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Grippe (Influenza, Virusgrippe, Echte Grippe)

Echte Grippe Influenza
Sollten Sie bereits an einer Grippe erkrankt sein, so ist es hilfreich, sich ausgiebig Ruhe zu gönnen. (KatarzynaBialasiewicz / iStockphoto)

Als Grippe bezeichnet man eine durch Influenzaviren ausgelöste Infektionskrankheit.

Kurzfassung:

  • Die Grippe ist eine schwere Infektionskrankheit, die durch Influenzaviren ausgelöst und hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion übertragen wird.
  • Es kommt zu einer akuten Infektion der Atemwege, die mit sehr plötzlich einsetzendem Fieber, schwerem Krankheitsgefühl und extremer Schwäche einhergeht.
  • Die Influenza tritt insbesondere in der kalten Jahreszeit von Anfang Oktober bis Ende März auf.
  • Vor allem für ältere und geschwächte Menschen kann eine Ansteckung mit der Grippe gefährlich werden, weshalb eine jährliche Grippeimpfung empfehlenswert ist.

 


Was ist die Grippe?

Die "echte“ Grippe ist eine schwere Infektionskrankheit, die durch Influenzaviren (Orthomyxoviren Typ A und B) hervorgerufen wird. Dabei kommt es zu einer akuten Infektion der Atemwege, die typischerweise mit sehr plötzlich einsetzendem hohem Fieber, schwerem Krankheitsgefühl und extremer Schwäche einhergeht.

Die Influenza tritt insbesondere in der kalten Jahreszeit zwischen Anfang Dezember und Ende März auf (Grippesaison) und kann große Teile der Bevölkerung betreffen. Nur sehr vereinzelt können Influenzavirus-Infektionen auch außerhalb der typischen Grippezeit auftreten. Die Grippe kann vor allem für sehr junge, alte und chronisch kranke oder immungeschwächte Menschen gefährlich werden und im schlimmsten Fall sogar tödlich verlaufen.

Wenn sehr viele Menschen einer bestimmten Region an Grippe erkrankt sind, spricht man von einer Grippe-Epidemie; ist dies weltweit der Fall, spricht man von einer Grippe-Pandemie. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sind jährlich zwischen 10% und 20% der Weltbevölkerung von der Grippe betroffen.

Grippe (Influenza) im Überblick

Art Viruserkrankung
Erreger Influenzavirus A oder B
Übertragung Tröpfcheninfektion
Inkubationszeit 1 bis 2 Tage
Erkrankungsdauer 7 bis 14 Tage
Symptome hohes Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen
Behandlung Medikamente (Neuraminidasehemmer)
Vorbeugung Grippeimpfung, Hygienemaßnahmen

Wie erfolgt die Ansteckung mit dem Grippevirus?

Das Virus wird hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion übertragen, also beim Husten, Niesen oder Sprechen. Auch über Händeschütteln, Türklinken, Geldscheine und andere kontaminierte Oberflächen oder Gegenstände (Schmier- und Kontaktinfektion) können Grippeviren übertragen werden. Eintrittspforten sind letztendlich die Schleimhäute der Atemwege. Nach erfolgter Infektion zeigen sich innerhalb von ein bis drei Tagen die ersten Beschwerden (Inkubationszeit).

+++ Mehr zum Thema: Infektionswege +++

Welche Symptome treten bei der Grippe auf?

Die typischen Symptome einer Grippe können bei rund einem Drittel der Infizierten beobachtet werden, ein weiteres Drittel zeigt nur leicht ausgeprägte Beschwerden und beim letzten Drittel verläuft eine Infektion symptomlos. Alle jedoch können das Virus übertragen.

Folgende Symptome können auftreten:

+++ Mehr zum Thema: Grippe oder Erkältung? +++

Wie diagnostiziert der Arzt eine Grippe?

Bei Vorliegen der charakteristischen Symptome schließt der Arzt zunächst andere infrage kommende Ursachen, wie z.B. eine Lungen­entzündung  (Pneumonie), eine bakterielle Begleitinfektion (Sekundärinfektion) oder eine Herzmuskelentzündung, aus. Der Nachweis des Influenzavirus erfolgt dann mittels PCR- oder Schnelltest.

  • Erregernachweis mittels PCR

Nach einer Probennahme (z.B. Rachenabstrich) wird diese ins Labor geschickt. Dort werden die Virusbestandteile mithilfe der PCR (Polymerase-Kettenreaktion) künstlich vermehrt und im Anschluss nachgewiesen.

  • Erregernachweis mittels Influenza-Schnelltest

Der Schnelltest gibt innerhalb von 15 Minuten Auskunft, ob eine Influenza-Infektion vorliegt oder nicht. Hierbei werden bestimmte Proteine des Virus farblich sichtbar gemacht. Da die Fehlerquote bei etwa 20% liegt, wird dieser Test bevorzugt dann eingesetzt, wenn eine Probenauswertung zu lange dauern würde oder nicht möglich ist.

+++ Mehr zum Thema: Grippe bei Kindern +++

Wie wird eine Grippe behandelt?

Für die spezifische Therapie stehen schon seit Längeren die Neuraminidasehemmer (Zanamivir, Oseltamivir) zur Verfügung, die gegen alle Typen des Influenzavirus gleichermaßen wirksam sind. Diese gut verträglichen Medikamente hemmen ein Enzym des Virus, die sogenannte Neuraminidase, wodurch die Virusfreisetzung aus infizierten Zellen und damit die weitere Vermehrung des Erregers blockiert wird. Um Intensität und Dauer der Beschwerden zu verringern und die Häufigkeit von Komplikationen zu reduzieren, sollten die Medikamente innerhalb der ersten 48 Stunden nach Krankheitsbeginn verabreicht werden. Neuraminidasehemmer werden bevorzugt bei Risikopatienten eingesetzt.

Bei ungefährdeten Personen wird eine rein symptomatische Behandlung zur Linderung der Beschwerden durchgeführt. Hierbei kommen je nach Beschwerdebild zum Einsatz:

  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente
  • Nasensprays und -tropfen
  • Inhalationen
  • Hustenmedikamente
  • pflanzliche Arzneimittel
  • kühlende Auflagen und Umschläge

+++ Mehr zum Thema: Verschleppte Grippe +++

Welche Komplikationen können auftreten?

Vor allem bei älteren und chronisch kranken Menschen, Personen mit geschwächter Immunabwehr sowie Kleinkindern kann eine Grippeerkrankung zu ernsthaften, mitunter lebensbedrohlichen Komplikationen führen, die auch durch eine Sekundärinfektion mit Bakterien verursacht werden können. Dazu zählen:

+++ Mehr zum Thema: Lungenentzündung bei Kindern +++

Vorbeugung

Da Influenzaviren über Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen werden, kann generell eine Empfehlung für allgemeine Hygienemaßnahmen gegeben werden. Regelmäßiges Händewaschen mit Seife oder Desinfizieren, vor allem während bzw. nach engerem Kontakt mit Mitmenschen (u.a. Einkaufen, öffentliche Verkehrsmittel), hilft einer Infektion vorzubeugen.

Die alljährliche Grippeimpfung gegen das aktuelle Grippevirus reduziert das Risiko für schwere Verläufe und ist daher insbesondere für alle Risikogruppen dringend empfohlen. Zu den Risikogruppen gehören:

  • Menschen höheren Alters
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen (u.a. COPD, Asthma)
  • Menschen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche
  • Schwangere
  • Säuglinge und Kleinkinder

Aufgrund der Tatsache, dass die Influenzaviren ständig ihre Oberflächenstruktur verändern, muss die Grippeimpfung jedes Jahr vor der Grippesaison erneuert werden.

+++ Mehr zum Thema: Grippeimpfung +++

Prognose

Die durchschnittliche Dauer einer "echten“ Grippe liegt zwischen 7 und 14 Tagen. Allerdings können Abgeschlagenheit, Müdigkeit und eingeschränkte Leistungsfähigkeit noch Wochen nach überstandener Krankheit vorhanden sein.

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Autoren:
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Medizinisches Review:
, Priv.-Doz. Dr. Monika Redlberger-Fritz, Dr. Horst Michael Schalk
Redaktionelle Bearbeitung:
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Stand der medizinischen Information:
Quellen

Taubenberger JK, Morens DM. The pathology of influenza virus infections. Annu Rev Pathol 2008; 3:499-522 (letzter Zugriff am 06.11.2020)

Eccles R. Understanding the symptoms of the common cold and influenza. Lancet Infect Dis 2005; 5(11):718-25 (letzter Zugriff am 06.11.2020)

Principi N, Camilloni B, Alunno A, Polinori I, Argentiero A, Esposito S. Drugs for influenza treatment: Is there significant news? Front Med (Lausanne) 2019; 6:109 (letzter Zugriff am 06.11.2020)

Quellen: Robert Koch Institut, http://www.rki.de (Letzter Zugriff: 4.10.2018)

Bundesministerium für Gesundheit, http://www.bmg.gv.at (Stand 4.10.2018)

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES), http://www.ages.at (Stand 4.10.2018)

Antiinfektiva – Behandlung von Infektionen. Initiative Arznei und Vernunft, Pharmig - Verband der pharmazeutischen Industrie Österreich, 2. Auflage, Dezember 2010 ( http://www.pharmig.at/uploads/AuV_Antiinfektiva_LL_5809_DE.pdf)

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