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Muttermal (Leberfleck, Naevuszellnaevus, Nävus)

Muttermale Vorsorgeuntersuchung Melanom
Muttermale könnenam ganzen Körper auftreten und sehr verschieden aussehen. In den meisten Fällen sind sie medizinisch unbedenklich.

Ein Muttermal, Naevuszellnaevus oder Nävus wird umgangssprachlich auch als Leberfleck bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine gutartige Ansammlung von Melanozyten (pigmentbildende Zellen der Haut).

Kurzfassung:

  • Muttermale entstehen aufgrund von Veranlagung oder Sonnenbestrahlung der Haut.
  • Muttermale können unterschiedlich aussehen und verursachen grundsätzlich keine Beschwerden.
  • Durchschnittlich haben Nordeuropäer zwischen 30-40 Muttermale.
  • Aus Muttermalen können bösartige Melanome entstehen (selten).
  • Ob ein Muttermal „gesund“ ist, kann der Hautarzt mithilfe eines Auflichtmikroskops erkennen.
  • Um eine bösartige Veränderung rasch behandeln zu können, sollte einmal jährlich beim Hautarzt eine Vorsorgeuntersuchung durchgeführt werden.

Inhalt:

Melanozyten kommen überall in der Haut, sowie auch in den Schleimhäuten vor. Normalerweise geben sie den Farbstoff Melanin an die Hornzellen der Haut ab und sorgen so für das Braunwerden der Haut. 

Wie entsteht ein Muttermal?

Ein Muttermal kann bereits bei der Geburt vorhanden sein, sich aber auch erst später entwickeln. Bei solchen erworbenen Muttermalen spielen die Erbanlage und die Sonnenbestrahlung der Haut eine bedeutende Rolle in der Entstehung.

Wie erkennt man ein Muttermal?

Muttermale können sehr verschieden aussehen und am ganzen Körper auftreten. Sie sind entweder flach oder bilden ein kleines Knötchen, ihre Oberfläche kann glatt oder rau sein. Des Öfteren wachsen auch Haare aus den ihnen.

Ein Muttermal ist in der Regel einfärbig. Die Farbpalette umfasst alle Töne von Hautfarben über Braun bis Schwarz. In manchen Fällen können Muttermale allerdings auch blau oder rot sein. Normalerweise verursacht ein Muttermal keinerlei Beschwerden.

Wann ist ein Muttermal gefährlich?

Muttermale sind ungefährlich. In seltenen Fällen können sie aber entarten und zu einer bösartigen Hautveränderung (Melanom) werden. Rund 25 Prozent der Melanome entstehen aus einem Muttermal. Veränderungen an Muttermalen oder neu aufgetretene Muttermale sollten bei einer fachärztlichen Kontrolle bei einem Hautarzt untersucht werden. Aber auch ohne akute Veränderungen sind regelmäßige Kontrollen (einmal jährlich) bei einem Facharzt für Hauterkrankungen im Sinne der Vorsorge anzuraten.

Welche Arten von Muttermalen gibt es?

Folgende Formen können unterschieden werden:

  • angeborenes Muttermal
  • "gewöhnliches" Muttermal
  • erhabenes Muttermal
  • ungewöhnliches Muttermal
  • blaues Muttermal

Angeborenes Muttermal (kongenitaler Nävus)

Die Anlagen für diese Art von Muttermal ist schon bei der Geburt vorhanden. Sie können sich als sehr große Muttermale schon bei der Geburt zeigen oder auch erst im Laufe der ersten Lebensjahre sichtbar werden. Angeborene Muttermale können in Größe, Aussehen und Form sehr verschieden sein.

Manchmal sind sie stark behaart (Tierfellnävi). Kongenitale Nävi sollten genau beobachtet oder operiert werden, da sie etwas häufiger als nachträglich erworbene Muttermale bösartig werden können (ein erhöhtes Risiko zur Entartung ist jedoch erst ab einem Durchmesser von einigen Zentimetern statistisch erfassbar).

"Gewöhnliches" Muttermal (Nävus)

Dabei handelt es sich um einen weniger als fünf Millimeter großen, einfärbigen und regelmäßig begrenzten Fleck. Die meisten Menschen mit weißer Hautfarbe haben mehrere dieser Muttermale. Die durchschnittliche Anzahl liegt in der nordeuropäischen Bevölkerung zwischen 30 und 40 Stück.

+++ Mehr zum Thema: Entfernung von lästigen Muttermalen +++

Erhabenes Muttermal (papillomatöser Nävus)

Dieses kleine Knötchen ist ebenfalls einfärbig und zeigt eine gefurchte Oberfläche. Häufig wachsen auch ein oder mehrere Haare aus diesem Muttermal. Diese Muttermale sind für viele Personen ein kosmetisches Problem, ebenso die oft als störend empfundenen Haare. Diese sollten allerdings abgeschnitten und nicht ausgerissen werden, da sich das Muttermal ansonsten entzünden kann.

Ungewöhnliches Muttermal (atypischer oder dysplastischer Nävus)

Dieses Muttermal ist oft schwer von einer bösartigen Hautveränderung (Melanom) zu unterscheiden. Es ist größer als fünf Millimeter, flach oder erhaben, hat verschiedene Farben und ist unregelmäßig begrenzt. Manche Menschen haben mehr als 100 dieser Nävi.

Es gibt auch Familien, in denen diese Muttermale gehäuft vorkommen. Personen mit solchen Muttermalen sollten sich regelmäßig von Dermatologen untersuchen lassen, da sie ein höheres Risiko tragen, ein Melanom zu bekommen.

Blaues Muttermal (blauer Nävus)

Dieses Muttermal fällt durch blau-graue Farbe auf, es kann flach oder erhaben sein.

+++ Mehr zum Thema: Geht meine Narbe von selbst wieder weg? +++

Welche Gefahrenzeichen gibt es?

  • Muttermale, die sich in Farbe oder Form verändern, zu bluten oder zu jucken beginnen, sollten in jedem Fall ärztlich begutachtet werden.
  • Muttermale die mehrere Farben und einen unregelmäßigen Rand aufweisen, gehören ebenfalls kontrolliert.
  • Neue Muttermale: Es ist völlig normal, dass sich bei Kindern und jungen Menschen bis zum 40. Lebensjahr neue Muttermale bilden. Diese müssen aber gleichmäßig gefärbt und regelmäßig begrenzt sein. Fällt jedoch eines neuen, unregelmäßiges bzw. sehr schnell wachsendes Muttermal auf, ist ein Kontrollbesuch beim Hautarzt sinnvoll.
  • Auch Hautveränderungen unter den Nägeln, an den Handflächen und Fußsohlen sollten untersucht werden.

+++ Mehr zum Thema: Ärztliche Abklärung eines auffälligen Muttermals +++

Untersuchung von Muttermalen

Bei einer Muttermal-Vorsorgeuntersuchung wird nicht nur ein bestimmtes Muttermal, sondern der gesamte Körper untersucht. Zusätzlich zu der klinischen Untersuchung sollten Muttermale auch mit einem Auflichtmikroskop begutachtet werden. Hierbei kommt speziell polarisiertes Licht zum Einsatz. Damit kann ein Hautarzt wenige Millimeter in die Haut „hineinschauen“. Dadurch ist ein vorzeitiges Erkennen von Hinweisen auf Entartung möglich.

Diese Untersuchung ist nicht schmerzhaft und sollte einmal jährlich durchgeführt werden. Die modernste Form der Untersuchung stellt die Kombination Auflichtmikroskop mit digitaler Fotografie dar. Dabei werden die Muttermale fotografiert und können bei einer Verlaufskontrolle genau verglichen werden. Durch die laufende Kontrolle ist die Früherkennung von Melanomen nochmals verstärkt möglich.

Muss ein Muttermal behandelt werden?

Ein Muttermal braucht in der Regel keine Behandlung. Kann der Arzt die Gut- oder Bösartigkeit nicht genau beurteilen, muss das Muttermal operiert werden, was meist in örtlicher Betäubung erfolgen kann. Die Entfernung mit dem Laser ist nur dann empfehlenswert, wenn der Arzt mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass das Muttermal ungefährlich ist (hierzu ist in der Regel nur ein Hautarzt in der Lage).

Denn wenn ein Muttermal mit Laser „abgetragen“ wird, ist es anschließend zerstört und kann nicht mehr feingeweblich untersucht werden. Personen mit angeborenen Muttermalen, ungewöhnlichen Muttermalen und über 100 Muttermalen sollten sich regelmäßig fachärztlich untersuchen lassen.

+++ Mehr zum Thema: Urlaub für gestresste Haut +++

Was kann man bei Muttermalen selbst tun?

  • Gehen Sie einmal jährlich zum Hautarzt und lassen sich Ihre Muttermale kontrollieren! Es gibt kaum eine Vorsorgeuntersuchung die so unkompliziert abläuft wie die Kontrolle der Muttermale. Dazu ist zu erwähnen dass Hautkrebs bei entsprechend früher Erkennung in der überwiegenden Mehrheit der Fälle sehr gut behandelbar ist.
  • Die Selbstuntersuchung und das Anwenden der ABCDE Regel ist sicherlich sinnvoll aber nicht dafür gedacht die Begutachtung durch einen Experten zu ersetzen. 

ABCDE Regel zur zum Facharzt ergänzenden Selbstuntersuchung

  • Asymmetrie der Veränderung
  • Begrenzung ist unregelmässig
  • Colorit (uneinheitliche Pigmentierung Polychromase)
  • Durchmesser über 5 mm
  • Elevation/Erhabenheit (über das Hautniveau)

Schützen Sie sich selbst und Ihre Kinder vor einem Sonnenbrand.

Wenn Ihnen neue oder sich verändernde Muttermale auffallen, suchen Sie einen Hautfacharzt auf, um diese untersuchen zu lassen.

+++ Mehr zum Thema: Tipps zum Sonnenschutz +++

Prognose

Bei einer Entfernung eines gutartigen Muttermals mit dem Laser kommt es gelegentlich zu einem neuerlichen Auftreten (Rezidivnävus). Dieses nachgewachsene Muttermal ist in der Regel jedoch ebenfalls gutartig. Nach einer operativen Entfernung im Ganzen tritt das Muttermal in der Regel nicht mehr auf.

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Autoren:

Medizinisches Review:
DDr. Martin Torzicky
Redaktionelle Bearbeitung:

Stand der medizinischen Information:

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