Schweren Schrittes durch den Sommer

(Krawczyk-Foto / Fotolia.com)

Bei hohen Außentemperaturen kommt es oft zu Schwellungen an den Beinen. Die Ursachen können zwar harmlos, aber auch Anzeichen einer ernsten Krankheit sein.

Hitze kann, besonders in Kombination mit langem Stehen und Gehen, bei vielen zu geschwollenen Beinen oder Füßen führen. Kurzfristig hilft das Hochlagern der Beine sowie Kühlung, zum Beispiel mit speziellen Salben. Ursachen für das "dicke Bein" sind eine erhöhte Belastung des Lymph- und Venensystems im Sommer.

KAV-Experte Priv. Doz. Dr. Afshin Assadian, Leiter der Gefäßchirurgie im Wilhelminenspital, erklärt, wann sich eine Erkrankung hinter den unangenehmen Symptomen verbergen kann.

Wie geschwollene Beine entstehen

Unser Körper besteht zu einem großen Teil aus Flüssigkeit. Diese befindet sich normalerweise hauptsächlich in den Blutgefäßen und Zellen. "Bei funktioneller Überlastung ist der Austausch nicht mehr im Gleichgewicht, was zu Wassereinlagerungen im Gewebe führt. Die Flüssigkeit befindet sich nicht mehr an ihrem Bestimmungsort und verursacht Probleme", so Doz. Assadian.

Betroffene empfinden oft ein unangenehmes Spannungsgefühl in den Beinen. Mehren sich die Einlagerungen, werden die Schwellungen sicht- und spürbar. Manche merken die Veränderungen an Bein und Fuß zum Beispiel, wenn die Schuhe nicht richtig passen wollen oder stark drücken.

Die Ursachen im Überblick

Geschwollene Beine können eine Reihe an Ursachen haben. Der KAV-Experte beruhigt: "Bei leichten vorübergehenden Schwellungen, vor allem in den heißen Monaten des Jahres, besteht zumeist kein Grund zur Sorge. Geschwollene Beine können auch als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten, zum Beispiel bei Blutdrucksenkern oder Präparaten mit Kortison."

Ist die Schwellung dauerhaft, so können folgende Krankheiten dahinter stecken:

Wann medizinische Hilfe nötig ist

Solange die Schwellung durch das heiße Wetter, eventuell Bewegungsmangel oder langes Stehen oder Sitzen bedingt ist und sich über Nacht gänzlich zurückbildet bzw. mit kalten Kompressen oder Salben aus der Apotheke behandelt werden kann, besteht kein Grund zur Sorge. Um die Durchblutung zu verbessern, empfehlen sich jedoch moderater Ausdauersport, viel Trinken sowie eine Reduktion des Körpergewichts.

"Sind die Beschwerden von Dauer, sollte unverzüglich die Hausärztin beziehungsweise der Hausarzt konsultiert werden. Besonders Schwangere sollten niemals zögern und bei Problemen den Rat einer Ärztin oder eines Arztes einholen", betont Doz. Assadian.

Gefährliche Venenthrombose

Rascher Handlungsbedarf besteht vor allem dann, wenn sich zusätzlich die Haut in Struktur oder Farbe verändert, die Beine schmerzen oder nur ein Bein geschwollen ist. Dies sind Anzeichen einer Thrombose, die sich im schlimmsten Fall zu einer Lungenembolie entwickeln kann. Warnzeichen hierfür sind eine akute Beinschwellung, plötzliche Atemnot, Brustschmerzen, Herzklopfen sowie eine plötzliche Schwäche des Kreislaufs. Rufen Sie im Zweifelsfall stets die Rettung.

Venenprobleme gezielt vorbeugen

Für ein gesundes Gefäßsystem steht Bewegung an erster Stelle. Spazierengehen, Radfahren und insbesondere Schwimmen beugen unangenehmen Schwellungen vor oder können bereits vorliegende Probleme lindern. Trinken Sie je nach Temperatur zwei bis drei Liter Wasser pro Tag, verzichten Sie auf Softdrinks oder andere süße Getränke. Schuhe mit hohen Absätzen können die Schwellungen übrigens verschlimmern. Kalte Güsse, Kneipen, Wechselduschen sowie abendliches Hochlagern der Beine wirken den Wassereinlagerungen zusätzlich entgegen.

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Nicole Kolisch

Aktualisiert am:

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