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Allergisches Asthma (Atopisches Asthma)

allergisches Asthma
Bei allergischem Asthma wird die Erkrankung durch Allergene wie Pollen oder Tierhaare ausgelöst. (Neustockimages / iStockphoto)

Asthma bronchiale ist eine chronische Atemwegserkrankung, die von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird und sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Die häufigste Form ist das allergische Asthma, ausgelöst durch Hausstaubmilben, Tierhaare, Pollen, Schimmelpilzsporen und berufsbedingte Allergene (z.B. Mehle oder Holzstaub). Ganzen Text lesen


  • Ärztin hört die Atemgeräusche eines kleinen Mädchens mit dem Stethoskop ab

    Asthma ist eine chronische entzündliche Erkrankung der Atemwege. Mehr dazu erfahren sie hier.

  • Damit die Wirkstoffe direkt an ihren Bestimmungsort gelangen und dort ihre Wirkung entfalten können, werden die meisten Asthma-Medikamente inhaliert.

  • Kortison ist das wichtigste Medikament in der Asthmatherapie. Als Inhalation verabreicht wird es auch über lange Zeit gut vertragen.


Kurzfassung:

  • Allergisches Asthma ist die häufigste Form von Asthma bronchiale.
  • Es wird durch Allergene ausgelöst.
  • Die häufigsten Allergene sind Hausstaubmilben, Tierhaare, Pollen und Schimmelpilzsporen.
  • Allergisches Asthma tritt oft familiär gehäuft auf. 
  • 25-40% aller Patienten mit unbehandelter Pollenallergie entwickeln allergisches Asthma.
  • Bestimmte Risikofaktoren begünstigen die Krankheitsentstehung.
  • Die Diagnose erfolgt durch eine klinische Untersuchung und einen Lungenfunktionstest. 

Bei Menschen mit Asthma sind die Atemwege chronisch entzündet. Gleichzeitig sind die Bronchien der Betroffenen überempfindlich gegenüber verschiedenen Reizen wie etwa Rauch oder kalte Luft. Diese beiden Faktoren führen zu einer Verengung der Bronchien (Atemwegsobstruktion), die wiederum die typischen Asthmasymptome auslöst:

  • Pfeifende Atmung (Giemen)
  • Husten
  • Engegefühl in der Brust
  • Kurzatmigkeit
  • Atemnot

Typischerweise treten die Beschwerden nicht permanent, sondern anfallsartig auf. Asthma bronchiale kann allergisch und nicht-allergisch bedingt sein, bei vielen Erwachsenen kommen aber auch Mischformen vor.

+++ Mehr zum Thema: Asthma +++

Was ist allergisches Asthma?

Bei allergischem Asthma wird die Erkrankung durch Allergene wie Pollen oder Tierhaare ausgelöst. Das Immunsystem erkennt diese eigentlich harmlosen Stoffe als „gefährlich“ und reagiert mit einer überschießenden Abwehrreaktion. Neben anderen Substanzen wird Histamin im Übermaß ausgeschüttet und löst damit die typischen Allergiesymptome aus:

  • allergischer Schnupfen (Rhinitis)
  • allergische Konjunktivitis (Bindehautentzündung)
  • allergisches Asthma bronchiale

+++ Mehr zum Thema: Was ist eine Allergie? +++

Welche Auslöser hat allergisches Asthma?

  • Baumpollen: Hasel, Erle, Birke, Esche
  • Gräser-, Wegerich-, Brennnessel-, Beifuß-, Ragweedpollen
  • Hausstaubmilbenallergene (Kot und Panzer)
  • Tierhaare (Katze, Hund, Pferd, Meerschweinchen, Ratte, …)
  • Schimmelpilzsporen (z.B. Alternaria, Cladosporium, Penicillium, ...)
  • Berufsbedingte Allergene (z.B. Mehle, Isocyanate, Papain, …)

Bei Asthma, das durch Pollen ausgelöst wird, spricht man von „saisonalem“ Asthma, da die Beschwerden hauptsächlich während der Pollensaison auftreten. Ganzjährige Beschwerden treten bei allen anderen Auslösern auf, insbesondere bei Hausstaubmilben- und Tierhaarallergien.

Häufigkeit

Allergisches Asthma tritt oft familiär gehäuft auf und beginnt in vielen Fällen bereits im Kindes- oder Jugendalter. Es kann sich aber auch erst im Laufe des Lebens entwickeln. Geschätzte 10% der Kinder und 5% der Erwachsenen leiden an Asthma bronchiale.

Wird eine bestehende Allergie nicht oder nicht ausreichend behandelt, schreitet die Erkrankung voran: So entwickeln rund 25–40% aller Patienten mit unbehandelter Pollenallergie im Laufe ihres Lebens ein allergisches Asthma. In solchen Fällen spricht man von einem „Etagenwechsel“.

+++ Mehr zum Thema: Allergischer Schnupfen und Etagenwechsel +++

Was ist die Ursache für allergisches Asthma?

Warum manche Menschen Allergien und – damit verbunden – allergisches Asthma entwickeln, ist bis dato nicht restlos geklärt. Es sind jedoch Risikofaktoren bekannt, die das Auftreten einer Allergie/von allergischem Asthma begünstigen:

  • Genetische Veranlagung

Bei allergischem Asthma spielt die erbliche Veranlagung eine große Rolle. Kinder, deren Eltern an allergischem Asthma erkrankt sind, haben ein höheres Asthmarisiko als Kinder nicht betroffener Eltern.

  • Äußere Einflüsse

Auch Umweltfaktoren sind an der Entstehung von allergischem Asthma beteiligt. Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft rauchen, haben ein erhöhtes Risiko, später Allergien (Haben Sie Heuschnupfen?, allergisches Asthma, Neurodermitis) zu entwickeln. Dasselbe gilt für Kinder, die regelmäßig Passivrauch ausgesetzt sind; auch bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit für Allergien und allergisches Asthma höher als bei Kindern, die rauchfrei aufwachsen.

  • Übertriebene Hygiene

Ebenso werden übertriebene Hygienemaßnahmen in der Kindheit als mögliche Risikofaktoren für das Entstehen von Allergien diskutiert.

  • Virale Infekte in der frühen Kindheit

Zudem können auch virale Infekte in der frühen Kindheit das Erkrankungsrisiko erhöhen.

Wie wird allergisches Asthma diagnostiziert?

Anamnese

Die Diagnostik beginnt mit einer genauen Erfassung der Beschwerden. Besteht der Verdacht auf allergisches Asthma, wird der Arzt unter anderem folgende Fragen stellen:

  • Wann, wie oft und in welchen Situationen/in welcher Umgebung haben Sie Husten/Atemnot?
  • Gibt es innerhalb der Familie allergische Erkrankungen (Neurodermitis, Pollenallergie, ...)?
  • Gibt es Tiere im Haushalt oder im näheren Umfeld?
  • Treten die Beschwerden saisonal oder ganzjährig auf?
  • Was machen Sie beruflich?

Klinische Untersuchung und Lungenfunktionstest

Anschließend folgen eine körperliche Untersuchung und ein Lungenfunktionstest (Spirometrie). Dabei bläst der Patient in das Mundstück eines Geräts, das die Kraft und die Geschwindigkeit des Atemstroms misst.

Hierbei sind vor allem 3 Messwerte wichtig:

  • Vitalkapazität (VC): das höchstmögliche Fassungsvermögen der Lunge
  • Sekundenkapazität (FEV1): die Menge an Luft, die in einer Sekunde ausgeatmet wird
  • FEV1/VC: das Verhältnis von Sekundenkapazität zu Vitalkapazität

Beträgt das Verhältnis FEV1/VC weniger als 70%, liegt eine Verengung der Bronchien (bronchiale Obstruktion) vor. Bei Asthma liegen meist auch FEV1 und VC unter den Normwerten, bei schwerem Asthma sogar sehr deutlich. Sind nur die kleinen – weniger als 2 mm Durchmesser – Atemwege verengt, spricht man von einer „small airways disease“.

Reversibilitätstest

Die Verdachtsdiagnose „allergisches Asthma“ kann schließlich mittels Reversibilitätstest abgesichert werden. Dabei inhaliert der Patient ein bronchienerweiterndes Medikament. Nach zehn Minuten erfolgt ein erneuter Lungenfunktionstest: Ist der FEV1 um mehr als 12% oder 200 ml höher als vor der Medikamentengabe, ist die Diagnose „reversible Atemwegsobstruktion“ gesichert.

Allergietest

Um den genauen Auslöser – das Allergen – zu ermitteln, folgt ein Allergietest. Zunächst wird der sogenannte „Prick-Test“ durchgeführt: Dafür werden die häufigsten Allergene (Katze, Hausstaubmilbenkot, Gräser- oder Birkenpollen) in flüssiger Form auf die Haut aufgetragen, dann wird die Haut leicht angeritzt („prick“). Im Falle einer allergischen Reaktion kommt es an der entsprechenden Stelle nach etwa 20 Minuten zu einer Hautquaddel.

Blutuntersuchung

Beim Bluttest werden 3 Parameter bestimmt:

  • Gesamt-IgE: Eine Erhöhung gibt Hinweise auf eine erhöhte Allergieneigung.
  • Spezifisches IgE: Antikörperspiegel gegen ein spezielles Allergen
  • Eosinophile/ECP: bestimmte weiße Blutkörperchen, die bei allergischen Erkrankungen zumeist erhöht sind

+++ Mehr zum Thema: So wird allergisches Asthma therapiert +++

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Autoren:

Medizinisches Review:
Univ. Doz. Dr. Felix Wantke
Redaktionelle Bearbeitung:

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Nationale Versorgungsleitlinie Asthma, Stand 2018; https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-002l_S3_Asthma_2018-09.pdf (letzter Zugriff am 06.12.2019)
 

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