Hilfe bei psychischen Krisen rund um die Schwangerschaft

Die FEM-Elternambulanz unterstützt Frauen und junge Eltern mit psychischen Problemen in der Schwangerschaft und nach der Geburt.
Die FEM-Elternambulanz unterstützt Frauen und junge Eltern mit psychischen Problemen in der Schwangerschaft und nach der Geburt. (monkeybusinessimages / iStockphoto)

Viele Frauen durchleben in der Schwangerschaft oder nach der Geburt eine psychische Krise. Die FEM- Elternambulanz im Wiener Wilhelminenspital setzt genau hier an und bietet Betroffenen ein umfangreiches Beratungsangebot bei psychischen Problemen rund um die Schwangerschaft.

Die Elternambulanz wurde 2006 vom Wiener Programm für Frauengesundheit in Kooperation mit dem Frauengesundheitszentrum FEM ins Leben gerufen und gilt mittlerweile als fixer Bestandteil in der psychosozialen Betreuung von Frauen und jungen Eltern mit psychischen Problemen.

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Warum gibt es die FEM-Elternambulanz?

Schwangerschaft und Geburt sowie die erste Zeit mit dem eigenen Kind bedeuten für viele Frauen eine körperliche, emotionale und auch seelische Umstellung. Rund ein Drittel aller schwangeren Frauen fühlt sich von Zeit zu Zeit unglücklich, niedergeschlagen oder bekümmert und ist mit den Herausforderungen des Mutterseins überfordert.

Frauen, die hier nicht auf stabile soziale Beziehungen bauen können, die finanzielle Probleme haben oder sich in einer schwierigen Situation in ihrem Leben befinden, sind in der Schwangerschaft meist noch stärker psychisch belastet. In manchen Fällen ist diese Zeit auch mit gravierenden psychosozialen Krisen und depressiven Zuständen verbunden, die zu Angstzuständen, posttraumatischen Belastungsstörungen und Depression führen.

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Die postpartale Depression (PPD) betrifft 15 bis 20% der Schwangeren und jungen Mütter und belastet die psychische Gesundheit von Mutter wie Kind gleichermaßen. Die FEM-Elternambulanz setzt genau hier an und bietet gefährdeten Frauen ein umfangreiches Beratungsangebot an, um möglichst frühzeitige Hilfe durch Hebammen, Psychologinnen und Psychologen, Psychiaterinnen und Psychiater, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern leisten zu können und damit die psychische Gesundheit und die Entwicklung des Kindes zu schützen.

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Welche Angebote bietet die FEM-Elternambulanz?

Das Wiener Programm für Frauengesundheit bietet im Rahmen der Elternambulanz im Wilhelminenspital unter anderem folgende Angebote für Betroffene an:

  • erste Orientierungsgespräche
  • Diagnostik
  • Krisenintervention
  • Entlastungsgespräche
  • Kurzbegleitung im ambulanten Rahmen

Alle Angebote der Elternambulanz sind kostenlos und die Beratungen erfolgen auch in türkischer sowie montags in polnischer Sprache.

Mit der Familiensprechstunde, die 2012 gestartet wurde, bietet die Einrichtung Frauen und Familien zusätzlich die Möglichkeit, sich ohne Voranmeldung jeden Donnerstag in der Zeit zwischen 14.00 und 16.00 über Themen rund um das Familienleben zu informieren und in schwierigen Situationen beraten zu lassen. Auch Schwangere mit türkischer Herkunft können sich im Wilhelminenspital im Rahmen der Elternambulanz jeden Mittwoch zwischen 15.00 und 17.00 in ihrer Muttersprache informieren und beraten lassen.

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Wie erfolgt die Zuweisung zur FEM-Elternambulanz?

Die Zuweisung zur Elternambulanz erfolgt unbürokratisch und persönlich. Da die Beratungszeiten an die Zeiten der Schwangerenambulanz im Wilhelminenspital gekoppelt sind, können Termine für ein Erstgespräch in der Elternambulanz direkt vor Ort vereinbart werden.

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Aktualisiert am:

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