ELGA: Fragen und Antworten

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema ELGA.
Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema ELGA. (solidcolours / iStockphoto)

Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema ELGA.

Was ist ELGA?

ELGA ist die "elektronische Gesundheitsakte". Sie ermöglicht den Patienten über einen sicheren Internetzugang den orts- und zeitunabhängigen Zugriff auf ihre persönlichen Gesundheitsdaten. Im Rahmen einer medizinischen Behandlung oder Betreuung stehen diese Daten auch den behandelnden Gesundheitsdiensteanbietern zur Verfügung. Dazu zählen Krankenanstalten, niedergelassene Kassenärzte und Ambulatorien, stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen sowie Apotheken. Diese Bereitstellung von Gesundheitsdaten verbessert den Informationsfluss zwischen den behandelnden Gesundheitseinrichtungen und sorgt so für eine höhere Patientensicherheit. Bürger haben jederzeit die Möglichkeit, ihre eigenen ELGA-Gesundheitsdaten zu verwalten.

Wie kann ich meine Gesundheitsdaten verwalten?

Der Einstieg in die persönliche Gesundheitsakte erfolgt über das österreichische Gesundheitsportal www.gesundheit.gv.at via Handysignatur oder Bürgerkarte (www.buergerkarte.at).

In der persönlichen Gesundheitsakte können die gespeicherten Daten individuell verwaltet werden:

  • Entscheidung über die Teilnahme an ELGA 
  • Gesundheitsdaten einsehen, speichern und drucken
  • Einsicht ins Protokoll: Wer hat wann welche Befunde angesehen?
  • Überblick, welche Ärzte oder Einrichtungen aktuell Zugriff auf die eigenen Gesundheitsdaten haben
  • Befunde oder Medikamentenlisten sperren oder entsperren
  • Zugriffsberechtigungen verlängern oder verkürzen
  • einzelne Ärzte oder Einrichtungen vom Zugriff ausschließen

Muss ich mich für ELGA anmelden?

Nein. Alle Bürger nehmen automatisch an ELGA teil. Es besteht jedoch jederzeit die Möglichkeit, sich komplett oder nur von einzelnen ELGA-Funktionen ab- oder auch wieder anzumelden. 

Kann ich mich von ELGA abmelden?

Ja. Die Abmeldung von ELGA (oder auch die Wiederanmeldung) kann elektronisch über das ELGA-Portal www.gesundheit.gv.at oder postalisch über die ELGA-Widerspruchstelle erfolgen. Alternativ kann bei der ELGA-Serviceline  unter der Telefonnummer 050 124 4411 ein Formular für die Abgabe einer schriftlichen Willenserklärung angefordert werden.

Habe ich einen Nachteil, wenn ich nicht an ELGA teilnehme?

Die Entscheidung, sich komplett von ELGA oder von einzelnen ELGA-Funktionen abzumelden, obliegt jedem Teilnehmer selbst. Durch die Nichtteilnahme erwachsen dem Patienten keine Nachteile im Zugang zur medizinischen Versorgung oder hinsichtlich der Kostentragung. Den behandelnden Ärzten stehen jedoch unter Umständen weniger Informationen über den Gesundheitszustand zur Verfügung. Entscheidet sich der Patient zur erneuten Teilnahme, so können Befunde aus der Zeit der Nichtteilnahme nicht rückwirkend verfügbar gemacht werden.  

Sind meine persönlichen Gesundheitsdaten auf der e-card gespeichert?

Nein, die e-card dient nur als Schlüsselkarte, die den behandelnden Gesundheitsdiensteanbietern für einen definierten Zeitraum den Zugriff auf die ELGA-Daten des konkreten Patienten ermöglicht. Auf der e-card selbst sind keine medizinischen Daten gespeichert.

Wann gibt es ELGA in ganz Österreich?

Das ELGA-Portal, die ELGA-Serviceline sowie die ELGA-Widespruchstelle sind bereits seit Anfang 2014 in Betrieb.

Die schrittweise Umsetzung der elektronischen Gesundheitsakte hat im Dezember 2015 zunächst in öffentlichen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in Wien sowie in der Steiermark begonnen. Mittlerweile arbeiten österreichweit bereits mehr als 160 Gesundheitseinrichtungen mit ELGA. Derzeit erfolgt die schrittweise Einführung im niedergelassen Bereich: Mit Jänner hat der Rollout im niedergelassenen Bereich begonnen. Bis September 2019 werden niedergelassene Ärzte, Ambulatorien und Apotheken bundesländerweise zur Speicherung verordneter oder abgegebener Medikamente verpflichtet. Es folgen private Krankenhäuser sowie Zahnärzte.

Sind meine ELGA-Gesundheitsdaten sicher?

Für den Zugang zu den ELGA-Gesundheitsdaten wird der derzeit höchste technische Sicherheitsstandard angewendet. So ist gesichert, dass nur die Bürger selbst und Gesundheitsdiensteanbieter mit einem aktuell aufrechten Behandlungs- oder Betreuungsverhältnis auf die Daten zugreifen können. Der entsprechende Nachweis erfolgt durch „Stecken der e-card“ oder die elektronische Aufnahme in ein Krankenhaus oder eine Pflegeeinrichtung. Um eine lückenlose Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten, werden sämtliche Zugriffe auf die ELGA-Gesundheitsdaten mitprotokolliert.  

Wo sind die Gesundheitsdaten gespeichert?

Befunde und Entlassungsbriefe bleiben weiterhin im Verantwortungsbereich der Gesundheitsdiensteanbieter (dezentral) gespeichert, also beispielsweise auf Servern von Spitälern oder Arztpraxen. Die e-Medikationsdaten werden verschlüsselt zentral in einer Datenbank beim Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger gespeichert.

Welche Daten sind über ELGA verfügbar?

  • ärztliche oder pflegerische Entlassungsbriefe der Krankenhäuser
  • Labor- und Radiologiebefunde
  • Medikamentenlisten
  • ambulante Pflegeberichte

In einer späteren Ausbaustufe sollen auch noch weitere Informationen hinzukommen:

  • allgemeine oder spezielle fachärztliche Befunde
  • Bilder
  • Patientenverfügungen
  • elektronischer Impfpass
  • Vorsorgevollmachten
  • gesetzliche medizinische Register

Wie lange sind gespeicherte Daten für Bürger abrufbar?

Befunde sind für den Bürger 10 Jahre, Medikationsdaten ein Jahr lang abrufbar, danach werden sie automatisch aus ELGA gelöscht.

Wer darf auf die Daten zugreifen und wie lange?

Neben dem Bürger selbst dürfen nur jene Gesundheitsdiensteanbieter, bei denen der Patient aktuell in Behandlung oder Betreuung ist, auf die Daten zugreifen. Nach dem „Stecken der e-card“ kann der behandelnde Arzt im Regelfall 28 Tage lang die Gesundheitsdaten abrufen und bei Bedarf neue Daten hinzufügen. Krankenanstalten und Pflegeeinrichtungen haben während des stationären Aufenthaltes und bis 28 Tage nach der Entlassung eine Zugriffsberechtigung.

Apotheker können nach „Stecken der e-Card“ zwei Stunden lang auf die Medikamentenliste zugreifen, Befunde können von ihnen grundsätzlich nicht eingesehen werden.

Patienten haben auch die Möglichkeit, die Zugriffsdauer für die Gesundheitsdiensteanbieter individuell zu verkürzen oder auch zu verlängern. Setzt der Patient die Zugriffsdauer auf 0 Tage, ist der Gesundheitsdiensteanbieter „gesperrt“. Diese Änderung der Zugriffsdauer gilt dann für den aktuellen und jeden weiteren Besuch bei diesem Gesundheitsdiensteanbieter. Eine Verlängerung der Zugriffsberechtigung ist in bestimmten Fällen auf bis zu 365 Tage möglich.

Wer darf nicht auf ELGA-Gesundheitsdaten zugreifen?

Laut gesetzlicher Regelung haben folgende Personen keinen Zugriff auf die ELGA-Gesundheitsdaten:

  • Chefärztinnen und -ärzte der staatlichen Sozialversicherungen 
  • Ärztinnen und Ärzte, die für private Versicherungen Untersuchungen durchführen 
  • Behörden sowie Amtsärztinnen und Amtsärzte 
  • Schulärztinnen und Schulärzte 
  • Betriebsärztinnen und Betriebsärzte 
  • Stellungsärztinnen und -ärzte des Bundesheeres 
  • jene Ärztinnen und Ärzte, die durch den Patienten vom Zugriff ausgeschlossen wurden

Sind auch ältere Befunde abrufbar?

Nein. ELGA-Gesundheitsdaten werden erst ab dem Zeitpunkt, ab dem ein Gesundheitsdiensteanbieter mit ELGA arbeitet und der Patient dort in Behandlung oder Betreuung war, erfasst. Befunde, die davor erhoben wurden, können nicht rückwirkend verfügbar gemacht werden.

Wo bekomme ich weiterführende Informationen?

Die ELGA-Serviceline ist werktags (Montag bis Freitag) in der Zeit von 07:00 Uhr bis 19:00 Uhr unter der Telefonnummer 050 124 4411 oder per Mail an info@elga-serviceline.at erreichbar.

Über das Internet sind Informationen über ELGA auf folgenden Seiten abrufbar: 

+++ Mehr zum Thema: Rollout: Die österreichweite Einführung von ELGA +++

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Aktualisiert am:

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