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Altersabhängige Makuladegeneration (senile Makuladegeneration, altersbedingte Makuladegeneration, AMD)

AMD
Wichtiger Teil der Untersuchung ist die Augenspiegelung. (1060077184 / iStockphoto)

Die altersabhängige Makuladegeneration, kurz AMD, ist eine häufige Ursache für Sehstörungen im höheren Lebensalter. Sie ist gekennzeichnet durch eine zunehmende Beeinträchtigung des scharfen Sehens im zentralen Sichtfeld.

Kurzfassung:

  • Die altersabhängige Makuladegeneration ist eine degenerative Erkrankung des Auges.
  • Sie tritt meist beidseitig auf.
  • Die AMD kommt vorwiegend im höheren Lebensalter, bevorzugt ab dem 65. Lebensjahr, vor.
  • Die AMD führt zu einer zunehmenden Beeinträchtigung des zentralen Sehens, Details können nicht mehr erkannt werden, Linien erscheinen verzerrt oder gebogen.
  • Im fortgeschrittenen Stadium sehen Betroffene in der Mitte des Sichtfeldes einen grauen Fleck.
  • AMD kann die Lebensqualität stark einschränken, Betroffene erblinden aber nicht.
  • Ursache der AMD ist ein allmählicher Untergang der Sinneszellen der Netzhaut.
  • Bereits entstandene Schäden sind dann nicht mehr rückgängig zu machen.
  • Das rechtzeitige Erkennen der Erkrankung kann die Sehfähigkeit erhalten.
  • Die Therapie zielt darauf ab, eine weitere Sehverschlechterung zu vermeiden.

 


Was ist die Makula?

Auf der Netzhaut des Auges befinden sich verschiedene Sinneszellen (Fotorezeptoren): Sie sind sowohl für die Hell-dunkel-Wahrnehmung als auch für das Farbsehen verantwortlich. Werden diese Rezeptoren durch das Licht angeregt, wandeln sie die Reize in elektrische Impulse um. Diese wiederum gelangen ins Gehirn, wo das eigentliche Bild entsteht.

Als Makula – auch gelber Fleck genannt – wird der zentrale Bereich der Netzhaut im hinteren Bereich des Augapfels bezeichnet. Hier befindet sich die Stelle des "schärfsten Sehens“, sie ermöglicht das Erkennen von Details, Gesichtern, Lesen oder Fernsehen. An der Makula sind die Sehzellen nicht nur sehr dicht angeordnet, es ist auch die Stelle des größten Lichteinfalls. Da an der Makula auch die Stoffwechselaktivität besonders hoch ist, handelt es sich um einen relativ empfindlichen Teil des Auges. Schäden an der Makula können daher zu schwerwiegenden Sehstörungen führen.

Welche Symptome treten auf?

  • AMD verursacht keine Schmerzen.
  • Im Frühstadium wird eine Makuladegeneration – insbesondere dann, wenn sie zunächst nur einseitig auftritt – häufig nicht bemerkt, da das gesunde Auge die sich schleichend entwickelnde Sehschwäche ausgleicht.
  • Im späteren Verlauf der Erkrankung sind meist beide Augen betroffen.
  • Details (gerade Linien wie etwa Badezimmerkacheln) und Gesichter erscheinen verzerrt oder gebogen, Farben und Kontraste verblassen allmählich, Schwierigkeiten beim Lesen kommen hinzu.
  • Im späteren Stadium erscheint in der Mitte des Gesichtsfeldes ein grauer Fleck, der mit der Zeit an Intensität und Größe zunimmt. Die Erkennung von Gesichtern, Lesen, Fernsehen oder Autofahren kann durch die Einschränkung des Sehvermögens erheblich eingeschränkt bzw. unmöglich sein.
  • Eine AMD führt nicht zur vollständigen Erblindung. Da nur die Mitte des Sichtfeldes betroffen ist, bleibt die Sehfähigkeit am Rand des Sichtfeldes und damit die Orientierung im Raum erhalten.

+++ Mehr zum Thema: So sehen Menschen mit Augenkrankheiten +++

Wie entsteht eine Makuladegeneration?

Die genauen Ursachen einer Makuladegeneration sind noch nicht restlos geklärt. Es wird aber davon ausgegangen, dass es sich bei der Entstehung der AMD um ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren handelt:

  • Genetische Veranlagung: familiäre Häufung
  • Risikofaktoren: Arteriosklerose, Bluthochdruck, Rauchen, Ernährung, starke und häufige Lichtexposition
  • Alter: Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Lebensalter.
    Wie jedes Gewebe unterliegt auch die Netzhaut einem normalen Alterungsprozess. Können Stoffwechselprodukte unter der Netzhaut nicht in ausreichendem Maße abtransportiert werden, lagern sie sich dort ab und führen zu einer Unterversorgung der Netzhautmitte.

Formen der AMD

Trockene Form (nicht exsudativ, atroph)

  • Alle Formen der AMD beginnen als trockene AMD, in etwa 10% der Fälle kann die Erkrankung in die feuchte Form übergehen.
  • 80–90% aller Betroffenen leiden nur an der trockenen Form.
  • Schreitet langsam voran
  • Beginnt meist nur an einem Auge und wird in vielen Fällen zu Beginn der Erkrankung nicht bemerkt, weil das „gesunde“ Auge den Defekt ausgleicht
  • Typische gelbliche Ablagerungen unter der Netzhaut (Drusen) erkennbar
  • Im Laufe der Erkrankung sterben die Sehzellen ab.
  • Dauerhafte und schwere Beeinträchtigung des Sehvermögens, aber keine komplette Erblindung

Feuchte Form (neovaskulär, exsudativ)

  • 10–20% aller Fälle
  • Schreitet schnell voran
  • Entwickelt sich aus der trockenen Form
  • Rasche und massive Verschlechterung des Sehvermögens
  • Blutgefäße wachsen unter der Netzhaut ein.
  • Die Gefäße können undicht sein und zu Blutungen und Ödemen sowie zur Anhebung der Netzhaut führen.
  • Netzhautzellen werden durch die entstehende Vernarbung geschädigt und sterben ab.

Wie wird die AMD diagnostiziert?

Die typischen Veränderungen des Sehvermögens geben dem Augenarzt erste Hinweise auf eine AMD. Bei Verdacht auf eine AMD wird der Arzt spezielle Sehtests durchführen. Neben den Sehtafeln zur Prüfung der Sehschärfe ist dabei das sogenannte „Amsler-Netz“ (ein quadratisches Liniengitter mit einem schwarzen Punkt in der Mitte, den der Patient fixieren soll) besonders aussagekräftig. Nimmt er die Linien verschwommen oder verzerrt wahr, liegt der Verdacht auf eine Makuladegeneration nahe.

Im nächsten Schritt wird eine Augenspiegelung durchgeführt. Dabei betrachtet der Arzt den Augenhintergrund und die Makula mit einer speziellen Lupe.

Anschließend folgt eine OCT-Untersuchung (optische Kohärenztomografie – lasergestützte Abtastung des Augenhintergrunds). Ähnlich der Computertomografie werden dabei Schnittbilder der Makula erstellt. Mittlerweile gibt es auch schon eine OCT-Angiografie, mit der die Gefäße des Augenhintergrunds ohne Farbstoffinjektion dargestellt werden können.

+++ Mehr zum Thema: Behandlung der AMD +++

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Autoren:

Medizinisches Review:
Priv. Doz. Dr. Christopher Kiss
Redaktionelle Bearbeitung:

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Leitlinie „Altersabhängige Makuladegeneration – AMD“, Stand 2015; https://www.dog.org/wp-content/uploads/2009/09/Leitlinie-Nr-21-Altersabhängige-Makuladegeneration-AMD-Stand-30-10-2015.pdf (letzter Zugriff am 02.03.2020)

Augentagesklinik am Kapellenberg: Patienteninformation Früherkennung der altersbezogenen Makuladegeneration (AMD); https://www.augentagesklinik-am-kapellenberg.de/wp-content/uploads/2013/10/amd.pdf (letzter Zugriff am 02.03.2020)

Universität Bonn, Augenklinik: Was ist „Altersabhängige Makuladegeneration“; https://www.ukbonn.de/42256BC8002AF3E7/direct/was-ist-altersabhaengige-makuladegeneration- (letzter Zugriff am 02.03.2020)

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