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Schlüsselbeinbruch (Claviculafraktur, Klavikulafraktur)

Claviculafraktur, Schlüsselbeinbruch, Röntgen
Bei einem Schlüsselbeinbruch sichert die Röntgenuntersuchung die Diagnose. (Monthian / iStockphoto)

Der Schlüsselbeinbruch zählt zu den häufigsten Knochenbrüchen und tritt vor allem bei Kindern und Jugendlichen auf. Die Fraktur kann konservativ behandelt oder operiert werden.

Kurzfassung:

  • Das Schlüsselbein kann bei einem Sturz auf die Schulter oder starker Gewalteinwirkung brechen.
  • Bei einem Schlüsselbeinbruch treten Schmerzen und eine Schwellung im Verlauf des Schlüsselbeins auf.
  • Eine Röntgenuntersuchung sichert die Diagnose.
  • Ein Schlüsselbeinbruch wird meist konservativ mit einem speziellen Verband behandelt. Nur bei schweren Frakturen ist eine Operation notwendig.
  • In der Regel heilt ein Schlüsselbeinbruch in etwa drei Monaten vollständig aus.

Das Schlüsselbein (Clavicula) ist die einzige knöcherne Verbindung zwischen Arm- und Rumpfskelett. Es verläuft zwischen dem Brustbein (Sternum) und einem Fortsatz des Schulterblatts (Akromion). Bei einem Sturz auf die Schulter (z.B. beim Sport) oder starker Gewalteinwirkung (z.B. durch den Sicherheitsgurt bei einem Autounfall) kann das Schlüsselbein brechen.

Das Risiko eines Schlüsselbeinbruchs ist bei Jugendlichen, jungen Erwachsenen und älteren Menschen am höchsten. Bei Erwachsenen heilt die Fraktur langsamer als bei Kindern und die Gefahr von Komplikationen ist größer. Der Schüsselbeinbruch ist nach dem Bruch der Speiche der zweithäufigste Knochenbruch.

+++ Mehr zum Thema: Fraktur +++

Es gibt verschiedene Arten eines Schlüsselbeinbruchs:

  • Bruch im mittleren Drittel des Schlüsselbeins (häufigste Form)
  • Bruch im äußeren Drittel des Schlüsselbeins – in der Nähe des Schultergelenks
  • Bruch im inneren Drittel des Schlüsselbeins – in der Nähe des Brustbeins

Je nach Schwere der Verletzung kann das Schlüsselbein komplett durchtrennt sein oder nur einen Riss aufweisen. Außerdem kann es nur an einer, aber auch an mehreren Stellen gebrochen sein.

Welche Symptome können bei einem Schlüsselbeinbruch auftreten?

  • Schmerzen
  • Schwellung im Verlauf des Schlüsselbeins
  • Unfähigkeit, den Arm zu benutzen
  • Bruch eventuell nach außen tast- und/oder sichtbar (Stufenbildung am Knochen)
  • eventuelle Fehlstellung des Armes sowie Reibegeräusche des gebrochenen Knochens

Oft bemerken Patienten zum Zeitpunkt des Unfalls ein Knackgeräusch. Offene Brüche des Schlüsselbeins sind sehr selten.

Als Erste-Hilfe-Maßnahme ist eine Ruhigstellung des Armes wichtig (z.B. mit einem Dreieckstuch), zusätzlich kann die betroffene Stelle gekühlt werden.

+++ Mehr zum Thema: Erste Hilfe bei Knochenbrüchen +++

Wie wird ein Schlüsselbeinbruch diagnostiziert?

Der Arzt wird nach einer ausführlichen Anamnese (= Erhebung der Krankengeschichte) eine körperliche Untersuchung durchführen. Bei Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch wird eine Röntgenuntersuchung durchgeführt. Möglicherweise sind zusätzliche bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) notwendig.

Wichtig ist, dass akute Komplikationen wie ein Pneumothorax (Luft im Pleuraspalt, die die Ausdehnung des Lungenflügels behindert) oder Hämatothorax (Blut im Pleuraspalt) ausgeschlossen werden können. Zusätzlich werden Durchblutung, Motorik und Sensibilität des betroffenen Armes überprüft.

+++ Mehr zum Thema: Röntgenuntersuchung +++

Wie wird ein Schlüsselbeinbruch behandelt?

Je nach Lage und Ausmaß des Schlüsselbeinbruchs wird entweder konservativ oder operativ behandelt.

  • Konservative Behandlung: Bei leichten Frakturen ist eine konservative Behandlung meist ausreichend. Dabei wird das Schlüsselbein mit einem speziellen Verband (Schlingenverband oder Rucksackverband) stabilisiert und für einige Tage bis Wochen ruhiggestellt (bei Kindern meist 1–2 Wochen, bei Erwachsenen ca. 4–6 Wochen). Zusätzlich werden vom Arzt Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen, Paracetamol) verordnet. Eine nachfolgende Röntgenkontrolle ist meist nicht erforderlich.
     
  • Operation: Muss die Stellung des gebrochenen Schlüsselbeins korrigiert oder müssen Knochenteile fixiert werden, ist eine Operation unter Vollnarkose notwendig. Dabei kommen elastische Nägel, Platten und Schrauben zum Einsatz. Eine Operation ist vor allem dann notwendig, wenn die Frakturteile Schäden an Gefäßen, Nerven oder Weichteilen verursachen könnten.

Wie geht es nach der Operation weiter?

Nach einer Operation des Schlüsselbeinbruchs bekommt der Patient eine Armschlinge, damit der Arm ruhiggestellt ist. Zusätzlich können Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen, Paracetamol) verordnet werden. Mit einer Röntgenuntersuchung wird der Heilungsverlauf kontrolliert. Nach einer operativen Therapie ist der Patient meist etwas schneller wieder voll belastbar als nach konservativer Behandlung. Ein eingesetztes Implantat wird frühestens nach drei Monaten wieder entfernt.

Welche Komplikationen können auftreten?

Komplikationen sind selten, können aber vorkommen. Recht häufig ist ein etwas verkürzter Schultergürtel nach einer konservativen Therapie. Selten kann es nach der Heilung zu Fehlstellungen oder Bewegungseinschränkungen kommen, die später operiert werden müssen.

Wie ist die Prognose nach einem Schlüsselbeinbruch?

Um die Beweglichkeit der Schulter und des Armes zu verbessern, kann eine Physiotherapie verordnet werden.

Nach etwa drei Monaten ist die Heilung bei den meisten Patienten abgeschlossen und normale Aktivitäten und Bewegungen können wieder aufgenommen werden. In der Regel heilt der Großteil der Schlüsselbeinbrüche komplikationslos aus.

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Autoren:

Medizinisches Review:
Univ.-Prof. Dr. Christian Gäbler
Redaktionelle Bearbeitung:

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: Schlüsselbeinbruch; https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/verletzungen/gelenkverletzungen/schluesselbeinbruch (letzter Zugriff: 05.03.2020)

Amboss: Claviculafraktur; https://www.amboss.com/de/wissen/Claviculafraktur (letzter Zugriff: 05.03.2020)

Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Münster, Deutschland: Die laterale Klavikulafraktur – Grundlagen, OP-Indikationen, Versorgungstechniken; https://www.ukm.de/fileadmin/ukminternet/daten/kliniken/unfallchirurgie/Dokumente/Die_laterale_Claviculafraktur_OBEX.pdf (letzter Zugriff: 05.03.2020)

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