Legionellose (Legionärskrankheit)

Die Legionärskrankheit ist eine schwere Lungenentzündung.
Die Legionärskrankheit ist eine schwere Lungenentzündung. (DragonImages / iStockphoto)

Die Legionellose ist eine durch Bakterien der Gattung Legionella hervorgerufene Infektionskrankheit der Atemwege.

Kurzfassung:

  • Die Legionärskrankheit wird durch bestimmte Bakterien (Legionellen) ausgelöst.
  • Sie führt zu einer schweren, manchmal tödlich verlaufenden Lungenentzündung.
  • Betroffen sind vor allem ältere Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.
  • Die Ansteckung erfolgt meist über verunreinigte Wassersysteme.
  • Zur Behandlung der Legionärskrankheit kommen Antibiotika zum Einsatz.

Was ist die Legionärskrankheit?

Das Bakterium Legionella pneumophilia wurde erstmals 1977 nachgewiesen, nachdem mehrere Teilnehmer eines Veteranenkongresses in Philadelphia (Amerikanische Legion) im Vorjahr an einer schweren Lungenentzündung erkrankten/verstarben – daher der Name Legionärskrankheit. Die Legionärskrankheit wird durch verunreinigte Wassersysteme verbreitet und tritt weltweit auf.

Die Legionellose wird durch Bakterien der Gattung Legionella (häufigste Art: Legionella pneumophila) ausgelöst. Eine Infektion mit Legionellen kann zu zwei unterschiedlichen Krankheiten führen: Das milde, einem leichten grippalen Infekt ähnliche und von selbst ausheilende Pontiac Fieber, und die weit schwerere Verlaufsform: die Legionärskrankheit.

Bei der Legionärskrankheit treten nach einer Inkubationszeit von 2 bis 10 Tagen grippeähnliche Symptome (Appetitverlust, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber) sowie Husten mit schleimig-blutigem Auswurf auf. Manchmal kann es auch zu Durchfällen oder Verwirrtheit kommen. Die schwerste Verlaufsform ist eine tödlich verlaufende, rasch fortschreitende Lungenentzündung mit Lungen- sowie Multiorganversagen. 5 bis 10% der Erkrankungen verlaufen tödlich.

Die Legionärskrankheit kommt weltweit vor und betrifft vor allem ältere Menschen mit geschwächtem Immunsystem, chronischen Lungenerkrankungen sowie Raucher. 

Wie wird die Legionärskrankheit übertragen?

Die Erreger der Legionärskrankheit können in Süß- sowie Salzwasser (v.a. jedoch Süßwasser) vorkommen und finden bei 30°C bis 45°C ideale Bedingungen für eine rasche Vermehrung.

Die häufigste Form der Übertragung ist die Inhalation von verunreinigten Aerosolen (feinste Wassertröpfchen), wie sie in Luftbefeuchtern, Rasensprengern, Klimaanlagen, Dampfbädern, Whirlpools oder Waschanlagen etc. vorkommen.

Wird das Wasser auf mindestens 60° C erhitzt, sterben die Legionellen binnen kürzester Zeit ab. In kaltem Wasser vermehren sie sich kaum bzw. nur sehr langsam. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist derzeit nicht bekannt.

Welche Symptome treten bei der Legionärskrankheit auf? 

Wichtige Legionärskrankheit-Symptome sind:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Kopfschmerzen
  • Muskel- und Gliederschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Husten
  • schleimiger oder blutiger Auswurf
  • Durchfall
  • Im weiteren Verlauf kann es zu Bewusstseinsstörungen und Lungen-/ sowie Multiorganversagen kommen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Für die Diagnose ist die Krankengeschichte (Anamnese) des Patienten wichtig. Das Vorliegen einer Lungenentzündung wird mittels Lungenröntgen bestätigt. Die genaue Diagnose der Legionärskrankheit erfolgt durch den Nachweis des Krankheitserregers (Legonellen). Am besten eignet sich hierbei der Nachweis der Legionellen im Urin oder im abgehusteten Schleim (Auswurf). Bereits 24 Stunden nach der Ansteckung ist dieser positiv.

Antikörper im Blut lassen sich erst nach ein bis zwei Wochen feststellen. Somit ist ein Bluttest für die Diagnose der akuten Legionellose nicht geeignet.

Wie wird die Therapie der Legionellose durchgeführt?

Die Therapie besteht in der Verabreichung von bestimmten Antibiotika, die in schweren Fällen auch kombiniert eingesetzt werden.

Wie können Sie der Legionellose vorbeugen? 

Eine Impfprophylaxe gibt es nicht. Gefährdete Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten sicherstellen, dass das Duschwasser im Leitungssystem auf über 60° C erwärmt wurde. Außerdem sind Legionellen empfindlich gegen Chlor. Klimaanlagen sollten regelmäßig gewartet und gereinigt werden.

+++ Mehr zum Thema: Atypische Lungenentzündung +++

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Autoren:
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Medizinisches Review:
Dr. Petra Kastner
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: Legionellen-Schnelltest unter https://www.gesundheit.gv.at/labor/laborwerte/infektionen-bakterien/labor-legionella-pneumophila-antigen-urin-lpnu1 Letzter Zugriff: 01.03.2018
 
Pressemitteilung AGES: Informationen zu Legionellen-Erkrankungen unter https://www.ages.at/service/service-presse/pressemeldungen/information-zu-legionellen-erkrankungen/ Letzter Zugriff: 01.03.2018
 
Robert Koch Institut: Legionellose – RKI-Ratgeber für Ärzte unter https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Legionellose.html Letzter Zugriff: 01.03.2018

World Health Organization
http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs285/en/
Letzter Zugriff: 01.03.2018
 
Centers for Disease Control and Prevention
https://www.cdc.gov/legionella/index.html
Letzter Zugriff: 01.03.2018
 
Ocenaus Magazin
http://www.whoi.edu/oceanus/feature/legions-of-legionella-bacteria
Letzter Zugriff: 01.03.2018

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