälle treten schwerwiegende Komplikationen auf. Dabei befällt das Virus auch das zentrale Nervensystem, eine Gehirn- oder Gehirnhautentzündung kann die Folge sein. Ein besonders hohes Risiko, zu erkranken, haben sehr junge oder alte Menschen, Personen mit geschwächtem Immunsystem und chronisch Kranke. 

Eine entsprechende Infektion wird durch den Nachweis der Viren im Blut bestätigt. Die Therapie erfolgt rein symptomatisch, eine ursächliche Behandlung gibt es nicht. Auch eine vorbeugende Impfung gegen das West-Nil-Viurs steht bislang nicht zur Verfügung. 

Erkrankungsrisiko in Österreich gering

Zwischen 2009 und 2018 kam es in Österreich zu insgesamt 51 bestätigten Fällen (41 im Inland erworben, 10 importiert) , Todesfälle gab es keine. 

Aufgrund des heißen und trockenen Sommers in vielen Teilen Europas fanden Gelsen hierzulande geradezu ideale Lebensbedingungen. Deshalb verbreitete sich auch das von ihnen übertragene West-Nil-Virus stärker als in vorangegangenen Jahren. 

Wie aus einem Bericht des Europäischen Seuchenkontrollzentrums (ECDC) hervorgeht, erlagen seit Anfang des Jahres europaweit 115 Menschen dem West-Nil-Fieber (Griechenland, Serbien, Italien). 

In Österreich wurden seit Jahresbeginn 2018 bereits 24 Infektionsfälle bestätigt, derzeit gibt es wieder Berichte über aktuelle Erkrankungsfälle in Tschechien. 

+++Mehr Informationen zum West-Nil-Virus-Ausbruch in Italien finden Sie auf gesundheitstrends.at+++

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Stand der Information: Oktober 2018

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