Der optimale Cooldown für Heim und Büro

Ein Plantschbecken im Garten sorgt für Spaß und Abkühlung an heißen Sommertagen. (Kzenon / Fotolia.com)

Wenn die Hitze am drückendsten ist, träumt wohl beinahe jeder von einem Pool voller Eiswürfel. Doch eiskaltes Wasser ist für einen erhitzten Körper alles andere als günstig. Unter dem Eindruck des frostigen Nass schließen sich die Poren der Haut und die aufgestaute Hitze kann nicht abgegeben werden. Deshalb ist lauwarmes bis kühles Duschen die ideale Alternative.

Ein kaltes Unterarmbad wirkt Wunder

Füllen Sie ein Waschbecken mit kaltem Wasser und tauchen Sie beide Unterarme ein. Achten Sie darauf, dass möglichst auch Hände und Handgelenke sowie die Armbeugen etwas vom Wasser abbekommen. Nach ein bis zwei Minuten sollten Sie einen merklich "kühleren Kopf" haben und Ihr Kreislauf sollte sich stabilisiert haben.

Eiswürfel an den richtigen Stellen

Anders als beim Duschen bewirkt eisige Kälte punktuell angewandt wunderbare Linderung. Und zwar an Körperstellen wie den Innenseiten der Handgelenke, in den Armbeugen, am Hals und am Nacken, wodurch sich der Kreislauf bessert. Denselben Zweck erfüllen auch sogenannte Kalt-Warm-Kompressen, die Sie zuvor im Gefrierfach gekühlt haben.

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Vorsicht bei Klimaanlagen

Die Temperatur-Unterschiede zwischen innen und außen sollten nicht zu groß sein. Kommt man nämlich überhitzt in einen sehr kalten Raum, kann man sich leicht eine Sommergrippe holen.

Sanftes Massieren

Geschwollene Beine und Lider sind bei Hitze keine Seltenheit, denn Blut und Lymphe werden in den erweiterten Gefäßen langsamer durch den Körper transportiert und Wasser tritt vermehrt in das Bindegewebe über.

  • Dagegen hilft eine leichte Massage: Streichen Sie mit der Handfläche über Gesicht und Hals - immer von der Gesichtsmitte nach außen und schräg nach unten. Die Beine und Arme sollten Sie in Richtung des Herzens abstreichen - von den Händen zur Schulter bzw. von den Füßen in Richtung Hüfte.
  • Sehr hilfreich sind auch Wechselbäder der Beine.

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Wie viel Sie trinken sollten

Täglich scheidet der Mensch etwa 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit als Schweiß und Urin aus. An sehr heißen Tagen und bei starker körperlicher Anstrengung können es sogar bis zu zehn Liter sein. Aus nahe liegenden Gründen gilt, dass man täglich jene Menge Flüssigkeit zu sich nehmen sollte, die man verloren hat - das heißt unter durchschnittlichen Verhältnissen 1,5 bis 2 Liter und unter Anstrengung oder Hitzeeinwirkung bis zum Drei- oder Vierfachen dessen.

Wenig trinken heißt nicht wenig schwitzen

Wer wenig trinkt, schwitzt deswegen nicht weniger. Verliert man zu viel Flüssigkeit, so wird das Blut dickflüssiger. Dadurch kann die Organdurchblutung gestört sein und der Blutdruck absinken. Anzeichen dafür können Müdigkeit, Schwindel und Konzentrationsmängel sein. Eine weitere Gefahr durch die Eindickung des Blutes ist ein erhöhtes Risiko für Thrombosen.

Alkohol entwässert

Alkohol entzieht dem Körper Wasser, indem er die Gefäße erweitert. Dadurch kann mehr Flüssigkeit verdunstet werden. Außerdem wird die Niere angeregt, vermehrt Wasser abzugeben. Empfehlenswert sind Wasser und kalorienarme Getränke. Fruchtsäfte werden am besten mit Mineralwasser verdünnt. Sehr erfrischend ist auch mit Mineralwasser (mind. im  Verhältnis 1:1) aufgespritzte Buttermilch.  Abgekühlter Pfefferminztee ist ebenfalls hilfreich - die Minze wirkt kühlend. Ungeeignet sind sämtliche Energy-Drinks, sowie Limonaden, da sie deutlich zu viel Zucker enthalten. Gegen den täglichen moderaten Konsum (3-4 Tassen) von Kaffee und zuckerfreien Schwarz- und Grüntees ist nichts einzuwenden. Ein Glas Wasser zum Kaffee wird aber dennoch empfohlen, da die Flüssigkeitsaufnahme generell zu gering ist.

"Light" entlastet

Der Sommer schreit nach leichter, fettarmer Kost. Am besten sind hier Vollkornprodukte, Milchprodukte, Fisch, Obst und Gemüse der Saison.
Schwer verdauliche Speisen strengen nur unnötig die Verdauung an, Blut wird dadurch verstärkt in den Magen-Darm-Trakt gepumpt, der Kreislauf wird belastet.

Leichte Erfrischungsgetränke selbst machen

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Tipps

  • Joghurt mit Erdbeeren, Bananen-Milchshakes u. ä.
  • Ayran - das türkische Nationalgetränk (auf einen Liter Joghurt ein Glas Wasser, etwas Meersalz und - je nach Geschmack - frische Kräuter, ein Spritzer Zitronensaft oder ein wenig Knoblauch)
  • Lassi - ein indisches Joghurtgetränk (ein Viertelliter Joghurt, ein Achtelliter Wasser, eine Prise Salz, etwas Kreuzkümmel, ein Spritzer Zitrone, mit Eiswürfeln serviert - kann auch süß, ohne Salz und Kümmel, beispielsweise mit ein wenig Mangodicksaft gemacht werden)
  • Salate aller Art aus Früchten oder Gemüse (besonders geeignet ist stark wasserhältiges Gemüse wie Gurken, Tomaten u. ä.)

Scharfes Essen kühlt nicht

Dass in manchen heißen Ländern das Essen scharf gewürzt wird, liegt daran, dass die feurigen Würzmittel dank ihrer antibakteriellen Wirkung die Speisen vor zu schnellem Verderb schützen. Eine vielfach behauptete kühlende Wirkung der Gewürze ist allerdings nicht nachweisbar.

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Beim Training zurückschalten

Bei Hitze lieber moderat und länger als kurz und hart trainieren. Starke Belastungen wie hartes Training sind bei Temperaturen jenseits der 30 Grad für den Kreislauf sehr belastend. Ärgern Sie sich also nicht, wenn Sie unter den gegebenen Umständen nicht dieselben Leistungen wie sonst erbringen können. Wegen der stark beanspruchten Hautdurchblutung werden Nieren, Leber und Muskulatur schlechter versorgt. Dadurch kommt es zu einer Übersäuerung der Muskulatur und einer massiven Abnahme der Leistungsfähigkeit.

Vor dem Sport erst abkühlen

Vom Sonnenbad sollten Sie nicht direkt zu sportlicher Aktivität übergehen. Gönnen Sie sich zumindest eine halbe Stunde im Schatten oder kühlen Sie sich mit einer lauen Dusche ab. Dann haben Sie etwa beim folgenden Tennismatch den längeren Atem. Ähnliches gilt für den Sprung in den Pool, nachdem man längere Zeit in der Sonne verbracht hat. Langsame Anpassung an die oft deutlich niedrigere Wassertemperatur erspart Ihrem Kreislauf unnötigen Stress.

Schlaf

Ihren Schlafraum, egal ob es sich um ein eigenes Zimmer oder um das Wohnzimmer handelt, sollten Sie tagsüber möglichst abdunkeln, am besten mit Außenrollos. Innenrollos nützen nur dann, wenn sie eine Metallbeschichtung haben, die die Strahlen reflektiert. Ein dauerndes Durchlüften erleichtert vielleicht den Aufenthalt in den Tagesräumen, weil die Zugluft kühlt, aber da Wände Hitze speichern und diese nur langsam bzw. bei entsprechend großer Temperaturdifferenz wieder abgeben, kühlen diese Räume abends meist nicht genug ab, um ein einschlaffreundliches Klima zu bieten.

 

Kühle Dusche vor dem Schlafengehen

In der Einschlaf-Phase senkt der Körper seine so genannte Kerntemperatur. Bei hohen Außentemperaturen fällt ihm das natürlich schwer, wir schlafen schlechter ein und sind in der ersten Nachthälfte meist unruhiger. Falls Sie sich herumwälzen und stark schwitzen, kann, so simpel es klingt, eine laue bis kühle Dusche - aber keine kalte - die ersehnte Linderung bringen.

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Silke Brenner

Aktualisiert am:

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