Grippe (Influenza, Virusgrippe)

Mit Grippe das Bett hüten
Antibiotika sind gegen das Influenza-Virus wirkungslos, ihre Anwendung ist nur bei einer bakteriellen Zweitinfektion sinnvoll. (KatarzynaBialasiewicz / iStockphoto)

Die Grippe ist eine schwere Infektionskrankheit, die durch Influenzaviren (Orthomyxoviren der Typen A und B) hervorgerufen wird. Dabei kommt es zu einer akuten Infektion der Atemwege, die typischerweise mit sehr plötzlich einsetzendem hohen Fieber, schwerem Krankheitsgefühl und extremer Schwäche einhergeht. Ganzen Text lesen


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Kurzfassung:

  • Die Grippe (Influenza) ist eine schwere Infektionskrankheit, die durch Influenzaviren ausgelöst wird.
  • Es kommt zu einer akuten Infektion der Atemwege, die mit sehr plötzlich einsetzendem Fieber, schwerem Krankheitsgefühl und extremer Schwäche einhergeht.
  • Die Influenza tritt besonders in der kalten Jahreszeit auf.
  • Besonders für ältere und geschwächte Menschen kann eine Ansteckung mit der Grippe gefährlich werden. 
  • Das Virus wird hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion übertragen.

Die Influenza tritt besonders in der kalten Jahreszeit auf und kann große Teile der Bevölkerung betreffen. Nur sehr vereinzelt können Influenza Virusinfektionen auch außerhalb der typischen Grippezeit auftreten. Die Grippe kann vor allem für alte und geschwächte Menschen gefährlich werden, im schlimmsten Fall sogar tödlich verlaufen. Wenn sehr viele Menschen einer bestimmten Region von der Grippe befallen sind, spricht man von einer Grippe-Epidemie. Wenn weltweit sehr viele Menschen an Grippe erkrankt sind, die von einem vollkommen neuen Influenzavirus verursacht wird, spricht man von einer Grippe-Pandemie.

Wie erfolgt die Ansteckung mit dem Grippevirus?

Das Virus wird hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion übertragen, also beim Husten, Niesen oder Sprechen. Auch durch Händeschütteln, Türklinken, Geldscheine u.ä. (Schmier- und Kontaktinfektion) können Grippeviren übertragen werden. Eintrittspforten sind letztendlich die Schleimhäute der Atemwege. Nach erfolgter Infektion zeigen sich innerhalb von ein bis drei Tagen die ersten Beschwerden.

Welche Symptome treten bei Grippe auf?

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Welche Therapie steht bei Influenza zur Verfügung?

Für die spezifische Therapie stehen schon seit längeren die Neuraminidasehemmer (Zanamivir, Oseltamivir) zur Verfügung, die gegen alle Typen des Influenza-Virus gleichermaßen wirksam sind. Diese gut verträglichen Medikamente hemmen ein Enzym des Virus, die sogenannte Neuraminidase, wodurch die Virus-Freisetzung aus infizierten Zellen und damit die weitere Vermehrung des Erregers blockiert wird.

Für diese Medikamenten-Gruppe wurde gezeigt, dass sie bei einer Verabreichung innerhalb der ersten 48 Stunden nach Krankheitsbeginn die Intensität und Dauer der Symptome vermindern und die Häufigkeit von Komplikationen signifikant reduzieren. Für die Behandlung einer bereits ausgebrochenen Grippeerkrankung soll das Medikament zwei Mal täglich über fünf Tage eingenommen werden.

++ Mehr zum Thema: Wie kann man der Influenza vorbeugen? ++

Was können Sie selbst tun?

  • Trinken Sie reichlich, da der Körper aufgrund des Fiebers viel Flüssigkeit verliert.
  • Hüten Sie das Bett und schlafen Sie viel.
  • Vermeiden Sie es, zu rauchen und Alkohol zu trinken.
  • Bleiben Sie zu Hause und schonen Sie sich, bis die Krankheit vorüber ist.

Welche Komplikationen können auftreten?

Vor allem bei älteren und chronisch kranken Menschen, Personen mit geschwächter Immunabwehr sowie Kleinkindern (siehe Risikogruppen) kann eine Grippeerkrankung zu ernsthaften, mitunter lebensbedrohlichen Komplikationen führen, die auch durch eine Zweitinfektion mit Bakterien verursacht werden können. Dazu zählen:

Wie entsteht eine Grippe-Epidemie?

Influenza-Viren haben die Eigenschaft, sich durch Mutation kontinuierlich zu verändern (sog. Antigen-Drift). Daher bietet die Influenza-Impfung nur einen zeitlich begrenzten Schutz. Verschiedene Influenza-A-Viren können zudem untereinander genetische Informationen austauschen (sog. Antigen-Shift), was zu völlig neuen Virustypen führen kann. Wenn diese stark veränderten Virusvarianten die Fähigkeit erlangen, effizient von Mensch zu Mensch übertragen zu werden, kann es zu ausgedehnten Epidemien und letztlich zu einer Pandemie (weltweite Epidemie) kommen, wie dies 1918/1919 (Spanische Grippe), 1957 (Asiatische Grippe), 1968 (Hongkong-Grippe) und zuletzt 2009 (Schweinegrippe) der Fall war.

Üblicherweise kommt es einmal im Jahr – meist in der kalten Jahreszeit – zu einem wellenartigen Anstieg der Grippeerkrankungen. Diese jährlich auftretenden saisonalen Grippewellen beginnen abrupt, erreichen nach etwa drei Wochen ihren Höhepunkt und dauern bis zu acht Wochen an, manchmal auch etwas länger.

Am Höhepunkt einer saisonalen Grippewelle registriert das Grippeinformationssystem der Gemeinde Wien bis zu 18.000 Neuerkrankungen an Grippe/grippalem Infekt pro Woche. Meist sind zunächst hauptsächlich Kinder betroffen, die ihre erste Influenza-Virusinfektion durchmachen und daher hohe Viruskonzentrationen ausscheiden, wodurch sie das Virus in Kindergärten, Schulen und in den Familien effizient verbreiten.

Was Sie sonst noch wissen sollten

  • Antibiotika sind gegen das Influenza-Virus wirkungslos, ihre Anwendung ist nur bei einer bakteriellen Zweitinfektion sinnvoll.
  • Als Infizierte/r können Sie noch vor Auftreten der Beschwerden andere Menschen anstecken.
  • Etwa eine Woche nach Krankheitsbeginn ist die Infektionsgefahr für andere vorbei.
  • Geben Sie Kindern bei einer Grippe KEINE Acetylsalizylsäure-haltigen Medikamente (z.B. Aspirin), da dadurch ein Reye-Syndrom (schwerwiegende Erkrankung) ausgelöst werden kann!

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Autoren:
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Medizinisches Review:
Theresia Popow-Kraupp, Priv.Doz.Dr. Monika Redlberger-Fritz
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. (FH) Silvia Hecher, MSc, Silke Brenner (2018)

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Quellen: Robert Koch Institut, http://www.rki.de (Letzter Zugriff: 4.10.2018)
Bundesministerium für Gesundheit, http://www.bmg.gv.at (Stand 4.10.2018)
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES), http://www.ages.at (Stand 4.10.2018)
Antiinfektiva – Behandlung von Infektionen. Initiative Arznei und Vernunft, Pharmig - Verband der pharmazeutischen Industrie Österreich, 2. Auflage, Dezember 2010 ( http://www.pharmig.at/uploads/AuV_Antiinfektiva_LL_5809_DE.pdf)

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