Mit Kryoablation gegen Vorhofflimmern

EKG-Ausdruck: je älter der Schlaganfallpatient, desto häufiger leidet er auch an Vorhofflimmern.
EKG-Ausdruck: je älter der Schlaganfallpatient, desto häufiger leidet er auch an Vorhofflimmern. (04-18-12 © RTimages / iStockphoto)

Vorhofflimmern ist eine häufige Ursache von Schlaganfällen. Ein schonendes Behandlungsverfahren kann Betroffenen helfen.

Vorhofflimmern kann jeden treffen. Es ist die häufigste Rhythmusstörung des Herzens und tritt vor allem ab dem 65. Lebensjahr vermehrt auf. Das Herz schlägt dabei nicht mehr regelmäßig im Takt, das Blut wird zu schnell oder zu langsam durch den Körper gepumpt. Die Folge: Ablagerungen und Gerinnsel, die die Gefäße verstopfen können. Im schlimmsten Fall führt das zu einem Schlaganfall.

Medikamentöse Intervention

Im ersten Behandlungsschritt ist daher meist eine Blutverdünnung notwendig und es können zur Rhythmusstabilisierung spezielle Medikamente gegeben werden. Aber auch Herzkathetereingriffe kommen zum Einsatz, damit jene elektrischen Impulse, die das Vorhofflimmern auslösen, nicht mehr in den Vorhof des Herzens gelangen können.

Kälte statt Hitze: Kryoablation

Bislang wurden mit speziellen Hochfrequenz-Sonden das Gewebe um die Lungenvenenmündungen im linken Vorhof verödet. Oft eine langwierige Prozedur.

Nun gibt es erstmals in Wien ein schonenderes Verfahren: Dabei wird ein Ballon von innen an die Vorhofwand gepresst und auf minus 50 Grad abgekühlt. So wird eine anhaltende elektrische Isolation erreicht. Der kalte Ballon berührt die Wand rundherum, das bedeutet: Der Eingriff geht schneller und ist für die Patienten fast schmerzfrei. Eine Vollnarkose ist nicht nötig.

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Autoren:

Medizinisches Review:
Dr. Edmund Gatterer
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Aktualisiert am:

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