Verursachen Cholesterinsenker Muskelschmerzen?

Sportler im blauen T-Shirt hält sich das Schienbein unterhalb des Knies.
(10-24-11 © Jeannot Olivet / iStockphoto)

Zu hohe Blutfettwerte werden häufig mittels Statinen gesenkt. Die Arzneimittelplattform "Gute Pillen – Schlechte Pillen" klärt nun über spezifische Nebenwirkungen der Medikamente auf.

Ein Cholesterienspiegel über der Norm wird mit einem deutlich erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert. Die Arterien verkalken zusehends, Betroffene erleiden im schlimmsten Fall einen Schlaganfall oder Herzinfarkt. Um dieses Worst-Case-Szenario zu umgehen, werden bei diagnostizierter Arterienverkalkung oder einem schon durchlebten Schlaganfall oder Herzinfarkt sogenannte Statine verschrieben, welche die Blutfettwerte senken und so die Wahrscheinlichkeit für einen Arterienverschluss reduzieren sollen.

Nicht ohne Nebenwirkungen

So sinnvoll der Einsatz der Statine oft ist, so hoch liegt die Rate an Nebenwirkungen, von denen Patienten regelmäßig berichten. Unter anderem führen die Präparate bei manchen Personen zu Muskelbeschwerden, die einem Muskelkrampf oder  -kater ähneln. Viele fühlen sich zusätzlich energielos und abgeschlagen. In den meisten Fällen bleibt es bei unangenehmen, aber harmlosen Symptomen. Selten tritt eine gefährliche Nebenwirkung auf, wo der eigentlich lebensrettende Wirkstoff Muskelfasern zerstört.

Warum es zu Muskelschmerzen kommt

Statine nehmen Einfluss auf den Stoffwechsel der Muskelzelle. Das passiert insbesondere dann, wenn das Arzneimittel in sehr hoher Dosierung eingenommen wird. Die Spiegel des Wirkstoffes im Blut können aber auch bei eigentlich niedriger Dosis ansteigen. Das betrifft vor allem Menschen, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen. Diese Problematik wird als Polypharmazie bezeichnet. Die anderen Substanzen stören den Abbau der Statine in der Leber durch Enzyme. Die Funktion dieser Leberenzyme wird beispielsweise durch Antibiotika oder Pilzmedikamente (Antimykotika) behindert. Tatsächlich kann sogar Grapefruitsaft zu solch einer ungünstigen Wechselwirkung führen.

Umso älter der Patient (über 65 Jahre), desto eher besteht die Gefahr, dass ein erhöhter Statin-Spiegel Muskelbeschwerden verursacht. Auch Schilddrüsenerkrankungen, Alkoholismus oder eine Nierenfunktionsschwäche nehmen ungünstigen Einfluss.

Im Zweifel zum Arzt

Wer Statine zur Senkung des Cholesterinspiegels einnimmt und Muskelschmerzen bemerkt, sollte zur Sicherheit seinen Hausarzt konsultieren. Er kann eine harmlose von einer lebensbedrohlichen Nebenwirkung unterscheiden. Dazu nimmt der Arzt Blut ab, das im Labor auf ein Zuviel an Creatinkinase (CK) getestet wird. Dies ist ein Zeichen eines Abbaus von Muskelmasse. Falls die Blutprobe tatsächlich erhöhte CK-Werte aufweist, muss die Einnahme der Cholesterinsenker gestoppt werden.

Sind die Muskelschmerzen harmloser Natur, so reicht es, die Dosis zu reduzieren, eine Einnahmepause einzulegen oder das Präparat zu wechseln. Das weitere Vorgehen entscheidet in jedem Fall der Arzt. Setzen Sie Statine niemals eigenmächtig ab. Versuchen Sie überdies nicht, die Muskelbeschwerden mit Nahrungsergänzungsmitteln zu bekämpfen.

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Nicole Kolisch

Aktualisiert am:
Quellen

http://gutepillen-schlechtepillen.de/meldungen/muskelschmerzen-durch-statine/
 

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