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Mumps bei Kindern

Mumps Kind
Die Impfung wird zusammen mit jener gegen Masern und Röteln durchgeführt (MMR-Impfung). (Astrid860 / iStockphoto)

Mumps ist eine Infektionskrankheit, die durch ein Virus (Mumps-Virus) verursacht wird. Besonders charakteristisch ist die zumeist beidseitige Schwellung der Speicheldrüsen auf der Wange vor dem Ohr.

Kurzfassung:

  • Mumps-Viren sind hochansteckend und befallen meistens Kinder im Alter zwischen 5 und 9 Jahren.
  • Eine Impfung schützt vor einer Infektion mit dem Virus. Die erste Teilimpfung wird mit Abschluss des 9. Lebensmonats empfohlen.
  • Die Übertragung erfolgt überwiegend durch Tröpfcheninfektion.
  • Typische Symptome sind Fieber, Schwellung der Ohrspeicheldrüsen und damit einhergehende Schmerzen beim Kauen.
  • Die Behandlung erfolgt symptomatisch, wobei nicht-medikamentöse Maßnahmen bevorzugt werden.
  • Bei bestimmten Warnzeichen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

 


Was ist Mumps?

Mumps (Parotitis epidemica) ist eine virale Infektionskrankheit. Die Viren befallen vorwiegend die Ohrspeicheldrüsen, können sich jedoch auch in anderen Organen (u.a. Bauchspeicheldrüse, Leber, Herz, Nieren) vermehren. Mumps-Viren sind hochansteckend und befallen meist Kinder im Alter zwischen 5 und 9 Jahren. Besonders in städtischen Gebieten kann es in der ersten Jahreshälfte zu Epidemien kommen.

Insgesamt gibt es mehrere unterschiedliche Virusvarianten weltweit, wobei sich weder die Symptome noch der Krankheitsverlauf wesentlich voneinander unterscheiden. Wer einmal an Mumps erkrankt ist, besitzt einen lebenslangen Schutz (Immunität). Mumps zählt zu den klassischen Kinderkrankheiten. Aus diesem Grund werden Kinder heutzutage routinemäßig gegen Mumps geimpft, wodurch die Erkrankung längst nicht mehr so häufig auftritt wie früher.

+++ Mehr zum Thema: Infektionskrankheiten +++

Wie wird Mumps übertragen?

Der Mumps-Erreger befindet sich im Speichel (Sputum) und wird durch Husten, Niesen oder Sprechen, also durch Tröpfcheninfektion, übertragen. Ein anderer Übertragungsweg ist der direkte oder indirekte Körperkontakt. Gegenstände im Haushalt oder Spielsachen können mit dem Speichel eines infizierten Kindes verunreinigt sein.

In geschlossenen Räumen ist die Ansteckungsgefahr deshalb besonders groß. Die Viren finden sich aber auch im Urin eines erkrankten Kindes. Zwischen der Übertragung des Virus und dem Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) liegen meist zwei bis drei Wochen. Für andere Menschen ist Mumps etwa zwei Tage vor und vier Tage nach Symptombeginn ansteckend.

Das Virus befällt hauptsächlich Kinder, wobei Buben etwas häufiger erkranken als Mädchen. Die Anzahl an Mumps-Infizierten dürfte in Österreich bei etwa 1 pro 100.000 Menschen liegen. Bedingt durch die Impfskepsis werden europaweit seit Jahren steigende Zahlen registriert.

+++ Mehr zum Thema: Infektionswege +++

Symptome bei Mumps

Mumps beginnt meist mit:

Innerhalb von etwa 24 Stunden bekommt das Kind Ohrenschmerzen: Welche Ursachen gibt es?. Öffnen des Mundes, Kauen und Schlucken sind schmerzhaft. Der Bereich vor und unter den schmerzenden Ohren schwillt deutlich an. Die Schwellung ist in der Regel nicht scharf abgegrenzt und führt dazu, dass die Ohrläppchen abstehen. Auch andere Speicheldrüsen und Lymphknoten unterhalb des Kiefers können betroffen sein.

Im Verlauf bilden sich unter anderem:

Die Schwellung der Ohrspeicheldrüsen ist eventuell so stark, dass die Kieferkante nicht mehr erkennbar ist (Mondgesicht).

Schmerzen und Fieber klingen in der Regel nach sechs bis sieben Tagen ab. Manche Kinder bekommen überhaupt kein Fieber. Nach etwa sieben Tagen geht schließlich auch die Schwellung zurück. Der Heilungsprozess kann bis zu 14 Tage dauern.

+++ Mehr zum Thema: Fieber bei Kindern +++

Wie wird Mumps diagnostiziert?

Der Arzt stellt die Diagnose anhand des klinischen Erscheinungsbildes des Patienten (Drüsenschwellung und andere Symptome). Hatte das Kind zwei bis drei Wochen vor Beginn der Symptome Kontakt mit einem erkrankten Kind, lässt sich die Diagnose leicht bestätigen. Auch durch eine Blutentnahme ist die Krankheit diagnostizierbar (z.B. Bestimmung von Antikörpern), dies ist aber meist nicht notwendig.

+++ Mehr zum Thema: Blutuntersuchung +++

Wie wird Mumps behandelt?

Es gibt keine spezifische Therapie. Kinder, die an Mumps erkrankt sind, werden oft zu Hause behandelt, und die meisten Symptome verschwinden auch ohne die Einnahme von Medikamenten. Folgende Maßnahmen können die Beschwerden lindern:

  • Fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel helfen gegen Fieber und Kopfschmerzen (z.B. Ibuprofen oder Paracetamol).
  • Wadenwickel reduzieren ebenfalls hohes Fieber, sollten aber nur dann angewendet werden, wenn die Arme und Beine des Kindes warm sind. Generell sollte man Kinder mit Fieber nicht noch zusätzlich warm anziehen oder zudecken. Eine leichte Bettdecke ist meistens ausreichend.
  • Körperliche Schonung ist ratsam.
  • Kinder sollten viel trinken und flüssige oder weiche Speisen essen, um die Schluckbeschwerden zu lindern.
  • Vermeidung von sauren Getränken (u.a. Fruchtsäfte mit Zitrusfrüchten), da sonst die Speicheldrüsen vermehrt arbeiten müssen. Gut sind Apfelsaft mit Tee verdünnt und Getränke, die wenig Kohlensäure enthalten.
  • Viele Kinder empfinden eine Erleichterung des Druckgefühls, wenn sie Kaugummi kauen.

+++ Mehr zum Thema: Behandlung von Fieber bei Kindern +++

Welche Komplikationen können bei Mumps auftreten?

Mumps-Viren können durch den Körper wandern und verschiedene Organe und Organsysteme befallen. Mögliche Komplikationen sind deshalb:

Bei jungen oder älteren Männern breitet sich die Krankheit in 20–30% der Fälle auf die Hoden aus. Die Entzündung dauert etwa drei bis vier Tage und verursacht eine Schwellung der Hoden, verbunden mit Schmerzen und gesteigerter Empfindlichkeit des Hodens. Die Hodenentzündung kann, vor allem wenn sie beidseitig auftritt, zu Unfruchtbarkeit (Sterilität) führen.

Ältere Mädchen und junge Frauen leiden manchmal unter Schmerzen im Unterleib, für die eine Entzündung der Eierstöcke verantwortlich ist. Die Symptome verschwinden meistens nach einer Woche wieder und führen im Gegensatz zu Männern nicht zu Unfruchtbarkeit.

Seltene Komplikationen sind:

  • Nierenentzündung
  • Beeinträchtigung der Augen (Schwellung der Tränendrüsen, Lichtempfindlichkeit, teilweiser Verlust der Sehfähigkeit)
  • Nervenentzündung im Ohr (Verlust der Hörfähigkeit)
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
  • Gelenkentzündung

Warnzeichen

Wenn ein an Mumps erkranktes Kind einen steifen Hals bekommt, schläfrig und teilnahmslos ist, an Übelkeit leidet und erbricht, müssen Sie sofort einen Arzt hinzuziehen. Die Symptome deuten auf eine Hirnhautentzündung hin, die plötzlich ausbrechen und schnell fortschreiten kann. Damit Ihr Kind wieder vollständig gesund wird, muss die Krankheit möglichst schnell diagnostiziert und therapiert werden.

+++ Mehr zum Thema: Behandlung der Meningitis +++

Wie kann man Mumps vorbeugen?

Kinder gegen Mumps zu impfen, ist heute sinnvolle Routine. Die Impfung wird zusammen mit jener gegen Masern bei Kindern und Röteln durchgeführt (MMR-Impfung). Die Wirksamkeit einer korrekt durchgeführten Impfung (2x impfen) liegt bei über 90%. Kinder sollten mit Abschluss des 9. Lebensmonats die erste Teilimpfung und spätestens vor dem Eintritt in Gemeinschaftseinrichtungen die zweite MMR-Impfung erhalten.

+++ Mehr zum Thema: Soll ich mein Kind MMR impfen lassen? +++

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Autoren:
Prim. MedR. Ass.-Prof. DDr. Peter Voitl, MBA,
Medizinisches Review:
Priv.-Doz. DDr. Tamás Fazekas
Redaktionelle Bearbeitung:

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Rubin S, Eckhaus M, Rennick LJ, Bamford CG, Duprex WP. Molecular biology, pathogenesis, and pathology of mumps virus. J Pathol 2015; 235(2):242-252

Su SB, Chang HL, Chen AK. Current status of mumps virus infection: epidemiology, pathogenesis, and vaccine. Int J Environ Res Public Health 2020; 17(5):1686

Robert-Koch-Institut: RKI-Ratgeber „Mumps“ (online); https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Mumps.html (letzter Zugriff am 09.12.20)

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