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Sprunggelenksfraktur (Sprunggelenksbruch, Außenknöchelbruch, Malleolarfraktur)

Sprunggelenksfraktur, Außenknöchelbruch
Eine Sprunggelenksfraktur muss oft operativ behandelt werden. Nach der Operation wird für etwa sechs Wochen ein Gipsverband angelegt. (domin_domin / iStockphoto)

Man spricht von einer Sprunggelenksfraktur, wenn der Innen- und/oder der Außenknöchel am Fuß gebrochen ist. Dieser Bruch ist oft die Folge einer traumatischen Verrenkung des oberen Sprunggelenks.

Kurzfassung:

  • Der Außenknöchelbruch stellt die häufigste Verletzung am oberen Sprunggelenk dar.
  • Die Sprunggelenksfraktur entsteht meist beim Umknicken des Fußes.
  • Folgende Symptome treten bei einer Sprunggelenksfraktur auf: Schwellung, Schmerzen, Belastungsunfähigkeit.
  • Der Sprunggelenksbruch muss häufig operativ behandelt werden.
  • Bei einem unkomplizierten Verlauf ist die Prognose in der Regel sehr gut.

 


Da das obere Sprunggelenk weniger stabil ist als das untere, ist es wesentlich häufiger von Verletzungen (z.B. Verstauchung, Bänderriss, Bruch) betroffen. Man spricht von einer Sprunggelenksfraktur, wenn der Innen- und/oder Außenknöchel gebrochen ist. Der Außenknöchelbruch ist die häufigste Verletzung des oberen Sprunggelenks.

+++ Mehr zum Thema: Verstauchung +++

Folgende Sprunggelenksfrakturen können auftreten:

  • Isolierte Fraktur des Außenknöchels (häufigste Form)
  • Fraktur des Außen- und Innenknöchels
  • Fraktur des Außen- und Innenknöchels sowie der Hinterkante des Schienbeins

Die Fraktur kann zusätzlich zu einer Schädigung der Bänder, Sehnen, Muskeln, Gefäße und Nerven im umgebenden Bereich führen.

Wie kommt es zu einer Sprunggelenksfraktur?

Besonders gefährdet sind Menschen, die Sportarten betreiben, bei denen es auf kurze Sprints und Stoppbewegungen ankommt, z.B. Fußball, Tennis, Basketball oder Volleyball. Auch bei Verkehrs- oder Arbeitsunfällen kann es gelegentlich zum Bruch des Außenknöchels kommen. Die Verletzung tritt bei älteren Menschen häufiger auf als beispielsweise bei Jugendlichen. Bei Kindern stehen Verletzungen der Wachstumsfuge im Vordergrund.

Welche Symptome treten bei einer Sprunggelenksfraktur auf?

  • Schwellung
  • Schmerzen
  • Bluterguss
  • Belastungsunfähigkeit

Das deutlichste Merkmal ist eine sofort einsetzende, massive Schwellung durch einen Bluterguss, der durch den Bruch entsteht. Schmerzen und Belastungsunfähigkeit sind weitere Symptome. Das verletzte Bein muss sofort entlastet, hochgelagert, geschient und mit Eis gekühlt werden.

Wie wird ein Sprunggelenksbruch festgestellt?

Die Diagnose lässt sich schnell durch Röntgenaufnahmen stellen. Zwei Röntgenaufnahmen aus unterschiedlichen Perspektiven zeigen den Verlauf des Bruchs. Ergibt das Röntgen keine eindeutige Diagnose, kann eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) notwendig werden.

Wie wird eine Sprunggelenksfraktur behandelt?

Wie eine Sprunggelenksfraktur behandelt wird, hängt von der Art, Lage und dem Schweregrad des Bruchs ab.

Ein Außenknöchelbruch wird in der Regel operativ behandelt. Bei der Operation richtet der Arzt zunächst den Bruch wieder ein und fixiert ihn mit einer etwa 10 cm langen Platte. Diese wird mit mehreren Schrauben an beiden Bruchstücken angebracht. Zusätzlich wird für etwa sechs Wochen ein Gipsverband angelegt oder der Patient muss für diese Zeit einen Spezialschuh tragen.

Eine konservative Behandlung des Außenknöchelbruchs kommt nur dann infrage, wenn der Bruch sehr unkompliziert und stabil ist. Bei der nicht-operativen Therapie wird der Fußknöchel gekühlt, bis die Schwellung zurückgeht, danach wird für etwa sechs Wochen ein Gipsverband angelegt. Mittels regelmäßiger Röntgenkontrollen wird der Heilungsverlauf kontrolliert.

+++ Mehr zum Thema: Erste Hilfe bei Knochenbrüchen +++

Welche Komplikationen können nach der Operation auftreten?

Da die Sprunggelenksregion einen dünnen Weichteilmantel aufweist, sind Komplikationen wie Wundheilungsstörungen und Wundinfektionen gar nicht so selten, insbesondere wenn im Rahmen der operativen Therapie nicht ordnungsgemäß mit dem Weichteilmantel umgegangen wird. Erheblich höhere Komplikationsraten zeigen hierbei Verletzungen, die im Sinne einer offenen Fraktur auftreten und somit von Haus aus ein höheres Risiko haben, eine Infektion zu entwickeln. Darüber hinaus kann eine Nachblutung entstehen, die durch das Einlegen eines Drains aber deutlich vermindert werden kann.

Eine größere Komplikation im Sinne einer längerfristigen Schädigung stellt jedoch zweifelsohne die posttraumatische Arthrose dar. Diese tritt nicht selten nach stattgefundenen bimalleolären Luxationsfrakturen in Erscheinung. Falls die postoperative Entlastung nicht ordnungsgemäß eingehalten wird, kann außerdem ein Bruch des Osteosynthesematerials resultieren, was eine weitere Operation erforderlich macht.

+++ Mehr zum Thema: Arthrose +++

Wie geht es nach der Operation weiter?

Nach sechs Wochen wird der Gipsverband entfernt. Eine leichte krankengymnastische Übungsbehandlung trainiert Muskulatur sowie Gangbild und unterstützt den Heilungsverlauf. Das betroffene Bein darf aber nur teilbelastet werden. Gehen ist deshalb zunächst nur mit Stützkrücken im 3- bzw. 4-Punkt-Gang erlaubt. Weitere Röntgenaufnahmen zeigen, wie die Knochenheilung verläuft. Wie stark das Bein belastet werden darf, ist vom individuellen Heilungsverlauf abhängig. Frühestens sechs Monate nach der Operation sowie dem Eintreten einer vollständigen knöchernen Konsolidierung der Fraktur können die Implantate am Sprunggelenk entfernt werden.

Wie ist die Prognose?

Bei einem unkomplizierten Verlauf ist die Prognose in der Regel sehr gut. Restbeschwerden wie Schwellneigung, Taubheitsgefühle oder Wetterfühligkeit können gelegentlich über mehrere Monate bestehen bleiben, verschwinden aber meistens vollständig. Dauerfolgen wie eine bleibende Funktionsstörung des Gelenks oder chronische Schmerzen sind vorwiegend nach komplexeren Verletzungen, insbesondere nach Luxationsfrakturen oder offenen Frakturen, zu erwarten.

+++ Mehr zum Thema: Wie beschleunigt man die Knochenheilung? +++

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Autoren:
,
Medizinisches Review:
Priv.-Doz.Dr. Harald K. Widhalm
Redaktionelle Bearbeitung:

Stand der medizinischen Information:
Quellen

S2e-Leitlinie 012/003 „Sprunggelenkfraktur“, aktueller Stand: 05/2015; https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/012-003l_S2e_Sprunggelenkfraktur_2016-02.pdf

Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: Bruch des oberen Sprunggelenks; https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/verletzungen/gelenkverletzungen/fraktur-sprunggelenk (letzter Zugriff: 11.02.2020)

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