Röteln bei Kindern

Bei Verdacht auf Röteln sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Zu Beginn der Erkrankung zeigen sich die Symptome einer Erkältung. (athomass / Fotolia.com)

Wie Masern und Windpocken werden Röteln durch Viren verursacht. Auch bei Röteln kommt es zu einem rötlich-fleckigen Ausschlag am ganzen Körper, der im Anfangsstadium leicht mit Masern oder Scharlach verwechselt werden kann.

Kurzfassung:

  • Röteln werden durch Viren verursacht.
  • Röteln werden beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen.
  • Zu Beginn der Erkrankung zeigen sich die Symptome einer Erkältung: Husten, Schnupfen, manchmal auch eine Bindehautentzündung mit geröteten Augen. Oft bleiben dies auch die einzigen Symptome.
  • Bei Kindern verläuft die Erkrankung meist harmlos.
  • Der beste Schutz gegen Röteln ist die MMR-Impfung.

Da die meisten Kinder heutzutage eine Impfung gegen Röteln erhalten, ist die Krankheit relativ selten geworden.

Wie werden Röteln übertragen?

Röteln werden beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen. Sie verbreiten sich also durch Tröpfchen in der Atemluft (Tröpfcheninfektion). Die Viren gelangen in Mund, Nase und Hals, wo sie über die Schleimhaut aufgenommen werden. Von dort breiten sie sich im ganzen Körper aus. Röteln können aber auch durch eine Schmierinfektion über kontaminierte Gegenstände übertragen werden.

Was sind die Anzeichen von Röteln?

  • Zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) liegen zwei bis drei Wochen.
  • Röteln sind etwa eine Woche vor Auftreten des Ausschlags bis sieben Tage danach ansteckend. Sie lassen sich aber besonders leicht während der Blüte der Krankheit übertragen.
  • Zu Beginn der Erkrankung zeigen sich die Symptome einer Erkältung: Husten, Schnupfen, manchmal auch eine Bindehautentzündung mit geröteten Augen. Oft bleiben dies auch die einzigen Symptome. Die Diagnose "Röteln" wird dann meistens nicht gestellt.
  • Die Lymphknoten im Nacken und hinter den Ohren schwellen an und schmerzen.
  • Ein bis zwei Tage später beginnt der Ausschlag hinter den Ohren mit kleinen, hellroten oder leicht bräunlichen Flecken. Sie breiten sich auf Gesicht, Hals, Arme, Beine und dann innerhalb kurzer Zeit auf den gesamten Körper aus. Kinder können leichtes Fieber bekommen. Juckreiz tritt nur schwach oder überhaupt nicht auf. Der Ausschlag verschwindet nach zwei bis drei Tagen wieder.
  • Die meisten Kinder fühlen sich nur wenig krank.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Sie sollten mit Ihrem Kind einen Arzt aufsuchen, sobald die ersten Krankheitszeichen auftreten. Der Arzt stellt aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes (Hautausschlag, geschwollene Lymphknoten im Nacken) fest, ob das Kind Röteln hat. Zur Diagnosesicherung kann eine Blutuntersuchung folgen.

+++ Mehr zum Thema: Röteln in der Schwangerschaft +++

Wie werden Röteln behandelt?

Röteln werden nicht ursächlich, sondern symptomatisch (z.B. mit fiebersenkenden Medikamenten) behandelt.

Alle Personen, die mit dem kranken Kind in Kontakt kommen, können sich anstecken. Nach der Krankheit besteht ein lebenslanger Schutz. Man kann Röteln also nur einmal im Leben bekommen.

Welche Komplikationen können auftreten?

  • In sehr seltenen Fällen kann eine Rötelnerkrankung zu einer Gehirnentzündung (Enzephalitis) führen. Symptome sind starke Kopfschmerzen, Erbrechen, Berührungsempfindlichkeit und Verhaltensauffälligkeiten.
  • Vor allem bei Mädchen ab 12 Jahren und bei Frauen kann es zu Gelenkschwellungen oder -schmerzen kommen.
  • Ihr Kind sollte nicht mit schwangeren Frauen in Kontakt kommen, die noch keine Röteln hatten oder die nicht gegen die Krankheit geimpft sind. Steckt sich die Schwangere mit Röteln an, kann es zu schweren Schädigungen des Ungeborenen kommen (Herzfehler, Taubheit, geistige Behinderung). Die Gefahr ist in den ersten vier Schwangerschaftsmonaten am größten.
  • Wegen der Ansteckungsgefahr sollte Ihr Kind erst nach acht bis zehn Tagen wieder in den Kindergarten oder in die Schule gehen.

Wie kann man Röteln vorbeugen?

Der beste Schutz gegen Röteln ist eine Impfung. Diese wird in Kombination mit den Impfstoffen gegen Masern und Mumps (MMR-Impfung) verabreicht.

+++ Mehr zum Thema: MMR-Impfung +++

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Autoren:
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Medizinisches Review:
Prim. Ass.-Prof. DDr. Peter Voitl, MBA

Stand der medizinischen Information:
Quellen

 Robert-Koch-Institut: Röteln; https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Roeteln.html (letzter Zugriff: 10.04.2019)
Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: Röteln bei Kindern; https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/kinderkrankheiten/infektion/roeteln (letzter Zugriff: 10.04.2019)

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