Wurzelkanal-Behandlung (Wurzelbehandlung)

Eine Wurzelbehandlung tut nicht weh, weil der Zahn vor dem Eingriff betäubt wird.
Eine Wurzelbehandlung tut nicht weh, weil der Zahn vor dem Eingriff betäubt wird. (giorgiomtb1 / iStockphoto)

Der von außen sichtbare Teil der Zahnkrone ist der Zahnschmelz, er besteht hauptsächlich aus Mineralien. Darunter liegt das Zahnbein, auch Dentin genannt. In diesem Bereich wird das Mineral von Kanälchen durchzogen, die Gewebe und Nerven enthalten. Ganz im Inneren des Zahnes befindet sich das Zahnmark (Pulpa). Ist die Pulpa der Zahnkrone und Zahnwurzel stark entzündet oder abgestorben, muss sie entfernt und durch eine sogenannte Wurzelkanal-Füllung ersetzt werden. Ganzen Text lesen


  • Ein Patient zeigt die Zähne

    Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Zahnhalteapparates, die durch Bakterien verursachet wird und übertragbar als auch entzündlich ist.

  • Eine Frau putzt sich mit der elektrischen Zahnbürste die Zähne<br ></li><br />

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  • Löcher im Zahn sind vermeidbar: Häufiger Zuckerkonsum und mangelhafte Mundhygiene sind die Hauptgründe für Karies.


Kurzfassung:

  • Die Wurzelbehandlung ist ein Rettungsversuch des Zahnes.
  • Grund für eine Wurzelbehandlung ist ein Schaden am Zahnmark.
  • Die Entzündung ist meist eine Folge von Karies.
  • Bei der Behandlung betäubt der Zahnarzt den Zahn, die Wurzelbehandlung selbst verursacht kaum Schmerzen. 

Früher wurden schadhafte Zähne, bei denen das Zahnmark (umgangssprachlich fälschlicherweise auch Zahnnerv genannt) mitbetroffen war, gezogen. Diese Zahnextraktion lässt sich durch eine Wurzelbehandlung (oder auch Wurzelkanalbehandlung) in vielen Fällen umgehen und auch stark vorgeschädigte Zähne können oftmals erhalten werden. Die Wurzelkanalfüllung muss das Zahnmark dicht abschließen, damit keine Mikroorganismen aus der Mundhöhle in den Kieferknochen gelangen und dort Entzündungen, Schwellungen oder gar Abszesse verursachen können.

Nachgefragt: Wie läuft eine Wurzelbehandlung ab?

Wurzelbehandlung

 

Wer benötigt eine Wurzelkanalbehandlung?

 

Grund für eine Wurzelbehandlung ist ein Schaden am Zahnmark. Dieses kann entweder abgestorben oder auch irreversibel entzündet sein und muss deshalb entfernt werden. Die Zahnmarkentzündung (Pulpitis) wird häufig durch Karies verursacht, aber auch Schäden am Zahnhalteapparat und Unfälle können ein Auslöser dafür sein. In sehr schweren Fällen kann sich die Entzündung sogar im Kieferknochen ausbreiten und Knochenmarkentzündungen oder Zysten verursachen.

 

Folgende Ursachen können eine Wurzelbehandlung notwendig machen:

  • Entzündung der Zahnwurzel
  • Entzündung des Zahnmarks
  • Abgestorbener Zahnnerv
  • Unfall
  • Zahnkrone

+++ Mehr zum Thema: Was ist Karies? +++

Wie ist der Ablauf einer Wurzelbehandlung?

Wenn der Zahnnerv noch lebt, wird zuerst eine Lokalanästhesie gelegt, der Zahn wird betäubt. In der Folge wird mithilfe eines Bohrers der Zahn bis in die Pulpakammer eröffnet. Danach führt der Arzt kleine Messnadeln in die Wurzelkanäle ein. Um die Länge der Kanäle zu bestimmen, wird ein Röntgen angefertigt oder die Länge elektronisch gemessen. Anschließend wird mit kleinen, biegsamen Feilen die entzündete oder tote Pulpa entfernt. Der Arzt spült das gesamte Wurzelkanalsystem in einer oder auch mehreren Sitzungen gründlich durch und desinfiziert den gesamten Bereich. Erst wenn der Zahn keimfrei ist, wird das Kanalsystem mit einer Wurzelfüllung aufgefüllt und wieder verschlossen.

Bei starken Infektionen können mehrere Sitzungen beim Zahnarzt notwendig sein. Nach der Reinigung und Desinfektion wird dann zuerst ein antimikrobielles Medikament in das Wurzelkanalsystem eingebracht. Der Zahn wird mit einem provisorischen, leicht wieder entfernbaren Material verschlossen. In der Folge wird Tage bis Wochen zugewartet, bis die Schmerzen und die Infektion abgeklungen sind, und erst dann werden die Wurzelkanäle definitiv gefüllt.

Vorteile einer Wurzelkanalbehandlung

Eine (erfolgreich durchgeführte) Wurzelbehandlung hat folgende Vorteile:

  • Der Zahn wird erhalten und sitzt fest an seinem Platz im Kiefer.
  • Der eigene Zahn sieht optisch besser aus als ein Zahnersatz.
  • Es ist in vielen Fällen kein Zahnersatz notwendig.

Welche Probleme können bei der Behandlung auftreten?

Nach einer Wurzelbehandlung können Schmerzen und eine Schwellung auftreten. Die Behandlung birgt aber noch weitere Risiken, dazu zählen:

  • Infektion
  • Blutungen
  • Verletzungen von Muskeln, Knochen und Nerven
  • Schädigung umliegender Zähne
  • Verlust des behandelten Zahnes
  • Eröffnung der Kieferhöhle
  • Notwendigkeit einer Wurzelspitzenresektion

+++ Mehr zum Thema: Gründe für Zahnschmerzen +++


Wie ist die Prognose?

Wenn schon vor der ersten Behandlung starke Beschwerden vorhanden waren, kann es einige Tage dauern, bis Schmerzen oder Schwellung nach der ersten Behandlung abklingen. Eventuell müssen die Wurzelkanäle erneut gereinigt, desinfiziert und eine medikamentöse Einlage eingebracht werden. Sind die Schmerzen abgeklungen, kann das Wurzelkanalsystem definitiv verschlossen werden.

Der Zahn kann sich nach einer Wurzelbehandlung dunkler färben. Das hat zwar keinen Krankheitswert, kann aber als störend empfunden werden. In diesem Fall kann der Zahnarzt versuchen, den Zahn wieder aufzuhellen.

Eine Wurzelbehandlung erfordert viel Sorgfalt, Fingerspitzengefühl und Geduld von beiden Seiten. Ist die Behandlung erfolgreich, kann der Zahn dafür aber meist über viele Jahre erhalten werden.

Auf jeden Fall muss aber klar sein, dass Wurzelbehandlungen nur einen Rettungsversuch für den Zahn darstellen. Wurzelbehandelte Zähne werden dadurch spröder und sollten idealerweise innerhalb eines halben Jahres überkront werden, um Frakturen vorzubeugen.


Was können Sie selbst tun?

  • Lassen Sie Ihre Zähne zweimal im Jahr von Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt kontrollieren. Auf diese Weise können Schäden frühzeitig erkannt und behandelt werden. Zumindest alle zwei Jahre sollte auch ein Röntgen von allen Zähnen gemacht werden.
  • Bevor ein Zahn mit einer Krone versehen oder eine aufwendige Restauration durchgeführt wird, muss abgeklärt werden, ob der Zahnhalteapparat und auch die Zahnwurzel in Ordnung sind. Davon hängt die Überlebensdauer des Zahnes wesentlich ab. Oft ist hier ein gewisses Risiko gegeben und Sie müssen mitentscheiden, ob der Zahn entfernt oder doch ein Erhaltungsversuch unternommen werden soll.
  • Vor Anfertigung einer Krone o.Ä. muss geklärt werden, ob eine Wurzelkanalbehandlung nötig ist oder ein solche erneuert durchgeführt werden muss.

+++Mehr zum Thema: Wurzelkanalbehandlung oder Implantat?+++

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Autoren:
,
Medizinisches Review:
DDr. Wolfgang Schlossarek
Redaktionelle Bearbeitung:
Katrin Derler, BA

Stand der Information: Februar 2018

Quellen

 Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung: Wann ist eine Wurzelbehandlung erforderlich? http://www.kzbv.de/wann-ist-eine-wurzelbehandlung-erforderlich.85.de.html (letzter Zugriff: 07.02.2018)

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