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Halsschmerzen (Halsweh)

Halsschmerzen, Angina, Kehlkopfentzündung
Die meisten Erwachsenen werden erkältungsbedingt zwei- bis dreimal pro Jahr von Halsschmerzen geplagt. (Lydie / Fotolia.com)

Halsschmerzen sind häufig das erste Anzeichen einer Erkältung. Meist fängt es mit einem trockenen Hals und Kratzen in der Kehle an. Halsschmerzen kommen sehr häufig vor. Durchschnittlich bekommen Erwachsene zwei bis drei Mal im Jahr Halsschmerzen. Ganzen Text lesen


  • Frau mit Husten

    In vielen Fällen hat Husten eine harmlose Ursache. Er kann aber auch ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein.

  • … und noch ein Trick der mit Wasser trinken in Zusammenhang steht: Wasser gurgeln. Durch das Gurgeln wird das Atmen unterbrochen, was wieder zu einer Kohlendioxiderhöhung im Blut führt. Zudem wird der Nervus vagus in der hinteren Rachenwand gereizt. Beide Reize führen zur Beruhigung der Schluckaufimpulse.

    Mundtrockenheit betrifft fast jeden 4. Erwachsenen. Häufigster Grund ist die Einnahme von Medikamenten.

  • Heiserkeit ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Die Ursache sollte aber stets abgeklärt werden.

    Heiserkeit kann verschiedene Ursachen haben. Hält sie länger als drei Wochen an, sollte sie ärztlich abgeklärt werden.


Kurzfassung:

  • Halsschmerzen äußern sich durch  Schluckbeschwerden, belegte Stimme, Heiserkeit und Schmerzen im Rachen.
  • Je nachdem, wo die Entzündung im Hals sitzt, unterscheidet man verschiedene Diagnosen (z.B. Mandelentzündung, Kehldeckelentzündung etc.).
  • Behandlung: Lutschtabletten, Rachensprays, Inhalieren oder Gurgellösungen können einen positiven Effekt haben.
  • Meist ist eine Verabreichung von Antibiotika bei Rachen- und Mandelentzündungen nicht notwendig, da unser Immunsystem mit den Erregern alleine fertig wird.

Bevor Halsschmerzen einsetzten, tritt meist das Gefühl von ausgetrocknetem Rachenraumes auf. Es folgen Schluckbeschwerden, belegte Stimme, Heiserkeit und Schmerzen im Rachen, das Gefühl von Schwellungen im Halsbereich. Da die Mehrzahl dieser Infekte durch Viren verursacht wird (50 – 80 %), treten häufig auch grippeähnliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Husten sowie erhöhter Temperatur bis hin zu Fieber auf. Solche Halsschmerzen sind zwar lästig und unangenehm, sie gehen aber meist rasch – innerhalb von drei bis fünf Tagen – wieder vorüber.

Die meisten Erwachsenen werden erkältungsbedingt zwei bis dreimal pro Jahr von Halsschmerzen geplagt. Kinder und Jugendliche sind häufiger betroffen. Die Durchschnittswerte für Kleinkinder liegen bei sechs- bis achtmal pro Jahr, für Neunjährige bei drei- bis viermal pro Jahr.

Je nachdem, wo genau die Entzündung im Hals sitzt, unterscheidet man folgende Diagnosen:

+++ Mehr zum Thema: Seitenstrangangina +++

Die Lokalisation der Halsschmerzen lässt Rückschluss auf die Krankheitserreger bzw. die Ursache zu. So ist im Rahmen von viralen Erkältungskrankheiten meist der Rachen und der Kehlkopf gereizt. Eine Sonderform der Viruserkrankung stellt die echte Grippe (Influenza) dar, hier kommt es häufig auch zur Entzündung der Luftröhre. Entzündungen der Mandeln werden oft durch Bakterien verursacht.

Bei der Kehlkopfentzündung muss eine Stimmschonung eingehalten werden, da eine Überbeanspruchung zu Veränderungen an den Stimmbändern führen kann, die eine langfristige Heiserkeit verursachen könnte.

Eine Entzündung gesamten oberen Atemweges kann Ausdruck einer allergischen Reaktion auf ein inhaltives (eingeatmetes) Allergen oder Folge einer Reizung der Atemwege durch Zigarettenrauch, giftige Dämpfe, Staub oder Trockenheit der Atemluft sein.

+++ Mehr zum Thema: Welche Krankheiten können sich hinter Halsschmerzen verbergen? +++

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Ansprechpartner ist im Bedarfsfall zunächst der Hausarzt, bei Kindern meist der Kinderarzt. Ihr Arzt wird Sie nach der Art und Dauer der Halsschmerzen sowie nach Begleitsymptomen fragen. Sie geben ihm damit wichtige Hinweise auf die Ursache der Erkrankung.

Bei der körperlichen Untersuchung wird der Hals von außen abgetastet, um nach geschwollenen und schmerzhaften Lymphknoten zu suchen. Ein Blick in den Mund- und Rachenraum zeigt, ob Rötungen, Schwellungen oder Beläge an den Mandeln vorliegen. Leider lässt sich eine bakterielle Entzündung bei der ärztlichen Untersuchung nicht sicher von einer viralen unterscheiden.

Bei etwaigen Komplikationen oder schweren Verläufen wird Ihr Arzt eine genauere Labordiagnostik  – mit Bestimmung des Erregers  veranlassen. Routinemäßig sind dieses Untersuchungen nicht nötig.

Wnn Halsschmerzen zusammen mit Heiserkeit länger als ein bis zwei Wochen anhalten, sollte ein Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen (HNO) kontaktiert werden, um eine Spiegelung des Kehlkopfes und der Stimmbänder mittels einer stabförmigen Lupenoptik durchführen zu lassen (Laryngoskopie).

Welche Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen gibt es?

Meist ist eine Verabreichung von Antibiotika bei Rachen- und Mandelentzündungen nicht notwendig, da unser Immunsystem mit den Erregern alleine fertig wird. Lutschtabletten, Rachensprays oder Gurgellösungen können einen positiven Effekt haben.

+++ Mehr zum Thema: Behandlung bei Halsschmerzen +++

In folgendem Video erhalten Sie hilfreiche Tipps gegen Halsschmerzen:

Was tun gegen Halsschmerzen? (netdoktor.at)

Wann sollten Sie bei Halsschmerzen zum Arzt gehen?

  • bei Halsschmerzen, die mit Luftnot oder mit  starken Schluckstörungen einhergehen
  • bei sehr starken Schmerzen, bei ausbleibender Besserung
  • wenn sich die Beschwerden nach ursprünglicher Besserung plötzlich wieder verschlimmern
  • bei Halsschmerzen, die mit Hautauschlägen, himbeerroter Verfärbung der Zunge und/oder stark geschwollenen Lymphknoten einhergehen
  • wenn Sie Halsschmerzen und Fieber, aber keine Anzeichen einer Erkältung haben
  • bei einseitigen Halsschmerzen, die es Ihnen unmöglich machen, den Mund weit zu öffnen

+++ Mehr zum Thema: Hausmittel bei Halsschmerzen +++

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Autoren:

Medizinisches Review:
Univ.-Prof. Dr. Andreas Temmel
Redaktionelle Bearbeitung:
,

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM), 2009, AWMF Register Nr. 053/010 http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/053-010_S3_Halsschmerzen_Lang_10-2009_12-2013_abgelaufen.pdf (Stand Oktober 2009, derzeit in Überarbeitung)

Patientenleitlinie der DEGAM, 2009, AWMF Register Nr. 053/010 http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/053-010_S3_Halsschmerzen_Patienten_10-2009_12-2013_abgelaufen.pdf (Stand Oktober 2009, derzeit in Überarbeitung)

Gemeinsame Empfehlung der Österreichischen Gesellschaften für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie und Kinder- und Jungendheilkunde zur Entfernung der Gaumenmandeln (Tonsillektomie), November 2007 http://www.hno.at/fileadmin/hno/pdfs/Konsensuspapier_Tonsillektomie_HNO_OEGKJ_9Nov2007.pdf  (Online, letzter Zugriff: 20.06.2017)

Hans-Georg Boenninghaus und Thomas Lenarz: Hals-Nasen-Ohren Heilkunde, Springer-Verlag 2004.

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