Reisen mit Allergie

Allergiker im Urlaub
Allergiker sollten sich gut auf ihren Urlaub vorbereiten. (FatCamera / iStockphoto)

Wohin die Reise auch geht, die Allergie kommt mit! Damit es für Allergiker im Urlaubsland zu keinen bösen Überraschungen kommt, müssen Medikamente und Allergiepass mit ins Gepäck.

Reisen heißt vor allem, dem Alltag den Rücken zu kehren und das Leben zu genießen. Dass beim Erforschen fremder Länder jedoch Gefahren und unerwartete Komplikationen auftreten können, damit rechnen die wenigsten. Tatsache ist, dass man auf Reisen eher mit neuen Substanzen in Berührung kommt als zu Hause, und damit steigt auch die Gefahr von Überempfindlichkeitsreaktionen, Kreuzreaktionen oder Reaktionen auf bisher unbekannte Allergene.

Mit der richtigen Vorbereitung und ein paar einfachen Tipps wird der Urlaub aber trotz Allergie unkompliziert und erholsam.

  • Tipp 1: Pollenwarndienst nutzen!

Ab in den Süden? Pollenallergiker, die den Winter in wärmeren Gefilden verbringen möchten, sollten darauf achten, welche Pollen am Reiseziel gerade aktiv sind. Idealerweise werfen Sie schon bei der Reiseplanung einen Blick etwa auf die „Belastungskarte“ des österreichischen Pollenwarndiensts.

  • Tipp 2: Internationales Allergen-ABC

Der Genuss exotischer Speisen gehört im Urlaub einfach dazu. Ungewohnte Lebensmittel und Ernährungsgewohnheiten können jedoch für Allergiker ein Problem darstellen. Besonders bei unbekannten Obst- und Gemüsesorten oder bei Gewürzmischungen besteht die Gefahr einer Kreuzreaktion. Beispielsweise sollten Menschen mit einer Allergie gegen Naturlatex bei Avocados, Bananen und Esskastanien Vorsicht walten lassen. Auch Erdnüsse und Sojabohnen können bei Pollenallergikern zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen. Gut vorbereitet sind Sie, wenn Sie die Namen der Nahrungsmittel, auf die Sie allergisch reagieren, in der Landessprache kennen und dem Restaurant mitteilen können.

  • Tipp 3: Gemeine Hausstaubmilbe

Sie haben einen Urlaub am Meer geplant? Die Hausstaubmilbe auch! Und nicht nur dort, sie scheint sich zu jeder Jahreszeit auf der ganzen Welt wohlzufühlen. Nicht einmal Höhenluft schadet ihr, und daher muss man mit ihrem Auftreten bis zu einer Höhe von 1.500 Metern rechnen. Hausstaubmilbenallergiker sollten für milbenfreies Schlafen ihre eigenen „Encasings“ (Bettwäsche, die ein Durchtreten allergenhaltiger Staubpartikel unmöglich macht) mitnehmen. Damit sind erholsame Nächte garantiert.

  • Tipp 4: Vor Bienen immer auf der Hut sein!

Wer glaubt, dass erst mit dem Frühling die Bienen kommen, der hat falsch gedacht! Bienen und Wespen fühlen sich bereits bei Temperaturen um die 10 °C wohl. Insektengiftallergiker dürfen sich also auch in kühleren Regionen nicht in Sicherheit wiegen. Sie sollten stets – auch in unseren Breiten – ein Notfallpäckchen mit den entsprechenden Medikamenten bei sich haben.

  • Tipp 5: Auf Nummer sicher gehen!

Weiß man über seine Allergien bzw. über die Möglichkeit, plötzlich auf unbekannte Erreger allergisch zu reagieren, Bescheid, dann kann man schon vor Reiseantritt die notwendigen Vorsorgemaßnahmen treffen:

  • Bewährte Therapie: Auf Urlaubsreisen ist es am sichersten, auf altbewährte Medikamente, die schon einmal geholfen haben, zurückzugreifen. Die Basismedikamente sollten üblicherweise wie gewohnt weitergenommen werden – auch, wenn es am Urlaubsort zunächst zu einer Besserung der Symptome kommt.
  • Notfallset mitführen: Wichtig ist es, über das richtige Verhalten im Notfall Bescheid zu wissen. Der Arzt kann eine Reiseapotheke zusammenstellen, die auch Notfallmedikamente enthält, sodass man im allerschlimmsten Fall nicht unbedingt von der medizinischen Versorgung vor Ort abhängig ist.
  • Handhabung des Notfallsets einüben: Die beste Reiseapotheke nützt allerdings nichts, wenn der Patient oder seine Begleiter nicht mit der Anwendung der Medikamente vertraut sind. Deshalb sollte man sich nicht scheuen, auch mehrmals nachzufragen, wenn man sich nicht sicher ist, alles verstanden zu haben. Schriftliche Aufzeichnungen können gerade in einer Notfallsituation, wenn man sich in der Nervosität nicht mehr genau an alles erinnern kann, sehr hilfreich sein.
  • Wissen, wo es Hilfe gibt: Wenn Symptome einer Allergie auftreten, sollte vor Ort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Ist dies – aus welchen Gründen auch immer – nicht möglich, muss der Arztbesuch so rasch wie möglich nachgeholt werden.

+++ Mehr zum Thema: Was ist eine Allergie? +++

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Autoren:
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Redaktionelle Bearbeitung:
Ulrike Krestel, Mag. Julia Wild

Aktualisiert am:

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