Patientenanwalt im Interview: Welche Rechte habe ich?

Dr. Gerald Bachinger informiert, wie Betroffene mit einer abgelehnten Chefarzt-Bewilligung der Krankenkasse umgehen können.

Viele vom Arzt verordnete Untersuchungen oder Medikamente benötigen für eine Kostenübernahme der Krankenkasse eine chefärztliche Bewilligung. "Prinzipiell ist es so, dass jedem Patienten das für ihn richtige Medikament bzw. eine richtige Behandlung nach dem Stand der wissenschaftlichen Forschung zusteht", so Dr. Bachinger. "Allerdings gibt es für die Kassen eine gewisse Einschränkung: Sie sind verpflichtet, nur das im Rahmen des öffentlichen Systems zu erstatten, was angemessen sowie zweckmäßig ist und das Notwendige nicht überschreitet."

Nicht immer sind alle einer Meinung

Das Problem: Nicht immer ist eindeutig, welche medizinische Maßnahme tatsächlich notwendig ist. Die Ansichten können je nach Standpunkt variieren und ein Spannungsverhältnis erzeugen, so Bachinger: "Es entstehen zum Beispiel Konstellationen, in der ein Arzt ein bestimmtes Medikament verordnet und die Kasse im Gegenzug meint, dass eine billigere Variante passender ist."

Der Tipp vom Profi: Ersuchen Sie den verordnenden Arzt um eine schriftliche Argumentationshilfe! Er kennt sowohl Sie als auch das Gesundheitssystem am besten, er weiß um die Ansprechpersonen bei der Krankenkasse und welche Tonalität die richtige ist. 

Eine Ablehnung nicht einfach hinnehmen

Eine abgelehnte Verordnung muss laut dem Patientenanwalt also nicht ohne Weiteres hingenommen werden. Der Arzt kann sich für Sie einsetzen und darum darf er von Ihnen als Patient auch gebeten werden. Trauen Sie sich!

Nächster Schritt Patientenanwaltschaft

War obiger Einsatz ohne Erfolg, empfiehlt Bachinger, sich an die regional zuständige Patientenanwaltschaft zu wenden. Wie Sie mit den Zuständigen in Kontakt treten und wie die weitere Vorgehensweise aussieht, erfahren Sie im Video.

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Aktualisiert am:

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