Photoallergische Reaktionen

Photoallergie, photoallergische Reaktion, Ausschlag nach dem Sonnen
Bei der photoallergischen Reaktion treten die Hautveränderungen nicht sofort bei Sonnenbestrahlung auf, sondern erst nach etwa 24 Stunden. (Ondine32 / iStockphoto)

Als photoallergische Reaktion bezeichnet man Hautveränderungen, die unter UV-Einfluss auftreten und durch immunologische Vorgänge vermittelt werden. Da diese Reaktion durch UVA-Licht ausgelöst wird, kann sie auch bei Sonnenbestrahlung in verglasten Räumen entstehen. Davon abgesehen entsprechen sie dem Bild einer (akuten) allergischen Kontaktdermatitis bzw. dem eines (chronischen) allergischen Kontaktekzems. Im Gegensatz zu den photoallergischen Reaktionen treten die Hautveränderungen bei einer allergischen Kontaktdermatitis unabhängig von einer Sonneneinwirkung auf.

Kurzfassung:

  • Photoallergische Reaktionen sind Hautveränderungen, die unter UV-Einfluss auftreten.
  • Bestimmte Medikamente, Pflanzen, Parfüms und Kosmetika können in Kombination mit UV-Strahlen zu unangenehmen Hautveränderungen führen.
  • Symptome einer Photoallergie sind Rötungen, Juckreiz, Bläschen, Krusten und Abschuppungen.
  • Betroffene sollten die allergieauslösende Substanz und direkte Sonneneinstrahlung meiden. Betroffene Hautstellen können lokal mit Korisonpräparaten behandelt werden.

Bei einer sogenannten photoallergischen Reaktion ("Photoallergie") handelt es sich um Hautveränderungen, die durch das Zusammenwirken von UV-Strahlen mit bestimmten Stoffen aufgrund immunologischer Vorgänge im Körper auftreten. Zu diesen Stoffen zählen:

  • Medikamente
  • Pflanzen wie Sellerie, Petersilie und Zitrusfrüchte
  • Parfüms und kosmetische Produkte

Da die Reaktion durch UV-A-Licht ausgelöst wird, kann sie auch bei Sonneneinstrahlung in verglasten Räumen entstehen.

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Wie kommt es zu einer Photoallergie?

Bei der Photoallergie unterscheidet man die durch Medikamente ausgelöste photoallergische Arzneimittelreaktion von der photoallergischen Kontaktdermatitis, welche durch Kontakt der Haut mit bestimmten Substanzen ausgelöst wird:

  • Photoallergische Arzneimittelreaktion: Die Einnahme bestimmter Medikamente kann zum Auftreten von photoallergischen Reaktionen führen, indem die photoallergisch wirksame Substanz in die Haut gelangt.
  • Photoallergische Kontaktdermatitis: Eine auf die Haut aufgebrachte Substanz (z.B. Sonnenschutzmittel, Parfüms oder pflanzliche Inhaltsstoffe) verbindet sich unter UV-A-Einwirkung mit körpereigenen Eiweißstoffen zu einem Antigen, das ebenso wie bei einer Kontaktallergie eine Hautreaktion auslöst.

Was sind die Anzeichen einer Photoallergie?

Meist treten folgende Symptome in dieser Reihenfolge auf:

  • Rötung
  • starker Juckreiz
  • Bläschenbildung
  • nässende kleine Hautdefekte
  • Krustenbildung
  • Abschuppung

Die Hautveränderungen treten nicht sofort bei Sonnenbestrahlung auf, sondern erst nach etwa 24 Stunden. Sie betreffen anfangs nur die sonnenbestrahlten Hautgebiete und können sich später auch auf nicht bestrahlte Areale ausbreiten ("Streuphänomen"). Das Auftreten ist allerdings nicht von der Strahlendosis abhängig.

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Wie stellt der Arzt die Diagnose?

In erster Linie ist die Abgrenzung von einer nicht-photoallergisch bedingten Kontaktdermatitis wichtig, da die Hauterscheinungen bei beiden Erkrankungen ähnlich sind. Die Unterscheidung kann anhand eines Epikutantests mit UV-A-Bestrahlung (Photopatch-Test) ermittelt werden.

Welche Komplikationen können auftreten?

In wenigen Fällen kann trotz Vermeidung der allergieauslösenden Substanz die Neigung zur Ekzembildung unter Sonnenbestrahlung bestehen bleiben ("persistierende Lichtreaktion"). Dabei kommt es häufig auch zu einer Empfindlichkeit gegenüber UV-B-Strahlung.

Was kann man gegen eine Photoallergie tun?

  • Betroffene Hautstellen können lokal mit Kortisonpräparaten behandelt werden, bei einer massiven Ausprägung kommen oral einzunehmende Kortikosteroide zur Anwendung.
  • Vermeiden Sie, wenn möglich, die allergieauslösende Substanz.
  • Reduzieren Sie direkte Sonneneinstrahlung.
  • Sorgen Sie für konsequenten Lichtschutz (z.B. durch dichte Kleidung und Sonnenschutzmittel mit UV-A-Filter).

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Autoren:
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Medizinisches Review:
Prof. Dr. Gunter Sturm
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag.(FH) Silvia Hecher, MSc, Mag. Julia Wild

Stand der medizinischen Information:
Quellen

AWMF-online Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) zu phototoxischen und photoallergischen Reaktionen
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-035.pdf
 

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