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Bleaching – strahlend weiße Zähne

Zähne aufhellen
Beim "home-bleaching" lassen sich etwa zwei bis vier, beim Bleichen in der Praxis bis zu sechs Farbtonstufen an Helligkeit erreichen. (ssuaphotos)

Strahlend weiße Zähne beim Lächeln? Das liegt seit Jahren im Trend, weil es Attraktivität, Sympathie und Erfolg verspricht. Der Gilb auf den Zähnen gilt mittlerweile als unästhetisch, weshalb sich immer mehr Menschen die Zähne chemisch bleichen lassen (Bleaching = Bleichen).

Nicht nur die Zahnform, sondern auch die Zahnfarbe ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich  von weiß, gräulich, gelb bis ocker schillern die Zähne in allen möglichen Farbnuancen. Außerdem verändert sich die Zahnfarbe im Lauf der Zeit. Die Milchzähne verdanken ihren Namen der milchweißen Farbe.

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Die bleibenden Zähne sind von Natur aus etwas dunkler als die Milchzähne. Doch der Prozess verstärkt sich im Lauf des Lebens weiter, weil sich Farbstoffe (z.B. aus Rotwein, Kaffee, Tee, Nikotin) in den Zahnschmelz einlagern. Auch bestimmte Medikamente können die Zähne dunkeln lassen. Durch die Zahnpflege zu Hause lassen sich die Verfärbungen oft nicht mehr entfernen, in manchen Fällen hilft selbst die professionelle Zahnreinigung (PZR) in der Zahnarztpraxis nicht weiter.

+++ Mehr zum Thema: Verfärbte Zähne +++

Gleich vorab: Zahnbehandlungen, für die keine medizinische Notwendigkeit besteht und die nur der Optik dienen, bezahlt keine Krankenkasse!

Vor dem Bleichen

Vor jeder Zahnaufhellung, so empfiehlt die Bundeszahnärztekammer, stehen der Besuch beim Zahnarzt und eine gründliche Reinigung der Zahnoberfläche (professionelle Zahnreinigung). Ablagerungen bzw. Verfärbungen werden entfernt, was alleine schon einen aufhellenden Effekt erzielen kann. Wichtig ist auch, dass alle Zähne kariesfrei sind. Sonst können die chemischen Stoffe in den Zahn eindringen und Schäden verursachen.

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Auch das Zahnfleisch muss gesund sein (kein Zahnfleischbluten, keine Zahnfleischtaschen). Zu beachten ist, dass sich Zahnfüllungen und Verblendungen aus Keramik oder Kunststoff (z.B. Kronen, Brücken) nicht bleichen lassen. Das bedeutet, dass sie nach der Bleichprozedur dunkler gefärbt sind, was der Zahnarzt möglicherweise anschließend durch neue Füllungen korrigieren muss.

Bei empfindlichen Zähnen, beispielsweise bei freiliegenden Zahnhälsen, kann ein zu aggressives Bleichen die Beschwerden verschlimmern. Auch dies untersucht der Zahnarzt vorab.

Die Weißmacher

Beim Bleaching werden Präparate eingesetzt, die Wasserstoffperoxid bzw. Carbamidperoxid (die Vorstufe von Wasserstoffperoxid) enthalten. Sie dringen in den Zahnschmelz ein und setzen Sauerstoffradikale frei, welche die Farbstoffe im Zahn chemisch verändern (oxidieren). Die farbgebende Wirkung wird damit aufgehoben und die Zähne erscheinen optisch heller.

Die Methoden

Es gibt verschiedene Methoden, um die Zähne aufzuhellen. Manche Bleichmittel werden ausschließlich in der Zahnarztpraxis angewendet

  • "In office bleaching": Anwendung ausschließlich in der Zahnarztpraxis
  • "Home-bleaching":  Aufhellung zu Hause

Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Konzentration der Bleichmittel. Insgesamt hängt die Wirksamkeit der Mittel von der Wirkstoffkonzentration ab: Niedrig dosierte hellen die Zähne weniger stark auf und der Effekt hält auch nicht so lange an. Welche Konzentration und welche Methode im jeweiligen Einzelfall sinnvoll sind, kann nur der Zahnarzt klären. Dies ist abhängig vom Zustand der Zähne und dem gewünschten Ergebnis.

Zahnaufheller aus der Drogerie, Apotheke oder dem Supermarkt sind vergleichsweise niedrig dosiert. Erhältlich sind die freiverkäuflichen Produkte als Gele, Lacke oder Klebestreifen. Sie hellen die Zähne zwar ebenfalls auf, aber die Ergebnisse fallen häufig schlechter aus. Beim home-bleaching lassen sich etwa zwei bis vier, beim Bleichen in der Praxis bis zu sechs Farbtonstufen an Helligkeit erreichen.

Angeboten werden auch Zahnpasten, die eine aufhellende Wirkung versprechen (Weißmacher-Zahnpasten). Sie bekämpfen oberflächliche Zahnverfärbungen. Zu beachten ist, dass der Anteil der Putzkörper in der Zahnpasta nicht zu groß sein sollte, damit die Zähne keinen Schaden nehmen.

Home-bleaching

Beim "home-bleaching" nimmt der Zahnarzt zunächst einen Abdruck vom Gebiss und es wird eine passgenaue Kunststoffschiene hergestellt. Das Bleichmittel wird zu Hause vor jedem Tragen in die Schiene gefüllt. Jeder kann das Bleichen selbst durchführen - allerdings sollte man sich vorher genau zeigen lassen, wie es funktioniert.

Je nach Konzentration des Mittels wird die Schiene zwischen einer und acht Stunden getragen. Etwa 15 Behandlungen reichen für eine Aufhellung aus. Die Behandlung sollte aber nach Angaben der Bundeszahnärztekammer vier bis sechs Wochen nicht überschreiten. Wöchentlich sollte der Zahnarzt die Aufhellung und mögliche Begleitsymptome kontrollieren. Im Anschluss ist eine Fluoridierung zur Kräftigung des Zahnschmelzes sinnvoll.

Beim Zahnarzt

Beim "in-office-bleaching" wird der Zahnfleischrand zum Schutz abgedeckt und die Zähne mit hochkonzentrierten Aufhellungsmitteln behandelt – manchmal auch unter Einwirkung von Wärme bzw. Licht auf die Zahnoberfläche. Nach 15 bis 30 Minuten wird das Gel entfernt. Diese hochkonzentrierten Mittel müssen unter genauester Beobachtung des Zahnarztes gehandhabt werden. Auch hier ist eine nachfolgende Fluoridierung der Zahnoberfläche ratsam.

Abgestorbene oder wurzelbehandelte Zähne werden leider oft dunkel und heben sich optisch von den Nachbarzähnen ab. Doch auch hier helfen spezielle Aufhellverfahren. ("walking-bleach-technique"). Der Zahnarzt bringt die Bleichsubstanz direkt in den Zahn ein und verschließt die Öffnung provisorisch. Das Mittel bleibt einen oder mehrere Tage im Zahn.

Wie lange das Weiß hält

Nach Angaben der Bundeszahnärztekammer variieren die Erfolgsquoten der Bleichtherapien in der Literatur extrem. Am Anfang sei meist eine deutliche Zahnaufhellung zu beobachten (ein bis zwei Stufen oder mehr). Nach wenigen Jahren ist die Aufhellung durch Genussmittel (Tee, Kaffee, Nikotin, Wein) oder den natürlichen Alterungsvorgang meist wieder deutlich reduziert und es muss erneut gebleicht werden. Die Aufhellung hält also nicht ewig.

Nebenwirkungen

Bleichungen können Zähne und Zahnhälse überempfindlich für Reize machen (Kälte, Wärme, Süßes, Saures). Die verstärkte Empfindlichkeit der Zähne lässt sich in vielen Fällen durch Fluoridierungsmaßnahmen beheben. Man sollte die Bleichung aber auf keinen Fall mehrmals jährlich durchführen und sich mit dem behandelnden Zahnarzt absprechen.

Das Bleichmittel kann Reizungen der Schleimhaut verursachen. Nach derzeit vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen wird die Zahnhartsubstanz nicht beeinträchtigt, sofern man die Anwendungsvorschriften beachtet, so die Bundeszahnärztekammer.

Wer sollte auf ein Bleaching verzichten?

Auf das Zähnebleichen verzichten sollten Menschen mit Zahnnerven, die nah an der Zahnoberfläche liegen, vielen und großen Füllungen, überempfindlichen Zähnen, Rissen im Zahnschmelz, Zahnspangenträger sowie Schwangere.

+++ Mehr zum Thema: Zahnschmerzen während der Schwangerschaft +++

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Autoren:

Medizinisches Review:
Dr. Christoph Kronsteiner
Redaktionelle Bearbeitung:

Aktualisiert am:

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