Die Schattenseiten der Sonne

(Zsolt Biczo )

Sich übermäßiger UV-Strahlung auszusetzen, gilt als größter Risikofaktor für die Entstehung von schwarzem und weißem Hautkrebs.

Der weiße Hautkrebs, das Plattenepithelkarzinom, und der schwarze Hautkrebs, das Melanom, haben eine Sache gemeinsam: Sie entstehen hauptsächlich aufgrund exzessiver und langjähriger Einwirkung der Sonne auf die Haut. Ob im Winter das Solarium oder im Sommer das Sonnenbad am Strand: Die heißen Strahlen hinterlassen ihre Spuren.

Die Ursachen im Detail

Welche Auswirkung diese Strahlen jedoch haben, ist unterschiedlich: Das Platteneptihelkarzinom tritt als Folge der lebenslangen Gesamtdosis des UV-Lichts auf, das gefährliche Melanom ist auf häufige Sonnenbrände in der Kindheit zurückzuführen.

Obwohl das Bewusstsein für die Gefahr durch die Sonne zu steigen scheint, erkranken immer mehr Menschen an schwarzem Hautkrebs. Das bestätigen zum Beispiel die epidemiologischen Daten aus dem Jahr 2016, die von den Hautärztinnen und Hautärzten der Rudolfsstiftung in Wien erhoben wurden. Demnach erhalten 6.000 Patientinnen und Patienten jährlich die Diagnose Melanom.

Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen

Neben einem adäquaten Sonnenschutz sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bei der Hautärztin beziehungsweise dem Hautarzt die wichtigste Maßnahme, um den Krebs zu verhindern beziehungsweise den Tumor in einem frühen Stadium zu erkennen und therapieren zu können. Die Untersuchungen dauern lediglich zehn bis 15 Minuten. Nur selten kommen technische Instrumente wie ein Dermatoskop oder eine computerassistierten Dokumentation zum Einsatz.

Kinderhaut braucht besonderen Schutz

Die Haut von Kindern kann sich im Gegensetz zu der von Erwachsenen noch kaum selbst vor schädlichen Einflüssen wie der Sonne schützen. Schon nach fünf bis zehn Minuten droht den Kleinen daher ein Sonnenbrand, den sich der Körper „merkt“. Erst ab einem Alter von etwa sechs Jahren produziert der Kinderkörper genügend des schützenden Melanins, der Farbstoff, der die Haut braun werden lässt.

Für Kinder unter einem Jahr gibt es keine geeigneten Sonnencremes, weshalb sie mit entsprechender UV-Kleidung vor der Strahlung bewahrt werden müssen. Generell sollten sich Eltern mit Babys nicht in der Mittagshitze ­– also zwischen 11 und 15 Uhr ­– aufhalten. Auch für alle anderen gilt in diesem Zeitraum die Drei-H-Regel: Hemd-Hose-Hut. Besonders wichtig ist zudem eine Sonnenbrille mit CE-Zeichen (UV-Schutz), um die Augen richtig zu schützen.

Nicht an der Creme sparen

Viele tragen die Sonnencreme viel zu dünn auf oder verwenden einen zu geringen Lichtschutzfaktor. Dieser gibt an, um wie viel sich die Zeit des möglichen

Aufenthalts in der Sonne verlängert, ohne dass Hautschäden auftreten. Für einen durchschnittlich großen Körper braucht es ungefähr fünf Teelöffel Sonnencreme, einen weiteren Teelöffel für das Gesicht.

Wenn’s trotzdem passiert

Hat man sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einen Sonnenbrand zugezogen, sollte die betroffene Stelle mit kühlenden Salben oder Gels therapiert werden. Eine bereits verbrannte Haut sollte zudem keinesfalls weiter der Sonne ausgesetzt werden.

Nahrungsmittel mit Zink, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren können den Heilungsprozess zusätzlich beschleunigen. Wesentlich ist auch die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit: Der Organismus kann die durch die Sonne beschädigten Zellbestandteile ausschwemmen und neue Nährstoffe an den Ort der Schädigung befördern.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von netdoktor.ch


Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Nicole Kolisch

Aktualisiert am:

Weitere Artikel zum Thema

mehr...