Blinddarmentzündung (Appendicitis, Appendizitis)

(Ana Blazic Parlovic / Fotolia)

Als Appendizitis bezeichnet man die Entzündung der Appendix, einem Teil des Dickdarms. Der Begriff „Blinddarmentzündung“ ist jedoch irreführend: Entzündet ist nicht der Blinddarm selbst, sondern der Wurmfortsatz, eine wurmförmige Ausstülpung des Blinddarms.

Die gesunde Appendix hat eine Länge von 2–20 cm und einen maximalen Durchmesser von 0,7 cm. Grundsätzlich kann eine Appendizitis jede Altersgruppe betreffen, sie tritt jedoch am häufigsten im Schulalter zwischen dem 5. und dem 12. Lebensjahr auf. Kinder unter 2 Jahren sind hingegen sehr selten betroffen. Insgesamt tritt bei 20% der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens eine akute Blinddarmentzündung auf.

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Welche Ursachen kann eine Blinddarmentzündung haben?

In der Regel ist eine Appendizitis das Resultat aus dem Verschluss oder einer Verstopfung des Wurmfortsatzes, entweder durch Kotsteine, Würmer, Darminhalt, Fremdkörper (wie Obstkerne) oder angeschwollenes Lymphgewebe. In seltenen Fällen führt auch eine Infektion mit Viren (Grippe, Masern) oder Bakterien (Scharlach) zu einer Entzündung des Wurmfortsatzes.

Welche Symptome treten auf?

Die Vorgeschichte ist meist kurz. Eine Blinddarmentzündung beginnt in der Regel mit einer kurzen Phase von Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Schmerzen treten zunächst diffus (= ohne bestimmte Grenze) in der Mitte des Bauches auf. Charakteristisch ist eine allmähliche Verlagerung des Schmerzes in Richtung des rechten Unterbauches. Oft entwickeln die Patienten auch erhöhte Temperatur bzw. Fieber, wobei typischerweise eine Temperaturdifferenz von mehr als 1° Celsius im After und unter der Achsel gemessen werden kann.

Die erwähnte klassische Symptomenkombination tritt jedoch nicht in allen Fällen auf. Häufig präsentiert sich eine Blinddarmentzündung auch mit unspezifischen Symptomen: So haben Patienten z.B. eine normale Körpertemperatur, zusätzlich Durchfall oder einen geblähten Bauch. Insbesondere bei kleinen Kindern sind die Symptome nicht immer eindeutig.

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Autoren:
Dr. Edgar Tichatschek (2008), ,
Medizinisches Review:
Assoc.Prof. Priv.Doz.Dr. Emanuel Sporn
Redaktionelle Bearbeitung:
Nicole Kolisch

Stand der Information: Januar 2017

Quellen

Champault A, Polliand C, Mendes da Costa P, Champault G.: Laparoscopic appendectomies-retrospective study of 2074 cases. In: Surg.Laparosc.Endosc.Percutan Tech. 2008 April; 18(“):168-72

Gillick J, Mohanan N, Das L,Puri P.: Laparoscopic appendectomy after conservative management of appendix mass. In: Pediatric Surg.Int. 2008 March; 24 (3):299-301.Epub 2008 Jan 16.

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