Haustierallergie (Tierhaarallergie, Tierallergie, Katzenallergie, Hundeallergie)

Katzenallergie Tierhaarallergie
Jeses felltragende Tier kann eine Allergie auslösen. Die Katzenhaarallergie ist aber die häufigste Form der Tierhaarallergie. (AkilinaWinner / iStockphoto)

Nach der Hausstaubmilbe sind Haustiere der zweithäufigste Auslöser allergischer Reaktionen im Innenbereich. Bei Anwesenheit von Haustieren treten dann die typischen Symptome wie Schnupfen, Bindehautentzündung oder sogar Asthma auf.

Kurzfassung:

  • Am häufigsten sind Katzen- und Hundeallergien. Aber auch Allergien gegen Nagetiere wie Meerschweinchen und Hamster kommen vor.
  • Bei Betroffenen kommt es zu den typischen Symptomen wie Schnupfen, Bindehautentzündung oder sogar Asthma.
  • Zur Diagnose kommen Haut- und Bluttest zum Einsatz.
  • Ein allergenfreies Umfeld ist der wichtigste Bestandteil der Allergietherapie.

Grundsätzlich kann jedes Fell tragende Tier eine allergische Reaktion auslösen. Katzen sind am stärksten allergieauslösend, Reaktionen gegen Hunde sind meist weniger stark ausgeprägt. Auch Meerschweinchen, Hamster, Kaninchen und Pferde kommen als Allergieauslöser infrage.

Im Falle einer Tierallergie reagiert der menschliche Organismus jedoch nicht – wie häufig angenommen – auf die Haare, sondern auf Eiweißstoffe aus Hautschuppen, Talg, Speichel oder Urin, die sich am Fell des Tieres verteilen und über die Haare in der Luft verbreitet werden.

+++ Mehr zum Thema: Wie wird eine Allergie diagnostiziert? +++

Welche Symptome treten bei einer Tierhaarallergie auf?

Häufig liegt nicht nur eine Allergie gegen eine einzelne Tierart vor, sondern gleich gegen zwei oder mehrere. So reagieren beispielsweise rund 30% aller Katzenallergiker auf eine weitere Tierart allergisch, 20% sogar auf mehrere Tierarten. Gut zu wissen: Wer auf ein bestimmtes Tier allergisch reagiert, ist nicht automatisch gegen alle Individuen dieser Tierart allergisch. Die Allergenproduktion ist von Rasse zu Rasse, vor allem aber individuell von Tier zu Tier unterschiedlich.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Der Verdacht, ob ein Haustier eine Allergie auslöst, wird nach einem ausführlichen Gespräch über Lebensumstände und Art der Beschwerden durch einen Hauttest (Prick-Test) und eine Blutuntersuchung abgesichert. Diese Tests zeigen eine Allergiebereitschaft für einen bestimmten Stoff an – ein positives Ergebnis muss aber nicht immer eine relevante Allergie bedeuten.

Wie wird eine Tierhaarallergie behandelt?

Um die dauerhafte Verschlechterung der allergischen Beschwerden und die Ausweitung der Allergie auf die unteren Atemwege zu vermeiden, ist ein allergenfreies Umfeld der wichtigste Bestandteil der Allergietherapie und oft auch der einzige Weg, eine Haustierallergie loszuwerden. Das bedeutet im schlimmsten Fall, dass ein lieb gewonnenes Haustier den gemeinsamen Haushalt verlassen muss.

Akute Allergiesymptome bei Katzenallergie können kurzfristig mit antiallergischen Medikamenten wie

Während Allergien gegen Pollen oder Hausstaubmilben in vielen Fällen mit einer Allergen-spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) in Schach gehalten werden können, werden diese Impfungen bei Tierhaarallergien nur selten eingesetzt. Der Grund dafür liegt darin, dass eine Vermeidung des Kontakts mit Tieren ja prinzipiell möglich ist und die Therapie nicht immer alle Symptome beseitigt.

Wichtig: Obwohl oft behauptet, gibt es keine speziellen hypoallergenen Tiere! So bleibt für Haustierallergiker oft nur ein Ausweg: der Verzicht auf ein eigenes Haustier. 

+++ Mehr zum Thema: Hyposensibilisierung bei Tierhaarallergie? +++

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Autoren:
Univ. Prof. Dr. Christof Ebner,
Medizinisches Review:
Prof. Dr. Gunter Sturm
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Stand der medizinischen Information:

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