Analfissur

Männer sind häufiger betroffen als Frauen. (ollinka / iStock)

Eine Analfissur bezeichnet einen meist länglichen Schleimhautriss im Bereich des Afters. In den meisten Fällen gehen Analfissuren mit starken lokalen Schmerzen und Blutungen einher.

Männer sind häufiger betroffen als Frauen, der Altersgipfel liegt zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Im Allgemeinen heilen Fissuren spontan und folgenlos aus, nur ein Teil der Betroffenen braucht eine Therapie.

Symptome

Hauptsymptom der Analfissur ist ein starker, stechender Schmerz bei und nach dem Stuhlgang. Analfissuren sind häufig nur einige Millimeter lang, dennoch verursachen sie Schmerzen, die eigentlich in keinem Verhältnis zu ihrer Größe stehen. Die Ursache für die große Schmerzhaftigkeit liegt in der hohen Anzahl an Schmerzrezeptoren im Bereich des Afters.

Häufig kommt es auch zu Blutungen beim Stuhlgang oder beim Abputzen mit Toilettenpapier, in vielen Fällen kommt Juckreiz im Analbereich hinzu. Zu Beginn sind die Schmerzen nur von kurzer Dauer, im weiteren Verlauf können sie jedoch bis zu Stunden anhalten. Die üblichen, in der Apotheke rezeptfrei erhältlichen Schmerzmittel haben kaum Einfluss auf die Schmerzen.

+++ Mehr zum Thema: Blut im Stuhl +++

Analfissuren treten fast immer an der gleichen Stelle auf: 80–90% liegen in Richtung Steißbein (dorsal), nur 10–20% – vor allem bei Frauen – in Richtung Damm (ventral). Seitliche Fissuren sind fast immer eine Begleiterscheinung anderer Erkrankungen, wie Tuberkulose, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.

+++ Mehr zum Thema: Ursachen der Analfissur +++

Einteilung der Fissuren

Als akut wird eine Analfissur bezeichnet, wenn sie erst seit weniger als sechs bis acht Wochen besteht. Häufig treten auch Blutungen und Schwellungen auf. Aufgrund der Schmerzen kommt es zu einer Verengung des Afters, die wiederum die Blutversorgung des betroffenen Gebietes und damit auch die Wundheilung stört.

Bei bereits chronischen Fissuren lassen sich meist auch Begleiterscheinungen feststellen. Typisch für chronische Analfissuren sind Gewebsvermehrungen am körpernahen Ende der Fissur, die sogenannte Vorpfostenfalte am körperfernen Ende, verdickte Ränder und sichtbare Fasern des inneren analen Schließmuskels.

Diagnose

Analfissuren können bei vielen Patienten durch Spreizen der Gesäßbacken bereits gesehen werden. Liegt die Fissur tiefer im Analkanal, muss sie vom Arzt von innen ausgetastet werden. Diese Art der Untersuchung kann aufgrund der Schmerzhaftigkeit unter Umständen eine Kurznarkose notwendig machen. Um andere Blutungsquellen auszuschließen, sollte eine Koloskopie in Erwägung gezogen werden.

 +++ Mehr zum Thema: Behandlung einer Analfissur +++

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Autoren:

Medizinisches Review:
Assoc.Prof. Priv.Doz.Dr. Emanuel Sporn
Redaktionelle Bearbeitung:
Nicole Kolisch

Stand der Information: September 2017

Quellen

Jongen J: Therapeutisches Vorgehen bei der Analfissur; https://cme.mgo-fachverlage.de/uploads/exam/exam_106.pdf (letzter Zugriff am 28.06.2017)

Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie: Fissuren (Analfissuren); http://www.vis.usz.ch/fachwissen/proktologie/Seiten/fissuren.aspx (letzter Zugriff am 28.06.2017)

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