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Reiseapotheke

Reiseapotheke Checkliste
Wer auf eventuelle unangenehme Überraschungen vorbereitet ist, kann den Urlaub unbeschwerter genießen. (goodluz / Fotolia.com)

Medikamente, Verband und Pflaster: Wir haben für Sie einen Leitfaden erstellt, worauf Sie bei der Zusammenstellung der Reiseapotheke achten sollten.

Kurzfassung:

  • Richtige Vorbereitung ist alles: Eine Reiseapotheke sollte so ausgestattet sein, dass man für eventuelle Überraschungen oder Unfälle unterwegs gewappnet ist.
  • Was mit muß, hängt einerseits vom Reiseziel und andererseits von den individuellen Bedürfnissen ab.
  • Das heißt: Wer an einer chronischen Krankheit leidet, muss zusätzlich an eine ausreichende Menge der vom Arzt verordneten Dauermedikamente denken.
  • Kompetente Beratung durch den Arzt oder Apotheker ist gerade bei längeren Urlauben oder Fernreisen unerlässlich.

Heimaturlaub oder Fernreise?

Was eingepackt werden sollte, ist zunächst abhängig vom Urlaubsziel: Wer in der Heimat Ferien macht, braucht lediglich Medikamente dabeizuhaben, die auch zu Hause eingenommen werden. Im Notfall ist schließlich stets eine Apotheke in der Nähe, die wie gewohnt ausgestattet ist.

+++ Hier gibt es unsere Checkliste für die Reiseapotheke zum Download +++

Anders sieht die Sache für Abenteuerurlauber aus: Wer Spaß daran hat, die Zivilisation zu verlassen und Gegenden fernab von Krankenhäusern zu erkunden, muss sich speziell vorbereiten. Rucksacktouristen müssen sich gut ausgerüstet auf den Weg machen und dürfen neben Medikamenten auch nicht auf Verbandszeug vergessen.

Vorab informieren

Der erste Schritt beim Zusammenstellen der Reiseapotheke ist, Informationen über das gewünschte Reiseziel einzuholen:

  • In welcher Klimazone liegt das Reiseziel?
  • Wie gut ist die medizinische Versorgung?
  • Welche Krankheiten sind häufig?
  • Sind Impfungen notwendig oder sogar Bedingung für die Einreise?

Beratung vor Fernreisen

Lassen Sie sich vor einer Fernreise unbedingt in einem reisemedizinischen Institut beraten. Auch ein gutes Reisebüro sollte bei der Buchung einer solchen Reise Antworten auf die wichtigsten Fragen für seine Kunden parat haben.

Ratschläge zu Gesundheit und Impfungen sowie andere nützliche Informationen über Einreisebedingungen und kulturelle Unterschiede sind auf der Webseite des Außenministeriums verfügbar und auch die Stadt Wien bietet reisemedizinische Beratung und ein Impfservice an.

Schutzimpfungen nicht vergessen!

Bedenken Sie: Einige Schutzimpfungen brauchen eine gewisse Zeit, um ihre Wirkung voll zu entfalten. Informieren Sie sich daher rechtzeitig vor Reiseantritt, welche Maßnahmen in Ihrem Fall nötig sind!

Reisen in der Schwangerschaft, mit Babys oder Kindern

Wichtig: Wer in der Schwangerschaft bzw. mit Babys oder Kleinkindern verreisen möchte, sollte zusätzlich spezielle Vorkehrungen treffen! 

+++ Mehr zum Thema: Reiseapotheke für Reisen mit Kindern +++

+++ Mehr zum Thema: Reisen in der Schwangerschaft +++

Reisedurchfall

Die Krankheit, die Urlauber am häufigsten den Reisespaß verdirbt, ist der Reisedurchfall. Ausgelöst wird er meist durch das Darmbakterium Escherichia coli (E. coli), das, wenn es aufgrund schlechter Hygienebedingungen ins Essen oder Wasser gelangt, "Montezumas Rache" auslöst. Am besten ist es, schon rechtzeitig vorzubeugen und keine Risiken einzugehen.

Tabletten oder Kapseln, die Milchsäurebakterien enthalten, können vorbeugend eingenommen werden. Sie sind ohne Rezept erhältlich.

Händewaschen

Fürs Händewaschen gilt: Für den Fall, dass einmal keine Seife verfügbar ist, haben Reisende am besten ein Handdesinfektionsgel griffbereit.

+++ Mehr zum Thema: Richtig Händewaschen +++

Abhilfe

Ist der Durchfall einmal eingetreten, ist es wichtig, den Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Packen Sie für diesen Fall Elektrolyttabletten ein. Diese sind oft auch als Brause erhältlich. Achten Sie zudem auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, wenn Sie an Durchfall erkrankt sind! Das ist besonders wichtig, wenn Kinder krank werden!

Auch sogenannte Stopfmittel, die beispielsweise den Wirkstoff Loperamid enthalten, gehören unbedingt in die Reiseapotheke. Diese unterbinden für einige Stunden die Darmtätigkeit und bieten Linderung, wenn einmal keine Toilette in der Nähe ist. Sie sind sehr effektiv und lassen Sie Reisen mit dem Flugzeug oder dem Auto, die sonst in einem Albtraum enden würden, heil überstehen. Allerdings ist dabei Vorsicht geboten, denn Loperamid löst das Problem nicht, sondern lindert nur den Drang, auf die Toilette zu müssen. Eine zweite Dosis darf erst nach dem Stuhlgang eingenommen werden.

Verstopfung

Ernährung und Tagesrhythmus laufen im Urlaub anders als gewohnt ab, daher ist auch die Verstopfung ein nicht seltenes Problem unter Reisenden. Wer dafür anfällig ist, sollte zur Sicherheit ein sanftes Abführmittel mitnehmen, das rezeptfrei erhältlich ist.

Sodbrennen

Wenn Sie nach scharfen Mahlzeiten leicht Sodbrennen bekommen, empfiehlt es sich, ein  linderndes Mittel gegen Aufstoßen in der Reiseapotheke mitzuführen.

Gefährliche Mückenstiche

Die größte Gefahr für Reisende stellt in vielen Ländern der Welt die Malaria dar. Wir Europäer sind noch dazu genetisch schlechter ausgestattet als die Bewohner von Malariagebieten und damit anfälliger für diese von Mücken übertragene Krankheit. Da es keine Schutzimpfung gegen Malaria gibt, müssen sich Reisende in Malariagebiete vorab über Prophylaxemöglichkeiten informieren und Notfallmedikamente unbedingt in der Reiseapotheke mitführen.

Die optimale Malariaprophylaxe ist, so wenig wie möglich gestochen zu werden. Ein Mückenschutzspray für Körper und Kleidung sowie ein Moskitonetz bieten den besten Schutz.

Reiseveranstalter, Tropenmediziner und die Webseite des Außenministeriums haben Informationen zu den Malariagebieten der Welt.

Aber auch für den Urlaub in Österreich bzw. Europa sollten Sie ausreichend Schutzmittel gegen Insektenstiche dabeihaben. Denn auch wenn normale Gelsenstiche nicht gefährlich sind – lästig sind sie allemal. Ein Mückenstich-Gel in der Reiseapotheke verschafft Linderung und stellt bei juckenden Stichen den Urlaubsspaß wieder her.

Erste Hilfe bei kleinen Unfällen

Abenteuerurlauber und Reisende mit Kindern sind immer gut beraten, Verbandszeug zur Wundversorgung dabeizuhaben:

  • Desinfektionsmittel
  • Pflaster
  • Mullbinde
  • Wundsalbe
  • Schere
  • Pinzette 

+++ Mehr zum Thema: Optimale Wundversorgung - So geht's +++

Medikamente

Vorsicht, Verkühlung!

Reisende in fremde Klimazonen und Menschen, die generell empfindlich auf z.B. Klimaanlagen (etwa im Flugzeug oder Hotel) reagieren, sollten in ihre Reiseapotheke Medikamente gegen

Auch Lutschtabletten gegen Halsweh, Nasen- und Ohrentropfen sollten dabei sein.

Tipp: Nasenspray kann auf Flugreisen beim Befeuchten der Schleimhäute helfen, damit man nicht schon krank am Urlaubsort ankommt.

Klassiker in der Haus- sowie der Reiseapotheke sind Medikamente, die Wirkstoffe enthalten wie

Diese wirken fiebersenkend und entzündungshemmend und helfen zudem auch gegen Schmerzen wie Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Zahnschmerzen und Menstruationsschmerzen. Arzneimittel, die diese Wirkstoffe enthalten, sind als Tabletten und als Zäpfchen erhältlich.

Wichtig: Kinder brauchen spezielle Medikamente, die Sie immer im Vorfeld mit Ihrem Kinderarzt absprechen sollten.

Sonstige Medikamente

Wer an Kreislaufproblemen leidet, sollte an Kreislauftropfen denken. In einigen Fällen kann der Arzt auch Antibiotika oder eine Thromboseprophylaxe verordnen - dies muss individuell abgeklärt werden.

Sonnenschutz

Grundausstattung auf jeder Sommerreise ist der Sonnenschutz mit hohem Schutzfaktor, d.h. mindestens LSF 30. Sonnenbrand ist nicht nur unangenehm, sondern erhöht auch das Hautkrebsrisiko! Bei direkter Sonneneinstrahlung sind lange, helle Kleidung und ein Sonnenhut der beste Schutz. Empfindliche Personen halten in der prallen Mittagshitze am besten Siesta - das schützt vor Sonnenbrand und Freizeitstress! Wenn es bereits zu spät und der Sonnenbrand schon da ist, helfen eine milde Feuchtigkeitslotion oder Gele mit Reparaturenzymen.

++ Mehr zum Thema: Sonnenschutzmittel ++

Hilfe bei Reisekrankheit

Gegen Reisekrankheiten, d.h. Fahr-, Flug- oder Seekrankheit, helfen Medikamente gegen Übelkeit  (Antiemetika), gegen Schwindel (Antivertiginosa) oder einige sanfte Antihistaminika. Einige dieser Wirkstoffe sind auch als Kaugummi erhältlich. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt oder in der Apotheke über die Möglichkeiten.

Im Notfall hilft ein Krankenschein

Sollten alle Stricke reißen und man wird trotz aller Vorkehrungen so krank, dass ein Arzt aufgesucht werden muss, hilft der Urlaubskrankenschein. Wer in der EU-, in EWR-Staaten oder in der Schweiz unterwegs ist, braucht gar nichts zu unternehmen. Die Rückseite der ecard gilt als europäische Krankenversicherungskarte – sofern sie vollständig ausgefüllt ist. Für Reiseziele in Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Serbien-Montenegro und der Türkei kann ein Reisekrankenschein bei der Krankenkasse beantragt werden. Genaue Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

Informieren Sie sich auch im Vorhinein über die jeweiligen Notrufnummern des Landes!

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