Hautpilz (Kutane Candidiasis)

Der Arm einer jungen Patientin wird vom Arzt untersucht.
Patientin bei der Behandlung: Bei Hautpilzen erfolgt die Übertragung meist von Mensch zu Mensch. (12-05-11 © Thomas_EyeDesign / iStockphoto)

Durch Pilze verursachte Infektionskrankheiten fasst man in der medizinischen Fachsprache unter dem Begriff Mykosen zusammen. Der Fachbegriff für die unterschiedlichen Arten von Hautpilz lautet demnach Dermatomykosen. Je nach Lokalisation und Erreger werden unterschiedliche Arten von Hautpilz unterschieden.

Zu den Dermatomykosen gehören zum einen Pilzinfektionen der Hautanhangsgebilde (z.B. Nagelpilz) und der behaarten Kopfhaut (Kopfpilz oder Tinea capitis). Zum anderen die Pilzinfektionen der freien Haut, die oft einfach "Hautpilz" genannt werden. Der häufigste Pilz der freien Haut ist der Fußpilz. Aber auch einige anderen Formen von Hautpilz sind relativ weit verbreitet.

Zu den Pilzinfektionen der Schleimhäute gehören die Vaginalmykose (Scheidenpilz) und der Mundsoor.

Bei Pilzerkrankungen am meisten gefürchtet sind die sogenannten systemischen Mykosen, bei denen die Erreger in den Blutkreislauf gelangen und innere Organe befallen. Pilzinfektionen der Haut gehen nur in sehr seltenen Fällen, beispielsweise bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, in systemische Mykosen über.

Welche Ursachen hat ein Hautpilz?

Hautpilze werden meist von Mensch zu Mensch übertragen. Die Ansteckung kann dabei über Körperkontakt oder kontaminierte Gegenstände erfolgen. Eine Übertragung von Tieren auf den Menschen ist in Mitteleuropa eher selten.

Zu den häufigsten Pilzen zählen:

  • Dermatophyten
  • Hefen
  • Schimmelpilze

Verschiedene Faktoren können die Entstehung von Hautpilz begünstigen.

++ Mehr zum Thema: Ursachen für Hautpilz ++

Welche Formen von Hautpilz gibt es und wie äußern sie sich?

Hautpilz ist kein einheitliches Krankheitsbild, sondern ein Sammelbegriff für eine ganze Reihe von Krankheiten, die sich je nachdem, von welchem Erreger sie ausgelöst werden und an welcher Stelle die Infektion auftritt, unterschiedlich äußern.

++ Mehr zum Thema: Formen und Äußerungen von Hautpilz ++

  • Der Arm einer jungen Patientin wird vom Arzt untersucht.

    Der Hautpilz gehört zu den Infektionskrankheiten. Das heißt, die Krankheitserreger werden durch Ansteckung übertragen.

  • Der Fußpilz gehört zu den Pilzerkrankungen (Mykosen) und zählt in industrialisierten Staaten zu den häufigsten Infektionskrankheiten der Haut. Er …

  • Abb.: Nagelpilz

    Der Nagelpilz ist eine chronische, langsam die Nagelplatte zerstörende Infektion der Zehennägel und/oder Fingernägel durch Pilze.

  • Kopfpilz wird verursacht von einer Infektion der Kopfhaut mit Hautpilz (Dermatophyten).

Wie werden Pilzerkrankungen der Haut diagnostiziert?

Jucken, Brennen, Rötung und Schuppung der Haut – die häufigsten Symptome von Hautpilz können auch eine ganze Reihe anderer Ursachen haben, von allergischen Reaktionen bis hin zu bakteriellen Infektionen. Deshalb gehört die Diagnose in die Hände eines erfahrenen Hautarztes (Dermatologen). Dieser ist meist schon aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes sowie der Lokalisation in der Lage, den Verdacht auf Hautpilz zu äußern und auch daraus zu schließen, um welche Form es sich handelt.

Um die Diagnose zu sichern, sollte der Erreger nachgewiesen werden. Dies kann zum einen direkt durch die mikroskopische Untersuchung einer Hautprobe erfolgen, zum anderen durch eine Anzüchtung des Erregers auf einem speziellen Nährboden. Dieser Erregernachweis ist nicht nur für die Diagnose wichtig, sondern auch für die Therapie, weil davon die Wahl des richtigen Medikaments abhängt. Einige Pilzarten lassen sich auch mithilfe einer speziellen Lampe – dem sogenannten „Wood-Licht“ – direkt auf der Haut erkennen.

Wie werden Hautpilzerkrankungen behandelt?

Da Hautpilze meistens sehr ansteckend sind und bei Nicht-Behandlung eine Chronifizierung der Infektion droht, sollte möglichst früh mit einer Therapie begonnen werden.

++ Mehr zum Thema: Behandlung von Hautpilz ++

Neben pflanzlichen Mitteln wie Lavendelöl, werden so genannte Antimykotika eingesetzt. Diese können in Form  von Lösungen oder Cremes auf die betroffene Region aufgetragen werden.

++ Mehr zum Thema: Antimykotika ++

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Autoren:

Medizinisches Review:
Prim. Dr. Daniel Blagojevic
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. (FH) Silvia Hecher, MSc, Dr. med. Stefanie Sperlich

Stand der Information: Dezember 2014

Quellen

AWMF online – Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft: Tinea der freien Haut. Letzte Überarbeitung 10/2008

Rassner G: Dermatologie. 9., aktualisierte Auflage, Urban & Fischer 2009

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