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Escherichia coli (Kolibakterium, E. coli)

Escherichia coli Bakterien Infektion
Escherichia coli-Bakterien (Fotolia)

Escherichia coli ist weltweit verbreitet, da manche Stämme im menschlichen und tierischen Darm sowie in deren Fäkalien zu finden sind.

Kurzfassung:

  • Escherichia coli ist ein Bakterium, das Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen verursacht.
  • Es wird vor allem durch tierische Nahrungsmittel übertragen.
  • Die Krankheit geht meist nach einigen Tagen vorüber. 

Einige Stämme des Bakteriums Escherichia coli produzieren Giftstoffe, welche Durchfallerkrankungen verursachen können.  Escherichia coli ist bedingt krankmachend und gilt außerhalb des Darmtraktes als Indikatorbakterium für eine fäkale Verunreinigung von Wasser und Lebensmitteln. Wenn der Keim aus dem Magen-Darm-Bereich in andere Körperregionen gelangt, kann er Infektionen verursachen.

E. coli im Überblick

Übertragung Verzehr von verunreinigten Lebensmitteln,
Kontakt mit infizierten Personen
Inkubationszeit 72 Stunden
Symptome wässriger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
Krankheitsdauer 2 bis 8 Tage
Behandlung Antibiotika

Pathogene Stämme:

  • EPEC (enteropathogene Escherichia coli)
  • ETEC (enterotoxische E. coli)
  • EIEC (enteroinvasive E. coli)
  • EHEC (enterohämorrhagische E. coli)
  • EAEC (enteroaggregative E. coli).

Wie wird Escherichia coli übertragen?

Die Übertragung der Keime erfolgt hauptsächlich über den Verzehr von rohem Rinderfaschiertem, Mettwurst, Salami und Rohmilch. Es können allerdings auch pflanzliche Produkte, welche auf mit Rindergülle gedüngten Äckern kultiviert und roh verzehrt werden, sowie industriell hergestellte Sprossen befallen sein.

+++ Mehr zum Thema: Erreger einer Lebensmittelvergifung +++

Gefahr besteht nach dem Kontakt mit Rindern (z.B. a im Streichelzoo, wenn danach keine entsprechende Reinigung der Hände erfolgt. Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind möglich, besonders in Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kindergärten). Die Bakterien sind empfindlich gegenüber Hitze, können jedoch gut in gefrorenen Lebensmitteln überleben.

Als Infektionsquellen fungieren Ausscheider (infizierte Personen, welche den Erreger häufig in großen Mengen ausscheiden) sowie kontaminierte Lebensmittel. Häufig erfolgt die Kontamination über rohe Nahrungsmittel wie Fleisch, Rohmilch, rohes Gemüse sowie Wasser.

Wie lang dauert die Infektion an?

Die Krankheitssymptome können bis zu 72 Stunden nach Einnahme der Mahlzeit auftreten. Die Dauer der Krankheit beträgt in der Regel 2 bis 8 Tage.

Welche Symptome treten bei einer Infektion mit E. coli auf?

  • Beginn mit wässrigen Durchfällen
  • nach einigen Tagen häufig blutiger Stuhl
  • starke Übelkeit und Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • In schweren Fällen kann die Erkrankung zu Nierenversagen und zum Tod führen.
  • Bei 10% der Erkrankten kommt es zum hämolytisch-urämischen Syndrom. Das ist eine Erkrankung der kleinen Blutgefäße, bei der Blutzellen zerstört werden und die Nierenfunktion geschädigt wird.

Wie wird Escherichia coli diagnostiziert?

Wenn der klinische Verdacht auf eine Escherichia-coli-Infektion besteht, erfolgt die kulturelle Anzucht der Keime im Stuhl sowie durch den Nachweis spezifischer Antikörper im Blut.

Wie wird Escherichia coli behandelt?

Die Erkrankung endet auch ohne äußere Einflüsse, daher reicht der Ausgleich des Wasser- und Elektrolythaushalts aus. Die Behandlung mit Antibiotika gilt im Allgemeinen als kontraindiziert, da die Bakterien durch diese Behandlung vermehrt Toxine produzieren.

++ Mehr zum Thema: Infektionen vermeiden durch richtiges Händewaschen++

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Autoren:

Medizinisches Review:
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Mohammad Manafi
Redaktionelle Bearbeitung:

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Allerberger F, Huhulescu S, Wewalka G: Update Reisediarrhö. J Gastroenterol Hepatol Erkr 2008; 6(4)

Universität Wien: Enterobakterien, Coliforme und Escherichia coli;  (Stand: 03.01.2013)

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES): Hygiene im Privathaushalt; (Stand: 03.01.2013)

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und Bundesministerium für Gesundheit (BMG): Bericht über Zoonosen und ihre Erreger in Österreich

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