Vogelgrippe: Symptome bei Mensch und Tier

Nach einer Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und dem Auftreten erster Krankheitsanzeichen) von wenigen Stunden oder Tagen treten folgende Symptome auf:

Welche Symptome treten bei Geflügel auf?

  • Apathie
  • sinkende Legeleistung
  • Atembeschwerden bis Atemnot (Tiere atmen mit offenem Schnabel)
  • Schwellungen an Hals, Kamm und Beinen
  • Blaufärbung von Schleimhäuten; manchmal auch Verfärbung des Kamms
  • Zittern und unkoordinierter Gang
  • Schwierigkeiten, den Kopf zu halten
  • schleimiger bis wässriger Durchfall

Oft versterben die Tiere allerdings, bevor erste Symptome auftreten: Vermeintlich gesunde Hühner fallen plötzlich tot um.

Welche Symptome treten beim Menschen auf?

Die Erkrankung macht sich zuerst mit typischen Grippe-Symptomen bemerkbar, die auch bei jungen Patienten schlagartig aus völliger Gesundheit auftreten können. Betroffen sind vor allem die oberen Atemwege sowie der Magen-Darm-Trakt. Die bisherigen Erkrankungsfälle deuten darauf hin, dass die Inkubationszeit beim Menschen zwischen zwei und fünf Tagen betragen dürfte.

  • Hohes Fieber (>38 Grad)
  • Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen
  • Husten, Atembeschwerden bis hin zur Atemnot
  • Selten kommt es zu Nasenbluten und Schleimhautblutungen.

Teilweise kommt es zusätzlich zu Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.

Diese Beschwerden treten häufiger auf als bei der normalen Grippe und können den anderen Symptomen vorausgehen.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung stehen bei den meisten Patienten Symptome der oberen und unteren Atemwege im Vordergrund. Es kommt zu einer schweren Lungenentzündung, die oft rasch zu einem Versagen der Atemorgane führt.

Folgende weitere Symptome wurden bei den bis dato registrierten Fällen beobachtet:

  • Erhöhung der Leberwerte
  • Verminderung der weißen und roten Blutkörperchen sowie der Blutplättchen (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie)
  • eingeschränkte Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen
  • manchmal auch Herzrhythmusstörungen und akute Herzinsuffizienz
  • Schock, Multiorganversagen

Die Todesrate der auf Grund einer H5N1-Infektion ins Krankenhaus eingelieferten Menschen war bis dato extrem hoch. Mehr als die Hälfte dieser Patienten verstarben nach wenigen Tagen - die meisten durch Lungenversagen.

Es wird vermutet, dass sich die hohe Todesrate zum Teil dadurch erklären lässt, dass manche Länder der WHO nicht alle Erkrankungsfälle gemeldet haben. Andererseits ist es denkbar, dass Menschen mit weniger schwer verlaufenden Formen keine medizinischen Einrichtungen aufgesucht haben bzw. dort als "normale" Grippe-Fälle eingestuft wurden.

Bei neu auftretenden Viruserkrankungen kann es deshalb zu hohen Todesraten kommen, weil sich Erreger und Wirt noch nicht aneinander angepasst haben. Das Virus tötet zum eigenen evolutionären Nachteil den Menschen anstatt ihn als "Transportmittel" zur eigenen Vermehrung und Verbreitung zu verwenden. Auch kann die menschliche Abwehr den Erreger nicht effizient bekämpfen, weil sie ihn noch nicht kennt.

Wer derzeit unter Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen leidet, kann davon ausgehen, dass bei ihm oder ihr eine "normale" Grippe bzw. Erkältung vorliegt. Auch wenn H5N1 derzeit alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist die aktuell zirkulierende Echte Grippe für ein Vielfaches an Erkrankungs- und leider auch Todesfällen verantwortlich zu machen - und das, obwohl sie so mild wie schon seit Jahren nicht mehr verläuft.

Wie wird festgestellt, ob eine Vogelgrippe vorliegt?

Bei Verdacht auf Vogelgrippe wird in zentralen Referenzlabors untersucht, ob tatsächlich eine Infektion mit dem Influenza-A-Virus H5N1 gegeben ist. In Österreich gibt es zwei solche Labors: Für Tiere ist die Bundesanstalt für Tierseuchenbekämpfung in Mödling, für Menschen das Institut für Virologie der Universität Wien zuständig. Eine endgültige Bestätigung wird durch Referenzlabors der Europäischen Union gegeben.

++ Mehr zum Thema: Vogelgrippe ++

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Quellen

Current Concepts: Avian Influenza A (H5N1) Infection in Humans (Review Article). In: The New England Journal of Medicine 2005;353: 1374-85.
H. Hof et al: Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie. Georg Thieme Verlag 2004.
F. Kayser et al: Medizinische Mikrobiologie. Georg Thieme Verlag 2005
Weltgesundheitsorganisation ( www.who.int)
Europäische Union - Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz ( www.europa.eu.int)
Österreichisches Bundesministerium für Gesundheit und Frauen ( www.bmgf.gv.at)

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