Erste Hilfe nach dem Quallenkontakt

(adamkaz / iStockphoto)

Die Berührung einer Qualle kann ganz schön schmerzhaft sein, wenn nicht sogar gefährlich. Wir verraten, was zu tun ist.

Quallen gehören zu den Nesseltieren und sind faszinierende Wesen. Sie haben zwar kein Gehirn und bestehen zu 99% aus Wasser, können sich aber, je nach Spezies, mit mehr oder weniger gefährlichem Gift hervorragend zur Wehr setzen.  Die meisten Mittelmeer-Quallen sind ungefährlich, einige Arten – etwa Würfelquallenarten die z. B. in Thailand oder Nordaustralien vorkommen – gehören  zu den tödlichsten Tieren der Welt.

Was passiert bei der Berührung einer Qualle?

Quallen können weder Stechen noch Beißen. Sie sind jedoch mit sogenannten Nesselzellen bedeckt. Werden diese berührt, platzen sie unter hohem Druck und das Gift wird wie kleine Pfeile in unsere Haut „geschossen“. Die Folgen bekommen Betroffene sofort zu spüren: rennende Hautrötungen unter teils starken Schmerzen, ähnlich wie bei einer Verbrennung. Bei den meisten Quallenarten besteht für die Schwimmerin bzw. den Schwimmer keine direkte Lebensgefahr, in seltenen Fällen kann jedoch ein lebensbedrohlicher allergischer Schock auftreten.

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Was kann man zur Ersten Hilfe tun?

Leichter gesagt als getan, aber: Verspürt man im Wasser plötzlich einen stechenden Schmerz, sollte man vor allem Ruhe bewahren und rasch an Land schwimmen. Panisches Strampeln und Herumrudern an Ort und Stelle sorgt nur für weitere Berührungen mit der Qualle. Am Strand sollte schließlich die betroffene Stelle untersucht werden. Oft haftet dort noch weiterer "Medusenschleim". Das Hautareal sollte vorsichtig mit Meereswasser oder Essig gesäubert werden, da sich im Schleim meist noch intakte Nesselzellen befinden. Süßwasser oder Alkohol können diese beim Abspülen zum Platzen bringen. Eine weitere Möglichkeit ist die Zuhilfenahme von trockenem Sand oder Rasierschaum: Bedeckt man damit die Hautstelle , kann der verbleibende Schleim meist ohne zusätzlichen Schmerz mit einem stumpfen Gegenstand abgeschabt werden. Ist etwa das Hotelzimmer nicht weit, kann im Anschluss ein heißes Bad helfen. Halb- bis einstündiges Baden des Körperteils in 42 bis 45°C warmem Wasser soll Studien zufolge das Nesselgift deaktivieren. Das Wasser sollte jedoch nicht als zu heiß empfunden werden, um Verbrühungen zu verhindern.

Wichtig: Entwickeln sich zusätzliche Beschwerden wie Atemnot, Brechreiz und Symptome eines Schocks oder hat die Qualle vielleicht sogar die Augen berührt, sollte sofort medizinische Hilfe gerufen werden. Besonders bei Kindern und Menschen mit Allergien kann der Kontakt mit Quallen schnell gefährlich werden. Im Zweifelsfall ist es daher immer besser, eine Medizinerin oder einen Mediziner aufzusuchen.

Wie wird die betroffene Stelle weiter behandelt?

Nach der Erstversorgung sollte die Stelle gekühlt werden. Wird eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht, kann er/sie eine schnell lindernde Kortisonsalbe, ein Antihistaminikum bzw. Kortison in Tablettenform verschreiben. Die Hautstelle sollte anschließend gut vor Sonne geschützt werden.

Kann man sich vor Quallenkontakt schützen?

Die beste Behandlung ist und bleibt die Vorbeugung. Dafür gibt es in der Apotheke spezielle Quallenschutzmittel, die auf die Hautaufgetragen werden. Sie verhindert, dass das schmerzhafte Sekret der Qualle in die Haut eindringen kann.

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