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Fettige Haut (glänzende Haut, ölige Haut)

fettige glänzende Haut
Junge Frau cremt sich ein. (Ariwasabi / Shutterstock)

Je nach Fett- und Feuchtigkeitsgehalt der Hautoberfläche unterscheidet man verschiedene Zustandsbilder der Haut. Der "Hauttyp", von dem meist die Rede ist, entspricht der angeborenen Neigung zu einem bestimmten Zustand, der sich abhängig von unterschiedlichen Faktoren im Laufe des Lebens verändern kann.

Kurzfassung:

  •  Ursachen für fettige Haut sind eine vermehrte Talgdrüsenaktivität, Hormone, Krankheiten und Medikamente.
  • Fettige Haut zeichnet sich durch eine glänzende Hautoberfläche und vergrößerte Poren aus.
  • Besonders betroffen sind die T-Zone, Schultern und Rücken.
  • Die richtige Pflege ist bei fettiger Haut von großer Bedeutung.

Informationen auf dieser Seite:

Neben der normalen Haut, der trocken-fettarmen Haut und der Mischhaut gibt es auch die fettige Haut oder den feucht-fetten Hautzustand. Die Hautoberfläche weist dabei eine ölige Beschaffenheit auf, was meist auf eine übermäßige Talgproduktion zurückzuführen ist. In der Medizin wird dies als Seborrhö bezeichnet.

Die Hautoberfläche ist von einem Gemisch aus Wasser und Fettstoffen überzogen, der sogenannten Hydrolipidemulsion. Der Wasseranteil stammt vor allem aus den Schweißdrüsen, der Fettanteil ist ein Gemisch aus Talg (Sebum) und Hornschichtfett. Insgesamt machen die Verhornungsprozesse der Haut etwa 10% des Hautoberflächenfetts aus, der Hauptanteil von etwa 90% ist ein Produkt der Talgdrüsen.

+++ Mehr zum Thema: Haut & Anhangsgebilde +++

Welche Ursache hat fettige Haut bzw. eine vermehrte Talgproduktion?

Ursachen für fettige Haut im Überblick:

  • Hormonelle Faktoren
  • vermehrte Aktivität der Talgdrüsen
  • Krankheiten (z.B. Morbus Parkinson)
  • Medikamente

In den meisten Fällen ist ein fettiger Hautzustand bzw. eine vermehrte Aktivität der Talgdrüsen auf eine hormonelle Stimulation durch Androgene, also männliche Sexualhormone, zurückzuführen. Die Ausprägung ist dabei abhängig vom Lebensalter sowie von der genetischen Veranlagung.

Daneben gibt es auch einige Krankheitsbilder, bei denen es als Begleiterscheinung zu fettiger Haut kommt. So weisen etwa Patienten mit Morbus Parkinson (eine neurologische Erkrankung mit chronischem Mangel des Botenstoffs Dopamin) typischerweise eine fettig glänzende Haut auf.

Dies wird als "Salbengesicht" bezeichnet und ist auf eine gesteigerte Talgproduktion zurückzuführen. Auf welche Weise die Talgdrüsenaktivität mit dem Dopaminspiegel zusammenhängt, ist bis dato nicht geklärt.

Auch einige Medikamente können die Talgproduktion anregen, z.B. Anabolika oder Kortikosteroide, wobei bei Letzteren der genaue Mechanismus unbekannt ist.

++ Mehr zum Thema: Talgdrüsen & welche Funktion das Fett der Hautoberfläche hat ++

Was sind die Merkmale fettiger Haut?

Merkmale fettiger Haut sind:

  • fettige, ölige und glänzende Hautoberfläche
  • vergrößerte Poren
  • dicker als normale Haut
  • oft blass oder fahl

Die Hautoberfläche weist bei fettiger Haut eine ölige Beschaffenheit auf und ist stark glänzend. Sie ist meist dicker als normale Haut und die Hautporen sind sichtbar vergrößert, was insgesamt zu einem gröberen Hautrelief führt. Stark fettige Haut ist oft schlechter durchblutet als normale Haut und erscheint blass oder fahl.

Der fettige Hauttyp hat auch Vorteile

Im Vergleich zu normaler Haut bleibt fettige Haut oft länger straff, Faltenbildung tritt im Alter erst später auf. Daneben ist sie meist auch widerstandsfähiger und weniger empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen wie Kälte, Nässe oder Sonne.

Welche Körperregionen sind betroffen?

Die Neigung zu fettiger Haut betrifft in erster Linie das Gesicht und dort vor allem die sogenannte T-Zone (Stirn, Nasenrücken, Kinn), zusätzlich erscheinen auch die Haare fettiger. Schultern, Rücken und Brustbereich sind oft mitbetroffen, allerdings in geringerer Ausprägung.

Die Entstehung von fettiger Haut und Akne

Fettige Haut tritt meist mit Beginn der Pubertät in Erscheinung, da zu diesem Zeitpunkt der Androgenspiegel stark ansteigt und die Talgdrüsen stimuliert. Dieses Bild der übermäßigen Talgproduktion ohne weitere Krankheitszeichen nennt man auch Seborrhoea oleosa.

Fettige bzw. unreine Haut entsteht aus der Trias von Talg, dem Verschluss der abführenden Wege des Follikels und dem daraus resultierenden Stau der Talgmassen. Dies ist ein ideales Substrat für eine bakterielle Besiedelung. Durch den übermäßig gebildeten Talg fallen an der Hautoberfläche vermehrt freie Fettsäuren an, was sowohl zu Hautreizungen als auch zu einer Änderung des physiologischen pH-Wertes führt. 

Die natürliche Schutzfunktion der Haut wird beeinträchtigt und Bakterien können leichter zu entzündlichen Reaktionen führen. Es kommt dabei zu einzelnen roten Flecken, juckenden Stellen, Schuppenbildung und gelblichen Krusten.

Fettige Haut neigt zusätzlich oft zur Bildung von Mitessern (Komedonen). Der vermehrt anfallende Talg führt zusammen mit Hornpartikeln der Haut zu einer Verstopfung der Hautporen (Follikelkanäle). In der Folge kann neu gebildeter Talg nicht mehr abfließen, der Follikelkanal weitet sich aus und ist als Mitesser sichtbar.

Auf diesem Weg kann sich aus unreiner Haut das Krankheitsbild der Akne entwickeln. Wird die verstopfte Pore (Mitesser) mit Bakterien besiedelt, entstehen Papeln und Pusteln. Die Haut ist gereizt, durch Manipulation kommt es zusätzlich zu Kratzspuren, Krustenbildungen und Entzündungen.

Fettige Haut fettige, ölige, glänzende Hautoberfläche
Acne comedonica Mitesser
Acne papulo-pustulosa Papeln, Pusteln
Acne conglobata verhärtete Knoten

Die Ausprägung der Akne kann unterschiedliche Schweregrade erreichen und ist abhängig von zahlreichen Einflussfaktoren. In fast allen Fällen steht sie aber in Zusammenhang mit dem Zustandsbild der fettigen Haut.

++ Mehr zum Thema: Akne ++

Was tun bei fettiger Haut?

Die Auswahl der richtigen Reinigungs- und Pflegeprodukte sollte sich grundsätzlich immer nach dem aktuellen Zustandsbild der Haut richten.

Produkte für fettige bzw. unreine Haut sollen die überschüssige Talgproduktion so weit wie möglich verringern und so den Fett-Feuchtigkeits-Gehalt der Haut normalisieren. Gleichzeitig dürfen sie aber nicht zu stark austrocknend oder entfettend wirken, da dies die Talgdrüsen zu weiterer Talgproduktion anregen und einen gegenteiligen Effekt bewirken würde. Darüber hinaus soll die richtige Pflege die Besiedelung mit Bakterien und damit die Entwicklung in Richtung Akne verhindern.

Dos & Don'ts bei fettiger Haut
Die ideale Pflege Besser vermeiden 
Reinigungsprodukte mit neutralem oder schwachen pH-Wert Produkte mit alkalischem pH-Wert (Seife)
Produkte mit antimikrobiellen Inhaltsstoffen Öle 
leichte Cremes mit wenig Lipidanteil
(Öl-in-Wasser-Emulsion)
reichhaltige Cremes mit hohem Lipidanteil
Mitesser nach Dampfbad entleeren Mitesser ausdrücken
Peelings  
Sonnenschutz  

Die richtige Reinigung von fettiger Haut

Fettige Haut neigt zu Unreinheiten und benötigt daher besonders regelmäßige und gründliche Reinigung. Reinigungsprodukte dienen dazu, die wasserunlöslichen Fettteilchen der Hautoberfläche aufzunehmen und zu binden, damit sie mit Wasser entfernt werden können.

Welche Produkte sollten zur Reinigung fettiger Haut verwendet werden?

Für fettige Haut empfiehlt sich zu diesem Zweck die Anwendung einer Reinigungsmilch mit Fett aufnehmenden Eigenschaften sowie Waschcremes oder Gele mit neutralem oder schwach saurem pH-Wert. Produkte mit antimikrobiellen Inhaltsstoffen haben dabei einen zusätzlich günstigen Effekt.

Produkte mit alkalischem pH-Wert (etwa herkömmliche Seife) sollten vermieden werden, da sie den ohnehin meist beeinträchtigten Säuremantel der Haut zusätzlich angreifen und zu weiteren Hautreizungen führen können.

Peelings bei fettiger Haut

Daneben können zur Reinigung der Hautoberfläche auch sogenannte Abrasiva (Peelings, Schleifcremes, Scrubpräparate) angewandt werden. Die äußersten Schichten der Hornhaut und fest haftende Schuppen werden dabei abgetragen, Mitesser werden geöffnet und die selbstständige Entleerung von verstopften Talgdrüsen wird gefördert.

Mitesser nicht ausdrücken!

Mitesser sollten grundsätzlich nicht mechanisch entfernt werden. Eventuell kann nach einem heißen Gesichtsdampfbad vorsichtig versucht werden, den Mitesser durch leichten Zug zu entleeren. Druck sollte auf alle Fälle vermieden werden, da dabei der Follikelkanal einreißen und der Inhalt des Mitessers Entzündungen im umliegenden Gewebe verursachen kann.

Tonisieren zum Klären der Haut

Tonisierende Produkte dienen zum Nachreinigen und Klären der Haut und leisten einen Beitrag zur Aufrechterhaltung des physiologischen Säuremantels der Haut. Für fettige Haut sollten wässrig-alkoholische Lösungen (Gesichtswasser, Tonic) mit einer Ethanolkonzentration von 15–30% angewandt werden.

Diese hohe Konzentration bewirkt eine Entfernung überschüssiger Fette und anderer irritierender Stoffe. Auch hierfür sollten Produkte mit antimikrobiellen Zusätzen gewählt werden.

Die richtige Pflege für fettige Haut

Für die Pflege fettiger Haut sollten leichte Cremes mit wenig Lipidanteil verwendet werden (Öl-in-Wasser-Emulsionen), die zugesetzten Emulgatoren ermöglichen dabei die Aufnahme der überschüssigen Fettstoffe. Auch diesen Produkten sind häufig antimikrobielle Wirkstoffe (wie Benzoylperoxid oder Triclosan) beigemischt.

Weiters kann die Zugabe von Stoffen, die eine Erweichung und Ablösung abgestorbener Hautpartikel bewirken (Keratolytika, z.B. Salicylsäure) bei fettiger Haut hilfreich sein.

Sonnenschutz

Für den Sonnenschutz sollten ebenfalls leichte Cremes oder Lotionen, keinesfalls aber Öle verwendet werden. Da fettige Haut gegen Umwelteinflüsse meist relativ unempfindlich ist, benötigt sie keinen speziellen weiteren Schutz.

+++ Mehr zum Thema: Sonnenschutz für jeden Hauttyp +++

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Autoren:

Medizinisches Review:
Dr. Michael Palatin
Redaktionelle Bearbeitung:
,

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Raab W: Hautfibel – Dermatologische Pflege kompakt. Govi-Verlag Pharmazeutischer Verlag GmbH, Eschborn, 4. Auflage 2010

Herrmann K, Trinkkeller U: Dermatologie und medizinische Kosmetik – Leitfaden für die kosmetische Praxis. Springer Medizin Verlag Heidelberg, 2. Auflage 2007

Fritsch P: Dermatologie und Venerologie für das Studium. Springer Verlag 2009

Rossbach B: Ästhetische Dermatologie – sanfte Methoden ohne Skalpell. Sonntag Verlag in MVS Medizinverlage, Stuttgart 2004

Behandlung der Akne - Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (derzeit in Überarbeitung) http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-017l_S2k_Behandlung_der_Akne_2011-abgelaufen.pdf (Online, letzter Zugriff: 18.07.2016)

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