Mundsoor

Mundsoor bei Babys
Bei Mundsoor ist die Mundschleimhaut mit weißen Belägen überzogen. (1dbrf10 / Fotolia.com)

Mundsoor ist eine Pilzinfektion der Mundschleimhaut. Die Erkrankung tritt besonders häufig bei Neugeborenen und Babys auf. Wie Mundsoor behandelt wird, erfahren Sie hier.

Kurzfassung:

  • Mundsoor ist eine Infektion mit bestimmten Hefepilzen im Mund- und Rachenraum.
  • Charakteristisch sind weißliche Beläge auf geröteter Schleimhaut.
  • Mundsoor kommt bei Neugeborenen und Babys häufig vor und ist ansteckend.
  • Mundsoor wird mit Antipilzmitteln (Antimykotika) behandelt.

 


Mundsoor ist eine Pilzinfektion, die Haut und Schleimhäute befallen kann und durch Hefepilze ausgelöst wird. Manchmal sind auch andere Körperstellen, wie z.B. der Windelbereich, betroffen. Mundsoor kommt häufig bei Neugeborenen und Babys vor. Bei Erwachsenen tritt die Krankheit meist bei Personen auf, deren Immunsystem geschwächt ist oder die bestimmte Medikamente (z.B. Antibiotika) einnehmen.

Charakteristisch sind weiße Beläge auf einer geröteten Mundschleimhaut. Die Erkrankung ist bei gesunden Kindern ungefährlich, kann aber unangenehm sein. Mundsoor ist ansteckend, daher sollte bei einer Erkrankung auf Hygiene geachtet werden.

Welche Symptome treten bei Mundsoor auf?

  • weißlich-graue Beläge auf der Mundschleimhaut
  • brennendes Gefühl im Mund und/oder Rachen

Mundsoor können Sie gut von Milchresten unterscheiden: Versuchen Sie, den Belag mit einem sauberen Wattestäbchen wegzuwischen. Wenn es sich um einen Pilzbefall handelt, so lässt sich dieser weißliche Belag oft sehr schwer wegwischen, da er fest auf der Schleimhaut haftet. Hat Ihr Kind Mundsoor, zeigen sich darunter häufig entzündete, teils blutige Hautstellen.

Was sind die Ursachen für Mundsoor?

Der Erreger dieser Krankheit ist ein Hefepilz der Gattung Candida albicans (albicans = weißlich). Auch bei rund 50% der gesunden Menschen kann man diesen in der Mundhöhle nachweisen, ohne dass es zu einer Erkrankung kommt. Da bei Neugeborenen das Immunsystem noch nicht ausgereift ist, sind diese besonders häufig von Mundsoor betroffen.

Oft steckt sich das Neugeborene schon bei der Geburt durch die Scheide der Mutter an. Viele Mütter schlecken den Schnuller ab, bevor sie ihn dem Baby geben – aus Hygienegründen. Damit können aber Pilze (vor allem Soor) von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Zwar ist das Risiko nicht besonders hoch, dennoch ist es besser, den Schnuller oder andere Gegenstände, die das Baby in den Mund nimmt, stattdessen abzuwaschen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Bei Verdacht auf Mundsoor sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um eine gezielte Behandlung zu ermöglichen. Der Arzt stellt die Diagnose meist auf Grund des typischen Krankheitsbildes und der typischen Beläge. Ein Abstrich der Mundschleimhaut ist möglich, aber meist unnötig.

Wie wird Mundsoor behandelt?

In aller Regel ist ein Gel, das mittels Schnuller oder mit dem kleinen Finger in der Mundhöhle verteilt wird, völlig ausreichend. Allerdings sollte bei gestillten Kindern auch die mütterliche Brust eingecremt werden, um ein Wiederauftreten zu verhindern. Hygiene bei Saugern und Schnullern ist naturgemäß wesentlich.

Wie können Sie Mundsoor vorbeugen?

  • Regelmäßige Reinigung und/oder Sterilisation von Gegenständen, die das Baby in den Mund nimmt (Flaschensauger, Beißringe, Schnuller usw.)
  • Der Austausch von Schnullern, angebissenen Nahrungsmitteln, Schleckern etc. unter Kindern sollte möglichst verhindert werden.
  • Stillende Mütter müssen ihre Brustwarzen mit einer verordneten Salbe eincremen.
  • Behandlung des Scheidenpilzbefalls im Endstadium der Schwangerschaft

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Autoren:
Dr. Edgar Tichatschek (Erstautor 2004), ,
Medizinisches Review:
Prim. Ass.-Prof. DDr. Peter Voitl, MBA
Redaktionelle Bearbeitung:
Tanja Unterberger, Bakk. phil.

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Patientenratgeber: Mund- und Windelsoor unter https://www.infectopharm.com/public_pdf/P6500038-06.pdf (letzter Zugriff: 18.12.2018)

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